In die­ser Rei­he stel­len wir Ihnen ver­schie­de­ne Werk­stof­fe vor, aus denen Büro­mö­bel bestehen. Nach Car­bon, Turn­ge­rä­ten und Lego geht es dies­mal um Möbel, die im 3-D-Dru­cker ent­ste­hen.

Root Chair, entworfen von Kol/Mac für .MGX by Materialise. Foto: .MGX

Root Chair, ent­wor­fen von Kol/Mac für .MGX by Mate­ria­li­se.
Foto: .MGX

Sideboard, gedruckt von BigRep One. Foto: BigRep

Side­board, gedruckt von Big­Rep One.
Foto: Big­Rep

Tisch aus der Fat Line Series von Dirk Vander Kooij. Foto: Studio Dirk Vander Kooij

Tisch aus der Fat Line Seri­es von Dirk Van­der Kooij.
Foto: Stu­dio Dirk Van­der Kooij

Fractal.MGX, entworfen von WertelOberfell für .MGX by Materialise. Foto: Stéphane Briolant Paris

Fractal.MGX, ent­wor­fen von Wer­tel­Ober­fell für .MGX by Mate­ria­li­se.
Foto: Sté­pha­ne Brio­lant Paris

Das Skelett des Gaudi Chair von bram geenen wurde gedruckt. Foto: Studio Bram Geenen

Das Ske­lett des Gau­di Chair von bram geenen wur­de gedruckt.
Foto: Stu­dio Bram Geenen

Stuhl kaputt – neu aus­ge­druckt. Mach­bar ist das bereits, auch wenn die Tech­nik noch in den Kin­der­schu­hen steckt. Vor­la­gen für klei­ne­re Objek­te – Vasen, Besteck, Spiel­zeug, Schmuck – las­sen sich aus dem Inter­net her­un­ter­la­den und an 3-D-Dru­ckern aus­dru­cken. In der Köl­ner Zen­tral­bi­blio­thek steht bei­spiels­wei­se einer. Für den Möbel­druck sind jedoch grö­ße­re Kali­ber nötig.

3-D-Druck mit geschmolzenem Faden

Das Ber­li­ner Start-up Big­Rep sorg­te 2014 für Auf­se­hen, als es den Dru­cker Big­Rep One vor­stell­te, der bis 1,2 x 1 x 1,2 m gro­ße Gegen­stän­de dru­cken kann. Im Prin­zip arbei­tet das Gerät wie die klei­ne­ren 3-D-Dru­cker, die ab knapp 1.000 Euro erhält­lich sind. Im FDM-Ver­fah­ren (Fused Depo­si­ti­on Mode­ling), das ein wenig wie eine Heiß­klebe­pis­to­le funk­tio­niert, schmilzt es einen Kunst­stoff­faden und trägt den flüs­si­gen Kunst­stoff anschlie­ßend mit einer fei­nen Düse auf eine Grund­plat­te auf. Schicht für Schicht ent­steht so der Gegen­stand. Neben klas­si­schem Kunst­stoff, der aus­sieht wie Plas­tik, kann ein Lay­wood genann­tes Mate­ri­al ver­wen­det wer­den, eine Mischung aus Poly­me­ren und Holz­fa­sern, das den Look von Holz imi­tiert.

Laserdrucker der anderen Art

Mit zwei ande­ren Druck­ver­fah­ren arbei­tet .MGX. Bei der Ste­reo­li­tho­gra­fie wird in einem Tank eine Schicht aus flüs­si­gem Poly­mer über einer Plat­te ver­teilt. Anschlie­ßend här­tet ein Laser­strahl die gewünsch­ten Berei­che. Danach wird die Plat­te abge­senkt, der Pro­zess beginnt erneut – bis am Ende das fer­ti­ge Objekt aus dem Tank ent­nom­men wer­den kann. Dane­ben arbei­tet .MGX mit dem Selec­ti­ve Laser Sin­te­ring (SLS), das ähn­lich funk­tio­niert. Statt eines flüs­si­gen Poly­mers arbei­tet es jedoch mit einem Pul­ver aus Kunst­stoff, Metall oder Kera­mik das mit dem Laser geschmol­zen wird.

Noch eine Num­mer grö­ßer kann der Desi­gner und Künst­ler Dirk Van­der Kooij dru­cken. Er hat einen alten Indus­trie­ro­bo­ter zu einem Dru­cker umge­baut, der – dem FDM-Ver­fah­ren ähn­lich – mit Kunst­stoff­fä­den arbei­tet. So kann der Desi­gner sehr gro­ße Möbel­stü­cke pro­du­zie­ren. Sein Fat Line Table ist bei­spiels­wei­se bis zu 2,40 m lang.

Warum 3-D-Druck?

Die gro­ße Ver­hei­ßung des 3-D-Dru­ckens ist, mit ihm For­men und Gebil­de schaf­fen zu kön­nen, die mit ande­ren Ver­fah­ren schlicht nicht mög­lich wären. Außer­dem kann mit ihm jedes ein­zel­ne Möbel­stück ohne zusätz­li­che Kos­ten modi­fi­ziert wer­den. Ein Stuhl lie­ße sich so bei­spiels­wei­se indi­vi­du­ell für sei­nen spä­te­ren Besit­zer pro­du­zie­ren. Bis wir aber im Büro auf gedruck­ten Stüh­len sit­zen, könn­te es noch etwas dau­ern.