Mehr Millennials! Ein Gespräch über die Generation Y

Dr. Stef­fi Burk­hart zählt zu den Sprach­roh­ren der Genera­ti­on Y. Im Her­zen Kölns arbei­tet die Exper­tin für Mill­en­ni­als und New Work an einem span­nen­den Are­al für neue Arbeits­for­men. Im Inter­view spricht sie über den Wan­del unse­rer Arbeits­welt, vir­tu­el­le Räu­me und ihre Generation.

Dr. Steffi Burkhart, Keynote-Speakerin, Gründerin des Human and Technology Centered Ecosystem HTCE, steffiburkhart.com. Abbildung: Simon Wegener, Dr. Steffi Burkhart

Dr. Stef­fi Burk­hart, Key­note-Spea­ke­rin, Grün­de­rin des Human and Tech­no­lo­gy Cen­te­red Eco­sys­tem HTCE, steffiburkhart.com. Abbil­dung: Simon Wege­ner, Dr. Stef­fi Burkhart

OFFICE ROXX: Frau Dr. Burkhart, Sie sind Expertin für Millennials: Wie sind sie denn überhaupt so, die Millennials? Worin unterscheiden sie sich von älteren Alterskohorten?

Dr. Stef­fi Burk­hart: Mei­ne Genera­ti­on zeich­net sich durch ande­re Ansprü­che an Arbeit, Füh­rung und Kul­tur in Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen aus. Das liegt dar­an, dass sich die Welt, in der wir leben, dra­ma­tisch ver­än­dert hat. Zu die­ser Ent­wick­lung for­sche ich. Als Key­note-Spea­ke­rin in der DACH-Regi­on tei­le ich seit mehr als sechs Jah­ren mei­ne Erkennt­nis­se – immer aus der Per­spek­ti­ve mei­ner Genera­ti­on (*1980 und jün­ger). Wir Mill­en­ni­als haben kei­ne poli­ti­sche Lob­by. Dabei sind wir die wich­tigs­te Genera­ti­on am Arbeitsmarkt.

Das müssen Sie erklären …

Schon heu­te ver­las­sen in Deutsch­land Tag für Tag etwa 2.500 Baby­boo­mer (*1950–1965) alters­be­dingt den Arbeits­markt. Die Arbeits­be­völ­ke­rung wird so schnell schrump­fen wie nie zuvor. Gerech­net auf ein Jahr ergibt sich eine Deckungs­lü­cke von cir­ca 350.000 Mit­ar­bei­ten­den. Das ent­spricht zusam­men­ge­nom­men der Beleg­schaft der bei­den Kon­zern­rie­sen Daim­ler und Deut­sche Post. 2030 wer­den cir­ca sechs bis acht Mil­lio­nen Fach­kräf­te auf dem deut­schen Arbeits­markt feh­len – mit oder ohne Coro­na. Gleich­zei­tig kom­men bei Wei­tem nicht so vie­le jun­ge Men­schen in den Arbeits­markt nach. Das führt zu einem enor­men Work­for­ce-Gap, der nur mit künst­li­cher Intel­li­genz, Digi­ta­li­sie­rung und Tech­no­lo­gi­sie­rung zu schlie­ßen ist.

Ver­schärft wird die Lage dadurch, dass die Mill­en­ni­als zwar quan­ti­ta­tiv in der Min­der­heit, qua­li­ta­tiv jedoch die wich­tigs­te Genera­ti­on am Arbeits­markt sind. Wir sind es, die die Deu­tungs­ho­heit über die wich­tigs­te Mas­sen­tech­no­lo­gie unse­rer Zeit haben, das Inter­net. Wir sind es, die Unmög­li­ches mög­lich machen müs­sen. Wir sind es, die die anste­hen­den Welt- und Wirt­schafts­pro­ble­me lösen müs­sen und den Pla­ne­ten in den nächs­ten 50 Jah­ren ret­ten dür­fen. Auch öko­no­misch den­ken wir die Welt anders.

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Mein Lieb­lings­bei­spiel: Wir buchen unse­re Urlaubs­un­ter­künf­te lie­ber bei Airbnb als klas­sisch bei Hil­ton oder Mar­riott. Und wir ver­trau­en eige­nen Com­mu­ni­tys, Netz­wer­ken und Hosts mehr als dem, was uns Medi­en und Mar­ken erzählen.

Airbnb ist ein gutes Bei­spiel. Das Unter­neh­men ist erst zwölf Jah­re alt. Gegrün­det wur­de die Platt­form von Mill­en­ni­als, die im Übri­gen noch nie in der Hotel­le­rie gear­bei­tet haben. Airbnb besitzt kein ein­zi­ges Hotelbett.

Wel­che Leh­rer, wel­che Pro­fes­so­ren an wel­cher Uni, wel­che Hotel- und Hos­pi­ta­li­ty-Exper­ten hät­ten es noch vor zwölf Jah­ren für mög­lich gehal­ten, dass Airbnb heu­te mehr wert ist, als die zehn größ­ten Hotel­ket­ten der Welt zusam­men­ge­nom­men? Also wert­vol­ler als Mar­riott, Hil­ton, Wind­ham, Accor, Inter­con­ti Hotels und so wei­ter. Alle zusam­men besit­zen mehr als fünf Mil­lio­nen Hotel­bet­ten. Völ­lig verrückt.


„Die Mill­en­ni­als sind zwar quan­ti­ta­tiv in der Min­der­heit, qua­li­ta­tiv jedoch die wich­tigs­te Genera­ti­on am Arbeitsmarkt.“

Dr. Stef­fi Burk­hart, Key­note-Spea­ke­rin, Grün­de­rin des Human and Tech­no­lo­gy Cen­te­red Eco­sys­tem HTCE


Wir Mill­en­ni­als stel­len Glau­bens­sät­ze unse­rer Eltern radi­kal infra­ge. Hier den, frem­de Men­schen allein im eige­nen Zuhau­se zu las­sen und sogar Frem­de im eige­nen Bett schla­fen zu las­sen. Das wür­den mei­ne Eltern nie­mals machen.

Airbnb funk­tio­niert im Übri­gen nicht dank ver­rück­ter betriebs­wirt­schaft­li­cher KPIs, son­dern über den Wert Ver­trau­en, den die Airbnb-Com­mu­ni­ty und das Airbnb-Netz­werk wäh­rend der zwölf Jah­re auf­ge­baut haben, und zwar welt­weit in allen Kul­tu­ren und allen Ländern.

Wir Mill­en­ni­als sind es auch, die Arbeit extrem wei­ter­ent­wi­ckeln – genau hier setzt mein per­sön­li­ches Why an. Also bei der Trans­for­ma­ti­on von Arbeit, die durch die Beschleu­ni­ger wie die VUCA-Rea­li­tät (Vola­ti­li­ty, Uncer­tain­ty, Com­ple­xi­ty und Ambi­gui­ty; Anm. d. Red.), die Digi­ta­li­sie­rung, die Tech­no­lo­gi­sie­rung sowie Black-Swan-Ereig­nis­sen wie Covid-19, 9/11 oder Fuku­shi­ma eine mas­siv neue Bedeu­tung erfährt – und zwar welt­weit, zeit­gleich und generationenübergreifend.

Wie können die Millennials besser beteiligt werden?

Aus der Airbnb-Geschich­te ler­nen wir, es gibt im Übri­gen tau­sen­de von die­sen Erfolgs­ge­schich­ten welt­weit, dass man uns Mill­en­ni­als nicht igno­rie­ren soll­te. Aber genau das pas­siert Tag für Tag in den Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen, in den Teams, in den Offices – also über­all dort, wo gear­bei­tet wird.

Des­halb for­de­re ich eine Jugend­quo­te für Spit­zen­po­si­tio­nen in Wirt­schaft, Poli­tik, Ver­wal­tung, Wis­sen­schaft und Kul­tur. Erst seit ein paar Jah­ren bricht die­ses soge­nann­te Senio­ri­täts­prin­zip tat­säch­lich auf, und das liegt an der Kultur.

Wir Mill­en­ni­als sind es, die Arbeit extrem wei­ter­ent­wi­ckeln und eine neue Arbeits­kul­tur vor­aus­set­zen: Neu­ro­di­ver­si­tät, Gen­der-Diver­si­tät, kul­tu­rel­le Diver­si­tät statt männ­li­cher Mono­kul­tu­ren, hier­ar­chie- und funk­ti­ons­über­grei­fen­de Zusam­men­ar­beit in Pro­jek­ten, Ein­satz agi­ler Arbeits­me­tho­den, gute Füh­rung statt schlech­tes Mikro­ma­nage­ment, per­ma­nen­tes Beta statt „Alpha Sta­te of Mind“ und vie­les mehr.


„Ich for­de­re eine Jugend­quo­te für Spit­zen­po­si­tio­nen in Wirt­schaft, Poli­tik, Ver­wal­tung, Wis­sen­schaft und Kultur.“

Dr. Stef­fi Burk­hart, Key­note-Spea­ke­rin, Grün­de­rin des Human and Tech­no­lo­gy Cen­te­red Eco­sys­tem HTCE


Wir leben in einer VUCA-Welt, in der ohnehin schon alles auf wackligen Füßen steht. Wird die Corona-Krise diesen Zustand noch verstärken?

Die Zeit „after coro­na“ (a. c.) wird eine kom­plett ande­re sein als die Zeit „befo­re coro­na“ (b. c.). Die Pan­de­mie und unser Umgang mit ihr wir­ken wie ein Ver­stär­ker für vie­le Ent­wick­lun­gen, unzäh­li­ge Ver­än­de­run­gen und Trends, neue tech­no­lo­gi­sche Pro­duk­te, KI-basier­te Dienst­leis­tun­gen und nicht zuletzt span­nen­de neue Technologien.

Ent­wick­lun­gen, die b. c. Jah­re gedau­ert haben, wer­den nun in Mona­ten rea­li­siert. Pla­nungs­zy­klen ver­kür­zen und ver­än­dern sich dras­tisch, das C-Level und Top-Manage­ment befin­den sich in einem per­ma­nen­ten „Beta Sta­te of Mind“.

Den Talen­ten mei­ner Genera­ti­on wird nach­ge­sagt, immer nach dem War­um zu fra­gen, wes­halb wir auch Genera­ti­on Y (Why) genannt wer­den. Wir stel­len den Sta­tus quo und den Alpha Sta­te of Mind in Fra­ge und befin­den uns im per­ma­nen­ten Beta. Wir wol­len an neu­en rele­van­ten The­men arbei­ten. Manch­mal wer­de ich gefragt, ob es in die­ser Kri­se über­haupt noch einen War for Talents gibt. Mehr denn je!

Lei­der ver­las­sen sich vie­le Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen aktu­ell immer noch auf Raum­kon­zep­te, Kom­pe­ten­zen und Metho­den aus dem ver­gan­ge­nen Indus­trie­zeit­al­ter. Wer das wei­ter­hin tut, ver­liert sei­ne Beleg­schaft und vor allem die Talen­te, die not­wen­dig sind, um die Trans­for­ma­ti­ons­zeit, in der wir uns befin­den, erfolg­reich zu meis­tern. Im Übri­gen wer­den genau jetzt all die Unter­neh­men demas­kiert, die in den letz­ten Jah­ren nicht in tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt oder ihr Human Capi­tal inves­tiert haben.

Ler­nen on the job wird Arbeits­zeit und -raum dis­rup­tiv beein­flus­sen. Das World Eco­no­mic Forum hat bereits in 2018 dar­auf ver­wie­sen, dass die Men­schen bis 2022 im Durch­schnitt 100 zusätz­li­che Lern­ta­ge benö­ti­gen, um mit der sich ver­än­dern­den Arbeits­welt Schritt zu hal­ten. Und was pas­siert gera­de jetzt in der Corona-Zeit?

Wir schi­cken Men­schen in Kurz­ar­beit oder in die Arbeits­lo­sig­keit, statt sie dabei zu unter­stüt­zen, die Zeit für Wei­ter­ent­wick­lung zu nut­zen. Mei­ne For­de­rung: Ent­loh­nen Sie Ihre Mit­ar­bei­ter und Ihre Beleg­schaft mone­tär, wenn sie ler­nen. Es müs­sen posi­ti­ve Anrei­ze für das Ler­nen geschaf­fen wer­den. Viel­leicht auch mit­hil­fe der Blockchain-Technologie.

Durch Covid-19 wer­den wir ins­be­son­de­re in den Jah­ren 2021 und 2022 fol­gen­den Micro­t­rend deut­lich spü­ren: Unter­neh­men wer­den ihre Büros für exter­ne Dienst­leis­ter eher geschlos­sen hal­ten. Gleich­zei­tig benö­ti­gen Unter­neh­men Flä­chen, auf denen ihre Mit­ar­bei­ter mit Part­nern, Zulie­fe­rern oder Bera­tern in Co-Crea­ti­on-Pro­zes­sen zusam­men­ar­bei­ten, um gemein­sa­me Pro­jek­te in weni­gen Tagen oder meh­re­ren Wochen zu rea­li­sie­ren. Sol­che Flä­chen nen­ne ich „Safe Havens“, tech­no­lo­gisch top aus­ge­stat­te­te Flä­chen. Cowor­king Spaces waren nur Vor­stu­fen die­ser neu­en Ent­wick­lun­gen. Sie funk­tio­nie­ren aber nicht, wenn es dar­um geht, Pro­duk­te, Ser­vices und Dienst­leis­tun­gen zumin­dest in ein Beta-Sta­di­um zu bringen.

Wie könnte Büroarbeit im Jahr 2030 aussehen?

Der Second Place of Work, das Büro, wird nie ver­schwin­den. Als mensch­li­che Wesen benö­ti­gen wir immer phy­si­sche Inter­ak­tio­nen. Wal­ter Ben­ja­min bezeich­ne­te dies als Aura der Kom­mu­ni­ka­ti­on. Um dafür ein opti­ma­les Set­ting her­zu­stel­len, müs­sen wir ver­ste­hen, dass wir als Wis­sens­ar­bei­ter an einem Tag im Office zum Bei­spiel zwi­schen fünf und zwölf unter­schied­li­chen Arbeits­si­tua­tio­nen (bspw. Fokus, Ent­span­nung, infor­mel­le Ein­zel­ar­beit, Team­ar­beit) hin- und hers­wit­chen und gleich­zei­tig den Arbeits­ort ins Home­of­fice oder Café ver­le­gen wol­len. Das alles muss sich in einer opti­ma­len Ver­zah­nung von Raum, Metho­dik und Tech­no­lo­gie wider­spie­geln. Hier sehe ich in der Pra­xis noch unglaub­lich viel Auf­hol­be­darf und zwar bei allen Orga­ni­sa­tio­nen. Die Frik­tio­nen, die Mill­en­ni­als der­zeit am Second Place of Work (Office) und in der Kom­bi­na­ti­on mit dem First Place (Home­of­fice) sowie Third Place (Café) erle­ben, haben einen mas­si­ven Ein­fluss auf Leis­tung, Enga­ge­ment und die Attrak­ti­vi­tät als Arbeitgeber.

Es gibt dar­über hin­aus Mega­trends, die auf das The­ma Arbeit stark ein­wir­ken. Ein Mega­trend für Mill­en­ni­als ist bei­spiels­wei­se der Cam­pus-, Com­mu­ni­ty- und Eco­sys­tem-Trend. Unter­neh­men wie Goog­le in San Fran­cis­co, aber auch Zalan­do in Ber­lin oder die Woven City von Toyo­ta in Tokio, tun sich wesent­lich leich­ter, Talen­te zu rekru­tie­ren als ein Stoß­stan­gen-Pro­du­zent in Süd-Baden, der kei­ne Cam­pus-, Com­mu­ni­ty- und Eco­sys­tem-Situa­ti­on für sei­ne jun­gen Mit­ar­bei­ter ermög­licht und mit ziem­lich hoher Wahr­schein­lich­keit in den nächs­ten Jah­ren auf­grund selbst­fah­ren­der Autos weni­ger Stoß­stan­gen pro­du­zie­ren wird.

Mitten in Köln haben Sie das Human and Technology Centered Ecosystem gegründet. Was hat es mit dem HTCE genau auf sich?

In den letz­ten sechs Jah­ren habe ich lei­der fest­stel­len müs­sen, dass Deutsch­land mehr und mehr den glo­ba­len War for Talents ver­schläft. Wir Mill­en­ni­als wol­len heu­te anders arbei­ten und leben, und gleich­zei­tig hat sich die Bedeu­tung unse­rer Arbeit ver­än­dert. Dies benö­tigt ein neu­es Arbeits-Frame­work bestehend aus Raum, Tech­no­lo­gie, Metho­dik, Zeit, Ver­gü­tung und Sinn – eine ver­än­der­te Kul­tur und Füh­rung, damit wir Mill­en­ni­als auch als High-Per­for­mance-Play­er am Arbeits­markt Impact erlan­gen können.

Durch Covid-19 haben wir alle gelernt, uns im Fourth Place of Work, dem vir­tu­el­len Raum, zu tref­fen und zu arbei­ten. Zoom, Teams und all die ande­ren Tools im zwei­di­men­sio­na­len Inter­net zei­gen uns jedoch auch, dass der Fourth Place of Work erst noch kom­plett neu gedacht, defi­niert und rea­li­siert wer­den muss. Genau hier set­ze ich mit mei­nem hybri­den Human and Tech­no­lo­gy Cen­te­red Eco­sys­tem (HTCE) an. Ich ent­wick­le neue Raum­wel­ten und -spra­che im Web 3.0 (Spa­ti­al Web) und ver­bin­de die­se mit moderns­ter Tech­no­lo­gie, Metho­dik und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten. Ange­fan­gen bei 8K-Kame­ra- und Holo­gram-Sys­te­men, mit denen wir frik­ti­ons­frei welt­weit kom­mu­ni­zie­ren kön­nen (bspw. Portl Holo­gram), bis hin zu Data Sci­en­tists und KI-Spe­zia­lis­ten, die Daten in Echt­zeit ana­ly­sie­ren und künst­li­che Intel­li­gen­zen entwickeln.

Für uns Mill­en­ni­als ist es aber auch wich­tig, dass eine opti­ma­le Ver­zah­nung aus First Place (Home­of­fice), Second Place (Office), Third Place (über­all anders – Dach­ter­ras­se, Park, See oder Gas­tro­no­mie) und Fourth Place von Arbeit gege­ben ist, damit wir jeder­zeit opti­mal, pro­duk­tiv, sinn­haft und auch mit Freu­de arbei­ten kön­nen, was der­zeit prak­tisch über­all fehlt.


„Durch Covid-19 haben wir alle gelernt, uns im Fourth Place of Work, dem vir­tu­el­len Raum, zu tref­fen und zu arbei­ten. Die­ser muss jedoch erst noch kom­plett neu gedacht, defi­niert und rea­li­siert werden.“

Dr. Stef­fi Burk­hart, Key­note-Spea­ke­rin, Grün­de­rin des Human and Tech­no­lo­gy Cen­te­red Eco­sys­tem HTCE


Mill­en­ni­als wol­len agil, ite­ra­tiv, koope­ra­tiv und ver­netzt arbei­ten und Inno­va­tio­nen erpro­ben. Sie stre­ben grund­sätz­lich nach per­ma­nen­ter Wei­ter­ent­wick­lung des eige­nen Skill Sets. Dabei wol­len sie von den Bes­ten ler­nen, on the job und along the job. Der Arbeits­platz wird dabei unter ande­rem als Point of Expe­ri­ence emp­fun­den. Auf die­ses Kon­to müs­sen Unter­neh­men ein­zah­len, denn ein Gehalt allein reicht uns Mill­en­ni­als schon lan­ge nicht mehr aus. Mit mei­nem platt­for­m­öko­no­mi­schen Ansatz für Next Level of New Work habe ich mir Top-Play­er wie Kapsch Busi­ness­Com, Sedus Stoll, Bosch.IO, Fraun­ho­fer IAO sowie Portl Holo­gram, Ver­ses Inc oder New­ton­lab Space und vie­le ande­re mit an Bord geholt, um das Eco­sys­tem zu bau­en, zu betrei­ben und in Co-Crea­ti­on-Pro­jek­ten Mill­en­ni­als aber auch Füh­rungs­kräf­ten all das zu ermöglichen.

Sie bringen auch bald ein neues Buch heraus. Worum geht es in „Be water, my friend“?

Ich durf­te in den letz­ten Jah­ren als Key­note-Spea­ke­rin vie­le Men­schen ken­nen­ler­nen, die mich mit ihren Aus­sa­gen, ihrem Tun, ihren Theo­rien und Sicht­wei­sen auf die Welt, die Wirt­schaft und die Gesell­schaft inspi­riert haben. 29 die­ser Per­sön­lich­kei­ten habe ich dazu ein­ge­la­den, bei mei­nem Buch­pro­jekt mit­zu­ma­chen. Dazu gehö­ren Per­sön­lich­kei­ten wie Nina Ruge, Prof. Dr. Gun­ter Dueck, Per Mer­te­sa­cker und Mat­thi­as Horx, der das Vor­wort zu mei­nem Sam­mel­werk geschrie­ben hat. Das Buch ist im zwei­ten Quar­tal 2021 erhältlich.

Ich den­ke, wir benö­ti­gen drin­gend neue Impul­se, wie sie in dem Buch ver­sam­melt sind. Um Men­schen, Teams und Orga­ni­sa­tio­nen zu inspi­rie­ren, den Modus der Erfah­rung zu ver­las­sen sowie mutig und expe­ri­men­tier­freu­dig Zukunft zu gestal­ten und anders zu den­ken. Der Motor all der Ver­än­de­run­gen sind wir Menschen.

Vielen Dank und viel Erfolg mit dem HTCE.

Die Fra­gen stell­te Dr. Robert Nehring.

„Be water, my friend: Wie Menschen, Teams und Organisationen von den Eigenschaften des Wassers lernen können, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu meistern“, Steffi Burkhart (Hg.), Vahlen Verlag 2021, 200 S., 39,80 €.

BUCHTIPP:
Stef­fi Burk­hart (Hg.): Be water, my friend: Wie Men­schen, Teams und Orga­ni­sa­tio­nen von den Eigen­schaf­ten des Was­sers ler­nen kön­nen, um die Her­aus­for­de­run­gen des 21. Jahr­hun­derts zu meis­tern, Vah­len Ver­lag 2021, 200 S., 39,80 €.