Die Idee, Brie­fe mit einem vor­ab bezahl­ten Ver­sand­por­to zu ver­se­hen, gibt es seit Mit­te des 19. Jahr­hun­derts. Inzwi­schen ist die Brief­mar­ke aus dem Pri­vat- und Geschäfts­ver­kehr nicht mehr weg­zu­den­ken.

Die legen­dä­re „One Pen­ny Black" mit dem Pro­fil der Queen. Foto: bp.blogspot.com

Ein älte­res Bei­spiel für digi­ta­les Fran­kie­ren: Vario IT von Tele­frank.

Die Grund­idee der Brief­mar­ke war, das Por­to als Pre­paid-Zah­lung vom Absen­der ein­zu­zie­hen. 1838 reich­te der schot­ti­sche Buch­händ­ler James Chal­mers den Vor­schlag ein, Brief­mar­ken ein­zu­füh­ren. Die­ser wur­de wahr­schein­lich von Sir Row­land Hill, der mit der Refor­mie­rung des bri­ti­schen Post­we­sens betraut wur­de, auf­ge­grif­fen. In jedem Fall gilt er heu­te als Urhe­ber der Brief­mar­ke. Die ers­te auf­kleb­ba­re Brief­mar­ke wur­de ab dem 1. Mai 1840 nach den Vor­schlä­gen von Row­land Hill mit einem Wert von einem Pen­ny in Groß­bri­tan­ni­en her­aus­ge­ge­ben.

Ver­brei­tung in Deutsch­land

Die ers­te deut­sche Brief­mar­ke war der „Schwar­ze Ein­ser“. Er wur­de am 1. Novem­ber 1849 vom König­reich Bay­ern her­aus­ge­ge­ben. Ab 1870 ging man dazu über, die Mar­ken auf Bögen mit tren­nen­den Per­fo­rie­run­gen zu dru­cken, um so das Abtren­nen zu ver­ein­fa­chen. Auf die­se Wei­se kam es zum typi­schen Zahn­rand von Brief­mar­ken.

Da Brief­mar­ken auch als Geld­ersatz genutzt wer­den konn­ten, hat­ten sie sowohl in der BRD als auch in der DDR zunächst eine begrenz­te Gül­tig­keit. Erst in den 60iger Jah­ren wur­de die­se in bei­den Län­dern auf­ge­ho­ben. Zum 1. Janu­ar 1995 wur­de die staat­li­che Deut­sche Bun­des­post zur pri­va­ten Deut­schen Post Akti­en­ge­sell­schaft (DPAG). Die DPAG durf­te von nun an kei­ne eige­nen Mar­ken mehr her­aus­ge­ben, son­dern wur­de gesetz­lich ver­pflich­tet, die benö­tig­ten Brief­mar­ken vom Staat zu bezie­hen. Heu­ti­ge Brief­mar­ken wer­den nach Wei­sung des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Finan­zen her­ge­stellt und an die DPAG aus­ge­lie­fert.

Weg­fall des Brief­mo­no­pols

Brief­mar­ken der DPAG sind umsatz­steu­er­frei, da die­se eine (bis 31.12.2007 befris­te­te) Exklu­siv­li­zenz für Brie­fe unter 50 g besaß und des­halb auch als ein­zi­ges Unter­neh­men einen flä­chen­de­cken­den Dienst anbie­ten muss­te. Obwohl nach dem Aus­lau­fen der Lizenz und dem Fall des Brief­mo­no­pols die­se Vor­aus­set­zun­gen nicht mehr gege­ben waren, wur­de das Steu­er­pri­vi­leg noch bis 30. Juni 2010 bei­be­hal­ten. Am 1. Juli 2010 fiel die­ses dann im Geschäfts­kun­den­be­reich, wäh­rend gleich­zei­tig die Post-Kon­kur­ren­ten im Pri­vat­kun­den­be­reich von der Umsatz­steu­er befreit wur­den, sofern sie ihre Diens­te flä­chen­de­ckend anbo­ten.

Brief­mar­ke heu­te

Seit Sep­tem­ber 2008 kann das Brief­por­to bei der DPAG als soge­nann­te Inter­net­mar­ke auch online erwor­ben und bezahlt wer­den – ohne Soft­ware-Instal­la­ti­on und ohne Min­dest­stück­zahl. Die Inter­net­mar­ke wird als maschi­nen­les­ba­rer Bar­code vom Kun­den aus­ge­druckt und auf die Sen­dung gebracht. Die Inter­net­mar­ke löst die Fran­kie­rung mit der Soft­ware STAMPIT ab, mit der es von 2001 bis 2011 mög­lich war, Post­wert­zei­chen aus dem Inter­net aus­zu­dru­cken. Für Geschäfts­kun­den gibt es seit 2004 die Brief-Por­tie­rung mit Fran­kit. Die­se digi­ta­le Fran­kier­tech­no­lo­gie der DPAG ist ver­bun­den mit der Ein­füh­rung digi­ta­ler Fran­kier­ma­schi­nen (bis­her von fünf Anbie­tern).

Seit Ende 2008 gibt es auch ein Han­dy­por­to. Per SMS an oder Anruf bei der DPAG kann die­ses geor­dert wer­den. Es kommt dann als 12-stel­li­ge Num­mer per SMS und wird anschlie­ßend ein­fach per Hand in das Fran­kier­feld geschrie­ben. Die Abrech­nung erfolgt mit der Mobil­funk­rech­nung.