Tech­nik­pro­duk­te wer­den stän­dig wei­ter­ent­wi­ckelt. Da macht auch der klei­ne Schall­wand­ler, ali­as Kopf­hö­rer, kei­ne Aus­nah­me. Zwi­schen der Ein­füh­rung der ers­ten Kopf­hö­rer und dem heu­ti­gen Blue­tooth-In-Ear-Moni­to­ring lie­gen mitt­ler­wei­le über 140 Jah­re. Zeit für einen Rück­blick.

Ein Kopfhörermodell aus dem frühen 20. Jahrhundert.  Foto: Wikimedia Commons/PeterFrankfurt

Ein Kopf­hö­r­er­mo­dell aus dem frü­hen 20. Jahr­hun­dert. Foto: Wiki­me­dia Commons/PeterFrankfurt

Beispiel eines derzeit weitverbreiteten geschlossenen Kopfhörers. Foto: Pexels

Bei­spiel eines der­zeit weit­ver­brei­te­ten geschlos­se­nen Kopf­hö­rers. Foto: Pexels

Kopfhörer: Der Stand der Technik: Bluetooth-Headsets unterstützen mobile Kommunikation.  Foto: Pexels

Der Stand der Tech­nik: Blue­tooth-Head­sets unter­stüt­zen mobi­le Kom­mu­ni­ka­ti­on. Foto: Pexels

Mit der Ein­füh­rung des Tele­fons als mas­sen­taug­li­ches Sys­tem durch Alex­an­der Gra­ham Bell 1876 wur­den auch die ers­ten kopf­hö­rer­ähn­li­chen Gerä­te ver­brei­tet. Bells Tele­fon ver­füg­te über einen Mono-Kopf­hö­rer, der zugleich als Mikro­fon ver­wen­det wur­de. Zum Hören muss­te man ihn an das Ohr hal­ten, zum Spre­chen an den Mund füh­ren. Aus heu­ti­ger Sicht sehr umständ­lich und zeit­auf­wen­dig.

Die ersten reinen Kopfhörer

Eini­ges spricht dafür, dass der US-Ame­ri­ka­ner Natha­ni­el Bald­win den Kopf­hö­rer erfun­den hat. Sein Unter­neh­men, die Bald­win Radio Com­pa­ny, ver­mark­te­te 1910 den ers­ten (Mono-)Kopfhörer unter dem Namen Bal­dy Pho­nes. Nach anfäng­li­chen Schwie­rig­kei­ten war das Pro­dukt ziem­lich erfolg­reich: Bis 1922 gin­gen mehr als 200.000 Bestel­lun­gen ein. Die Tech­nik war aller­dings alles ande­re als aus­ge­reift, denn neben mäßi­ger Ton­qua­li­tät ver­setz­te das Gerät dem Trä­ger auch hin und wie­der Strom­stö­ße. Das Pro­blem der schwa­chen Ton­qua­li­tät konn­te etwa 15 Jah­re spä­ter gelöst wer­den: Beyer­dy­na­mic bau­te 1937 den ers­ten elek­tro­dy­na­mi­schen Kopf­hö­rer, der, etwas moder­ni­siert, noch heu­te erhält­lich ist.

Offene Kopfhörer

Bis in die spä­ten 1960er waren Kopf­hö­rer immer geschlos­sen, das heißt, sie gaben den Schall nur Rich­tung Ohr ab. Hit­ze­s­taus in der Hör­mu­schel sorg­ten für man­gel­haf­ten Tra­ge­kom­fort und ein schlech­tes Klang­bild belas­te­te auf Dau­er das Gehör. Die Ohren der Tele­fo­nis­tin­nen und Sekre­tä­rin­nen, die vor allem mit die­sen Gerä­ten arbei­te­ten, muss­ten eini­ges aus­hal­ten. 1968 befrei­te die Fir­ma Senn­hei­ser mit dem ers­ten offe­nen Kopf­hö­rer den Klang: Das Prin­zip der Laut­spre­cher­wie­der­ga­be lei­te­te den Schall sowohl zum Ohr als auch nach außen.

Kleiner und mobiler

1979 brach­te Sony den Walk­man her­aus und mit ihm den mobi­len Kopf­hö­rer: ein fle­xi­bles Feder­ge­wicht für unter­wegs. 2001 wur­de der Kopf­hö­r­er­markt dann erneut auf­ge­mischt, die­ses Mal von Apple. Des­sen Ear­bud-Hörer waren die Vor­stu­fe der heu­te belieb­ten In-Ear-Kopf­hö­rer, die durch Schall­wel­len die Außen­ge­räu­sche gegen­pha­sig über­la­gern. Der Außen­lärm des Groß­raum­bü­ros, Call­cen­ters oder Ver­kehrs wird so redu­ziert, wodurch die Laut­stär­ke der eige­nen Kopf­hö­rer ohne Klang­ver­lust merk­lich ver­rin­gert wer­den kann.

Mit dem heu­te vor allem in Open-Space-Büros ver­brei­te­ten Head­set schließt sich der Kreis zu den Anfän­gen der Tech­nik. Das Mikro­fon am Hörer ermög­licht ein gleich­zei­ti­ges Spre­chen und Hören, jedoch ohne den vor 140 Jah­ren noch übli­chen Wech­sel zwi­schen Mund und Ohr. Und auch die läs­ti­gen Kabel der Gerä­te, die sich ger­ne auf dem Schreib­tisch ver­hed­der­ten, sind heu­te ver­schwun­den. Durch Blue­tooth-Über­tra­gung ist eine umfas­sen­de und kabel­lo­se Mobi­li­tät bei der Über­tra­gung der Signa­le auf unse­re Ohren gewähr­leis­tet.