Robert Nehring hat nicht viel von Mar­cel Proust gele­sen, stellt aber eben­falls gern vie­le Fra­gen. Inter­es­san­ten Per­sön­lich­kei­ten aus dem Büro­um­feld schickt er auch mal einen Fra­ge­bo­gen. Dies­mal ant­wor­te­te: Chris­toph Mes­sing, Geschäfts­füh­rer von Linak.

Christoph Messing, Geschäftsführer Linak GmbH. Abbildung: Linak

Chris­toph Mes­sing, Geschäfts­füh­rer Linak GmbH. Abbil­dung: Linak

Das Headquarter von Linak in Guderup im südlichen Dänemark. Abbildung: Linak

Das Head­quar­ter von Linak in Gude­r­up im süd­li­chen Däne­mark. Abbil­dung: Linak

Linak stellt unter anderem hochwertige Hubsysteme für Schreibtische her. Abbildung: Linak

Linak stellt unter ande­rem hoch­wer­ti­ge Hub­sys­te­me für Schreib­ti­sche her. Abbil­dung: Linak

ARBEITEN

1.    Bitte beschreiben Sie Ihren Arbeitsplatz.

Mein Arbeits­platz ist über­all: im Büro, im Auto, beim Kun­den und manch­mal auch zu Hau­se. Die meis­te Zeit bin ich unter­wegs und arbei­te, wo auch immer es sich ergibt. Wenn ich im Büro bin, nut­ze ich natür­lich einen Sitz-Steh-Schreib­tisch mit Linak-Tech­nik. Außer­dem einen klei­nen Bespre­chungs­tisch, der eben­falls kom­for­ta­bel höhen­ver­stell­bar ist, um Bespre­chun­gen mög­lichst effi­zi­ent abzu­hal­ten.

2.    Wie kommen Sie zur Arbeit?

Mit dem Auto, manch­mal auch mit dem Fahr­rad.

3.    Wo arbeiten Sie am liebsten?

Früh mor­gens im Büro oder auch ganz gern abends auf der Couch, da ich da die meis­te Ruhe habe. Ansons­ten ist der Tag eher von Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Kun­den und Mit­ar­bei­tern geprägt, was ich sehr schät­ze. Gern arbei­te ich auch in unse­rem Head­quar­ter in Däne­mark. Dort herrscht dank der Offen­heit der Mit­ar­bei­ter und der Kul­tur eine tol­le Atmo­sphä­re.

4.    Wo würden Sie am liebsten arbeiten?

Ich bin mit der jet­zi­gen Situa­ti­on sehr zufrie­den, da ich fle­xi­bel arbei­ten kann, wo auch immer es Sinn macht.

5.    Wann beginnt ein normaler Arbeitstag bei Ihnen, wann ist Schluss?

Wenn ich ins Büro fah­re, dann begin­ne ich ab 7 bis 8 Uhr. Wenn der Kun­de ruft, auch frü­her. Schluss ist im Büro spä­tes­tens 17 Uhr. Wenn ich unter­wegs bin, meis­tens spä­ter. Inno­va­ti­ve Ideen kom­men oft nach dem offi­zi­el­len Fei­er­abend.

6.    Wie viele E-Mails erhalten Sie im Schnitt pro Tag?

Cir­ca 80 bis 100.

7.    Wie viele Stunden arbeiten Sie im Schnitt pro Woche?

Das habe ich nie gezählt und möch­te es auch nicht tun. Arbeit und Pri­vat­le­ben gehen inein­an­der über, und wenn man gern arbei­tet, ist dies auch kei­ne Belas­tung.

8.    Wie viele Stunden arbeiten Sie im Schnitt pro Woche konzentriert allein?

Cir­ca zehn bis 15 Stun­den.

9.    Wie viele Stunden verbringen Sie im Schnitt pro Woche in Meetings?

Inter­ne Mee­tings ver­su­che ich, auf ein Mini­mum zu redu­zie­ren, um viel Zeit für Gesprä­che mit Kun­den zu haben. Denn es ist das Wich­tigs­te, unse­re Kun­den und deren Wün­sche zu ver­ste­hen und umzu­set­zen.

10. Wie kommunizieren Sie vorwiegend: Face-to-Face, per Telefon, E-Mail, oder Chat?

Am liebs­ten Face-to-Face.

11.  Wie stellen Sie sich Büros 2025 in Deutschland vor?

Moder­ner, offe­ner und vor allem wohn­li­cher. Um Mit­ar­bei­ter am Arbeits­ort zu moti­vie­ren, müs­sen sich die­se wohl­füh­len. Und sicher­lich wird der Anteil an Sitz-Steh-Lösun­gen bei 70 bis 80 Pro­zent lie­gen.

12.  Die drei größten Herausforderungen für die Bürowelt?

Ers­tens die Ver­än­de­run­gen in der Wert­schöp­fungs­ket­te zu meis­tern. Zulie­fe­rer, Her­stel­ler und Han­del ste­hen hier vor einer gro­ßen Her­aus­for­de­rung. Zwei­tens den Wan­del der Digi­ta­li­sie­rung nicht zu ver­pas­sen. Und drit­tens: Statt kurz­fris­tig auf Ereig­nis­se wie die Coro­na-Pan­de­mie zu reagie­ren (Stich­wort Home-Office-Lösun­gen), lang­fris­tig krea­ti­ve Lösun­gen zu bie­ten.

13.  Was Sie schon immer einmal zur Entwicklung der Büroarbeit sagen wollten …

Ich freue mich, dass wir es geschafft haben, dass heu­te ein höhen­ver­stell­ba­rer Tisch zum Stan­dard gewor­den ist. Als wir vor über 20 Jah­ren mit die­sem Ziel ange­tre­ten sind, wur­den wir oft nur belä­chelt.

14.  New Work bedeutet für mich, …

… ein­fach fle­xi­bler mit den Wün­schen der Mit­ar­bei­ter umzu­ge­hen und die­se so zu moti­vie­ren, dass sie sich in ihrem Job ver­wirk­li­chen kön­nen. Das wird sicher­lich nicht immer und über­all funk­tio­nie­ren, aber gute Ergeb­nis­se erhält man immer dann von Mit­ar­bei­tern, wenn man ihnen die Krea­ti­vi­tät und Frei­heit für Neu­es lässt.

15.  Der Generation Y rate ich …

Net­ter­wei­se fal­le ich selbst gera­de noch in die­se Genera­ti­on. Ich wür­de aber den­noch raten, ab und zu mal „off­line“ zu sein und die schö­nen Din­ge des Lebens zu genie­ßen, anstatt durch die Welt zu „ren­nen“ und dabei immer auf das Smart­pho­ne zu bli­cken.

16.  Ihre Lieblingslösungen von Linak?

Ganz klar die Bedien­ele­ment-Genera­ti­on DPG. Ich lie­be sie. Die­se Schal­ter sind so cle­ver. Sie haben auch dabei gehol­fen, dass höhen­ver­stell­ba­re Tische end­lich genutzt wer­den. Außer­dem haben sie gezeigt, dass Linak inno­va­tiv und immer einen Schritt vor­aus ist. Und natür­lich unse­re neu­en Plus-Seri­en, die Hub­säu­len in total kla­rer Optik ohne sicht­ba­re Glei­ter. Sie hel­fen uns dabei, die bes­te Tech­nik noch ansehn­li­cher zu machen.

17.  Diese drei Lösungen von anderen sind auch nicht zu verachten:

Time­ta­ble Lift (Wilk­hahn), Winea Flow (Wini), Inde­pen­dent Moni­tor (Bach­mann)

18.  Der größte Fehler Ihrer Branche ist?

Hier ist der viel zu aggres­si­ve und nicht not­wen­di­ge Preis­kampf zu nen­nen. Qua­li­tät hat ihren Preis, der aber im Pro­jekt­ge­schäft oft nicht erzielt wird. Neue Tech­no­lo­gien und span­nen­de Inno­va­tio­nen wer­den bereits kurz nach Markt­ein­füh­rung unter Wert und nur über den Preis ver­kauft. Hier hat die Bran­che im Ver­gleich zu ande­ren Bran­chen deut­li­ches Ver­bes­se­rungs­po­ten­zi­al.

19.  Was macht gesunde Büroarbeit für Sie heute aus?

Natür­lich der Wech­sel zwi­schen Sit­zen und Ste­hen, aber auch akti­ve Bewe­gung wäh­rend der Arbeits­zeit.

20.  Wie stehen Sie zum Thema Nachhaltigkeit?

Spä­tes­tens die Coro­na-Pan­de­mie müss­te deut­lich gemacht haben, dass man Güter nicht durch die gan­ze Welt fah­ren und sich von ande­ren Natio­nen abhän­gig machen soll­te. Loka­le Lie­fe­ran­ten­struk­tu­ren, kur­ze Wege und nach­hal­ti­ge Pro­duk­ti­on soll­ten wie­der mehr Bedeu­tung erhal­ten. Wir von Linak haben das Ziel, in unse­rer Pro­duk­ti­on nach­hal­tig zu den­ken und in eini­gen Jah­ren kom­plett CO2-neu­tral zu pro­du­zie­ren.

21.  Die Zukunft der Büromöbelhersteller …

… hängt sehr stark davon ab, wie sehr sich vom rei­nen Ver­kauf über den Preis gelöst wird und inwie­fern gute, moder­ne und ergo­no­mi­sche Lösun­gen den Kun­den auch als Mehr­wert ange­bo­ten wer­den. Außer­dem muss Made in Ger­ma­ny bes­ser ver­mark­tet wer­den. Die Küchen­mö­bel­her­stel­ler machen es uns vor.

22.  Woran arbeiten Sie gerade?

Auf­grund mei­ner Ver­än­de­rung im Job an sehr vie­len span­nen­den Din­gen, die sich neben der Büro­mö­bel­in­dus­trie auch auf Indus­trie- und Medi­zin­tech­nik bezie­hen.

23.  Was inspiriert Sie?

Mich in einem Umfeld von krea­ti­ven und moti­vie­ren­den Leu­ten zu befin­den, die sich nicht auf „Kas­ten­den­ken“ beschrän­ken.

24.  Wird die Corona-Krise die Bürowelt nachhaltig verändern und wenn ja, voraussichtlich wie?

Natür­lich ist das The­ma Home-Office in aller Mun­de, und jeder denkt dar­über nach, ob zukünf­tig noch der vol­le Umfang an Büro­flä­che benö­tigt wird. Arbeits­wel­ten wer­den dadurch fle­xi­bler wer­den und die IT-Struk­tur gewinnt noch mehr an Bedeu­tung.

25.  Die Büroeinrichtungsmesse Orgatec wurde für 2020 abgesagt – Ihre Meinung?

Gene­rell bin ich immer ein Fan von Mes­sen, da man hier einen geball­ten Aus­tausch mit Exper­ten aus der Bran­che haben und sich immer wie­der neu inspi­rie­ren las­sen kann. Unter den aktu­el­len Gesichts­punk­ten der Coro­na-Kri­se ist es aber sicher sinn­voll, die Mes­se ein­mal aus­zu­set­zen. Außer­dem ist sie für die meis­ten Unter­neh­men ein gro­ßer Kos­ten­fak­tor, der in der aktu­el­len Situa­ti­on schwer zu stem­men ist.

26.  Ihr größter beruflicher Erfolg?

Ein Teil der Linak-Erfolgs­ge­schich­te zu sein und die­se in den letz­ten Jah­ren gera­de in Deutsch­land auch maß­geb­lich mit­ge­stal­tet zu haben.

27.  Der größte Misserfolg?

Es gibt immer wie­der Rück­schlä­ge, nach denen man wie­der auf­steht und aus denen man ler­nen kann, gera­de wenn man im Ver­trieb unter­wegs ist. Als posi­tiv gestimm­ter Mensch ver­su­che ich, Miss­erfol­ge zu ver­ges­sen und wie­der nach Erfolg zu stre­ben.

28.  Xing oder LinkedIn oder …?

Bei­des, aber Lin­kedIn setzt sich lang­sam durch.

29.  Apple oder Microsoft?

Apple als Smart­pho­ne, sonst Micro­soft.

30.  Gedruckte Zeitung oder Online-News?

Sams­tags gern Zei­tung, sonst eher Online-News.

LEBEN

31.  Was würden Sie als „König von Deutschland“ zuerst ändern?

Ich wür­de alle Blit­zer abschaf­fen und danach ein Gesetz zur Ver­wen­dung von Sitz-Steh-Tischen erlas­sen.

32.  Was würden Sie gern können?

tan­zen

33.  Wo würden Sie am liebsten leben?

In der Regi­on Boden­see, da es dort im Som­mer sehr schön ist und im Win­ter nicht weit bis in die Ber­ge. Oder in Däne­mark, weil da die Leu­te so ent­spannt und posi­tiv sind.

34.  Wobei können Sie gut entspannen?

Beim Sport und in der Sau­na.

35.  Ihr ursprünglicher Berufswunsch?

Sport­jour­na­list.

36.  Ihre Hauptcharaktereigenschaften?

wil­lens­stark, kämp­fe­risch, ehr­gei­zig, posi­tiv

37.  Ihre Hobbys oder Leidenschaften?

Ten­nis, Ski­fah­ren, Fuß­ball – gene­rell alles, was mit Sport oder Geschwin­dig­keit zu tun hat.

38.  Ihre drei Dinge für die einsame Insel?

Ein Grill, eine gute Fla­sche Wein und natür­lich mei­ne Fami­lie.

39.  Ihr Idol?

Ich bewun­de­re Jür­gen Klopp, da er Din­ge schafft, von denen sich vie­le Mana­ger im Busi­ness inspi­rie­ren las­sen kön­nen.

40.  Ihr Lieblingsfilm?

„Die Ver­ur­teil­ten“

41.  Ihr Lieblingsgericht?

Fleisch ist mein Gemü­se, ansons­ten gern alle Arten von Pas­ta und Kong Fid­des (ein däni­sches Gericht aus der Regi­on Son­der­jüt­land – sehr zu emp­feh­len).

42.  Ihre Lieblingsweisheit?

„Alle sag­ten, das geht nicht – dann kam einer, der das nicht wuss­te und hat es ein­fach gemacht.“

43.  Ihr Lebensmotto?

Jeder ist sei­nes Glü­ckes Schmied.

44.  Der Sinn des Lebens …

… besteht für mich dar­in, sich stän­dig wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und nie ste­hen­zu­blei­ben. Still­stand ist Rück­schritt, und man soll­te jeden Tag nut­zen, etwas dazu­zu­ler­nen.

45.  Söder, Scholz, Habeck oder?

Nicht Per­so­nen zäh­len, son­dern Ideen.

46.  Bayern oder Dortmund oder …?

1. FC Kai­sers­lau­tern. Daher ver­bie­tet es sich schon per se, hier Bay­ern zu sagen.

47.  Beatles oder Stones oder …?

Bei­des nicht mein Style, aber wenn ich mich ent­schei­den müss­te, dann eher Beat­les.

48.  Bier oder Wein?

Bei­des, je nach Situa­ti­on.

49.  Strand oder Berge?

Auch bei­des: im Som­mer Strand, im Win­ter lie­be ich das Ski­fah­ren.

50.  Und Ihre Uhr: analog oder digital?

Ana­log und leicht – von Holz­kern.

 

 

Christoph Messing

CHRISTOPH MESSING

  • Jahr­gang: 1981
  • Geburts­ort: Gotha
  • Höchs­ter Abschluss (Ausbildung/Studium): Mas­ter of Busi­ness Admi­nis­tra­ti­on (MBA)
  • Aktu­el­le Funk­ti­on: Geschäfts­füh­rer Linak GmbH
  • Beruf­li­che Sta­tio­nen: seit 24 Jah­ren Linak, von der Pie­ke auf