Moti­vier­te Mit­ar­bei­ter sind bes­se­re Mit­ar­bei­ter. Dafür braucht es die rich­ti­gen Anrei­ze. Enno Kunt­ze, Grün­der und Geschäfts­füh­rer von Well­now, stellt fünf zukunfts­wei­sen­de Maß­nah­men vor, um Job­ta­len­te für Unter­neh­men zu begeis­tern.

Gut fürs Unternehmen: glückliche Mitarbeiter. Abbildung: Anthony Ginsbrook/Unsplash

Gut fürs Unter­neh­men: glück­li­che Mit­ar­bei­ter. Abbil­dung: Antho­ny Ginsbrook/Unsplash

Attraktiver machen kann sich der Arbeitgeber etwa durch Sportangebote für seine Mitarbeiter. Abbildung: Wellnow

Attrak­ti­ver machen kann sich der Arbeit­ge­ber etwa durch Sport­an­ge­bo­te für sei­ne Mit­ar­bei­ter. Abbil­dung: Well­now

Vie­le HR-Mana­ger sind auf der Suche nach den bes­ten Talen­ten, doch ist es oft nicht ein­fach, im Dschun­gel des Fach­kräf­te­man­gels den Durch­blick zu behal­ten. Flä­chen­de­ckend ist der Fach­kräf­te­man­gel bis­her nicht aus­ge­bro­chen, jedoch kön­nen in man­chen Regio­nen bestimm­te Posi­tio­nen nicht mehr opti­mal besetzt wer­den. Laut der DIHK-Kon­junk­tur­um­fra­ge sehen bereits 60 Pro­zent der Unter­neh­men in Deutsch­land den Fach­kräf­te­man­gel als größ­te Her­aus­for­de­rung. Die neue Arbeit­neh­mer­ge­nera­ti­on for­dert von Unter­neh­men, dass sie so indi­vi­du­ell wie mög­lich auf ihre Per­sön­lich­keit und Bedürf­nis­se ein­ge­hen. Einen indi­vi­du­el­len Anreiz schaf­fen Ange­bo­te an der Schnitt­stel­le des betrieb­li­chen Gesund­heits­ma­nage­ments (BGM) und der Mit­ar­bei­ter-Bene­fits. Die­se befrie­di­gen zum einen die Bedürf­nis­se der Arbeit­neh­mer und zah­len zum ande­ren auf die Dif­fe­ren­zie­rung im Wett­be­werb ein.

Mit Corporate Volunteering Know-how stärken

Im Kon­trast zu klas­si­schen Wei­ter­bil­dungs­me­tho­den, geht es beim Cor­po­ra­te Vol­un­tee­ring um die Arbeit an Hilfs­pro­jek­ten, die Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit und auch das Gemein­schafts­ge­fühl stei­gert. Dar­über hin­aus bringt das betrieb­li­che Frei­wil­li­gen­pro­gramm auf­grund der Anrei­che­rung eines exter­nen Know-hows auch inner­be­trieb­li­che Vor­tei­le. Mit die­sem Mit­ar­bei­ter-Bene­fit stär­ken Unter­neh­men nicht nur ihre Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie, son­dern pro­fi­tie­ren auch von einem wich­ti­gen Instru­ment zur Per­so­nal­ent­wick­lung und Mit­ar­bei­ter­bin­dung. Das gesell­schaft­li­che Enga­ge­ment ver­bes­sert zudem die Arbeit­ge­ber­at­trak­ti­vi­tät und erweist sich somit als ein gutes Employ­er-Bran­ding-Tool.

On-Site-Corporate-Wellbeing etablieren – Gesundheitsangebote am Arbeitsplatz schaffen

Vie­le Arbeit­ge­ber haben ver­stan­den, dass sie für die Ver­bes­se­rung und Attrak­ti­vi­tät ihrer Unter­neh­mens­kul­tur ein Ange­bot in den Arbeits­all­tag inte­grie­ren müs­sen, das den Ansprü­chen der moder­nen Arbeit­neh­mer­ge­nera­ti­on gerecht wird. Eine prä­gen­de Rol­le spielt das stei­gen­de Gesund­heits­be­wusst­sein unter Mit­ar­bei­tern in Zei­ten von immer häu­fi­ge­rem Auf­tre­ten stress­be­ding­ter Krank­hei­ten. Sie set­zen daher auf soge­nann­tes On-site-Cor­po­ra­te-Well­being, also die Nut­zung ver­schie­de­ner Gesund­heits­leis­tun­gen, wie zum Bei­spiel Mas­sa­gen, Yoga oder Per­so­nal­trai­ning, direkt am Arbeits­platz. Der Vor­teil – die Bar­rie­re, die Ange­bo­te zu nut­zen, ist gering, da zusätz­li­che Wege gespart wer­den und die Mit­ar­bei­ter gemein­sa­me Erfolgs­er­leb­nis­se haben, wel­che direkt mit dem Arbeit­ge­ber asso­zi­iert wer­den. Der posi­ti­ve Neben­ef­fekt die­ses Health-Bene­fits ist, dass die klas­si­schen Volks­krank­hei­ten, ver­ur­sacht durch Stress, schlech­te Ernäh­rung und zu wenig Bewe­gung, aktiv ange­gan­gen wer­den.

Unbegrenzter Urlaub – Freiraum auf Vertrauensbasis

Laut gesetz­li­chem Anspruch ste­hen Ange­stell­ten mit einer Voll­zeit­stel­le nur 20 Urlaubs­ta­ge zu. Hier kommt es auf Betriebs­zu­ge­hö­rig­keit, Alter und Tarif­ver­trag an. Laut einer Stu­die von Job­lift bie­ten jedoch immer mehr deut­sche Unter­neh­men fle­xi­ble Urlaubs­lö­sun­gen an. Anstel­le einer fes­ten Anzahl an Urlaubs­ta­gen kann der Mit­ar­bei­ter selbst – bzw. in Abstim­mung mit sei­nem Vor­ge­setz­ten – ent­schei­den, wie vie­le freie Tage er nut­zen möch­te. Auch wenn das prin­zi­pi­ell so klingt, als wür­den Urlaubs­ta­ge infla­tio­när genutzt, ver­hält es sich gegen­tei­lig und vie­le Unter­neh­men müs­sen Mecha­nis­men eta­blie­ren, die sicher­stel­len, dass alle Mit­ar­bei­ter zumin­dest den gesetz­li­chen Min­dest­ur­laub neh­men.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie für eine gesunde Work-Life-Balance

Fami­lie und Beruf zu ver­ein­ba­ren ist oft nicht leicht. Um Berufs­tä­ti­ge zu unter­stüt­zen, enga­gie­ren sich Unter­neh­men indem sie Kin­der­be­treu­ung bezu­schus­sen oder zah­len. Eine sol­che Maß­nah­me bringt schnel­le und direk­te Ent­las­tung für den Arbeit­neh­mer, vor allem in Zei­ten, in denen Kita­plät­ze in eini­gen Regio­nen Deutsch­lands Man­gel­wa­re sind. Wie viel und wie lan­ge zuge­zahlt wird, ist indi­vi­du­ell und reicht vom Baby bis zum Schul­kind. Vom Big Play­er bis hin zum klei­nen Unter­neh­men – das Ange­bot für Kin­der­be­treu­ung am Arbeits­platz wächst. So pen­delt sich eine gesun­de Work-Life-Balan­ce ein und es wird enorm viel Zeit durch die weg­fal­len­den Wege zur Kita oder Tages­mut­ter gespart. Der­ar­ti­ge Ange­bo­te sind vor allem im Kampf um weib­li­che Talen­te ein gro­ßer Vor­teil.

Company Retreat & Workation – Gemeinsamer Stressabbau und Teambuilding

Wei­te­re Health Bene­fits sind Com­pa­ny Retre­ats und Worka­ti­ons, wie Team­buil­ding- und Cowor­king-Maß­nah­men des Unter­neh­mens außer­halb der regu­lä­ren Arbeits­um­ge­bung. Auch hier gibt es diver­se Model­le: ein gemein­sa­mer Urlaub, team- oder unter­neh­mens­über­grei­fend, ange­mie­te­te Cowor­king-Spaces fern­ab der eige­nen Büro­wän­de oder regel­mä­ßi­ge, akti­ve Aus­flü­ge. Maß­nah­men die­ser Art bedeu­ten jedoch einen sehr gro­ßen orga­ni­sa­to­ri­schen Auf­wand, dafür aber maxi­ma­len Zuge­winn an Loya­li­tät und Employ­er Bran­ding. Dar­über hin­aus wird Stress des regu­lä­ren Arbeits­all­tags abge­baut.

Enno Kunt­ze,

Wirt­schafts­psy­cho­lo­ge, Grün­der und Geschäfts­füh­rer,
Well­now.

Foto: Well­now