Für die meis­ten Unter­neh­men ist die Digi­ta­li­sie­rung der Arbeits­welt eine beschlos­se­ne Sache. Doch wie wird die­se Ent­wick­lung von den Beschäf­tig­ten beur­teilt? Eine Stu­die zeigt, dass nicht das Alter der jewei­li­gen Per­so­nen die ent­schei­den­de Rol­le spielt, son­dern es auf die eige­nen Wer­te ankommt.

Hinsichtlich ihrer Werte stellt die Generation Y keine Besonderheit in der Arbeitswelt dar. Abbildung: Pixabay

Hin­sicht­lich ihrer Wer­te stellt die Gene­ra­ti­on Y kei­ne Beson­der­heit in der Arbeits­welt dar. Abbil­dung: Pixabay

Die Umfra­ge von Das Demo­gra­phie Netz­werk e. V. (DDN) der Initia­ti­ve Neue Qua­li­tät der Arbeit (INQA) und des Bera­tungs­un­ter­neh­mens next­prac­tice zu die­sem The­ma baut auf den Ergeb­nis­sen der Stu­die „Wer­te­wel­ten Arbei­ten 4.0“ des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozia­les (BMAS) auf. Sie zeigt, dass jün­ge­re und älte­re Arbeit­neh­mer häu­fig die glei­chen Erwar­tun­gen an das Arbeits­le­ben stel­len. Ins­be­son­de­re Aspek­te, die eher jün­ge­ren Men­schen zuge­schrie­ben wer­den, wie der Wunsch nach Fle­xi­bi­li­tät, sind in allen Alters­grup­pen gleich­mä­ßig ver­teilt. Eben­so wer­den „alte“ Wer­te – der Wunsch nach finan­zi­el­ler und beruf­li­cher Sicher­heit – auch von jün­ge­ren Beschäf­tig­ten geteilt.

Jede Generation strebt nach Selbstverwirklichung

Knapp die Hälf­te der 800 Befrag­ten strebt nach Selbst­ver­wirk­li­chung durch Arbeit (47 Pro­zent). Außer­dem ori­en­tie­ren sich wei­te­re sie­ben Pro­zent am Prin­zip der Höchst­leis­tung. Das Ide­al ist also, alles für den Job zu geben und dar­in den Sinn des Lebens zu fin­den. Inner­halb die­ser 54 Pro­zent wird die Digi­ta­li­sie­rung als wün­schens­wer­ter Fort­schritt bewer­tet, unab­hän­gig vom Alter der Befrag­ten. Lebens­lan­ges Ler­nen gilt nicht als äuße­rer Zwang, son­dern als ein Wunsch, der aus eige­nem Antrieb her­aus ent­steht. Das Ide­al­bild von Arbeit inner­halb die­ser Grup­pe kon­zen­triert sich auf das Indi­vi­du­um („Ich-Fokus“).

Gute Balance zwischen Arbeit und Leben finden

Die Aus­wer­tung der Stu­die hat erge­ben, dass es ins­ge­samt 13 Pro­zent der Befrag­ten wich­tig ist, eine gute Balan­ce zwi­schen Arbeit und Leben zu fin­den. Bei den Befrag­ten unter 40 Jah­ren sind es 15 Pro­zent, bei den Befrag­ten über 40 Jah­ren zwölf Pro­zent. Den Sinn außer­halb der Arbeit suchen neun Pro­zent aller Teil­neh­mer. Für ins­ge­samt zwölf Pro­zent der Teil­neh­mer ist die Arbeit in einer star­ken Soli­dar­ge­mein­schaft der wich­tigs­te Wert.

Die­je­ni­gen, die die Selbst­ver­wirk­li­chung durch Arbeit nicht als wich­ti­gen Wert anse­hen, ste­hen der Digi­ta­li­sie­rung mehr­heit­lich skep­tisch gegen­über. Vor allem die Gefahr der Ent­frem­dung und der eige­ne Aus­bau der Digi­tal­kom­pe­tenz wer­den als belas­tend emp­fun­den. Hier sehen sich ins­ge­samt 62 Pro­zent der Teil­neh­mer eher nicht gut gerüs­tet. Erstaun­li­cher­wei­se genau die Hälf­te davon ist unter 40 Jah­ren.

Keine Generation Y

In der Das-Büro-Redak­ti­on hat­ten wir es schon län­ger ver­mu­tet, die Stu­die belegt es: Die soge­nann­te Gene­ra­ti­on Y gibt es eigent­lich gar nicht. Inner­halb die­ser Grup­pe herrscht der Stu­die zufol­ge mit jeweils 50 Pro­zent Gleich­stand zwi­schen Wunsch nach krea­ti­ver Auto­no­mie (Wer­te wie Selbst­ent­wick­lung, Gestal­tungs­frei­heit und Eigen­stän­dig­keit) und klas­si­scher Kar­rie­re (Wer­te wie Auf­stiegs­chan­cen, Dis­zi­pli­niert­heit und Sicher­heit). Damit weicht die Ide­al­vor­stel­lung von Arbeit inner­halb die­ser Grup­pe nur mar­gi­nal von der der älte­ren Gene­ra­ti­on ab.