Heu­te ist der Tag des Posi­ti­ven Den­kens. Was das ist und wie man es erreicht? Diplom-Psy­cho­lo­gin Dr. Ilo­na Bür­gel erklärt es und schlägt eine For­mel vor, mit der sich die Chan­cen auf Posi­ti­ves Den­ken aus­rech­nen las­sen.

Es ist zur schlech­ten Gewohn­heit gewor­den, über ges­tern und mor­gen zu grü­beln und sich sogar über Din­ge Sor­gen zu machen, die noch gar nicht da sind und wahr­schein­lich nie ein­tre­ten wer­den. Foto: Pixabay

Dr. Ilo­na Bür­gel ist Diplom-Psy­cho­lo­gin und Exper­tin für Leis­tung und Wohl­be­fin­den. Sie hat es sich zur Auf­ga­be gemacht, auf­zu­zei­gen, wie der Spa­gat zwi­schen Lust auf Leis­tung und Erhalt der eige­nen Res­sour­cen in der Welt von heu­te gelin­gen kann.

Frü­her dach­te man, dass wir als opti­mis­ti­sche oder pes­si­mis­ti­sche Den­ker gebo­ren wür­den und nichts dafür könn­ten, so zu sein. Heu­te wis­sen wir, dass zu 50 Pro­zent unse­re Anla­gen bestim­men, wie leicht oder schwer es uns fällt, „gut drauf zu sein“ oder/und posi­tiv zu den­ken. Zehn Pro­zent bestim­men die Lebens­um­stän­de. Zu 40 Pro­zent haben wir es in der Hand, was wir aus unse­rem Leben machen und wie wohl wir uns füh­len. Das ist rich­tig viel. Lei­der ist es statt­des­sen zur schlech­ten Gewohn­heit gewor­den, über ges­tern und mor­gen zu grü­beln und sich sogar über Din­ge Sor­gen zu machen, die noch gar nicht da sind und wahr­schein­lich nie ein­tre­ten wer­den. Wir hän­gen dann oft­mals in nega­ti­ven Denk­schlei­fen rich­tig fest.

Hier heißt es ein­zu­grei­fen, denn unse­re Gedan­ken machen nur dann, was sie wol­len, wenn wir sie las­sen, wenn wir nicht reagie­ren.

Die Integration von beiden Seiten

Das heißt aller­dings nicht nur, die rosa­ro­te Bril­le auf­zu­set­zen. Nega­tiv erleb­te Emo­tio­nen haben selbst­ver­ständ­lich ein Berech­ti­gung und sogar eine wich­ti­ge Hin­weis­funk­ti­on. Egal ob es sich um Angst, Ärger oder Wut han­delt, die­se Gefüh­le signa­li­sie­ren, dass etwas gera­de jetzt oder all­ge­mein im Leben nicht stimmt. Des­halb wäre es kon­tra­pro­duk­tiv, sie ein­fach zu igno­rie­ren bzw. sie ganz und gar bei­sei­te­zu­schie­ben. Damit kämen wir ganz schnell in dem gro­ßen Bereich der psy­cho­so­ma­ti­schen Erkran­kun­gen an.

Wie wäre es, wenn Sie zukünf­tig ver­su­chen, sich von den vie­len schlech­ten Nach­rich­ten, die Sie täg­lich umschwir­ren, ganz ein­fach fern­zu­hal­ten? Das trifft auch auf Men­schen zu, die Ihnen nicht gut­tun, die über alles kla­gen. Nega­ti­ve Gedan­ken und Gefüh­le über­tra­gen sich und rau­ben Ihnen Ener­gie.

Aber das Gan­ze funk­tio­niert zum Glück auch in die ande­re Rich­tung. Wenn wir uns die guten Sei­ten des Lebens immer wie­der bewusst machen, und das mög­lichst täg­lich, führt dies dazu, dass wir uns gut füh­len. Mit die­sen spür­bar guten Gefüh­len kön­nen wir mehr und leich­ter Gutes schaf­fen und den Erfolg dann auch bewusst genie­ßen. Es geht uns gut, Wohl­be­fin­den stellt sich ein. So kön­nen wir den nega­ti­ven Kreis­lauf durch­bre­chen, und es geht wie bei einer Spi­ra­le immer wei­ter nach oben statt nach unten.

5 gute Ideen zum Positiven Denken

1. Den­ken Sie bewuss­ter

Machen Sie mit Ihren Gedan­ken, was Sie wol­len und nicht umge­kehrt. Das geht schon mit etwas mehr Auf­merk­sam­keit dafür, was in Ihrem Kopf los ist.

2. Gutes Leben und gutes Den­ken gehö­ren zusam­men

Fra­gen Sie sich bei allem, was Sie tun, ob das etwas Gutes ist, ob das Ihnen und/oder ande­ren etwas Gutes brin­gen kann. Steckt dahin­ter eine gute Absicht Ihrer­seits? Das trifft übri­gens nicht nur auf unser Tun, son­dern auch auf unser Den­ken zu.

3. Neh­men Sie Ihr Wohl­be­fin­den selbst in die Hand

Das ist so enorm wich­tig, weil Ihre guten Geden­ken und Gefüh­le die nega­ti­ven in ihrer Wir­kung auf Kör­per und Geist aus­glei­chen. Das heißt, wenn Sie gera­de etwas Freud­vol­les erle­ben oder etwas Schö­nes den­ken bzw. in Ihr Bewusst­sein holen, kön­nen Sie schnel­ler rege­ne­rie­ren und sind schnel­ler fit für neue Anfor­de­run­gen.

4. Ste­cken Sie die Welt mit Ihrer posi­ti­ven Stim­mung an

Eine posi­ti­ve Stim­mung erleich­tert uns die Wahr­neh­mung ande­rer posi­ti­ver Din­ge. So kann ein posi­ti­ver Kreis­lauf ent­ste­hen. Je mehr dabei mit­ma­chen, umso schö­ner und leich­ter.

5. Schät­zen Sie alles, was Sie haben

Eine Arbeit, ein Part­ner, eine gute Gesund­heit, alles scheint ganz selbst­ver­ständ­lich zu sein, bis …, ja, bis sie uns abhan­den­kom­men. Unser Gehirn passt sich an Gutes, an Gewohn­tes, schnell an. Den Wert für uns spü­ren wir erst, wenn Ver­lust droht, wenn etwas davon plötz­lich nicht mehr da ist. Auch hier lohnt es sich, den Fokus umzu­stel­len auf das, was wir haben, solan­ge wir es haben.

Rechnen Sie Ihre Chancen aus

Erin­nern Sie sich noch an den Mathe­ma­tik­un­ter­richt und an das The­ma Divi­si­on? Je klei­ner der Nen­ner (unter dem Bruch­strich) oder je grö­ßer der Zäh­ler (über dem Bruch­strich), umso grö­ßer wird das Ergeb­nis. Es hat mir Spaß gemacht, auf die­ser Grund­la­ge eine For­mel zum Posi­ti­ven Den­ken zu ent­wi­ckeln. Damit kön­nen Sie sich tes­ten: Gibt es Ein­flüs­se, Vor­aus­set­zun­gen, Ent­schei­dun­gen oder ande­res, die Ihnen das posi­ti­ve Den­ken in Zukunft leich­ter machen?

Posi­ti­ves Den­ken = (Ent­schei­dung + Absicht + Dran­blei­ben + Spra­che + Dank­bar­keit + Bewusst­sein + Men­schen + Gewohn­hei­ten) : (Anla­ge + Kör­per+ Erwar­tun­gen + Umstän­de)

Spie­len Sie ruhig ein­mal ver­schie­de­ne Vari­an­ten durch. Geben Sie jedem Wert, der Sie beein­flusst oder um den Sie sich küm­mern, eine 1, allen ande­ren eine 0.