Vie­le Office-Worker ver­har­ren sogar wäh­rend ihrer Pau­sen in Bewe­gungs­lo­sig­keit. Des­halb for­dert Burk­hard Rem­mers, Lei­ter Inter­na­tio­na­le Kom­mu­ni­ka­ti­on bei Wilk­hahn, eine neue Pau­sen­kul­tur.

Wie man Bewe­gung auch mit wenig Auf­wand, ohne Grup­pen­zwang und spie­le­risch zur Akti­vie­rung nut­zen kann, zeigt Wilk­hahn mit dem Stand-Up: Spe­zi­ell als Bewe­gungs­ob­jekt für Pau­sen kon­zi­piert und sym­pa­thisch gestal­tet, fügt er sich ganz selbst­ver­ständ­lich in den Arbeits­all­tag ein. Design: Thors­ten Franck, Foto: Wilk­hahn

Bringt Bewe­gung in kur­ze Aktiv­pau­sen, etwa in infor­mel­len Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ecken, Foy­ers, Work­shop- und Pro­jekt­ar­beits­räu­men. Design: Thors­ten Franck , Foto: Wilk­hahn.

Der Stand-Up ist für 250 Euro im Wilk­hahn-Fach­han­del erhält­lich (UVP zzgl. MwSt.) und wird seri­en­mä­ßig in den Far­ben Rot, Oran­ge, Grün, Hell­blau und Schwarz ange­bo­ten.

Steh­hil­fen wir der Stitz sor­gen dafür, dass auch län­ge­re Bespre­chun­gen pro­blem­los „durch­ge­stan­den“ wer­den. Foto: Wilk­hahn.

Je bes­ser Pau­sen als „Aus­zeit“ genutzt wer­den, des­to erhol­ter und leis­tungs­fä­hi­ger sind die Mit­ar­bei­ter. Doch wäh­rend Pau­sen frü­her vor allem der Erho­lung von schwe­rer, kör­per­li­cher Arbeit dien­ten, geht es in Zei­ten der digi­ta­li­sier­ten Büro­ar­beit dar­um, den koma­tö­sen Bewe­gungs­man­gel bei der Bild­schirm­ar­beit aus­zu­glei­chen. Fort­schritt­li­che Unter­neh­men trei­ben dafür heu­te eini­gen Auf­wand: Die Ange­bo­te rei­chen vom gemein­sa­men Jog­gen über Besu­che von Bewe­gungs­the­ra­peu­ten am Arbeits­platz bis zum mit­täg­li­chen Betriebs­sport oder Tan­zen beim Lunch­beat.

Das Pro­blem liegt auf der Hand: Immer mehr Men­schen bewe­gen sich in ihrem Arbeits­all­tag immer weni­ger. – Und dass laut Stu­die der Tech­ni­ker­kran­ken­kas­se zudem auch noch die sport­li­chen Betä­ti­gun­gen in der Frei­zeit abneh­men, macht es nicht bes­ser. Vor allem in der Büro­welt herrscht ein nahe­zu koma­tö­ser Bewe­gungs­man­gel, der von den Gesund­heits­wis­sen­schaf­ten inzwi­schen als Haupt­ur­sa­che für gras­sie­ren­de Volks­krank­hei­ten wie Rücken­schmer­zen und zahl­rei­che Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen ver­ant­wort­lich gemacht wird. So hat die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on WHO das lan­ge Sit­zen sogar als eige­nen Risi­ko­fak­tor ein­ge­stuft. Alle Exper­ten sind sich einig: Es geht heu­te dar­um, wie­der mehr Bewe­gun­gen in die Büro­ar­beit zurück­zu­brin­gen, um die Mit­ar­bei­ter­ge­sund­heit zu ver­bes­sern.

Kos­me­tik oder Kul­tur­wan­del?

Vie­le Unter­neh­men haben vor dem Hin­ter­grund altern­der Beleg­schaf­ten und des Fach­kräf­te­man­gels das The­ma Mit­ar­bei­ter­ge­sund­heit inzwi­schen als stra­te­gi­schen Kos­ten- und Zukunfts­fak­tor erkannt. Im Rah­men des Betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ments (BGM) ver­su­chen sie, an wesent­li­chen Stell­schrau­ben zu dre­hen, um Krank­heits­ta­ge zu redu­zie­ren und die Arbeits­fä­hig­keit zu erhal­ten: Gesund­heits­ta­ge, Füh­rungs­trai­nings, beson­de­re Ernäh­rungs­an­ge­bo­te sowie die ein­gangs auf­ge­führ­ten Bewe­gungs- und Sport­an­ge­bo­te sind dar­auf aus­ge­legt, die Defi­zi­te zu kom­pen­sie­ren. Meis­tens wer­den aber die­se Ange­bo­te nur von denen genutzt, die ohne­hin einen acht­sa­me­ren Umgang mit der eige­nen Gesund­heit pfle­gen, und nicht von der über­gro­ßen Mehr­heit, die es beson­ders nötig hät­te. Wer BGM wirk­lich als „Manage­ment“ begreift, kommt also nicht umhin, die Bewe­gungs­för­de­rung als selbst­ver­ständ­li­chen Aspekt in den Arbeits­all­tag zu inte­grie­ren.

Rezep­te von ges­tern für heu­te und mor­gen?

Doch Arbeits­kul­tu­ren ver­än­dern sich sehr lang­sam: Nicht nur, dass in den vor­herr­schen­den Effi­zi­enz­mo­del­len Bewe­gung noch immer als „Ver­schwen­dungs­fak­tor“ gese­hen wird. Auch die Aus­stat­tung der Pau­sen­be­rei­che wird mit Tischen und (star­ren) Sitz­mö­beln vom „Ent­las­tungs­ge­bot“ domi­niert, das dem Berg­bau, der Land­wirt­schaft, der Indus­tria­li­sie­rung und wei­te­ren kräf­te­zeh­ren­den Beru­fen ent­stammt. Wenn dann noch das Snack- und Geträn­ke­an­ge­bot aus Kalo­ri­en­bom­ben besteht, ist nicht nur die Stoff­wech­sel­dreh­zahl zu nied­rig, son­dern der stot­tern­de Stoff­wech­sel­mo­tor des Kör­pers erhält auch noch min­der­wer­ti­gen „Sprit“. Andau­ern­de Stress­pha­sen, Bewe­gungs­man­gel und schlech­te Ernäh­rung bil­den einen Cock­tail, der das Immun­sys­tem schä­digt – und damit glei­cher­ma­ßen das sub­jek­ti­ve Wohl­be­fin­den beein­träch­tigt wie die objek­ti­ve Gesund­heit und Leis­tungs­fä­hig­keit.

Sofas für die Couch-Pota­toes?

Selbst moder­ne Arbeits­kon­zep­te wie der „Activi­ty based Work­place“ hal­ten neben akti­vie­ren­den auch kon­tra­pro­duk­ti­ve Ange­bo­te bereit: Wäh­rend Mee­tings im Ste­hen und eine The­ken­lö­sung für die Tee­kü­che Hal­tungs­wech­sel und Bewe­gung för­dern, bie­ten zahl­rei­che Sofas und ande­re Pols­ter­mö­bel in den Mit­tel­zo­nen nicht nur optisch einen behag­li­chen Ein­druck: Sie laden mit den „Couch-Pota­toes“ gera­de die­je­ni­gen zum län­ge­ren Arbei­ten und Ver­wei­len ein, deren Lebens­stil auch sonst von „natür­li­cher Kalo­rien­ef­fi­zi­enz“ geprägt ist. Dass der­ar­ti­ge Sitz­mö­bel zudem nur deut­lich nied­ri­ge­re Ergo­no­mie­stan­dards erfül­len als ein guter Büro­stuhl, liegt auf der Hand.

Akti­vie­rung statt kör­per­li­cher Ent­las­tung

Mit dem Stand-Up des Desi­gners Thors­ten Franck bie­tet Wilk­hahn einen neu­en Ansatz, um die Mit­ar­bei­ter in den Pau­sen zu Bewe­gun­gen, Hal­tungs­wech­seln und Gym­nas­tik­übun­gen zu ani­mie­ren. Der schrä­ge Kegel ist ein attrak­ti­ver Hin­gu­cker, der zu Inter­ak­tio­nen ein­lädt: Leicht ange­sto­ßen, schwingt er bis aus einer Nei­gung von 47° zurück. In Grup­pen auf­ge­stellt, ver­führt er zu spie­le­ri­schen Expe­ri­men­ten, um viel­fach in Bewe­gung gebracht zu wer­den. Vor allem aber för­dert er als dyna­mi­scher Drei­bei­ner (zwei davon gehö­ren dem Nut­zer!) die Rund­um­be­weg­lich­keit des Gesä­ßes, die Balance­kom­pe­ten­zen und die Mus­ku­la­tur von Hals, Schul­ter, Rücken, Bauch und Bei­nen sowie die Hüft-, Knie- und Knö­chel­ge­len­ke.

Stand-Up ist prä­de­sti­niert für den Ein­satz in Pau­sen- und Zwi­schen­zo­nen, infor­mel­len Bespre­chungs­ecken oder Ein­gangs- und War­te­be­rei­chen – also über­all dort, wo sich Mit­ar­bei­ter nicht stän­dig, son­dern nur ein paar Minu­ten auf­hal­ten. Eine Zeit­span­ne, die völ­lig aus­reicht, um die Hüf­te krei­sen und die Gedan­ken flie­gen zu las­sen. Hier­bei ist nicht die Län­ge, son­dern die Häu­fig­keit ent­schei­dend: Fünf mal fünf Minu­ten Bewe­gungs­übun­gen am Tag leis­ten bereits einen wich­ti­gen Bei­trag für Prä­ven­ti­on und Wohl­be­fin­den. Neben den Gesund­heits­as­pek­ten einer dyna­mi­schen Beweg­lich­keit för­dert der Stand-Up auch infor­mel­len Aus­tausch und Grup­pen­dy­na­mik. Er eig­net sich zum tem­po­rä­ren Ein­satz in Work­shops, wenn bewusst ein ande­res Set­ting gewählt wird, um gewohn­te Denk­mus­ter auf­zu­bre­chen. Für einen fle­xi­blen Ein­satz im Gebäu­de kann der 4,5 Kilo­gramm leich­te Stand-Up mit­tels Tra­ge­gurt ganz ein­fach mit­ge­nom­men wer­den – von Raum zu Raum oder auch mal nach drau­ßen auf die grü­ne Wie­se.

Para­dig­men­wech­sel: Beweg dich im Büro!

In der Bro­schü­re „Office for Moti­on“ fin­den sich eine Zusam­men­fas­sung der wich­tigs­ten Aspek­te zur Bewe­gungs­för­de­rung und wei­te­re Bei­spie­le, wie sich wie­der mehr Bewe­gung in die Büro­welt zurück­brin­gen lässt – vom Sit­zen am Arbeits­platz über „Ste­hun­gen“ statt Sit­zun­gen bis hin zu betei­li­gungs­ori­en­tie­ren, dyna­mi­schen Ein­rich­tun­gen von Kon­fe­renz- und Semi­nar­räu­men oder kon­kre­ten Pra­xis­tipps zur Ver­hal­tens­än­de­rung.