Vor 25 Jah­ren, am 13. Novem­ber 1990, schal­te­te der bri­ti­sche Phy­si­ker Tim Ber­ners-Lee am Euro­päi­schen Kern­for­schungs­in­sti­tut CERN bei Genf die ers­te Web­sei­te „info.cern.ch“ frei. Heu­te ist die eige­ne Web­sei­te für die meis­ten Unter­neh­men selbst­ver­ständ­lich.

Am 13. Novem­ber 1990 ging die Web­sei­te „info.cern.ch“ als welt­weit ers­te online.

2003 und damit 13 Jah­re spä­ter: Die Web­sei­te sieht schon deut­lich ver­trau­ter aus.

Das his­to­ri­sche WWW-Logo, ent­wor­fen von Robert Cail­li­au. Foto: Hell Pé/Wikimedia Com­mons

Vor der Ent­wick­lung des World Wide Web war es nicht mög­lich, Infor­ma­tio­nen auf digi­ta­lem Weg struk­tu­riert und schnell zwi­schen meh­re­ren Per­so­nen aus­zu­tau­schen. Damit stand Ber­ners-Lee 1989 vor einem Pro­blem, denn von den 7.000 Mit­ar­bei­tern des CERN wuss­te kaum einer, wer gera­de an wel­chem Pro­jekt arbei­te­te. Zwar gab es schon seit 1964 ers­te Ansät­ze des Inter­nets – etwa die Ver­net­zung eini­ger Rech­ner zur mili­tä­ri­schen Nut­zung, aber von sei­ner umfas­sen­den Funk­tio­na­li­tät, wie wir sie heu­te ken­nen, war es damals noch weit ent­fernt.

Der Durch­bruch

Die Lösung gelang Ber­ners-Lee 1989, indem er ein Pro­gramm ent­wi­ckel­te, mit dem Daten in ande­ren Rech­nern auf­find­bar und dadurch Ver­lin­kun­gen zwi­schen ihnen mög­lich wur­den. Der Name des Pro­gramms: World Wide Web (WWW). Des­sen Kern stell­ten Doku­men­te dar, die durch Hyper­links mit­ein­an­der ver­knüpft waren – frü­he Ver­sio­nen der Web­sei­te also. Neben der E-Mail, die schon 1972 ent­wi­ckelt wur­de, war nun ein wei­te­rer Dienst für den Infor­ma­ti­ons­aus­tausch im Inter­net vor­han­den. Kurz dar­auf erfolg­te die kom­mer­zi­el­le Frei­ga­be des Inter­nets, und die Zahl der ver­netz­ten Rech­ner stieg rasant an. 1991 ver­öf­fent­lich­te Ber­ners-Lee die Hyper­text Mark­up Lan­guage (HTML), wel­che der Pro­gram­mie­rung ver­link­ba­rer Inter­net­sei­ten dient und auch heu­te noch die Grund­la­ge von vie­len Web­sei­ten dar­stellt. Auch ande­re Stan­dards des WWW wur­den von ihm ent­wi­ckelt: der ers­te Web-Brow­ser eben­so wie das Netz­werk­pro­to­koll HTTP.

Auf­bau einer Web­sei­te

Die grund­le­gen­de Struk­tur einer Web­sei­te hat sich bis heu­te nicht wesent­lich ver­än­dert. Sie besteht aus geord­ne­tem Text, in den Bil­der und ande­re Mul­ti­me­dia­ele­men­te ein­ge­bun­den wer­den kön­nen. Ihr wesent­li­ches Merk­mal sind die ent­hal­te­nen Ver­wei­se auf ande­re Web­sei­ten, die Hyper­links. Gemein­sam bil­den sie den Hyper­text. In die­sem hat jedes Doku­ment eine Adres­se (URL), über die es in einem Web­brow­ser auf­ge­ru­fen wer­den kann. Die Web­sei­ten wer­den mit­tels des Über­tra­gungs­pro­to­kolls HTTP aus dem WWW in den Brow­ser gela­den.

Ver­än­de­run­gen

Die Wei­ter­ent­wick­lung der Tech­nik – etwa leis­tungs­fä­hi­ge­re Rech­ner oder schnel­le­re Daten­über­tra­gungs­ra­ten – haben auch das Erschei­nungs­bild und den mög­li­chen Inhalt der Web­sei­te stark ver­än­dert. So las­sen sich heu­te nicht nur sta­ti­sche, son­dern auch dyna­mi­sche Inhal­te dar­stel­len. Letz­te­re wer­den erst im Moment der Anfor­de­rung erzeugt, meist auf dem Ergeb­nis einer Daten­bank­ab­fra­ge. Das ist dann sinn­voll, wenn eine Web­sei­te sehr aktu­el­le Infor­ma­tio­nen wie Bör­sen­kur­se ent­hal­ten soll.

Die Nut­zer gestal­ten mit

Mit dem Web 2.0 wur­den ab der Jahr­tau­send­wen­de Web­sei­ten popu­lär, deren Inhalt der Nut­zer nicht nur pas­siv anse­hen, son­dern selbst gestal­ten kann. Dazu zäh­len Blogs, Sei­ten nach dem Wiki-Prin­zip oder Sozia­le Netz­wer­ke. Zudem haben sich der Auf­wand und das nöti­ge Know-how zum Erstel­len einer Web­sei­te deut­lich ver­rin­gert. Mitt­ler­wei­le gibt es Bau­käs­ten, mit denen auch Pri­vat­per­so­nen oder klei­ne Unter­neh­men ein­fach, güns­tig und ohne umfas­sen­de HTML-Kennt­nis­se Web­sei­ten gestal­ten kön­nen.