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Office-History: Die Geschichte von Heftgerät und Locher

Wo es Papier gibt im Büro, da braucht es wohl auch wei­ter­hin Heft­ge­rät und Locher. Im Ver­gleich zu ande­ren Stan­dard-Arbeits­mit­teln gibt es die­se Docu­ment-Finis­her noch gar nicht so lang.

Der Frog – aus Stahl­blech sowie mit far­big lackier­ter Basis und Kap­pe – hat­te auf jeder Sei­te ein Sicht­loch, das an Frosch­au­gen erin­ner­te. Abbil­dung: Sax

Bei einem Heft­ge­rät nutzt man Heft­klam­mern, um meh­re­re Blät­ter aus Papier anein­an­der­zu­hef­ten. Die­se bestehen aus ver­kup­fer­tem oder ver­zink­tem Stahl und sind in ver­schie­de­nen Aus­füh­run­gen und Grö­ßen erhält­lich. Aller­dings ist nur die Aus­füh­rung 24/6 durch die DIN 7405 genormt. In Deutsch­land wird das Heft­ge­rät all­tags­sprach­lich Tacker genannt, in Öster­reich Klam­mer­ma­schi­ne und in der Schweiz Bos­titch, ange­lehnt an den gleich­na­mi­gen US-ame­ri­ka­ni­schen Hersteller.

Vom Heften

Die bei­den Schen­kel der Klam­mer wer­den durch das Papier gedrückt, bis sie auf Füh­run­gen im Amboss tref­fen, von denen sie umge­bo­gen wer­den. Man unter­schei­det zwi­schen geschlos­se­nem (Schen­kel nach innen) und offe­nem Hef­ten (Schen­kel nach außen). Bei vie­len Hef­tern kann zwi­schen die­sen Modi gewech­selt wer­den, indem man die Klam­mer­füh­rungs­plat­te im Amboss des Hef­ters dreht. Die­se Mög­lich­keit ist aller­dings kaum bekannt. Meis­tens wird das geschlos­se­ne Hef­ten angewandt.

Der ers­te über­lie­fer­te Hef­ter war eine Heft­ma­schi­ne bzw. ein Befes­ti­ger am Hofe des fran­zö­si­schen Königs Lud­wig XV., Anfang des 18. Jahr­hun­derts. Jede Heft­klam­mer war hand­ge­macht und mit dem Abzei­chen des könig­li­chen Gerichts beschriftet.

Erste Patente

Im 19. Jahr­hun­dert, im Juli 1866, erhielt Geor­ge W. McGill das US-Patent für eine klei­ne, bieg­sa­me, maschi­nell her­stell­ba­re Heft­klam­mer, den Vor­gän­ger der moder­nen Heft­klam­mer. Im August 1867 bekam er schon das nächs­te Patent für eine „Pres­se“, mit der die Heft­klam­mern in das Papier hin­ein­ge­drückt wer­den konn­ten. Nach eini­gen Jah­ren der Wei­ter­ent­wick­lung konn­te McGill schließ­lich 1879 das Patent für ein Ein­zel-Heft­klam­mer-Gerät anmel­den. Die­ses Gerät wog über ein Kilo­gramm und konn­te jeweils eine ein­zel­ne Draht-Heft­klam­mer durch meh­re­re Papier­blät­ter drü­cken. McGills Kon­kur­rent Hen­ry Heyl ließ aller­dings umge­hend ein leich­te­res, all­tags­ge­bräuch­li­ches Gerät paten­tie­ren. Heu­te wird oft er für den Erfin­der gehalten.

In den nächs­ten Jah­ren wur­den die Heft­ge­rä­te immer hand­li­cher. Der Mit­te des 20. Jahr­hun­derts von der öster­rei­chi­schen Fir­ma Sax ent­wi­ckel­te Frog 400 kommt den heu­te gebräuch­li­chen Model­len in Hand­ha­bung und Aus­se­hen schon recht nahe.

Der Locher wurde von Friedrich Soennecken erfunden. Abbildung: Soennecken

Der Locher wur­de von Fried­rich Soen­ne­cken erfun­den. Abbil­dung: Soennecken

Vom Lochen

Ein Locher (oder Per­fo­ra­tor) stanzt in einem defi­nier­ten Abstand Löcher in den Rand von Papier­bö­gen, um es in Ord­ner etc. abzu­hef­ten. Erfun­den wur­de das Gerät von Fried­rich Soen­ne­cken, kurz nach­dem er den „Brie­ford­ner“ ent­wi­ckelt hat­te, aus dem spä­ter der Akten­ord­ner wur­de. Er benö­tig­te ein Uten­sil für die ordent­li­che Abla­ge dar­in. Im Novem­ber 1886 wur­de ihm das Patent für den Papier­lo­cher erteilt. Den ers­ten Hand-Per­fo­ra­tor aus einer Seri­en­fer­ti­gung ver­kauf­te dann 1901 die Stutt­gar­ter Fir­ma Leitz. 1904 wur­de aus ihm der Doku­men­ten­lo­cher für Behör­den. 1925 wur­de er um die Mit­tel­mar­kie­rung erweitert.

Alles genormt

Der am wei­tes­ten ver­brei­te­te Stan­dard für Loch­grö­ße und -abstand ist im inter­na­tio­na­len Stan­dard ISO 838 beschrie­ben. Die Löcher haben einen Durch­mes­ser von 6±0,5 mm. Die Loch­mit­ten lie­gen 80±0,5 mm aus­ein­an­der und haben einen Abstand von 12±1 mm zur Papierkante.

In der badi­schen Jus­tiz wird ein spe­zi­el­ler badi­scher Locher ver­wen­det, mit wel­chem Akten­stü­cke an der lin­ken obe­ren Sei­te gelocht bzw. gesto­chen wer­den kön­nen. In Schwe­den gibt es das 1889 von Andre­as Teng­wall erfun­de­ne und 1890 paten­tier­te Vier­loch­sys­tem. Die USA, Kana­da, Mexi­ko und die Phil­ip­pi­nen nut­zen ein Drei­loch­sys­tem. Die­se Lochung ist im Gegen­satz zur ISO 838 nicht exakt standardisiert.

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