Wie wird die Büro­tech­nik der Zukunft aus­se­hen? Wir haben einen Blick ins Jahr 2022 gewagt. Ob es die E-Mail dann noch geben wird? Ob wir alles per Spra­che steu­ern wer­den? Und wir dann noch Tele­fo­ne nut­zen wer­den?

Wird so die Büro­ar­beit der Zukunft aus­se­hen? Foto: Pixabay

 

 

Trend

Gerrit

Krämer
Gerrit Krämer

Dr. Sebastian

Klöß
Dr. Sebastian Klöß

Dr. Robert

Nehring
Dr. Robert Nehring

Sprachsteuerung/
Spracherkennung

(War schon min­des­tens zwei Mal sehr ange­sagt. Dank Siri & Co. kommt aber nun eine grö­ße­re Wel­le.)

Die Tech­nik bie­tet ein paar prak­ti­sche Vor­tei­le, wenn sie denn funk­tio­niert. Bis dahin dau­ert es aber noch eini­ge Jah­re. 2022 ist sie noch nicht so weit. Unter­wegs zur Smart­pho­ne­steue­rung prak­tisch, im Büro erst ab den frü­hen 2020ern. Zusam­men mit der Renais­sance des Zel­len­bü­ros. Wäre davor ein akus­ti­scher Super­gau. Das nächs­te gro­ße Ding! 2022 wird jeder drit­te Office-Worker sei­ne Pro­gram­me i. d. R. per Spra­che navi­gie­ren. Jeder Vier­te wird Tex­te lie­ber spre­chen als tip­pen.

Virtual und Augmented Reality

(mit­tels Bril­len eine visu­el­le Rea­li­tät simu­lie­ren bzw. ergän­zen)

Wird sich selbst im pri­va­ten Anwen­der­be­reich nur schwer durch­set­zen. Hat im Büro als Hilfs­mit­tel und Arbeits­er­leich­te­rung bis 2022 nur weni­ge Chan­cen auf Erfolg. War Ende der 90er schon in – damals war die Tech­nik nicht so weit. Jetzt passt die Tech­nik, aber der Mensch nicht. Die Evo­lu­ti­on benö­tigt noch drei Genera­tio­nen, um die VR-Übel­keit zu über­win­den. In den nächs­ten 30 Jah­ren wird das kei­ne Büro­rea­li­tät. In Archi­tek­tur- und Inge­nieur­bü­ros kön­nen etwa VR-Bril­len nütz­lich sein. Im nor­ma­len Büro eher nicht.

E-Mail

(hin und wie­der tot­ge­sag­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­form)

Wird im Büro auch in fünf Jah­ren noch das pri­mä­re Mit­tel der Kom­mu­ni­ka­ti­on sein. Falls sich Sprach­steue­rung durch­setzt, könn­ten Sprach­mit­tei­lun­gen zur Kon­kur­renz wer­den. Sie wird im Busi­ness­be­reich die Stan­dard­kom­mu­ni­ka­ti­on blei­ben und bis 2022 an inhalt­li­cher Rele­vanz gewin­nen. Das weni­ger Rele­van­te wan­dert zu Whats­App & Co. Auch in fünf Jah­ren noch das bestim­men­de Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel. Snap­chat & Co. blei­ben ten­den­zi­ell Frei­zeit und Kin­dern vor­be­hal­ten.

Cloud

(Daten und Anwen­dun­gen „im Inter­net“ spei­chern statt auf dem eige­nen Ser­ver)

Ist in fünf Jah­ren weit ver­brei­tet und in den meis­ten Unter­neh­men zum Stan­dard für Daten­spei­che­rung gewor­den. Ist so prak­tisch, dass Unter­neh­men sich in zehn Jah­ren damit abge­fun­den haben wer­den, dass ihre Daten von Drit­ten aus­ge­wer­tet und gele­gent­lich geklaut wer­den. Der Pri­vat­mensch hat sich damit ja auch arran­giert. 2022 spei­chert min­des­tens die Hälf­te der Unter­neh­men in Deutsch­land geschäfts­re­le­van­te Daten im Web.

Softphone-Telefonie

(mit Head­set per Com­pu­ter tele­fo­nie­ren statt über eine TK-Anla­ge)

Die Tech­nik ist heu­te schon in vie­len Büros ange­kom­men und funk­tio­niert nahe­zu tadel­los. Hat sich bis 2022 kom­plett eta­bliert. Kommt bis 2020. Com­pu­ter kön­nen mit der pas­sen­den Soft­ware alles, was eine TK-Anla­ge kann. Neben Head­sets wird es für Freun­de des Hap­ti­schen ein­ge­bun­de­ne Blue­tooth-Tisch­te­le­fo­ne geben. Bes­se­re Band­brei­ten wer­den die­se Tech­nik weni­ger anfäl­lig machen. Der Über­gang von ISDN zu VoIP und der Kos­ten­as­pekt wer­den zum Durch­bruch bis 2022 bei­tra­gen.

Blaulichtfilter

(Fil­te­rung des schäd­li­chen Blau­licht­an­teils von LED-Moni­to­ren)

In fünf Jah­ren fil­tert jedes neue Dis­play das schäd­li­che blaue Licht. Viel­leicht bemerkt man dann, dass das rote Licht schäd­lich ist. Da kräht 2022 kein Hahn mehr nach. Kann seit April jedes Win­dows 10, ist bis dahin also Stan­dard. Ob es wirk­lich schäd­lich war, wird sich ab 2040 zei­gen. 2022 wer­den Dis­plays bei Moni­to­ren, Smart­pho­nes etc. kein augen­schäd­li­ches Blau­licht mehr von sich geben.

Tablet-Computer

(zum Bei­spiel das iPad, nur so groß wie das Dis­play, Bedie­nung per Touch)

Gut vor­stell­bar bis 2022 ist eine Ver­schmel­zung von Tablet, Smart­pho­ne und Lap­top zu einem prak­ti­schen Uni­ver­sal­ge­rät. Rei­ne Tablets wer­den an Bedeu­tung ver­lie­ren. Sie wer­den wei­ter ihre Nische beset­zen, Lap­tops für die Arbeit unter­wegs aber die ers­te Wahl blei­ben. Deren Bild­schirm wird in fünf Jah­ren häu­fi­ger als Qua­si­ta­blet abnehm­bar sein. Note­books wer­den nur noch aus Tablets mit Tas­ta­tur bestehen und Sur­face Table güns­tig gewor­den sein. Büro­ar­beit wird des­halb weit­ge­hend Touch­ar­beit, bis die Sprach­steue­rung sie über­flüs­sig macht.

Appsteuerung

(etwa von Leuch­ten, Kaf­fee­au­to­ma­ten etc.)

Ist in fünf Jah­ren kein gro­ßes The­ma mehr. Die meis­ten Men­schen mögen die Hap­tik von Schal­tern, Knöp­fen und Co. Die Mensch­heit wird 2022 erkannt haben, dass sie ohne App für jede Lebens­la­ge lebens­fä­hig ist. Oft ist und bleibt der klas­si­sche Schal­ter bes­ser. Bis 2022 las­sen sich viel­leicht sogar Büro­klam­mern per App steu­ern.

Kabellose Energieversorgung

(Laden von Smart­pho­ne & Co. durch Induk­ti­on)

Sehr prak­tisch und ein­fach zu bedie­nen. In naher Zukunft des­we­gen flä­chen­de­ckend eta­bliert. Jetzt, wo Apple dem Wire­less Power Con­sor­ti­um und damit der Qi-Lade­tech­nik bei­getre­ten ist, kommt sie bin­nen drei Jah­ren. Nie wie­der Kabel­sa­lat! Wird sich bis 2022 weit­ge­hend durch­ge­setzt haben. Ein Strom­ka­bel bis zum Abneh­mer wird aber wei­ter­hin nötig blei­ben.

Papierloses Büro

(Visi­on von 1973 aus dem Palo Alto Rese­arch Cen­ter)

Auch 2022 noch sehr unwahr­schein­lich. Der Ver­brauch wird aber merk­lich abneh­men. Papier wird immer mehr zum Luxus­ar­ti­kel, bei­spiels­wei­se für Geschäfts­brie­fe an beson­de­re Kun­den etc. Papier­lo­ser wird es wer­den. 2030 wer­den E-Mails kaum noch aus­ge­druckt wer­den. Für beson­ders Wich­ti­ges oder beson­ders Spon­ta­nes (schnel­le Notiz) wird Papier blei­ben. No way! Aktu­ell sol­len 70 Pro­zent über­wie­gend digi­tal arbei­ten, 23 Pro­zent sehr viel dru­cken. 2022 wer­den es 90 bzw. fünf Pro­zent sein. Kom­plett papier­los wir es nicht vor 2050.

Fotos: Illing & Voss­beck Foto­gra­fie