Bernd Fels ist ein Office Pioneer, wie er im Buche steht. Denn mit die­sem Bei­trag ist der Pla­nungs­ex­per­te von if5 auch in dem gera­de erschie­ne­nen Band »OFFICE PIONEERS: Aus­bli­cke auf das Büro 2030« prä­sent.

Bernd Fels, Mitgründer und geschäftsführender Gesellschafter, if5 anders arbeiten, if5.org.Abbildung: spaces4future

Bernd Fels, Mit­grün­der und geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter if5 anders arbei­ten. Abbil­dung: spaces4future

Der Früh­ling 2020 wird in die Geschich­te ein­ge­hen. Die Welt stand buch­stäb­lich still. Reset. Die Stim­mung: unwirk­lich. Auf Tage der Ver­un­si­che­rung folg­ten Durch­hal­te­pa­ro­len. Den Betrieb auf­recht erhal­ten, gesund blei­ben und den Scha­den begren­zen. Wei­ter­ma­chen, bloß wei­ter­ma­chen! Aber wie? Die von if5 anders arbei­ten und if5 design gegrün­de­te Initia­ti­ve spaces4future hat – schon weit vor Coro­na – Leit­ideen for­mu­liert, um die viel­fäl­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit mit einer nach­hal­ti­gen Neu­ord­nung der Arbeits­welt zu meis­tern.

Es sind nicht bloß lee­re Klo­pa­pier-Rega­le, die uns aus besag­ten Tagen im Früh­ling in Erin­ne­rung blei­ben wer­den. Es sind eben auch jene Bil­der früh­som­mer­li­cher Tage, an denen plötz­lich zahl­rei­che Mit­ar­bei­ten­de ihre Bal­ko­ne und Ter­ras­sen bevöl­kern und mobil arbei­ten. Sie arbei­ten kon­zen­triert. Sie arbei­ten moti­viert. Sie lie­fern bis dato unvor­stell­ba­re Inno­va­ti­ons­zy­klen in Rekord­zeit: Dys­on nutzt sein Know­how zur Ent­wick­lung eines Beatmungs­ge­rä­tes, Jäger­meis­ter lie­fert Des­in­fek­ti­ons­mit­tel, McDo­nalds ver­leiht Mit­ar­bei­ter an Aldi, und Bosch erfin­det »mal eben« einen Schnell­test. Coro­na als Brand­be­schleu­ni­ger im Wan­del der Arbeits­kul­tur. Aus der Not eine Tugend gemacht!

Bei die­sen Sze­ne­rien glän­zen die Augen jedes New Workers. Denn plötz­lich offen­bar­te sich, dass alter­na­ti­ve Arbeits­ent­wür­fe mehr bedeu­ten als nur Mate-Tee und der ver­staub­te Kicker­tisch in der Ecke, um Besu­chern und Aus­bil­dungs­aspi­ran­ten zu zei­gen, dass man zwei­fels­oh­ne ganz schön fan­cy unter­wegs ist.

Der Ursprung von New Work

Aber von Anfang an. Defi­nie­ren wir zunächst New Work: Die Ursprün­ge fin­den wir beim viel zitier­ten Frith­jof Berg­mann. Der Phi­lo­soph ver­lieh der Arbeit schon in den spä­ten 1970er- Jah­ren (!!!) – in sei­ner Aus­ein­an­der­set­zung mit rück­sichts­lo­sem Kapi­ta­lis­mus – eine bis dahin völ­lig unbe­kann­te Dimen­si­on: das »Dop­pel- Wirk­lich«. Ein­fach gesagt: Was erwar­te ich »wirk­lich wirk­lich« von mei­ner Arbeit? Und das sind eben nicht mehr pri­mär der fet­te Gehaltscheck und eine Fir­men­ka­ros­se mit Inte­ri­eur in Alcan­t­a­ra creme­weiß. Vor allem die auf­kom­men­de Y- und Z-Genera­ti­on for­dern in Bezug auf ihre Arbeit Sinn­haf­tig­keit, Selbst­be­stim­mung und Teil­ha­be.


„Die Nach­fra­ge nach klei­nen Büro­im­mo­bi­li­en und sol­chen in B- und C-Lagen wächst. Das Büro­hoch­haus wird end­gül­tig zum Aus­lauf­mo­dell. Dezen­tra­le Büro­struk­tu­ren set­zen sich durch.“

Bernd Fels, if5 anders arbei­ten


Neben dem ver­scho­be­nen Wer­te­ver­ständ­nis der neu­en Genera­ti­on hat sich vor allem eines noch ver­än­dert: die Arbeit an sich. Auf der einen Sei­te Digi­ta­li­sie­rung und KI-Algo­rith­men, die jetzt schon merk­lich stan­dar­di­sier­te Pro­zess­ar­beit erset­zen. Auf der ande­ren Sei­te Pro­dukt- und Inno­va­ti­ons­zy­klen, die sich immer schnel­ler selbst über­ho­len – wie nicht zuletzt die Kri­se ein­drucks­voll bewie­sen hat. Ein star­ker Fokus auf pro­jekt­ori­en­tier­te und Pio­nier­ar­beit ist eine Fol­ge. Abtei­lun­gen, Hier­ar­chien und Orts­gren­zen ver­schwim­men dabei zuneh­mend. Getrie­ben durch den Man­gel an High-Poten­ti­al-Exper­ti­se wird die­se zudem bei Free­lan­cern und Bera­tern zuge­kauft. Wir reden von der Gig-Eco­no­my, die eben­so wie der anhal­ten­de Trend zum Cowor­king eine Libe­ra­li­sie­rung der eige­nen Orga­ni­sa­ti­ons­gren­ze und räum­li­chen Beschrän­kun­gen befeu­ert.

Resiliente Arbeitsorganisation

Kön­nen wir also ein­fach so wei­ter­ar­bei­ten wie bis­her? Kla­res Nein! Es bedarf neu­er Lay­outs und einer Kul­tur, die dem neu­en Ver­ständ­nis von Arbeit und Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on einer­seits, aber auch den immer stär­ke­ren Ein­flüs­sen von außen ande­rer­seits gerecht wird. Wir spre­chen dabei von resi­li­en­ter Büro- und Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on.

Beim The­ma Resi­li­enz geht es in die­sem Zusam­men­hang um weit­aus mehr, als nur um eine rei­ne Betrach­tung der Wider­stands­fä­hig­keit. Wir betrach­ten das gesam­te Unter­neh­mens-Öko­sys­tem. So liegt ein Fokus auf dem Aus­bau der Acht­sam­keit gegen­über Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit und unter­neh­me­ri­schem Vor­den­ken. Das ist kei­ne Fra­ge von Vor­ga­ben und Arbeits­an­wei­sun­gen, viel­mehr eine der geleb­ten Unter­neh­mens­kul­tur, die sich von Top-down-Ent­schei­dun­gen zu mehr teil­au­to­no­men Struk­tu­ren und netz­werk­ori­en­tier­ten Berei­chen hin ver­än­dert. Idea­ler­wei­se ent­wi­ckelt sich die phy­si­sche Infra­struk­tur auch jen­seits des klas­si­schen Büros ana­log mit.

In der jüngs­ten Ver­gan­gen­heit ist in vie­len Orga­ni­sa­tio­nen ein neu­es, erwei­ter­tes Arbeits­uni­ver­sum ent­stan­den. »Work from home ist dead, long live work from ever­y­whe­re« – so titel­te der Nach­rich­ten­dienst Tech­Crunch bezeich­nend. Ja, ein diver­si­fi­zier­tes Ange­bot an Arbeits­or­ten ist eine her­aus­ra­gen­de Chan­ce, wenn man sich den damit ein­her­ge­hen­den Her­aus­for­de­run­gen bewusst ist.

Hal­ten Home-Office, Cowor­king und sons­ti­ge Arbeits­or­te Ein­zug in den Arbeits­all­tag, muss vor allem die Rol­le des tra­di­tio­nel­len Office neu bewer­tet wer­den. So sieht der eine Mit­ar­bei­ten­de das Büro eher als Ort der phy­si­schen Zusam­men­kunft, der Abstim­mung und Kol­la­bo­ra­ti­on, wäh­rend viel­leicht ein Kol­le­ge mit Klein­kin­dern oder zu lau­ten Ober­mie­tern die Mög­lich­keit zum Rück­zug im Büro beson­ders schätzt. Inner­halb der Orga­ni­sa­ti­on ermög­li­chen offe­ne Kol­la­bo­ra­ti­ons­flä­chen und eine Aus­wahl ver­schie­de­ner Gestal­tungs­lay­outs (je nach Arbeits­an­for­de­rung) akti­vi­täts­ba­sier­tes Arbei­ten – um eben genau jenen Anfor­de­run­gen der Beleg­schaft gerecht zu wer­den.

Third, Fourth, Fifth Places

spaces4future möch­te die­sen Wan­del gestal­ten und plant die Akti­vie­rung von so genann­ten Third Pla­ces als Pro­blem­lö­ser grund­le­gen­der Struk­tur­pro­ble­me. Wagen wir den Blick in die nahe Zukunft:

Der US-Sozio­öko­nom Ray Olden­bourg kate­go­ri­sier­te Lebens­räu­me in sei­ner Theo­rie so: Der First Place sind die eige­nen vier Wän­de, also das Home-Office. Das Fir­men­bü­ro ist der Second Place. Und Third Pla­ces sind Begeg­nungs­stät­ten zwi­schen First und Second Place wie Cowor­king- Spaces oder Working-Cafés. Heu­te erwei­tern wir die­se Theo­rie um zwei wei­te­re Plät­ze: Der Fourth Place beinhal­tet die Wege­zeit wie bei der Bahn- oder auto­no­men Auto­fahrt zur Arbeit. Der Fifth Place umfasst das Arbei­ten dort, wo es gefällt.

spaces4future will den täglichen Weg zur Arbeit abschaffen, um gesellschaftliche Herausforderungen wie Klimawandel, Verstädterung und Verkehrskollapse zu meistern. Abbildung: spaces4future

spaces4future will den täg­li­chen Weg zur Arbeit abschaf­fen, um gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen wie Kli­ma­wan­del, Ver­städ­te­rung und Ver­kehrs­kol­lap­se zu meis­tern. Abbil­dung: spaces4future

Wis­sens­ar­beit, so die Grund­an­nah­me, wird ver­mehrt an genau die­sen fünf Arbeits­or­ten statt­fin­den – nicht bloß in tra­di­tio­nel­len Arbeits­stät­ten. Die Nach­fra­ge nach orts­un­ab­hän­gi­gen Arbeits­mo­del­len steigt folg­lich wei­ter an. Die Immo­bi­li­en- und Quar­tier­s­ent­wick­lung sowie auch Ver­kehrs­kon­zep­te wer­den die­ser Nach­fra­ge fol­gen. Mono­struk­tu­rier­te Büro­kom­ple­xe von einst wei­chen diver­si­fi­zier­ten Ange­bo­ten, die Büro, Woh­nen, Gewer­be, Hotel und Cowor­king behei­ma­ten. Dar­aus erge­ben sich weit­rei­chen­de posi­ti­ve Effek­te für die Work- Life-Inte­gra­ti­on und die Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on. Aber auch Ver­kehrs­si­cher­heit und Umwelt wer­den spür­bar posi­tiv beein­flusst.

Der digi­ta­le Rei­fe­grad in den meis­ten Orga­ni­sa­tio­nen steigt zudem wei­ter. Und lang­sam wer­den die Vor­tei­le von Remo­te-Arbeit geleb­te Rea­li­tät. Die Nach­fra­ge nach klei­nen Büro­im­mo­bi­li­en und sol­chen in B- und C-Lagen wächst. Das Büro­hoch­haus wird end­gül­tig zum Aus­lauf­mo­dell. Dezen­tra­le Büro­struk­tu­ren set­zen sich durch. Teil­vir­tu­el­le Kokrea­ti­on steigt damit ein­her­ge­hend. Pen­deln und das mor­gend­li­che Stau­ri­tu­al redu­zie­ren sich auf ein ver­träg­li­ches Maß. Den­noch bleibt die Unter­neh­mens­zen­tra­le als sozia­ler Kit, als Ort der phy­si­schen Zusam­men­kunft und Aus­hän­ge­schild der Unter­neh­mens­kul­tur bestehen – da legen wir uns gern fest.

Die Crux mit der Kultur

Klingt wie eine rosa­ro­te Uto­pie und zuge­ge­ben, ganz ohne Crux kom­men wir nicht aus: Incen­ti­ves und Mit­ar­bei­ter-Goo­dies von einst, wie besag­ter Luxus­schlit­ten mit Inte­ri­eur in Alcan­t­a­ra creme­weiß, las­sen sich neben­bei per Maus­klick bestel­len. Um sei­nen Mit­ar­bei­ten­den Sinn­haf­tig­keit, Teil­ha­be und zudem noch eine ernst gemein­te libe­ra­le Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on zu bie­ten, bedarf es einer Rei­se in den Teil des Unter­neh­mens­ar­chivs, der meist vie­le Jahr­zehn­te fest ver­schlos­sen geblie­ben ist: die Unter­neh­mens­kul­tur. Damit ist gleich­zei­tig klar: Der Königs­weg zu New Work ist aus­ge­schlos­sen!

Dr. Rai­ner Hil­le­brand, Ex-Vor­stand der Otto- Group, zitier­te in die­sem Zusam­men­hang den Phi­lo­so­phen Ger­hard Voll­mer und bringt es ziem­lich genau auf den Punkt: »Wir irren uns empor. Zu star­ten ist viel wich­ti­ger, als sich in end­lo­sen Pla­nungs­sze­na­ri­en zu ver­lie­ren. Unser Per­ma­nent-Beta-and-Bet­ter-Ansatz lässt gezielt Raum für nach­ge­la­ger­te Anpas­sun­gen.«


„Wir soll­ten uns auf die zukünf­ti­gen Her­aus­for­de­run­gen kon­zen­trie­ren und unse­re Erin­ne­run­gen mit unse­rer Vor­stel­lung von mor­gen in Ein­klang brin­gen.“

Bernd Fels, if5 anders arbei­ten


Bis­wei­len immer noch zu wenig genutzt wird das rie­si­ge Poten­zi­al von Nach­hal­tig­keit als inte­gra­ti­vem Bestand­teil von New Work. Man muss kein Umwelt­so­zio­lo­ge sein, um zu ver­ste­hen, dass der Zei­ger auf der Kli­ma-Uhr wei­ter als zwei Minu­ten vor zwölf ist. Ein müdes Wei­ter wie bis­her ist ein­fach kei­ne Opti­on mehr. Dezen­tra­le Arbeits­or­te und intel­li­gen­te Immo­bi­li­en­stra­te­gien füh­ren zu einer signi­fi­kan­ten Reduk­ti­on von Ver­kehr und Bau­res­sour­cen. Der dadurch ent­ste­hen­de grü­ne Fuß­ab­druck über­trifft gän­gi­ge Maß­nah­men wie den Ver­zicht auf Plas­tik­fla­schen um ein Viel­fa­ches.

Das Konzept von spaces4future

Eine Akti­vie­rung und Umnut­zung vor­han­de­ner Flä­chen bie­tet viel­fäl­tigs­te Lösun­gen für Aspek­te wie Ver­kehr redu­zie­ren, Fach­kräf­te gewin­nen, Nach­hal­tig­keit fokus­sie­ren, Inno­va­ti­ons­fä­hig­keit stei­gern und mit Ver­än­de­run­gen umge­hen. Fünf Flä­chen­kon­zep­te von spaces- 4future bie­ten Ant­wor­ten auf die­se Zukunfts­fra­gen.

Netz­werk­bü­ros: Die Idee ist so sim­pel wie prag­ma­tisch. Was wür­de pas­sie­ren, wenn sich bei­spiels­wei­se die Staats­un­ter­neh­men von einst wie eine Deut­sche Post, Tele­kom und Luft­han­sa zusam­men­schlie­ßen und Flä­chen zum gegen­sei­ti­gen Cowor­king vor­hal­ten wür­den? Ers­tens: Es ent­stün­de von jetzt auf gleich ein bun­des­wei­tes Netz an regio­na­len Arbeits­or­ten. Und zwei­tens: Der Digi­ta­li­sie­rungs­grad der eige­nen Orga­ni­sa­ti­on wür­de sich zwangs­läu­fig erhö­hen. Schließ­lich heißt remo­te arbei­ten nicht nur, weni­ger zu pen­deln, son­dern vor allem digi­tal zu arbei­ten, Kol­la­bo­ra­ti­ons-Tools zu nut­zen und die digi­ta­le Affi­ni­tät zu stei­gern.

Quar­tier­bü­ros: Was pas­siert, wenn bezahl­ba­re Cowor­king-Ange­bo­te ein inte­gra­ti­ver Bestand­teil von Wohn­quar­tie­ren wer­den? Die Vor­tei­le der Remo­te-Arbeit über­wie­gen auch hier. Benö­tig­te Erwerbs­po­ten­zia­le im Kon­text von Alters­ar­mut, Allein­er­zie­hung und auch Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen kön­nen genutzt wer­den. Zudem ent­steht in unse­rer Sin­gle-Gesell­schaft ein völ­lig neu­es Sozi­al­ge­fü­ge à la tags­über zusam­men arbei­ten, nach Fei­er­abend zusam­men net­fli­xen.

Work-Com­mu­ni­ty-Hub I (Dorf­bü­ros): Nicht erst die Coro­na-Kri­se, auch Miet­preis­ex­plo­sio­nen in hip­pen Groß­stadt­vier­teln haben die länd­lich gepräg­ten Rand­la­gen wie­der in den Fokus des Inter­es­ses gerückt. Was pas­siert also, wenn wir das klas­si­sche Bür­ger­haus von einst neu den­ken? Die­ses Kon­zept sieht ein mul­ti­funk­tio­na­les Gemein­de­haus 2.0 vor. Tags­über Cowor­king mit ange­glie­der­ten Ser­vices (Land­arzt, Dorf­la­den) und abends Lern-, Gesell­schafts- und Event­welt. Das Ergeb­nis: Es lohnt sich wie­der, aufs Land zu zie­hen. Dör­fer wer­den wie­der attrak­ti­ver. Bal­lungs­zen­tren hin­ge­gen wer­den ent­zerrt.

Work-Com­mu­ni­ty-Hub II (Stadt­bü­ros): Die Stadt­bü­ros fol­gen der glei­chen Idee wie die Dorf­bü­ros, pas­sen sich aber an die Anfor­de­run­gen eines urban gepräg­ten Umfel­des an. Paket­sta­tio­nen, sta­tio­nä­re Able­ger von gro­ßen Online­shops oder auch Droh­nen­park­plät­ze könn­ten ange­glie­der­te Ser­vices sein. Urban Gar­de­ning ver­sorgt tem­po­rä­re Markt­stän­de mit Frisch­erzeug­nis­sen.

Work-Com­mu­ni­ty-Hub III (Ver­kehrs­hubs): Die­se Idee denkt den Park-and-Ride-Park­platz wei­ter. Was pas­siert, wenn unmit­tel­bar vor den Toren der Stadt mul­ti­funk­tio­nal genutz­te Ver­kehrs­hubs mit Arbeits­mög­lich­kei­ten in Reich­wei­te des Schie­nen­net­zes ent­ste­hen? Die Anrei­se fin­det per Indi­vi­du­al­ver­kehr statt. Der letz­te Kilo­me­ter in die Innen­stadt ist durch die Arbeits­mög­lich­keit gar nicht mehr not­wen­dig oder wird per ÖPNV orga­ni­siert. Mee­tings könn­ten auch auf hal­ber Stre­cke, zum Bei­spiel zwi­schen Mün­chen und Ber­lin, öko­lo­gisch, öko­no­misch und zeit­lich kon­kur­renz­los statt­fin­den. Über­dies kön­nen Ver­kehrs­hubs im Bedarfs­fall len­ken­de Funk­tio­nen über­neh­men. Sie hin­dern bei­spiels­wei­se Ver­bren­ner-Kfz an der Wei­ter­fahrt und tra­gen zu sau­be­ren Innen­städ­ten bei.

spaces4future ent­wi­ckelt nicht nur Orga­ni­sa­tio­nen an sich, son­dern betrach­tet die Arbeits­welt im Kon­text grund­struk­tu­rel­ler Her­aus­for­de­run­gen. War­um nicht zum Bei­spiel ein steu­er­li­ches Anreiz­sys­tem für ver­mie­de­ne Arbeits­we­ge eta­blie­ren? Sol­che Ideen gehö­ren drin­gend auf die Tages­ord­nung der Ple­nar­sä­le von Kom­mu­nal- bis Bun­des­ebe­ne. Pio­nier­ar­beit leis­ten heißt, mutig zu sein und neue Wege zu gehen. Las­sen Sie uns mutig sein! Für eine bes­se­re Zukunft. Für mehr Fro­hes Schaf­fen.


if5 anders arbeiten GmbH & Co. KG

  • Pla­nungs- und Bera­tungs­un­ter­neh­men für Neue Arbeit­wel­ten,
    Schwer­punkt: kokrea­ti­ve und par­ti­zi­pa­ti­ve Pro­jekt­ge­stal­tung
  • Gegrün­det: 2011
  • Mit­ar­bei­ten­de: 25
  • Stand­ort: Wolfs­burg
  • if5.org

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