Robert Nehring hat nicht viel von Mar­cel Proust gele­sen, stellt aber eben­falls gern vie­le Fra­gen. Inter­es­san­ten Per­sön­lich­kei­ten aus dem Büro­um­feld schickt er auch mal einen Fra­ge­bo­gen. Dies­mal ant­wor­te­te: Hajo Hoek­s­tra von Fel­lo­wes.

Hajo Hoekstra, General Manager Fellowes GmbH, Director DACH, BLX, Scandinavia, Fellowes Brands. Abbildung: Fellowes

Hajo Hoek­s­tra, Gene­ral Mana­ger Fel­lo­wes GmbH, Direc­tor DACH, BLX, Scan­di­na­via, Fel­lo­wes Brands. Abbil­dung: Fel­lo­wes

Die Fellowes Lotus™ RT ist Sitz-Steh-Lösung und Monitorarm in einem. Abbildung: Fellowes

Die Fel­lo­wes Lotus™ RT ist Sitz-Steh-Lösung und Moni­tor­arm in einem. Abbil­dung: Fel­lo­wes

Mit Levado™ von Fellowes lässt sich jeder Tisch schnell und einfach in eine Sitz-Steh-Lösung verwandeln. Abbildung: Fellowes

Mit Leva­do™ von Fel­lo­wes lässt sich jeder Tisch schnell und ein­fach in eine Sitz-Steh-Lösung ver­wan­deln. Abbil­dung: Fel­lo­wes

ARBEITEN

1. Bitte beschreiben Sie Ihren Arbeitsplatz.

Ich habe drei fes­te Arbeits­plät­ze: in unse­ren Büros in Han­no­ver und Til­burg sowie zu Hau­se (die letz­ten bei­den befin­den sich in den Nie­der­lan­den). Alle sind ganz ein­fach, aber kom­for­ta­bel aus­ge­stat­tet, um gesund und pro­duk­tiv zu arbei­ten.

2. Wie kommen Sie zur Arbeit?

Wenn ich in Han­no­ver arbei­te, dann brau­che ich mor­gens 30 bis 45 Minu­ten, aber die Rei­se­zeit wird jedes Jahr län­ger.

3. Wo arbeiten Sie am liebsten?

Wenn ich Kol­le­gen spre­chen möch­te, dann im Büro. Ansons­ten ist es mir egal. Nur im Flug­zeug kann ich nicht arbei­ten. Und für das Erle­di­gen der Arbeit im Auto habe ich auch noch kei­ne gute Lösung gefun­den.

4. Wo würden Sie am liebsten arbeiten?

Über­all da, wo man einen inspi­rie­ren­den Aus­blick hat, der nicht zu viel ablenkt.

5. Wann beginnt ein normaler Arbeitstag bei Ihnen, wann ist Schluss?

Los geht es für mich eigent­lich immer in dem Moment, in dem ich auf­ste­he und unter­wegs bin. Wenn ich in einem Hotel über­nach­te (etwa drei Mal in der Woche), dann muss ich auf­pas­sen, nicht jeden Abend zu arbei­ten.

6. Wie viele E-Mails erhalten Sie im Schnitt pro Tag?

Trotz einer Schu­lung zur Redu­zie­rung der E-Mails bei Fel­lo­wes sind es noch immer viel zu vie­le, und inter­es­san­ter­wei­se ver­schickt man etwa die glei­che Anzahl, die man auch bekommt.

7. Wie viele Stunden arbeiten Sie im Schnitt pro Woche?

Jede Woche sieht anders aus. Ich den­ke, so zwi­schen 50 und 55 Stun­den.

8. Wie viele Stunden arbeiten Sie im Schnitt pro Woche konzentriert allein?

Zu 100 Pro­zent allein, ohne Tele­fon oder E-Mail? Maxi­mal 1 bis 1,5 Tage.

9. Wie viele Stunden verbringen Sie im Schnitt pro Woche in Meetings?

Ich habe vie­le 1:1-Meetings und Calls. Nur weni­ge mit mehr als drei bis vier Per­so­nen. Die meis­ten Mee­tings sind nur dann wirk­lich effek­tiv, wenn Vor- und Nach­be­rei­tung gut sind.

10. Wie kommunizieren Sie vorwiegend: Face-to-Face, per Telefon, E-Mail, oder Chat?

Es sind bei mir genau die genann­ten plus Sky­pe Video.

11. Wie stellen Sie sich Büros 2025 in Deutschland vor?

Indi­vi­du­el­ler als heu­te. Ein Mix aus Groß­raum­bü­ro und klei­nen Büros mit mehr Pflan­zen, mehr Gerä­ten und KI, mit fle­xi­blen Arbeits­ver­trä­gen, Wal­king Mee­tings und Mit­tags­pau­sen im Frei­en – in einer Art Park mit vie­len ande­ren Fir­men (Super­blocks).

12. Die drei größten Herausforderungen für die Bürowelt?

1) Ein Bewusst­sein dafür zu schaf­fen, gesün­der zu arbei­ten und Gewohn­hei­ten zu ändern, auch im Hin­blick auf die men­ta­le Gesund­heit. 2) Die immer älter wer­den­den Beleg­schaf­ten. 3) Die Anpas­sung der Arbeits­um­ge­bung und der  Kon­di­tio­nen an die Erwar­tun­gen der jun­gen Genera­ti­on.

13. Was Sie schon immer einmal zur Entwicklung der Büroarbeit sagen wollten …

Über­le­ben wer­den Unter­neh­men – ob Her­stel­ler oder Händ­ler –, die in der Lage sind, „Lösungs­pa­ke­te“ anzu­bie­ten. Dabei gibt es jedoch nicht die eine Lösung für alle. Und ken­nen Sie übri­gens schon Emma? Sich mit Emma und ihren mög­li­chen gesund­heit­li­chen Pro­ble­men aus­ein­an­der zu set­zen, kann ich an die­ser Stel­le nur emp­feh­len.

14. New Work bedeutet für mich …

… Moti­va­ti­on – Inspi­ra­ti­on – Wachs­tums­po­ten­zi­al.

15. Der Generation Y rate ich …

… offen zu sein für die posi­ti­ven Erfah­run­gen und den Rat der Älte­ren.

16. Drei Ihrer Lieblingslösungen von Fellowes?

Die Fel­lo­wes Lotus™ RT, das ein­zi­ge Pro­dukt im Markt, das eine Kom­bi­na­ti­on aus Sitz-Steh-Lösung und Moni­tor­arm ist. Das Fel­lo­wes Levado™-Gestell: Jeder Tisch lässt sich schnell und ein­fach in einen höhen­ver­stell­ba­ren Schreib­tisch ver­wan­deln. Und das sehr umfang­rei­che Fel­lo­wes-Sor­ti­ment an Rücken- und Fuß­stüt­zen, um einen Arbeits­platz kos­ten­güns­tig und ergo­no­misch aus­zu­stat­ten. Ein guter Stuhl allein reicht oft nicht.

17. Diese drei Lösungen von anderen Anbietern sind auch nicht zu verachten:

Die inter­ak­ti­ven, digi­ta­len White­boards von Lega­mas­ter, die Anteo-Stüh­le mit Air-Seat von Köhl und die ergo­no­mi­schen Schreib­ge­rä­te von Sta­bi­lo.

18. Die größten Fehler Ihrer Branche(n) sind …

Die Ver­äu­ße­rungs­men­ta­li­tät und der Ein­fluss von Pri­va­te-Equi­ty-Fir­men. Das Wachs­tum von Pri­va­te Labels trotz schrump­fen­der Märk­te und Über­ka­pa­zi­tä­ten. Außer­dem, dass der PBS-Markt sehr lang­sam ist im Aus­bau papier­un­ab­hän­gi­ger Kate­go­ri­en.

19. Was denken über die Vision vom papierlosen Büro?

Es kommt immer schnel­ler und inten­si­ver auf uns zu, beson­ders im B2B-Umfeld.

20. Was macht gesunde Büroarbeit für Sie heute aus?

Abwech­selnd sit­zen, ste­hen und bewe­gen sowie alles in dem Bewusst­sein, es mit einer rich­ti­gen Hal­tung (und Spaß an der Arbeit) zu tun.

21. Wie stehen Sie zum Thema Nachhaltigkeit?

Mei­ner Mei­nung nach gibt es nur eine Mög­lich­keit: Wir soll­ten uns mit Hil­fe der Metho­den des Pro­duct Envi­ron­men­tal Foot­print (EU PEF) noch inten­si­ver in Sachen Nach­hal­tig­keit enga­gie­ren und die Ergeb­nis­se klar und trans­pa­rent kom­mu­ni­zie­ren.

22. Die Zukunft des Fachhandels …

Die gibt es für all die­je­ni­gen, die ihre SWOT ver­ste­hen und danach han­deln.

23. Woran arbeiten Sie gerade?

An unse­rem Drei­jah­res­plan „Thri­ve 2.0“.

24. Was inspiriert Sie?

Die Unter­neh­mens­kul­tur und die Zukunfts­vi­si­on von Fel­lo­wes.

25. Ihre beruflichen Ziele bis 2022?

Fel­lo­wes wei­ter als füh­ren­de Mar­ke für Wohl­be­fin­den und Pro­duk­ti­vi­tät zu eta­blie­ren.

26. Ihr größter beruflicher Erfolg?

Seit 28 Jah­ren ein erfolg­rei­cher Teil der 102-jäh­ri­gen Fel­lo­wes-Fami­lie zu sein.

27. Der größte Misserfolg?

Ich habe vie­le Feh­ler gemacht und dar­aus gelernt. Zum Glück waren kei­ne mit schlim­men Kon­se­quen­zen dar­un­ter.

28. Xing oder LinkedIn oder …?

Klar: Lin­kedln.

29. Apple oder Microsoft?

Bei­de, sowohl pri­vat als auch beruf­lich.

30. Gedruckte Zeitung oder Online-News?

Ich lese gern die hol­län­di­sche Zei­tung Tele­graaf und die deut­sche Wirt­schafts­Wo­che, aber ohne Online-News geht es heut­zu­ta­ge natür­lich nicht.

LEBEN

31. Was würden Sie als „König von Deutschland“ oder „Kaiser von Europa“ zuerst ändern?

Unbe­dingt und ganz schnell star­ten wür­de ich eine sinn­vol­le und offe­ne Kli­ma­dis­kus­si­on mit ALLEN Exper­ten. Dabei wür­de ich ALLE zu Wort kom­men las­sen, um dann im Kon­sens eine Rei­he von intel­li­gen­ten und kon­se­quen­ten Maß­nah­men zu ver­ein­ba­ren, die wirk­lich Sinn erge­ben und weder die Wirt­schaft  zer­stö­ren noch den Kon­su­men­ten extra Geld kos­ten.

32. Was würden Sie gern können?

Kla­vier spie­len.

33. Wo würden Sie am liebsten leben?

Ich bin hap­py mit mei­nem bestehen­den, abwechs­lungs­rei­chen Leben.

34. Wobei können Sie gut entspannen?

Musik, Segeln, Golf und Gar­ten­ar­beit.

35. Ihr ursprünglicher Berufswunsch?

Anwalt.

36. Ihre Hauptcharaktereigenschaften?

Ich den­ke empha­tisch, neu­gie­rig, kri­tisch und ziel­ge­rich­tet.

37. Ihre Hobbys oder Leidenschaften?

Kochen und Inves­tie­ren (haupt­säch­lich in Akti­en).

38. Ihre drei Dinge für die einsame Insel?

Mei­ne Frau, mei­ne Toch­ter und mein Sohn. Aber wenn es unbe­dingt ohne sein muss, dann Tauch­aus­rüs­tung, Zelt und Zahn­bürs­te.

39. Ihr Lieblingskünstler?

Gro­ßen Respekt habe ich vor Jani­ne Jan­sen (Gei­ge­rin).

40. Ihr Lieblingsbuch?

Letz­ter gele­se­ner Thril­ler: „Das Washing­ton-Dekret“ von Adler-Olsen.

41. Ihr Lieblingsgericht?

Oh, eine Her­aus­for­de­rung: Ich esse alles …

42. Ihre Lieblingsweisheit?

Wer gibt, bekommt dafür immer etwas zurück.

43. Ihr Lebensmotto?

Sei eine Stim­me, kein Echo.

44. Der Sinn des Lebens …

Etwas hin­ter­las­sen, das mei­ne Kin­der zu schät­zen wis­sen. Kei­ne ein­fa­che Auf­ga­be …

45. AKK, Scholz oder Habeck?

Ich ver­mei­de ger­ne The­men wie Poli­tik.

46. Bayern oder Dortmund oder …?

Klar, AJAX Ams­ter­dam (ohne deren Arro­ganz).

47. Beatles oder Stones?

Simp­le Minds.

48. Bier oder Wein?

Rot­wein, am liebs­ten Rio­ja.

49. Strand oder Berge?

Es gibt sehr schö­ne Inseln in Euro­pa, die bei­des bie­ten. Ich möch­te unbe­dingt bei­des! Aber Ber­ge sind natür­lich das gan­ze Jahr toll.

50. Und Ihre Uhr: analog oder digital?

Ana­log, aber mit digi­ta­len Gad­gets.

Hajo Hoek­s­tra
  • Jahr­gang: 1963
  • Geburts­ort: Zeist, Nie­der­lan­de
  • Höchs­ter Abschluss: Marketing/Wirtschaft, HBL (Seni­or-Manage­ment-Aus­bil­dung)
  • Aktu­el­le Funk­tio­nen: Gene­ral Mana­ger Fel­lo­wes GmbH, Direc­tor DACH, BLX, Scan­di­na­via, Fel­lo­wes Brands
  • Beruf­li­che Sta­tio­nen: KLM (Flug­ge­sell­schaft), Datex (Sys­tem­haus), Acco (habe ich ver­drängt)
  • Aus­zeich­nun­gen: 2019 für Fel­lo­wes unter ande­rem ECN-Preis, Bene­lux Office Pro­duc­ts Awards, European Office Pro­duc­ts Award, Ger­man Design Award