Das Emo­ti­con, umgangs­sprach­lich als Smi­ley bezeich­net, gibt es seit 1982. Das @-Zeichen, auch Klam­mer­af­fe genannt, ist dage­gen viel älter. Es wur­de bereits im 16. Jahr­hun­dert von Ita­lie­nern genutzt.

Mittlerweile auch im Museum of Modern Art (MoMA) in New York – das @-Zeichen.

Mitt­ler­wei­le auch im Muse­um of Modern Art (MoMA) in New York – das @-Zeichen.

Die ers­te hand­schrift­li­che Auf­zeich­nung des @-Zeichens wird von Wis­sen­schaft­lern auf das Jahr 1536 datiert. Man ent­deck­te es in einem Brief des ita­lie­ni­schen Händ­lers Fran­ces­co Lapi vom 4. Mai 1536. Das Zei­chen dien­te als Kurz­form für „Ampho­re“, was in der dama­li­gen Han­dels­spra­che etwa 15 Liter Flüs­sig­keit beschrieb. 1885 fand sich das Zei­chen dann bereits auf ame­ri­ka­ni­schen Schreib­ma­schi­nen und stand kom­mer­zi­ell für „zum Preis von“. Im Zuge der Erfin­dung der E-Mail wur­de zu Beginn der 1970er dann nach einem noch unbe­nutz­ten Zei­chen im Schrift­satz ame­ri­ka­ni­scher Fern­schrei­ber (ASCII-Code) gesucht, das zwi­schen Benut­zer und Rech­ner­na­me gesetzt wer­den konn­te, um auf die­se Wei­se die bei­den Namen ein­deu­tig von­ein­an­der abzu­tren­nen.

Der Klammeraffe wird Standard

1973 wur­de der Klam­mer­af­fe zur Stan­dard­syn­tax, um E-Mails zu adres­sie­ren: user@host. Beson­de­re Ehre wur­de dem @-Zeichen 2010 zuteil, als das Muse­um of Modern Art (MoMA) in New York bekannt gab, das Zei­chen in den Bestand des Muse­ums auf­zu­neh­men. Begrün­dung: Es gel­te als Design­mei­len­stein und müs­se daher ent­spre­chend gewür­digt wer­den. Für 2014 wird die Zahl der welt­weit akti­ven E-Mail-Accounts auf rund 3,85 Mil­li­ar­den geschätzt, alle mit einer Gemein­sam­keit – dem Klam­mer­af­fen in der Adres­se.

1982: Das Smiley ist geboren

Erst 30 Jah­re alt ist dage­gen das Smi­ley, das eigent­lich Emo­ti­con heißt. Die­ser Begriff geht auf eine Ver­bin­dung der bei­den eng­li­schen Wör­ter „emo­ti­on“ (Gefühl) und „icon“ (Zei­chen) zurück. Das Emo­ti­con ist also ein Zei­chen, das ein Gefühl aus­drückt. Hat das Emo­ti­con es heut­zu­ta­ge sogar in die Welt der Geschäfts-E-Mails geschafft, rät der Erfin­der des Zei­chens, Scott E. Fahl­man, aber zum eher spar­sa­men Umgang mit ihm. Die Wur­zeln des Smi­leys lie­gen in den USA, genau­er gesagt im „Bul­le­tin Board“ der Car­ne­gie Mel­lon Uni­ver­si­ty in Pitts­burgh. Fahl­man war dort Infor­ma­ti­ker und schlug in einem sol­chen „Bul­le­tin Board“ – ein Vor­läu­fer der heu­ti­gen Chats und Blogs – das Zei­chen : -) vor. Es soll­te dafür sor­gen, dass Leser ent­zif­fern kön­nen, ob ein Bei­trag z. B. iro­nisch gemeint sei. Durch Kom­men­ta­re ein­zel­ner Nut­zer, die in sol­chen Boards mit­ein­an­der kom­mu­ni­zier­ten, soll­te dies etwai­ge Miss­ver­ständ­nis­se ver­mei­den.

Das Smiley heute

Heut­zu­ta­ge ist das Smi­ley bei­na­he über­all zu fin­den. Kri­ti­ker bemer­ken, dass sei­ne infla­tio­nä­re Ver­wen­dung nichts mehr mit der Erei­gent­li­chen Absicht zu tun hat, näm­lich eine Stim­mung mög­lichst uni­ver­sell ande­ren klar zu machen. Zudem wird kri­ti­siert, dass vie­le Pro­gram­me schon die Tas­ten­kom­bi­na­ti­on in run­de Gesich­ter umwan­deln und so die ursprüng­li­che Idee, mit einer ein­fa­chen Tas­ten­kom­bi­na­ti­on eine Stim­mung aus­zu­drü­cken, unter­lau­fen wird. So wur­den im Lau­fe der Zeit die ver­rück­tes­ten Smi­leys erfun­den, die mit dem Aus­druck einer Stim­mung nur noch recht wenig zu tun haben– hier eine klei­ne Aus­wahl:

<:-) dum­me Fra­ge
8 -) Bril­len­trä­ger
=|:)= Por­trät von Abra­ham Lin­coln
=:-( Punk-Rocker lächeln nicht
O-) Tau­cher
:{) Schnau­zer
:-{} Lip­pen­stift
:—–) Nut­zer lügt bes­ser als Pinoc­chio
@}-‘-,-‘-,— Rose
$-) Bill Gates
O:-) unschul­dig sein
:::::: Heu­te wohl unra­siert!