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Workplace Living: Büroimpulse von Otto Kasper

Wir spra­chen mit dem preis­ge­krön­ten Foto­künst­ler Otto Kas­per. Er hat den impo­san­ten Bild­band „Work­place Living“ ver­öf­fent­licht. Seit über 40 Jah­ren beschäf­tigt er sich schon mit der Gestal­tung von Büros. Er hat sogar schon Lösun­gen für die­se entwickelt.

Otto Kasper ist Fotograf, Erfinder und Unternehmer. Abbildung: Otto Kasper

Otto Kas­per ist Foto­graf, Erfin­der und Unter­neh­mer. Abbil­dung: Otto Kasper

OFFICE ROXX: Herr Kasper, wovon handelt Ihr Buch und wie ist die Idee zu ihm entstanden?

Otto Kas­per: Die Idee für so ein Buch war bei mir schon län­ger in der Pipe­line. Nur habe ich gewar­tet, bis die Zeit reif war für ein neu­es Lebens­ge­fühl im Büro – die Gestal­tung des Arbeits­plat­zes mit der Haupt­auf­ga­be „Wohl­füh­len“. Und zwar ohne die pri­mä­re Ein­bin­dung der klas­si­schen Büro­ein­rich­tung. Sonst wür­de das Büro ja recht bald wie­der so aus­se­hen wie bis­her. Die­se Ein­rich­tungs­ideen, basie­rend auf Raumin­sze­nie­run­gen und The­men­gär­ten, fin­den im letz­ten Drit­tel des Buches statt. Ich will den Leser mit groß­for­ma­ti­gen Bild­sze­nen mit­neh­men und inspi­rie­ren. Und zwar mit einem Augen­zwin­kern. All die­se Raumin­sze­nie­run­gen sind extra für die­ses Buch gebaut, ein­ge­rich­tet und foto­gra­fiert worden.

Vor­bild dafür war die Ent­ste­hung des Land­haus­stils vor etwa 25 Jah­ren im Wohn­be­reich. Sir Terence Con­ran grün­de­te Habi­tat, Gun­ther Lam­bert grün­de­te Lam­bert-home und Hein­rich Hei­ne grün­de­te Hei­ne-Woh­nen, die ich 16 Jah­re maß­geb­lich mit­ge­stal­ten durf­te. Aus die­sem Stil ent­wi­ckel­te sich eine neue Ein­rich­tungs- und Lebens­form, die bis heu­te anhält und sich immer wei­ter ent­wi­ckelt. Wir haben gelernt, uns zu Hau­se gemüt­lich und desi­gnori­en­tiert ein­zu­rich­ten. Und ich stel­le die Fra­ge: War­um nur im Pri­vat­be­reich, war­um nicht auch im Büro und am Arbeits­platz? Da gibt es noch so end­los viel Gestal­tungs­po­ten­zi­al. Für die Büro­ein­rich­ter ist das die Zukunft.

Im ers­ten Teil des Buches ver­su­che ich, die Wir­kung von Akus­tik, Licht und Design ver­ständ­lich und nach­voll­zieh­bar dar­zu­stel­len. Sodass jeder Leser die­se The­men auch selbst anwen­den kann. Dazu lie­fe­re ich zahl­rei­che groß­for­ma­ti­ge Abbil­dun­gen, Bei­spie­le und Gra­fi­ken. Und dann gibt es noch sehr vie­le per­sön­li­che Erzäh­lun­gen und Bei­spie­le zu The­men, die ich mal nicht mit dem Kopf, son­dern mit dem Herz und dem Bauch ange­gan­gen bin.


„Wir haben gelernt, uns zu Hau­se gemüt­lich und desi­gnori­en­tiert ein­zu­rich­ten. Und ich stel­le die Fra­ge: War­um nur im Pri­vat­be­reich, war­um nicht auch im Büro und am Arbeitsplatz?“

Otto Kas­per, Foto­graf, Erfin­der und Unternehmer.


Das Office soll jetzt wie ein Zuhause sein und das Zuhause auch ein Office. Wie sehen Sie den Trend zu Homeoffice und Officehome?

An sei­nem Arbeits­platz muss man sich zu Hau­se füh­len. Das ist die rich­ti­ge Rich­tung. Wir spre­chen von Cocoo­ning und von Wohl­fühl­cha­rak­ter. Jeder soll­te sei­ne Insel haben, wo er sich zu Hau­se fühlt. Das bin­det. Man darf aber den­noch Noma­de sein und die geeig­ne­ten Rück­zugs­plät­ze für kon­zen­trier­tes Arbei­ten suchen. Ein­fach den Platz mit dem bes­ten Kar­ma und der nöti­gen Ruhe. Manch­mal benö­tigt man eben auch mal einen Spar­rings­part­ner oder jeman­den mit tech­ni­schem Fach­wis­sen. Da hilft jemand, der gera­de per­sön­lich anwe­send ist und in die rich­ti­ge Schub­la­de greift. Natür­lich ist das auch online mög­lich. Ich bevor­zu­ge den per­sön­li­chen Aus­tausch mit Sin­nes­sen­dung und Reibung.

Des­halb ist das Büro zu Hau­se nicht das­sel­be und kann auch nicht pau­scha­liert wer­den. Für ein Paar in einer Vier­zim­mer­woh­nung oder eige­nem Haus sicher kein Pro­blem und eher ange­nehm. Hier ist unge­stör­tes Arbei­ten mög­lich und von gro­ßem Vor­teil. Vor­aus­ge­setzt, man lässt es zu, dass die Arbeit mit all ihren Pro­ble­men das pri­va­te Umfeld kon­ta­mi­niert. Für Fami­li­en mit Kin­dern hin­ge­gen kann das Home­of­fice zum Stress­test wer­den. Das hat ein Groß­teil der Befrag­ten in mei­nem per­sön­li­chen Umfeld bestä­tigt. Noch zu Beginn der Pan­de­mie gaben laut einer Stu­die von Prof. Flo­ri­an Kun­ze von der Uni Kon­stanz 85 Pro­zent der Arbeit­neh­men­den an, dass sie im Home­of­fice pro­duk­ti­ver und aus­ge­gli­che­ner sei­en. Aktu­el­le Befra­gun­gen sind in Arbeit. Ich den­ke, dass das Home­of­fice für einen Teil der Office-Worker unse­re zukünf­ti­ge Arbeits­wei­se mit­be­stim­men wird. Vor allem in Bal­lungs­zen­tren mit lan­gen Anfahrtswegen.

Büro im Bootshaus – mit akustisch wirksamer Beleuchtung. Abbildung: Otto Kasper

Büro im Boots­haus – mit akus­tisch wirk­sa­mer Beleuch­tung. Abbil­dung: Otto Kasper

Was wird die Zukunft der Büros Ihrer Meinung nach prägen?

Fakt ist, dass wir Büro neu den­ken müs­sen. Das Büro wird neben den ruhi­gen Arbeits­zo­nen ein leb­haf­ter Markt­platz des per­sön­li­chen Aus­tauschs und der Begeg­nung wer­den. Selbst­ver­ständ­lich wer­den auch die Video­kon­fe­ren­zen bestehen blei­ben, aber in spe­zi­ell dafür ein­ge­rich­te­ten Räu­men, denn schließ­lich han­delt es hier­bei um einen „Ver­kaufs­raum“. Wei­ter gibt es noch mas­sig Ein­rich­tungs­po­ten­zi­al im gesam­ten Erschei­nungs­bild und in der Raum­ge­stal­tung eines Unter­neh­mens. Wir wer­den Räu­me für unter­schied­lichs­te Auf­ga­ben­be­rei­che insze­nie­ren. Es wer­den Loun­ges, Nap-Rooms, Cafés, Clubs, Biblio­the­ken, The­men- und Fit­ness­räu­me ent­ste­hen. Vor­bild hier­für könn­te die Hotel­ge­stal­tung sein, wo vie­le Raum­an­ge­bo­te mit unter­schied­li­chen Incen­ti­ves genutzt wer­den kön­nen. Erlaubt ist alles, was Mit­ar­bei­ten­de anzieht, und alles, was ein Unter­neh­men attrak­tiv macht. Damit ver­bun­den sei­ne Dienst­leis­tun­gen und Pro­duk­te, denn nur auf gesun­dem Boden wach­sen gute Früchte.


„Fakt ist, dass wir Büro neu den­ken müs­sen. Das Büro wird neben den ruhi­gen Arbeits­zo­nen ein leb­haf­ter Markt­platz des per­sön­li­chen Aus­tauschs und der Begeg­nung werden.“

Otto Kas­per, Foto­graf, Erfin­der und Unternehmer.


Dabei ist es emi­nent wich­tig, dass die Fir­men­kul­tur und die DNA eines Unter­neh­mens inten­siv gezeigt und gelebt wer­den. Gera­de wenn Mit­ar­bei­ten­de von der Mög­lich­keit des Home­of­fice Gebrauch machen, muss die Zuge­hö­rig­keit gepflegt wer­den. Der Glau­be an das Unter­neh­men und sei­ne Pro­duk­te soll­te immer wie­der aufs Neue gefes­tigt wer­den, da sich sonst zu Hau­se ein Eigen­le­ben ent­wi­ckelt. Man trifft sich sozu­sa­gen zum Gebet. Ver­ste­hen Sie mich bit­te rich­tig: Ein Unter­neh­men ist kei­ne Kir­che. Wenn ich mir aller­dings die welt­größ­ten Soft­ware­un­ter­neh­men anschaue, dann bin ich mir da gar nicht mehr so sicher.

Was ist mit dem Einzelbüro – hat es ausgedient?

Jein. Wir brau­chen zwin­gend Rück­zugs­or­te, um ganz kon­zen­triert und unge­stört arbei­ten zu kön­nen. Zum Bei­spiel die Klau­sur oder die Biblio­thek, wo Spre­chen und Han­dys ver­bo­ten sind. Ich spre­che nicht von den ver­glas­ten und zwangs­be­lüf­te­ten Kuben, son­dern von wun­der­schö­nen Räu­men mit Fens­tern zum Raus­schau­en und Öff­nen. Men­schen­freund­lich halt. Der Trend geht dahin, dass man je nach Auf­ga­be in unter­schied­li­chen Büros oder Plät­zen arbeitet.

Beschwingtes Arbeiten führt zu neuen Ideen. Abbildung: Otto Kasper

Beschwing­tes Arbei­ten führt zu neu­en Ideen. Abbil­dung: Otto Kasper

Sie schreiben, für künftige Büroeinrichtungen brauche es vor allem gesunden Menschenverstand. Wie meinen Sie das?

Gesun­der Men­schen­ver­stand und Bauch­ge­fühl sind sehr hilf­reich, wenn man etwas Spe­zi­el­les, Uni­ques erschaf­fen möch­te. Nur etwas nach­zu­ah­men, was man in einer Fach­zeit­schrift ent­deckt hat, ist zu wenig. Es emp­fiehlt sich, die Beson­der­hei­ten und die DNA eines Unter­neh­mens her­aus­zu­ar­bei­ten, um dann die künf­ti­ge Raum­kul­tur und die Den­ke des Unter­neh­mens sicht­bar und erleb­bar zu machen. In der Gas­tro­no­mie, den Küchen­stu­di­os oder den Fit­ness­tem­peln hat die­ser Ver­än­de­rungs­pro­zess schon viel frü­her begon­nen – als man erkannt hat, dass Wohl­fühl­räu­me für den Gast oder Kun­den viel grö­ße­re Akzep­tanz und damit mehr Zulauf bringen.

New Work, War for Talents und die Generationen Y, Z, Alpha – was kommt da auf uns zu, und wie könnten diese Aspekte die Zukunft der Büroarbeit verändern?

Die For­de­run­gen der Genera­tio­nen Y, Z und Alpha wer­den die Arbeits­welt ver­än­dern. Die­sen Genera­tio­nen geht es weni­ger um Sta­tus oder um Gewinn­ma­xi­mie­rung. Die­se Genera­tio­nen wol­len leben, Spaß haben und wenig Ver­ant­wor­tung über­neh­men. Sie machen lie­ber nur 70- oder 80-Pro­zent-Jobs, um für ande­re Din­ge mehr Zeit zu haben. Sie sind auch nicht mehr so leicht form- oder beein­fluss­bar. Sie ren­nen nicht für eine Hypo­thek oder für einen Lea­sing­ver­trag. Sie wol­len unab­hän­gig sein. Beneidenswert!

Die­se Genera­tio­nen kom­men in ein Unter­neh­men, weil es ihnen dort gefällt. Weil dort coo­le Leu­te arbei­ten und weil dort ein coo­les Pro­dukt her­ge­stellt wird. Und öko­lo­gisch nach­hal­tig muss das Pro­dukt eben­falls sein. Sie akqui­rie­ren aber auch Freun­de für das Unter­neh­men, wenn es ihnen dort gefällt. Ein coo­ler Arbeits­platz wird hoch­ge­lobt und vol­ler Stolz über alle sozia­len Medi­en ver­teilt. Und wenn es ihnen kei­nen Spaß mehr macht, dann flat­tern sie zum nächs­ten, bes­se­ren Ange­bot wei­ter. Nur kein Stress, Alter.

So ein­fach könn­te das ablau­fen. Man muss die­ser Genera­ti­on schon etwas mehr bie­ten als nur einen schö­nen Schreib­tisch. Da braucht es Inhal­te und Seele.


„Den Genera­tio­nen Y, Z und Alpha geht es weni­ger um Sta­tus oder um Gewinn­ma­xi­mie­rung. Sie wol­len leben, Spaß haben und wenig Ver­ant­wor­tung übernehmen.“

Otto Kas­per, Foto­graf, Erfin­der und Unternehmer.


Ihr Buch ist wahrscheinlich vor der großen Homeoffice-Welle im März 2020 entstanden. Würden Sie mit Blick auf die pandemiebedingten Auswirkungen heute etwas anders formulieren?

Nein, ich wür­de alles genau gleich machen. Work­place Living ist Ende Juni 2020 in Druck gegan­gen. Ich hat­te also wäh­rend der Pan­de­mie drei Mona­te Muße, um auf das The­ma ein­zu­ge­hen. Ich habe an eini­gen Stel­len das Home­of­fice bespro­chen, aber nichts ande­res geschrie­ben als jetzt auch. Ledig­lich die Inten­si­tät der Aus­wir­kung und Akzep­tanz von Home­of­fice habe ich wohl­weis­lich offen­ge­las­sen. Das Wort Coro­na habe ich kaum in mei­nem Buch ver­wen­det. Viel­leicht zwei­mal. Ich woll­te ein zeit­lo­ses Werk mit vie­len Infor­ma­tio­nen zu den The­men Akus­tik, Licht und Design schaf­fen. Dar­in spie­gelt sich mei­ne gan­ze Lebens­er­fah­rung, wel­che ich wei­ter­ge­ben will und die auch die Pan­de­mie nicht ver­än­dert hat. Ich sage immer, das ist Zeit­geist, der sich aus unend­lich vie­len Ereig­nis­sen ent­wi­ckelt hat und wei­ter­ent­wi­ckeln wird. Dabei ist Coro­na nur eine Unter­bre­chung gewe­sen, und kei­ner erin­nert sich ger­ne an die Zeit zurück. Wes­halb also dem The­ma eine Büh­ne geben. Die Men­schen wol­len ein­fach ihr altes Leben wie­der zurückhaben.

Inspirierende Kraftwerk-Umgebung. Abbildung: Otto Kasper

Inspi­rie­ren­de Kraft­werk-Umge­bung. Abbil­dung: Otto Kasper

Beleuchtung und Akustik liegen Ihnen besonders am Herz. Sie haben eigene Lösungen entwickelt. Was hat es mit diesen auf sich?

Alles, was ich in mei­nem Leben gestal­tet und ent­wi­ckelt habe, hat eine Geschich­te und eine gewach­se­ne Ent­wick­lung. Mit Akus­tik wur­den mei­ne Frau und ich unfrei­wil­lig kon­fron­tiert. Unser ers­ter Sohn war Mit­te der 1980er-Jah­re von Geburt an schwer­hö­rig. Nach­hall in Räu­men führ­te zu Rück­kop­pe­lun­gen an den Hör­ge­rä­ten. Wir muss­ten uns also mit Akus­tik- und Schall­ver­hal­ten sowie Direkt­schall und Sprach­ver­ständ­lich­keit aus­ein­an­der­set­zen. 25 Jah­re spä­ter hat­te eben die­ser Sohn die Idee, etwas gegen den Hall in Räu­men zu ent­wi­ckeln, und er ent­warf den ers­ten Schall­sau­ger. Die ers­ten Tests im Test­raum waren verblüffend.


„Unser ers­ter Sohn war Mit­te der 1980er-Jah­re von Geburt an schwer­hö­rig. Nach­hall in Räu­men führ­te zu Rück­kop­pe­lun­gen an den Hör­ge­rä­ten. Wir muss­ten uns also mit Akus­tik- und Schall­ver­hal­ten sowie Direkt­schall und Sprach­ver­ständ­lich­keit auseinandersetzen.“

Otto Kas­per, Foto­graf, Erfin­der und Unternehmer.


Vor etwa acht Jah­ren kam dann das Licht hin­zu. Das lag eigent­lich auf der Hand, denn ich habe in unse­ren Foto- und Film­stu­di­os in den 90ern rie­si­ge Leucht­flä­chen ent­wi­ckelt und auch gebaut. Die Idee war, wei­ches und sehr hel­les Licht zur gleich­mä­ßi­gen Beleuch­tung in der Auto-Foto­gra­fie ein­zu­set­zen. Spä­ter habe ich die­ses Licht auch für die visu­el­le Welt der Büro­mö­bel-Foto­gra­fie ein­ge­setzt. Sie alle ken­nen die­se Bil­der von den füh­ren­den Büro­mö­bel­her­stel­lern. Das brach­te uns dar­auf, die Stu­dio-Leucht­de­cken mit Bil­dern zu bespan­nen und rie­si­ge Leucht­wän­de dar­aus zu machen. So las­sen sich die Markt­plät­ze, von denen ich immer wie­der spre­che, täu­schend echt rea­li­sie­ren. Vor vier Jah­ren habe ich die Ent­wick­ler von Schall­sau­ger und von Light­Boxx inspi­riert, ein gemein­sa­mes Pro­dukt zu ent­wi­ckeln. Und so gibt es heu­te die Light­Boxx-Akus­tik. Ganz aktu­ell kom­men im Sep­tem­ber 2021 zwei neue Pro­duk­te auf den Markt, die auch wie­der min­des­tens einen Dop­pel­nut­zen für den Anwen­der mit sich brin­gen. Näm­lich Licht & Akus­tik. All in one.

Die neu­en Pro­duk­te sind in einem Joint Ven­ture zwi­schen dem Leuch­ten­her­stel­ler Derungs AG, einer 100-pro­zen­ti­gen Wald­mann-Toch­ter, und Schall­sau­ger ent­wi­ckelt wor­den. Ein eige­nes Unter­neh­men gibt es dazu nicht, denn der Ver­trieb erfolgt durch die betei­lig­ten Unter­neh­men selbst. Da kommt also was ganz Spannendes.

Neben Licht und Lärm hat der Aspekt Luft in Büroumgebungen immer mehr Bedeutung erhalten. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Luft­qua­li­tät und Akus­tik sind gleich­zu­set­zen mit Ergeb­nis­qua­li­tät. Gute Luft­qua­li­tät bringt Sauer­stoff ins Hirn. Wenn wir es jetzt noch schaf­fen, dass der Mee­tin­groom nicht nur durch ein rie­si­ges Wald­bild ver­zau­bert wird, son­dern auch nach Wald, Moos, Farn duf­tet – boah, nicht aus­zu­den­ken. Ich glau­be, wir soll­ten uns wirk­lich ein­mal mit die­sem The­ma beschäftigen.

Wie sieht eigentlich Ihr Büro aus?

Ich hat­te ja schon erwähnt, dass ich an meh­re­ren unter­schied­li­chen Orten arbei­te – je nach­dem, wo ich das rich­ti­ge Kar­ma für die jewei­li­ge Auf­ga­be vor­fin­de. Gute Ideen brau­chen inspi­rie­ren­de Orte. Aber wie Sie viel­leicht ver­mu­ten, habe ich mei­ne abso­lu­ten Lieb­lings­plät­ze. Je nach Jah­res­zeit. Ich weiß, das ist ein Pri­vi­leg, und ich weiß das auch zu schät­zen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich habe selbst­ver­ständ­lich ein Haupt­bü­ro. Mit einem fahr­ba­ren, von mir ent­wor­fe­nen drei Meter lan­gen Schreib­tisch. Dar­auf ste­hen zwei Leuch­ten aus den 1960ern. Es sind die Erst­lings­wer­ke von Pio­nier Ingo Mau­rer, den ich sehr für sei­ne bahn­bre­chen­den Leuch­ten­ideen schät­ze. Die Leuch­ten ste­hen auch im MOMA New York. Gleich­zei­tig dient mein Büro für Video­kon­fe­ren­zen. Eine Leucht­wand mit Blick aufs Meer und auf einen Oli­ven­hain auf Mal­lor­ca bil­det den Hin­ter­grund. Die täu­schend ech­te Wie­der­ga­be, ein Hawaii­hemd und ein Pana­ma­hut run­den die Illu­si­on ab. Ich lie­be das.

Das Hauptbüro von Otto Kasper. Foto: Otto Kasper

Das Haupt­bü­ro von Otto Kas­per. Foto: Otto Kasper

Die ande­ren Bil­der im Anhang des Buches zei­gen mei­ne „nice pla­ces to work“. Dort­hin kann ich mich für hoch­kon­zen­trier­tes und krea­ti­ves Arbei­ten zurück­zie­hen oder ein­fach nur zum Schrei­ben hin­set­zen. Dazu brau­che ich die größt­mög­li­che Ruhe.

Ein eige­nes Büro bei mir zu Hau­se habe ich bis­her erfolg­reich ver­hin­dert. Mei­ne Pri­vat­sphä­re ist für mich ein hei­li­ges Rück­zugs­ge­biet. Da will ich abschal­ten und mich mit pri­va­ten Din­gen beschäf­ti­gen. Nur wäh­rend der Pan­de­mie muss­te ich eini­ge Aus­nah­men machen.

Vielen Dank, Herr Kasper.

Die Fra­gen stell­te Dr. Robert Nehring.

 

Otto Kasper: „Workplace Living: Design, Lighting, Acoustics“ (Deutsch/Englisch), 27.5 x 3 x 32 cm, Orgshop GmbH 2020, 74 €.

BUCHTIPP:

Otto Kas­per: Work­place Living: Design, Ligh­t­ing, Acoustics (Deutsch/Englisch), 27.5 x 3 x 32 cm, Org­shop GmbH 2020, 74 €.

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