Robert Nehring hat nicht viel von Mar­cel Proust gele­sen, stellt aber eben­falls gern vie­le Fra­gen. Inter­es­san­ten Per­sön­lich­kei­ten aus dem Büro­um­feld schickt er gern mal einen Fra­ge­bo­gen.

Bernd Fels, Mitgründer if5, if5design, mobeti, OffX.

Bernd Fels, Mit­grün­der if5, if5design, mobe­ti, OffX.

Agile Möbel von mobeti.

Agi­le Möbel von mobe­ti.

ARBEITEN

1.    Bitte beschreibe deinen Arbeitsplatz.

First-Place (Home-Office): in der Regel am Ess-/Ar­beits­tisch von mobe­ti. Second-Place (Büro): mobe­ti als Team­tisch; Third-Place (Cowor­king): „Lüm­mel­brett“ am/im Fens­ter; Fourth-Place (unter­wegs): 1 m2 im ICE-Groß­raum­wa­gen; Fifth-Place (über­all): irgend­wo drau­ßen.

2.    Wie kommst du zur Arbeit?

Ich habe eine BahnCard100. Am liebs­ten neh­me ich aber das Fahr­rad.

3.    Wo arbeitest du am liebsten?

Kommt auf die Auf­ga­be an. Aber ger­ne im Zug, da arbei­te ich am meis­ten ab.

4.    Wo würdest du am liebsten arbeiten?

In einem „Tiny-House“ mit wei­tem Blick.

5.    Wann beginnt ein normaler Arbeitstag bei dir, wann ist Schluss?

Ger­ne früh, so ab 7 Uhr. Dann ist es noch ruhig und ich bin noch total frisch. Schluss ist dann eben­falls ger­ne früh – wenn mög­lich.

6.    Wie viele E-Mails erhälst du im Schnitt pro Tag?

Seit wir Slack ein­ge­führt haben, intern kei­ne mehr. Ansons­ten 20 bis 30.

7.    Wie viele Stunden arbeitest du im Schnitt pro Woche?

24 Stun­den, 7 Tage, da ich immer mal an den Job den­ke. Spaß bei­sei­te: nicht so viel, wie man bei Selbst­stän­di­gen viel­leicht denkt, aber eine 40-Stun­den-Woche ist es auch nicht.

8.    Wie viele Stunden arbeitest du im Schnitt pro Woche konzentriert allein?

Im Zug kann ich mich gut kon­zen­trie­ren, abar­bei­ten, über­le­gen, für mich sein. Ich fah­re viel: mehr als zehn Stun­den pro Woche.

9.    Wie viele Stunden verbringst du im Schnitt pro Woche in Meetings?

Noch nie Buch geführt; aber vie­le Stun­den, da es mei­ne Auf­ga­be ist, mit Men­schen in Kon­takt zu kom­men.

10. Wie kommunizierst du vorwiegend: Face to Face, per Telefon, E-Mail oder Chat?

Intern Chat, ansons­ten je nach Wich­tig­keit syn­chron, also Face-to-Face und wenn nötig, dann (Video-)Telefon.

11.  Wie stellst du dir Büros 2025 in Deutschland vor?

Schau mal unter www.3rd-places.net nach, da wer­den Third-Pla­ces beschrie­ben, die es ver­mehrt geben wird. Es ist aber nur einer von fünf Arbeits­or­ten. Der Second-Place (das Büro) wird aber nicht aus­ster­ben, ganz im Gegen­teil, er wird in digi­ta­len Zei­ten an Bedeu­tung gewin­nen, da er greif­bar bzw. ana­log ist.

12. Die drei größten Herausforderungen für die Bürowelt?

Mehr Kon­zen­tra­ti­ons­or­te, -regeln, -ritua­le, der opti­ma­le Ein­satz von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ar­ten und -wei­sen und nicht alles gleich zu 100 Pro­zent pla­nen. Ein­fach mal lau­fen las­sen und dann gucken, was pas­siert. Per­ma­nent Beta & Bet­ter.

13. Was du schon immer zum Thema Open Space sagen wolltest …

Das Kon­zept ist kein All­heil­mit­tel und Open Space ist nicht gleich Open Space. Ich ver­flu­che „Open-Space-auf-Teu­fel-komm-raus-Kon­zep­te“!

14.  New Work bedeutet für dich …

… nach Frith­jof Berg­mann das, was ich wirk­lich, wirk­lich will. Ansons­ten: Fro­hes Schaf­fen, unser Mot­to bei if5.

15.  Coworking-Spaces halte ich für …

… einen von fünf Arbeits­or­ten, der immer wich­ti­ger wird.

16.  Ergonomie angesichts des Wandels der Bürowelt …

… muss drin­gend weit­ge­dacht wer­den, da Schreib­tisch­ar­bei­ter immer weni­ger wer­den. Sie ist aber wie ein meri­to­ri­sches Gut (zum Bei­spiel Alko­hol, Dro­gen). Es wird unter­schätzt und zeigt irgend­wann – schlei­chend – sei­ne nega­ti­ven Aus­wir­kun­gen, wenn falsch gehan­delt wird. Viel wich­ti­ger in die­sem Zusam­men­hang ist der rich­ti­ge Umgang mit der Gei­ßel der Neu­zeit: dem Smart­pho­ne. Fluch und Segen zugleich.

17.  Der Generation Y rate ich …

… auch auf die Älte­ren mal zu hören und nicht nur immer an sich sel­ber zu den­ken. „Faul aber schlau“, so titel­te Die Zeit vor eini­gen Jah­ren. Da steckt aber auch etwas Gutes drin. Arbeit dient der Selbst­ent­fal­tung und nicht der Selbst­aus­beu­tung.

18.  Drei Lieblingsprojekte der eigenen Firma?

Vil­leroy & Boch und – Ende des Jah­res – die GIZ in Bonn fal­len mir spon­tan ein. Aber alle ande­ren Pro­jek­te haben auch Aspek­te, die sie zum Lieb­lings­pro­jekt wer­den las­sen.

19.  Diese drei Projekte der Konkurrenz sind auch nicht zu verachten:

Fal­len mir ad hoc nicht ein, aber die Kon­kur­renz schläft natür­lich nicht.

20.  Worauf kommt es bei einer guten Büroplanung an?

Zuhö­ren und nicht irgend­wel­che Dog­men durch­drü­cken oder blind Trends hin­ter­her­lau­fen. Es geht um die Kunst, gemein­sam mit dem Kun­den her­aus­zu­fin­den, was die Orga­ni­sa­ti­on wirk­lich, wirk­lich will.

21.  Die größten Fehler deiner Branche sind …

Das Gegen­teil von Fra­ge 20.

22.  Welche Büromöbel findest du besonders gelungen?

Die von mobe­ti.

23.  Woran arbeitest du gerade?

An einem Pod­cast, einem Flex-Office-Kon­zept, Kun­den­pro­jek­ten und wei­te­ren Din­gen, die dem­nächst publik wer­den.

24.  Was inspiriert dich?

Spa­zier­gän­ge im Grü­nen, Frith­jof Berg­man, Fre­de­ric Laloux, …, aber eigent­lich: Viel­falt.

25.  Deine beruflichen Ziele bis 2022?

Ver­ra­te ich nicht, habe aber Ide­en, an denen wir arbei­ten.

26.  Dein größter beruflicher Erfolg?

Dass ich es gelernt habe, auch mal kür­zer zu tre­ten, wenn der Akku leer ist.

27.  Der größte Misserfolg?

Miss­erfol­ge, Feh­ler kom­men immer wie­der vor. Dar­aus nicht zu ler­nen, ist der größ­te Miss­erfolg.

28.  Xing oder LinkedIn?

Lin­kedIn.

29.  Apple oder Microsoft?

Apple.

30.  Home-Office oder Coworking-Space?

Bei­des.

LEBEN

31.  Was würdest du als „König von Deutschland“ zuerst ändern?

Frei­bier für alle und noch viel mehr.

32.  Was würdest du gern können?

Vie­le Fremd­spra­chen.

33.  Wo würdest du am liebsten leben?

Hier bzw. da, wo mei­ne Liebs­ten sind.

34. Wobei kannst du gut entspannen?

Beim Schau­keln, denn unse­re Gehirn­zel­len ver­knüp­fen auto­ma­tisch Spaß damit. Habe ich gera­de erst gelernt, besit­ze aber bis­lang kei­ne eige­ne Schau­kel.

35.  Dein ursprünglicher Berufswunsch?

Archi­tekt.

36.  Deine Hauptcharaktereigenschaften?

Gelas­sen­heit.

37.  Deine Hobbys oder Leidenschaften?

Was­ser­ball.

38.  Deine drei Dinge für die einsame Insel?

Flux­kom­pen­sa­tor, Bea­mer (Raum­schiff Enter­pri­se), Son­nen­creme.

39.  Dein Lieblingsdenker?

Frith­jof Berg­mann.

40.  Dein Lieblingsbuch und/oder -film?

Kapi­tän Blau­bär.

41.  Dein Lieblingsgericht?

Ab und zu ein gutes Rin­der­fi­let.

42.  Deine Lieblingsweisheit?

Neu­es macht Neu­es. Bewähr­tes macht Bewähr­tes.

43.  Dein Lebensmotto?

Car­pe diem.

44.  Der Sinn des Lebens …

… ist, was man wirk­lich, wirk­lich will.

45. AKK, Scholz oder Habeck?

FCK NZS.

46.  Bayern oder Dortmund?

Preu­ßen Müns­ter.

47. Beatles oder Stones?

H-Blo­ckx, also eher Stones.

48.  Bier oder Wein?

Je nach Situa­ti­on.

49.  Strand oder Berge?

Im Win­ter Strand (in süd­li­chen Gefil­den).

50.  Und deine Uhr: analog oder digital?

Ein­deu­tig ana­log: Auto­ma­tik – eine Uhr benö­tigt eine See­le.

 

Bernd Fels
  • Jahr­gang: 1969
  • Geburts­ort: Dül­men in West­fa­len
  • Höchs­ter Abschluss (Ausbildung/Studium): Diplom-Volks­wirt
  • Aktu­el­le Funk­tio­nen: Mit­grün­der if5, if5 design, mobe­ti, OffX
  • Beruf­li­che Sta­tio­nen: Bos­se Design, Quick­bor­ner Team, der­zeit: if5, if5design, mobe­ti, OffX