Mit 98 Pro­zent Bekannt­heit gehört tesa zu den popu­lärs­ten Mar­ken Deutsch­lands. Der Tesa­film hat es sogar in den Duden geschafft. Sein Weg zum Erfolg war zu Beginn jedoch stei­nig.

Der Smart ecoLogo besticht durch seine ergonomische Form und die matte, schwarze Oberfläche. Foto: tesa

Der Smart eco­Lo­go besticht durch sei­ne ergo­no­mi­sche Form und die mat­te, schwar­ze Ober­flä­che. Foto: tesa

Die Namensgeberin: Elsa Tesmer. Foto: tesa

Die Namens­ge­be­rin: Elsa Tes­mer. Foto: tesa

Der Vermarkter: Hugo Kirchberg. Foto: tesa

Der Ver­mark­ter: Hugo Kirch­berg. Foto: tesa

Ein Plakat für Tesafilm aus dem Jahre 1954. Foto: tesa

Ein Pla­kat für Tesa­film aus dem Jah­re 1954. Foto: tesa

Der tesa Tischabroller von 1955. Foto: tesa

Der tesa Tisch­ab­rol­ler von 1955. Foto: tesa

Jeder kennt esie: Easy Cut Handabroller für tesafilm-Rollen. Foto: tesa

Jeder kennt sie: Easy Cut Hand­ab­rol­ler für tesa­film-Rol­len. Foto: tesa

Der Name tesa geht auf die Sekre­tä­rin Elsa Tes­mer zurück, die bis 1908 bei Bei­ers­dorf arbei­te­te. Beim Ide­en­sam­meln für mög­li­che Pro­dukt­na­men spiel­te sie mit den ers­ten Buch­sta­ben ihres Nach- und den letz­ten ihres Vor­na­mens.

Wer aller­dings im Jahr 1908 am Laden­tisch tesa ver­lang­te, der bekam eine Zahn­pas­ta namens Pebe­co, auf deren Tube tesa stand. Das Geschäft mit Pebe­co lief jedoch nicht, wes­halb der Name 1926 auf eine neu­ar­ti­ge Tauch­mas­se zum Über­häu­ten von Wurst­wa­ren über­ging. Aber auch die Wurst­pel­le blieb erfolg­los. So wan­der­te der Name erneut wei­ter zu einem Pro­dukt, das ursprüng­lich ganz anders geplant war.

tesa – ein Zufallsprodukt

Die Vor­ge­schich­te begann 1890. Der Phar­ma­ko­lo­ge Dr. Oscar Tro­plo­witz kauf­te sei­nem Kol­le­gen Bei­ers­dorf die „Fabrik der­mo­the­ra­peu­ti­scher Prä­pa­ra­te“ mit ins­ge­samt elf Mit­ar­bei­tern ab. War­um der Name des Vor­be­sit­zers behal­ten wur­de, ist nicht bekannt. Dr. Tro­plo­witz, ein schil­lern­der Mann, der unter ande­rem auch das Leu­ko­plast, den Label­lo und die Niveacreme erfand, arbei­te­te damals an einem Wund­pflas­ter, das sowohl fest kle­ben als auch haut­ver­träg­lich sein soll­te. Das Ergeb­nis sei­ner Ent­wick­lung war eine Kleb­mas­se, die zwar her­vor­ra­gend haf­te­te, aber die Haut reiz­te und des­halb zur Wund­ver­sor­gung nicht geeig­net war. Aus dem ursprüng­lich geplan­ten Pflas­ter wur­de der „Bei­ers­dorf-Kau­tschuk-Kle­be­film“. Das Kle­be­band mit dem viel zu lan­gen Namen erziel­te jedoch nur gerin­ge Umsät­ze.

Dann kam ein jun­ger Mann namens Hugo Kirch­berg ins Spiel, der ursprüng­lich Indus­trie­kauf­mann in einer Büro­be­darfs­fir­ma in Eisen­ach war. Im Jahr 1934, einer wirt­schaft­lich schwie­ri­gen Zeit, hat­te er die Idee, den bis­her erfolg­lo­sen Bei­ers­dorf-Kau­tschuk-Kle­be­film gewinn­brin­gend zu ver­mark­ten. Kirch­berg woll­te jedoch nicht als ein­fa­cher Ange­stell­ter anfan­gen, son­dern gleich als Lei­ter einer Arbeits­grup­pe zur Ver­mark­tung des Kle­be­strei­fens. Er stell­te sich vor – der Chef­eta­ge gefiel die­ser muti­ge, fre­che Mann und er bekam sei­ne Chan­ce.

Vom Kaufmann zum Marketingchef

Mit dem Slo­gan „zum Kle­ben, Fli­cken, Bas­teln“ ziel­te Kirch­berg in Zei­ten der Welt­wirt­schafts­kri­se auf die Wün­sche der Ver­brau­cher, die froh waren über jede Erleich­te­rung im all­täg­li­chen Impro­vi­sie­ren und Über­le­ben. Hugo Kirch­berg ver­half dem Kle­be­band damit zum Durch­bruch, wobei er den Mar­ken­na­men tesa 1936 gegen den Wil­len des Vor­stands durch­setz­te. Die­ser war der Mei­nung, dass an die­ser Bezeich­nung der Miss­erfolg haf­ten wür­de. Kirch­berg aber war der Über­zeu­gung, dass die Voka­le a und e fröh­li­che Lau­te sei­en und ein posi­ti­ves Gefühl bei den Kun­den her­vor­ru­fen wür­den. Wer­be­fach­leu­te geben ihm Recht. Für sie ist der Name „Fra­ge und Ant­wort in einem Klang“. Aber Kirch­berg hat­te noch mehr Ide­en. Er ent­wi­ckel­te auch den Tisch­ab­rol­ler, der in ver­schie­de­nen Varia­tio­nen bis heu­te auf vie­len Schreib­ti­schen zu fin­den ist.

Ab 1941 führ­te Bei­ers­dorf den Namen tesa dann für alle pro­du­zier­ten Kle­be­bän­der ein. Heu­te gibt es rund 7.000 ver­schie­de­ne tesa-Pro­duk­te mit Kun­den in über 100 Län­dern.

Auch 2018 kommt kaum ein Büro ohne die Tisch­ab­rol­ler von tesa aus. Nicht nur, weil das papier­lo­se Büro wei­test­ge­hend Uto­pie geblie­ben ist, son­dern auch, weil das Pro­dukt ein­fach prak­tisch ist. Wer es ganz unkom­pli­ziert mag, kann das Kle­be­band auch ein­fach auf das Papier stem­peln.