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Wel­che ergo­no­mi­schen Kon­zep­te zur Stei­ge­rung der Bewe­gung an Büro­ar­beits­plät­zen haben sich bewährt? Eine Ana­ly­se von Diplom­sport­wis­sen­schaft­ler und Heil­prak­ti­ker Chris­tof Otte, Lei­ter Ergo­no­mie und Gesund­heit bei der officeplus GmbH.


Abb. 1: Die Folgen eines häufigen Haltungswechsels

Abb. 1: Die Fol­gen eines häu­fi­gen Hal­tungs­wech­sels zwi­schen Sit­zen und Ste­hen sind neben einer zu erwar­ten­den Zunah­me der Steh­zeit ins­be­son­de­re eine Zunah­me des all­ge­mei­nen phy­si­schen und psy­chi­schen Wohl­be­fin­den und eine deut­lich gestei­ger­te Pro­duk­ti­vi­tät (vgl. Gar­rett et al. 2016).

Abb. 2: Der Return-on-Invest beim Einsatz einer officeplus Sitz-Stehdynamik liegt gerundet bei 12 Euro (vgl. Krüger 2005).

Abb. 2: Der Return-on-Invest beim Ein­satz einer Sitz-Steh­dy­na­mik von officeplus liegt gerun­det bei zwölf Euro (vgl. Krü­ger 2005).

Abb. 3: Die beiden vertikalen Bewegungskonzepte von officeplus

Abb. 3: Die bei­den ver­ti­ka­len Bewe­gungs­kon­zep­te von officeplus: das ver­ti­ka­le Flä­chen­kon­zept mit einem höhen­ver­stell­ba­ren Schreib­tisch (Mit­te) und das ver­ti­ka­le Zonen­kon­zept mit dem Tisch­steh­pult desk rechts. Bei­de Kon­zep­te kön­nen auch mit mobi­len officeplus-Steh­pul­ten (links) oder mobi­len, höhen­ver­stell­ba­ren Klein­ti­schen rea­li­siert oder ergänzt wer­den (sie­he auch Abb. 6).

Abb. 4: Die nachhaltige Etablierung eines häufigen Haltungswechsels

Abb. 4: Die nach­hal­ti­ge Eta­blie­rung eines häu­fi­gen Hal­tungs­wech­sels nach Krü­ger (2005) zeigt selbst nach fünf Jah­ren des officeplus-Tisch­steh­pult­ein­sat­zes bei knapp 70 Pro­zent der Stu­di­en­teil­neh­mer einen täg­li­chen Hal­tungs­wech­sel zwi­schen zehn und 30.

Abb. 5: Beispiel für einen einfachen Belastungswechsel im Stehen

Abb. 5: Bei­spiel für einen ein­fa­chen Belas­tungs­wech­sel im Ste­hen am Schreib­tisch mit­hil­fe einer spe­zi­el­len Fuß­stüt­ze.

Abb. 6: Darstellung der verschiedenen arbeitsintegrierten Bewegungskonzepte

Abb. 6: Dar­stel­lung der ver­schie­de­nen arbeits­in­te­grier­ten Bewe­gungs­kon­zep­te: Am rech­ten Arbeits­platz wird das ver­ti­ka­le Zonen­kon­zept mit dem indi­vi­du­ell ein­stell- und ergänz­ba­ren Tisch­steh­pult officeplus-Desk dar­ge­stellt und in der Mit­te das ver­ti­ka­le Flä­chen­kon­zept mit einem höhen­ver­stell­ba­ren Schreib­tisch. Bei­de Kon­zep­te kön­nen durch ein mul­ti­funk­tio­na­les mobi­les Steh­pult, wie im lin­ken Bild­be­reich dar­ge­stellt, ergänzt wer­den.

Ein­lei­tend stellt sich die Fra­ge nach den Zie­len, wenn vor­han­de­ne Büro­ar­beits­plät­ze, unab­hän­gig ob im ter­ri­to­ria­len, non-ter­ri­to­ria­len oder im Home-Office ange­sie­delt, unter ergo­no­mi­schen Gesichts­punk­ten gestal­tet wer­den. Im Wesent­li­chen sind dies zwei Zie­le: die Erhal­tung oder Bes­se­rung der indi­vi­du­el­len Gesund­heit auf der per­so­nel­len Ebe­ne und die Stei­ge­rung der Pro­duk­ti­vi­tät auf der unter­neh­me­ri­schen Ebe­ne.

Einflussgröße des persönlichen und unternehmerischen Vorteils

Die Ein­fluss­grö­ße, um einen gesund­heit­li­chen und wirt­schaft­li­chen Vor­teil zu erlan­gen, ist die Häu­fig­keit des Hal­tungs­wech­sels zwi­schen Sit­zen und Ste­hen (Gar­rett et al. 2016; Krü­ger 2005). Die­se Häu­fig­keit des ver­ti­ka­len Hal­tungs­wech­sels soll­te ein­fach und schnell mög­lich sein, denn nur so erlan­gen wir die nöti­ge Akzep­tanz für eine nach­hal­ti­ge Ver­hal­tens­än­de­rung (Krü­ger 2005). Je mehr die­ser ver­ti­ka­le Hal­tungs­wech­sel gelebt wird, des­to mehr kör­per­li­che und geis­ti­ge Bewe­gung wäh­rend der Arbeits­zeit.

Gesundheitlicher Nutzen

Dies hat zunächst einen gesund­heit­li­chen Nut­zen, der sich hypo­the­tisch in allen Organ­sys­te­men zei­gen kann und prä­ven­tiv gegen fast alle „klas­si­schen Volks­krank­hei­ten“ wirkt, wie erst die jüngst publi­zier­te „Glo­bal Bur­den of Dise­a­se Stu­dy 2015“ (Mur­ray et al. 2016) zeigt. Dazu gehö­ren:

  • Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen, vor allem Coro­na­re Herz­krank­heit
  • Gefäß­er­kran­kun­gen, vor allem Schlag­an­fäl­le
  • Atem­wegs­er­kran­kun­gen
  • Stoff­wech­sel­er­kran­kun­gen, vor allem Dia­be­tes Typ II und Adi­po­si­tas
  • Krebs­er­kran­kun­gen, vor allem Darm­krebs
  • Ortho­pä­di­sche Erkran­kun­gen, vor allem Len­den- und Nacken­schmer­zen
  • Psy­chi­sche Erkran­kun­gen, vor allem Depres­sio­nen

Wirtschaftlicher Nutzen

Neben dem gesund­heit­li­chen Nut­zen stellt sich jedoch, wie in der Abbil­dung 1 anhand der Pro­duk­ti­vi­tät bereits zu sehen ist, mit­tel- und unmit­tel­bar auch ein wirt­schaft­li­cher Nut­zen ein. Die­sen wirt­schaft­li­chen Nut­zen kön­nen wir neben den aktu­el­len Pro­duk­ti­vi­täts­zah­len aus dem ver­gan­ge­nen Jahr (Gar­rett et al. 2016) auch kon­kret an einem Return-on-Invest­ment fest­ma­chen, was Krü­ger (2005) in einer Fünf­jah­res-Lang­zeit­stu­die dar­ge­stellt hat. Als Ergeb­nis die­ser Stu­die zeig­te sich eine Nut­zen-Kos­ten-Ver­hält­nis (Bene­fit-Cost-Ratio) von 12,09. Mit ande­ren Wor­ten: Für jeden inves­tier­ten Euro beim officeplus-Steh­pult­ein­satz ergibt sich ein Return-on-Invest­ment von etwa zwölf Euro. Die­ses Ver­hält­nis über­steigt die häu­fig im Rah­men von Eva­lua­ti­ons­stu­di­en ermit­tel­ten Ver­hält­nis­se zwi­schen 3 und 8 (Krü­ger 2005).

Konzepte einer Büroarbeitsplatzoptimierung

Nun wis­sen wir, dass uns die­se Bewe­gung hilft. Uns per­sön­lich und unse­rem Unter­neh­men. Wel­che Kon­zep­te für die Büro­ar­beits­platz­op­ti­mie­rung bie­ten sich nun für einen nach­hal­ti­gen Erfolg an? Grund­sätz­lich dif­fe­ren­zie­ren wir von officeplus zwi­schen zwei Kon­zep­ten:

  • dem soge­nann­ten ver­ti­ka­len Flä­chen­kon­zept
  • dem soge­nann­ten ver­ti­ka­len Zonen­kon­zept

Bei­de Kon­zep­te beschrei­ben zunächst den Hal­tungs­wech­sel in der Ver­ti­ka­len, also den Wech­sel vom Sit­zen zum Ste­hen und vom Ste­hen zum Sit­zen, unab­hän­gig der Sitz­hö­he. Essen­zi­ell dabei ist der Hal­tungs­wech­sel sel­ber, da die­ser den dyna­mischs­ten Teil der Kör­per­be­we­gun­gen am Büro­ar­beits­platz mit der größ­ten Organ­be­tei­li­gung aus­macht. Frei­es Sit­zen und mehr noch Ste­hen sind durch die phy­sio­lo­gi­schen pos­tu­ra­len Schwan­kungs­mus­ter auch Bewe­gung, bedür­fen jedoch nicht einem so gro­ßen moto­ri­schen Anspruch wie der Hal­tungs­wech­sel sel­ber.

Das ver­ti­ka­le Flä­chen­kon­zept (Abbil­dung 3 Mit­te und Abbil­dung 6 Mit­te) beschreibt den Hal­tungs­wech­sel vom Sit­zen zum Ste­hen mit der gesam­ten Arbeits­flä­che, was durch höhen­ver­stell­ba­re Tische erreicht wird. Die­ses Kon­zept hat die grö­ße­re Ver­brei­tung unter den Hal­tungs­wech­sel­kon­zep­ten, zeigt jedoch Schwä­chen in der prak­ti­schen Umset­zung, ins­be­son­de­re beim Hal­tungs­wech­sel aus dem tie­fen Sitz. Hier scheint die Umset­zung für die Ent­wick­lung eines Bewe­gungs­au­to­ma­tis­mus zu groß, was uns die gerin­gen ver­ti­ka­len Bewe­gungs­fre­quen­zen in der Pra­xis­er­fah­rung zei­gen. Auch der Ein­satz eines Balan­ce­boards oder eine Balan­ce­mat­te für ein zusätz­lich beweg­tes Ste­hen ist hier erschwert, da die­se nach der Ein­nah­me des Stan­des zunächst her­an­ge­zo­gen wer­den müs­sen. Von einem Ein­satz eines Geh­ban­des ganz zu schwei­gen …

Vorzüge des vertikalen Zonenkonzepts

Das ver­ti­ka­le Zonen­kon­zept (Abbil­dung 3 rechts und Abbil­dung 6 rechts) beschreibt den Hal­tungs­wech­sel vom Sit­zen zum Ste­hen ohne Arbeits­flä­chen­hub. Dies wird durch ver­schie­den hohe Arbeits­zo­nen, deren Zustän­dig­kei­ten genau defi­niert sein soll­te (soge­nann­te Arbeits­di­ver­si­fi­ka­ti­on, zum Bei­spiel im Ste­hen die gesam­te Kom­mu­ni­ka­ti­on nach außen, wie tele­fo­nie­ren, Mai­ling und die Ter­min­ver­wal­tung) erreicht, hier am Bei­spiel des officeplus-Desk als Auf­satz auf den tie­fen Schreib­tisch. Das ver­ti­ka­le Zonen­kon­zept zeigt eine nach­hal­ti­ge Eta­blie­rung eines häu­fi­gen Hal­tungs­wech­sels (Nako­vics & Stei­ner 1997).

Ein wei­te­rer mit­ent­schei­den­der Vor­teil des ver­ti­ka­len Zonen­kon­zep­tes mit einem Tisch­steh­pult ist die effek­ti­ve Umset­zung des beweg­ten Ste­hens (vgl. Otte 2016). Neben spe­zi­el­len Fuß­stüt­zen für Steh­ar­beits­plät­ze (Abbil­dung 5), die pro­blem­los in alle ver­ti­ka­len Bewe­gungs­kon­zep­te inte­griert wer­den kön­nen (sie­he Abbil­dung 6), bie­tet sich ins­be­son­de­re die Ver­wen­dung von Balan­cier­boards an, da die­se dau­er­haft vor dem Tisch­steh­pult posi­tio­niert blei­ben. Die­se müs­sen also nicht wie bei dem ver­ti­ka­len Flä­chen­kon­zept weg­ge­scho­ben respek­ti­ve her­an­ge­zo­gen wer­den. Die­se Hil­fen für beweg­tes Ste­hen kön­nen einen ent­schei­den­den gesund­heits­för­der­li­chen Bei­trag durch eine dyna­mi­sche Ver­län­ge­rung der Steh­zei­ten leis­ten und damit eine Reduk­ti­on der Sitz­zei­ten. Ohne ergo­no­mi­sche Hilfs­mit­tel wie Fuß­stüt­zen, Balan­cier­boards oder auch Arm­auf­la­gen ent­steht schnell ein, als belas­tend emp­fun­de­nes, sta­ti­sches Ste­hen.

In bei­den Kon­zep­ten der Büro­ar­beits­platz­op­ti­mie­rung las­sen sich wun­der­bar mobi­le Steh­pul­te inte­grie­ren (sie­he Abbil­dung 3 links und Abbil­dung 6 links). Die­se bie­ten neben der ver­ti­ka­len Mobi­li­tät die Mög­lich­keit der orts­un­ab­hän­gi­gen Mobi­li­tät als Ergän­zung zum Schreib­tisch. Ent­we­der man nutzt die­se als zusätz­li­che Arbeits­zo­ne neben einem Schreib­tisch, oder man nutzt das ver­ti­ka­le Flä­chen­kon­zept auch mobil mit einem strom­lo­sen officeplus-Mini­tisch. Dadurch wird eine orts­ver­än­dern­de Mobi­li­tät inner­halb des (Home-)Office mög­lich.

Zusammenfassung

Die Häu­fig­keit des Hal­tungs­wech­sels scheint die ent­schei­den­de Ein­fluss­grö­ße zur Gesund­heits­prä­ven­ti­on und Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­rung. Um einen häu­fi­gen ver­ti­ka­len Hal­tungs­wech­sel zwi­schen Sit­zen und Ste­hen nach­hal­tig zu eta­blie­ren, bie­ten sich zwei Kon­zep­te an. Neben dem bereits mit­tels höhen­ver­stell­ba­ren Tischen rela­tiv weit ver­brei­te­ten ver­ti­ka­len Flä­chen­kon­zept scheint das ver­ti­ka­le Zonen­kon­zept mit Tisch­steh­pul­ten im Vor­teil zu sein. Neben einem mehr an Bewe­gung führt es auch zu einem mehr an Pro­duk­ti­vi­tät. Bei­de arbeits­in­te­grier­ten Bewe­gungs­kon­zep­te kön­nen wun­der­bar durch mul­ti­funk­tio­na­le, mobi­le Steh­pul­te oder mobi­le Mini­ti­sche für einen ste­ten Orts­wech­sel ergänzt wer­den.

Literatur

Gar­rett, G. et al. (2016): “Call Cen­ter Pro­duc­ti­vi­ty Over 6 Mon­ths Fol­lowing a Stan­ding Desk Inter­ven­ti­on”, in: IIE Tran­sac­tions on Occup­a­tio­nal Ergo­no­mics and Human Fac­tors 4 (2-3), S. 188 ff.

Krü­ger, D. (2005): “Eva­lua­ti­on des Ein­sat­zes von officeplus Steh­pul­ten bei der Drä­ger­werk AG (1997–2003)”, hg. v. Officeplus GmbH

Mur­ray, C. J. L. et al. (2016): “Glo­bal, regio­nal, and natio­nal life expec­tancy, all-cau­se mor­ta­li­ty, and cau­se-spe­ci­fic mor­ta­li­ty for 249 cau­ses of death, 1980–2015: a sys­te­ma­tic ana­ly­sis for the Glo­bal Bur­den of Dise­a­se Stu­dy 2015”, in: Lan­cet 388, S. 1.459 ff.

Nako­vics, H./Steiner, H. (1997): “Die Reduk­ti­on kör­per­li­cher Beschwer­den durch den Ein­satz eines Steh­pul­tes”, in: Zeit­schrift für Arbeits­wis­sen­schaft 1, S. 33 ff.

Otte, C. (2016): “Mehr Bewe­gung durch dyna­mi­sches Ste­hen”, in: AGR aktu­ell 22 (2), S. 26 f.

 

Christof Otte

 

Chris­tof Otte ist Diplom­sport­wis­sen­schaft­ler und Heil­prak­ti­ker und Lei­ter Ergo­no­mie und Gesund­heit bei der officeplus GmbH.