Von der Erfin­dung der Braun‘schen Röh­re über die „beige Box“ bis hin zum High-End-LC-Dis­play: Die Ent­wick­lung des Büro­mo­ni­tors ist lang und inno­va­tiv. Eine Rei­se ent­lang der Mei­len­stei­ne.

Office-Monitor: Ende der 90er: Ein ganz früher Flachbildschirm von Acer im 19-Zoll-Format.

Ende der 90er: Ein ganz frü­her Flach­bild­schirm von Acer im 19-Zoll-For­mat.

Office-Monitor: Inklusive „Soundsystem“ präsentiert sich dieser Philips-Monitor aus dem Jahr 2003.

Inklu­si­ve „Sound­sys­tem“ prä­sen­tiert sich die­ser Phil­ips-Moni­tor aus dem Jahr 2003.

Office-Monitor: Der ADM-3A aus dem Jahr 1976 zählt zu den ersten Computer-Terminals. Er hatte einen 12-Zoll-Monochrombildschirm.

Der ADM-3A aus dem Jahr 1976 zählt zu den ers­ten Com­pu­ter-Ter­mi­nals. Er hat­te einen 12-Zoll-Mono­chrom­bild­schirm.

Die Erfin­dung der Braun‘schen Röh­re im Jahr 1897 leg­te neben der Ent­wick­lung des Fern­seh­ge­räts den Grund­stein für den Büro­mo­ni­tor. Doch war Fer­di­nand Braun zu Beginn sei­ner Erfin­dung über­haupt nicht klar, dass er mit der Katho­den­strahl­röh­re eine Tech­nik schuf, mit der sich Bil­der auf einer Anzei­ge­flä­che dar­stel­len lie­ßen. Dies gelang erst Max Dieck­mann, als er 1906 die 1885 ent­wi­ckel­te Nip­kow-Schei­be, ein Patent des Ber­li­ners Paul Nip­kow, mit der Braun’schen Röh­re kom­bi­nier­te. Nip­kows Spi­ral­lo­ch­schei­be hat­te 24 Löcher, die ein Bild mit 24 Zei­len schrei­ben, Bil­der in Hell-Dun­kel-Signa­le zer­le­gen und wie­der zusam­men­set­zen konn­te. Die Anfän­ge waren gemacht, doch for­cier­te erst die Ent­wick­lung des Com­pu­ters die Wei­ter­ent­wick­lung der Dis­play­tech­nik.

Die Anfänge des Büromonitors

Zu Beginn der 1960er-Jah­re erfan­den Inge­nieu­re eine Tech­nik, mit der sich Katho­den­strah­len als „vir­tu­el­les Papier“ in einem vir­tu­el­ler Tele­prin­ter genann­ten Bild­schirm dar­stel­len lie­ßen. Dies wur­de zur wich­tigs­ten Anzei­ge­tech­no­lo­gie bis Mit­te der 1970er, sie kos­te­te damals aber ein Ver­mö­gen. Ver­schie­de­ne  kos­ten­güns­ti­ge­re Mög­lich­kei­ten schu­fen fast zeit­gleich der Apple-Ent­wick­ler Ste­ve Woz­ni­ak und der Com­pu­ter­in­ge­nieur Lee Fel­sen­stein. Woz­ni­ak bau­te güns­ti­ge Video­ter­mi­nals als Dis­plays in den ers­ten Apple-Com­pu­ter Apple I ein, und Fel­sen­stein schuf den Sol-20 für die „Pro­ces­sor Tech­no­lo­gy Cor­po­ra­ti­on“. Bei­de leg­ten damit einen wei­te­ren Grund­stein der moder­nen Dis­play­tech­no­lo­gie. Jedoch unter­stütz­ten die meis­ten Model­le die­ser Art bis in die 1980er Jah­re ledig­lich die Dar­stel­lung eines schwarz-wei­ßen Texts. 1976 gal­ten sie jedoch als die ers­ten fabrik­ge­fer­tig­ten Dis­plays für Com­pu­ter.

Röhrenmonitore

Bis Ende des 20. Jahr­hun­derts beherrsch­ten dann Röh­ren­mo­ni­to­re die Büros. Die Grün­de hier­für lie­gen zum einen in der für dama­li­ge Ver­hält­nis­se sehr guten Bild­qua­li­tät und -hel­lig­keit. Zum ande­ren waren sie kos­ten­güns­tig in der Her­stel­lung, konn­ten Inhal­te in Far­be dar­stel­len, waren mit VGA-Stan­dard aus­ge­stat­tet und Mul­ti­sync-fähig. Sie konn­ten sich also auto­ma­tisch auf ver­schie­de­ne hori­zon­ta­le Fre­quen­zen syn­chro­ni­sie­ren und waren des­halb uni­ver­sell ein­setz­bar. Zusätz­lich pro­bier­ten die Her­stel­ler ver­schie­de­ne Moni­tor­grö­ßen aus: zwi­schen 14 und 21 Zoll, in 4:3 oder Breit­bild. Ab Ende der Neun­zi­ger kamen dann die fla­chen LC-Dis­plays auf den Markt.

Von der Röhre zum Kristall: LCDs als Büromonitor

Obwohl schon in den 1960ern Flüs­sig­kris­tal­le in Taschen­rech­nern und Arm­band­uh­ren ver­wen­det wur­den, zog die LCD-Tech­nik erst spät in den Büro­mo­ni­tor ein. Als Resul­tat enstan­den spar­sa­me, leich­te und dün­ne Dis­plays. Ab etwa 2001 setz­te ein Boom bei den Flach­bild­schir­men ein. Zunächst wur­den mit pas­si­ver Matrix ange­steu­er­te, schlecht aus­ge­leuch­te­te LCDs ange­bo­ten. Heu­te ver­fü­gen die Dis­plays über eine exzel­len­te Farb­dar­stel­lung und erstaun­li­che Blick­win­kel­sta­bi­li­tät. Trends der Gegen­wart sind Grö­ßen von mehr als 30 Zoll, 3-D-Funk­tio­na­li­tät und 4K-Tech­no­lo­gie – Rei­se­ziel: unbe­kannt.