New-Work-Arbeitsmodelle gegen Burnout-Syndrom

Es ist sehr schwer, es anders aus­zu­drü­cken, aber wir leben in einer Leis­tungs­ge­sell­schaft. Vor allem in Sachen Kar­rie­re machen sich vie­le Arbeit­neh­mer immer mehr Druck. Das spie­gelt sich lei­der auch in den Zah­len von Krank­mel­dun­gen und Berufs­un­fä­hig­kei­ten wider.

Ständiger Leistungsdruck und hohe Anforderungen können zu einem Burnout führen. Abbildung: Carl Heyerdahl, Unsplash

Stän­di­ger Leis­tungs­druck und hohe Anfor­de­run­gen kön­nen zu einem Bur­nout füh­ren. Abbil­dung: Carl Heyer­dahl, Unsplash

Der Bur­nout ist näm­lich mitt­ler­wei­le zur häu­figs­ten Ursa­che dafür gewor­den, dass Arbeit­neh­mer ihre Beru­fe nicht mehr aus­üben kön­nen. Es ist also Zeit, dass sich etwas ändert. Fle­xi­ble und moder­ne Arbeits­mo­del­le kön­nen Unter­neh­men hel­fen, Bur­nout und ande­ren psy­chi­schen Krank­hei­ten vor­zu­beu­gen und so ihre Ange­stell­ten zu schüt­zen. Außer­dem kön­nen auch die Betrof­fe­nen selbst eini­ges zur Prä­ven­ti­on beitragen.

Mit Burnout in die Berufsunfähigkeit

Das soge­nann­te Bur­nout-Syn­drom hat sich zu einer regel­rech­ten Volks­krank­heit ent­wi­ckelt. All­ge­mein wird es als ein Zustand der emo­tio­na­len, kör­per­li­chen und geis­ti­gen Erschöp­fung beschrie­ben. Das Schlim­me am Bur­nout ist jedoch, dass er sich lang­sam ein­schleicht. Arbeit­neh­mer bemer­ken die Sym­pto­me meist erst dann, wenn es mög­li­cher­wei­se schon zu spät ist.

Nicht umsonst ist Bur­nout eine der Haupt­ur­sa­chen für eine mög­li­che Berufs­un­fä­hig­keit. Laut einer aktu­el­len Stu­die des Unter­neh­mens Pea­kon sind 25 Pro­zent der Arbeit­neh­mer in Deutsch­land von einem Bur­nout bedroht. Ein beson­de­rer Fak­tor, der hier mit­spielt, ist die aktu­el­le Coro­na-Pan­de­mie, die die gan­ze Welt im Griff hat.

Wenn es doch schon zu spät sein soll­te und der Bur­nout sei­ne vol­le Wucht ent­fal­tet hat, ist es gut, wenn im Vor­feld eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung abge­schlos­sen wur­de. Sie kann bei sol­chen Fäl­len ein­sprin­gen und die Arbeits­kraft finan­zi­ell absi­chern. Aller­dings soll­ten für einen erfolg­rei­chen Abschluss mög­lichst kei­ne psy­chi­schen Vor­er­kran­kun­gen vor­han­den sein: „Eine Psy­cho­the­ra­pie ist bei Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­run­gen ein Ableh­nungs­grund.“

Die Arbeitswelt von morgen

Bes­ser ist es doch, wenn es gar nicht erst soweit kommt und mög­lichst alle Arbeit­neh­mer vor einem Bur­nout sicher sind. Hier ist unter ande­rem die Arbeits­welt von mor­gen in der Ver­ant­wor­tung. Sie hat die Auf­ga­be, das Vor­kom­men psy­chi­scher und natür­lich auch ande­rer Erkran­kun­gen so gering wie mög­lich zu halten.

Es ist ein Vor­ha­ben, das auch von Sei­ten der Bun­des­re­gie­rung tat­kräf­tig unter­stützt wird, wie etwa durch die Initia­ti­ve „Neue Qua­li­tät der Arbeit“. Hier wer­den Pro­jekt­ideen von Unter­neh­men, Ver­bän­den und vie­len wei­te­ren öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen zusam­men­ge­tra­gen, um die Arbeits­fä­hig­keit der Ange­stell­ten zu erhal­ten. Stress, Bur­nout und Depres­sio­nen auf­grund der Arbeit sol­len in der Arbeits­welt von mor­gen kei­nen Platz mehr haben.

Homeoffice sorgt nicht nur für psychische Gesundheit

Das Home­of­fice scheint eine gute Mög­lich­keit zu sein, um psy­chi­schen Erkran­kun­gen vor­zu­beu­gen. Nicht zuletzt ver­brei­te­te sich die­ses Arbeits­mo­dell auf­grund der Coro­na-Pan­de­mie in Win­des­ei­le, obwohl die Unter­neh­men in Deutsch­land vor der Pan­de­mie eher „Home­of­fice-faul“ waren. Der Zuwachs der Tele­ar­beit ist gleich dop­pelt posi­tiv, denn das Arbei­ten vom eige­nen Zuhau­se aus schützt nicht nur die geis­ti­ge Gesund­heit, son­dern auch die körperliche.

Home­of­fice sorgt dafür, dass wir unse­re Zeit viel bes­ser ein­tei­len kön­nen. Wir haben den Arbeits­weg gespart und die­se Zeit haben wir nun für uns. Mehr Zeit bedeu­tet grund­sätz­lich auch weni­ger Stress. Der Schlüs­sel für einen Kampf gegen das Bur­nout-Syn­drom ist eine aus­ge­wo­ge­ne Work-Life-Balance.

Führungsstil gesundheitsgerecht gestalten

Ein gesun­der Füh­rungs­stil von Unter­neh­mens­sei­te her lässt sich wohl leich­ter mit Hil­fe eines Nega­tiv­bei­spiels defi­nie­ren. Die per­ma­nen­te Erreich­bar­keit durch die fort­schrei­ten­de Digi­ta­li­sie­rung und die dar­aus fol­gen­de Ent­wer­tung des Fei­er­abends ist wohl einer der Grün­de, war­um Arbeit­neh­mer krank wer­den. Sie kön­nen nicht mehr abschal­ten und die Gren­zen zwi­schen Arbeit und Pri­va­tem ver­schwim­men. Die­se Gefahr ist übri­gens auch im Home­of­fice beson­ders groß, weil gear­bei­tet wird, wo gleich­zei­tig auch gelebt wird.

Ein gesundheitsgerechter Führungsstil kann das Wohlergehen der Angestellten sichern. Abbildung: Amy Hirschi, Unsplash

Ein gesund­heits­ge­rech­ter Füh­rungs­stil kann das Wohl­erge­hen der Ange­stell­ten sichern. Abbil­dung: Amy Hirschi, Unsplash

Des­halb ist ein gesund­heits­ge­rech­ter Füh­rungs­stil von Unter­neh­men beson­ders wich­tig, um die psy­chi­sche Gesund­heit der Mit­ar­bei­ter sicher­zu­stel­len. Auch Unter­neh­men soll­ten Gren­zen ein­hal­ten. Die Prä­ven­ti­on von Stress und Bur­nout soll­te des­halb bereits in die Unter­neh­mens­kul­tur ein­ge­bet­tet sein. Hier liegt eine gro­ße Ver­ant­wor­tung bei den Füh­rungs­kräf­ten. Sie müs­sen auf eine sol­che Arbeit­neh­mer­freund­lich­keit hin geschult und für die Gesund­heit der Ange­stell­ten sen­si­bi­li­siert werden.

Flexible Arbeitszeitmodelle

Neben dem Arbeits­mo­dell Home­of­fice bie­ten sich jedoch auch ande­re Model­le an, die vor allem durch die fle­xi­ble Ein­tei­lung der Arbeits­zeit zur psy­chi­schen Gesund­heit der Mit­ar­bei­ter bei­tra­gen sol­len. Ange­stell­te haben dadurch die Mög­lich­keit, sich ihre Arbeits­zeit frei­er ein­zu­tei­len. Auf die­se Wei­se kann viel bes­ser auf die indi­vi­du­el­len Bedürf­nis­se aller ein­ge­gan­gen wer­den. Auch hier ist das Ergeb­nis eine aus­ge­wo­ge­ne­re Work-Life-Balan­ce. Vor allem für Ange­stell­te, für die das Arbei­ten im Home­of­fice kei­ne Mög­lich­keit dar­stellt, ist das Modell einer fle­xi­blen Arbeits­zeit sinnvoll.

Ein wei­te­res Modell, das mitt­ler­wei­le immer belieb­ter bei deut­schen Unter­neh­men wird, ist die Vier-Tage-Woche. Der zusätz­li­che freie Tag pro Woche sorgt für stress­freie und aus­ge­ruh­te Mitarbeiter.

Arbeitnehmer ebenfalls in der Verantwortung

Nicht nur Unter­neh­men kön­nen sich an der Prä­ven­ti­on von Bur­nout-Erkran­kun­gen betei­li­gen. Natür­lich ste­hen auch die Betrof­fe­nen selbst in der Pflicht, aktiv dage­gen vor­zu­ge­hen. Immer­hin sind sie die, die erkran­ken kön­nen. Dazu gibt es meh­re­re Stra­te­gien, die zum Selbst­schutz bei­tra­gen können:

  • Hil­fe anneh­men und in Anspruch nehmen
  • Auf die Signa­le des Kör­pers achten
  • Selbst an der Work-Life-Balan­ce arbeiten
  • Han­dy und Com­pu­ter nach Fei­er­abend abschalten
  • Aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung und Bewegung
  • Ansprü­che sen­ken für weni­ger Leistungsdruck
  • Gren­zen setzen

Das Fazit

Mit dem Bur­nout-Syn­drom ist nicht zu spa­ßen. Unter­neh­men müs­sen ihren Ange­stell­ten ent­spre­chen­de Ange­bo­te machen, um eine gesun­de Work-Life-Balan­ce zu ermög­li­chen. Auf der ande­ren Sei­te kön­nen Arbeit­neh­mer auch selbst eini­ges tun, um ihre psy­chi­sche Gesund­heit auf­recht zu erhalten.

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