Office-History: Das erste moderne Bürogebäude

Anfang des 20. Jahr­hun­derts ent­stand in den USA mit dem Lar­kin Admi­nis­tra­ti­on Buil­ding das ers­te moder­ne Büro­ge­bäu­de der Welt. Ent­wor­fen wur­de es von Frank Lloyd Wright, der vor allem für den Bau des Solo­mon R. Gug­gen­heim Muse­ums in New York bekannt ist.

Dunkle Ziegelsteine prägten die Fassade des Larkin Administration Buildings. Abbildung: Frank Lloyd Wright Building Conservancy

Dunk­le Zie­gel­stei­ne präg­ten die Fas­sa­de des Lar­kin Admi­nis­tra­ti­on Buil­dings. Abbil­dung: Frank Lloyd Wright Buil­ding Conservancy

Die Lar­kin Soap Com­pa­ny führ­te zu Beginn des 20. Jahr­hun­derts einen Bestell­ser­vice per Post ein. Um die­sen Ser­vice abzu­wi­ckeln, benö­tig­te sie in Buf­fa­lo, New York, ein grö­ße­res Ver­wal­tungs­ge­bäu­de. Mit des­sen Pla­nung wur­de 1904 Frank Lloyd Wright beauf­tragt. Das Ergeb­nis: ein weg­wei­sen­des Gebäu­de, das eine Rei­he damals voll­kom­men neu­er Tech­ni­ken ein­führ­te. Die Fas­sa­de des 61 mal 41 m gro­ßen, fünf­stö­cki­gen Gebäu­des bestand aus dunk­lem Zie­gel­stein. An den vier Ecken befan­den sich jeweils Vor­sprün­ge für die Trep­pen­häu­ser. Ins Inne­re gelang­te man durch einen Ein­gang, der von was­ser­fall­ar­ti­gen Brun­nen geschmückt wurde.

Ein Atrium mit Glasdach versorgte alle Etagen mit Tageslicht. Abbildung: Frank Lloyd Wright Building Conservancy

Ein Atri­um mit Glas­dach ver­sorg­te alle Eta­gen mit Tages­licht. Abbil­dung: Frank Lloyd Wright Buil­ding Conservancy

Durchdachtes Lichtkonzept

Das Inne­re des Gebäu­des wur­de von einem 23 m hohen Atri­um geprägt, das über alle fünf Stock­wer­ke reich­te und nach oben durch ein Glas­dach abge­schlos­sen wur­de. Um das Atri­um her­um waren die Eta­gen bal­kon­ar­tig ange­ord­net, sodass alle Berei­che mit Tages­licht ver­sorgt wur­den. Als zusätz­li­che Beleuch­tung ent­warf Wright Lam­pen für die Arbeits­plät­ze. Was das Beleuch­tungs­kon­zept anbe­langt, befand sich das Lar­kin Admi­nis­tra­ti­on Buil­ding somit bereits nahe an heu­ti­gen Büro­ge­bäu­den – und nicht nur damit: Auch die Raum­akus­tik bezog Wright mit in sei­ne Pla­nun­gen ein. Um in der offe­nen Büro­struk­tur Schall zu absor­bie­ren, ver­wen­de­te er für Böden, Trep­pen, Türen sowie Schreib­ti­sche und Schrän­ke Magne­sit. Für die Böden wur­de das Mine­ral mit Zement ver­mischt, bei den Möbeln wohl als Bin­de­mit­tel für Leicht­bau­plat­ten ver­wen­det. Neben der Beleuch­tung und der Akus­tik berück­sich­tig­te Wright außer­dem das Raum­kli­ma, wes­halb er für das Gebäu­de eine Kli­ma­an­la­ge ent­warf. Das Lar­kin Admi­nis­tra­ti­on Buil­ding gilt damit als ers­tes kli­ma­ti­sier­tes Büro­ge­bäu­de der Welt.

Um das Atrium herum waren die Etagen balkonartig angeordnet. Abbildung: Frank Lloyd Wright Building Conservancy

Um das Atri­um her­um waren die Eta­gen bal­kon­ar­tig ange­ord­net. Abbil­dung: Frank Lloyd Wright Buil­ding Conservancy

Passendes Mobiliar

Wright kon­stru­ier­te auch einen gro­ßen Teil der Innen­ein­rich­tung, zum Bei­spiel die Schreib­ti­sche und die Büro­stüh­le. Sogar die Toi­let­ten ent­warf er, sodass in einem Büro­ge­bäu­de erst­mals an der Wand hän­gen­de Toi­let­ten­schüs­seln ver­wen­det wur­den. Dadurch ließ sich der Boden in den Toi­let­ten­räu­men bes­ser reinigen.

Eini­ges von dem, was in heu­ti­gen Büro­land­schaf­ten als Zusatz­an­ge­bo­te für die Mit­ar­bei­ter jen­seits des eige­nen Schreib­ti­sches inte­griert wird, konn­te schon das Lar­kin Admi­nis­tra­ti­on Buil­ding bie­ten. Im fünf­ten Stock gab es eine Biblio­thek, Unter­richts­räu­me und eine Kan­ti­ne samt eige­ner Küche und Bäcke­rei. Das High­light war jedoch eine Dach­ter­ras­se, auf der sich die Ange­stell­ten im Frei­en erho­len konnten.

Heu­te steht von Wrights weg­wei­sen­dem Büro­ge­bäu­de nur noch ein ein­zi­ger Pfei­ler. Nach­dem die Lar­kin Soap Com­pa­ny in den 1940er-Jah­ren bank­rott­ge­gan­gen war, wur­de das Gebäu­de zunächst ver­kauft und 1950 abgerissen.

Wie sich moder­ne Office-Objek­te von Wrights Büro­ge­bäu­de unter­schei­den und wel­che Gemein­sam­kei­ten sie auf­wei­sen, lässt sich anhand vie­ler Bei­spie­le hier nachvollziehen.

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