Bremst Tech­nik die Pro­duk­ti­vi­tät aus? Office-Worker in Deutsch­land ver­wen­den ledig­lich 45 Pro­zent ihrer Arbeits­zeit für ihre Kern­auf­ga­ben, lau­tet ein zen­tra­les Ergeb­nis der Stu­die „Sta­te of Work“. Die Rest­zeit wer­de mit E-Mail-Kor­re­spon­denz und unpro­duk­ti­ven Bespre­chun­gen ver­schwen­det.

Technik soll die Arbeit erleichtern. Laut einer aktuellen Umfrage schafft sie das aber nicht immer. Abbildung: Andreas Palmer/Unsplash

Tech­nik soll die Arbeit erleich­tern. Laut einer aktu­el­len Umfra­ge schafft sie das aber nicht immer. Abbil­dung: Andre­as Palmer/Unsplash

Für die von dem Soft­ware-Unter­neh­men Work­front in Auf­trag gege­be­ne Stu­die wur­den 750 Arbeit­neh­mer in Deutsch­land zu ihren täg­li­chen Arbeits­auf­ga­ben sowie zum Ein­satz digi­ta­ler Tech­nik in ihrem Unter­neh­men befragt. Her­aus­ge­kom­men ist, dass digi­ta­le Werk­zeu­ge durch­aus die Pro­duk­ti­vi­tät beein­träch­ti­gen kön­nen. Im Schnitt 13,9-mal pro Tag wer­den die Befrag­ten von digi­ta­len Tools in ihrem Work­flow unter­bro­chen.

Digitale Führung wird angemahnt

Laut den Initia­to­ren der Stu­die soll­ten Unter­neh­men stra­te­gi­scher bei ihren Tech­no­lo­gie-Ent­schei­dun­gen agie­ren: Denn obwohl euro­päi­sche Unter­neh­men vie­le Mil­li­ar­den Euro für Initia­ti­ven zur digi­ta­len Trans­for­ma­ti­on aus­ge­ge­ben haben, tra­gen die­se Bemü­hun­gen nicht immer dazu bei, dass Mit­ar­bei­ter pro­duk­ti­ver oder enga­gier­ter wer­den. 35 Pro­zent der Teil­neh­mer der Work­front-Stu­die gaben an, dass die Anzahl der bei der Arbeit ver­wen­de­ten digi­ta­len Tools ihre Pro­duk­ti­vi­tät sogar ver­rin­gern wür­de. Aller­dings geht etwa ein Drit­tel (30 Pro­zent) davon aus, dass ihr Pro­duk­ti­vi­täts­ver­lust auf ver­al­te­te Tech­no­lo­gien am Arbeits­platz zurück­zu­füh­ren ist. Dabei ist der Beleg­schaft laut den Ergeb­nis­sen der Stu­die durch­aus bewusst, dass Tech­nik im Zusam­men­spiel mit einer rich­ti­gen Füh­rungs­kul­tur zu bes­se­ren Arbeits­er­geb­nis­sen füh­ren kann. 67 Pro­zent der Stu­di­en­teil­neh­mer hal­ten des­halb einen „Chief Work Offi­cer“ für ent­schei­dend.

Digitale Tools mit einfacher Bedienbarkeit

Die in der Stu­die Befrag­ten wis­sen die Vor­tei­le einer rich­tig ein­ge­setz­ten Tech­nik durch­aus zu schät­zen. Nahe­zu alle befrag­ten Arbeit­neh­mer (91 Pro­zent) gaben an, sich moder­ne Tech­no­lo­gien zu wün­schen. Die Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fung mit und zu die­sen Tech­no­lo­gien sol­le aber genau­so leicht von­stat­ten­ge­hen wie mit Goog­le, mein­ten über­wäl­ti­gen­de 94 Pro­zent. 81 Pro­zent der Stu­di­en­teil­neh­mer haben zudem die Ver­mu­tung geäu­ßert, dass die Mit­ar­bei­ter der nächs­ten Genera­ti­on Arbeits­platz­tech­no­lo­gien erwar­ten, die in ihrer Nutz­bar­keit Ama­zon und Insta­gram ähneln, da dies die Pro­duk­ti­vi­tät erhö­hen kön­ne.

Arbeiten mit Sinn und Befriedigung

Wenn­gleich die Stu­di­en­ergeb­nis­se zei­gen, dass Office-Worker in Deutsch­land unge­fähr die Hälf­te ihres Arbeits­ta­ges mit orga­ni­sa­to­ri­schen Auf­ga­ben ver­schwen­den, anstatt sich mit ihren Kern­auf­ga­ben zu beschäf­ti­gen, ist der Groß­teil (91 Pro­zent) den­noch stolz auf die eige­ne Arbeits­leis­tung. In die­sem Zusam­men­hang wird die eige­ne Rol­le im Unter­neh­men von einer gro­ßen Mehr­heit (89 Pro­zent) als wich­tig emp­fun­den. Zudem waren 78 Pro­zent der Befrag­ten der Mei­nung, dass Arbeit mehr als nur ein Gehalt sein soll­te. Der ent­schei­den­de Punkt ist laut den Initia­to­ren der Stu­die, dass 65 Pro­zent der Befrag­ten sich gewünscht hät­ten, eher für ihre tat­säch­li­chen Leis­tun­gen belohnt und wert­ge­schätzt zu wer­den, anstatt nur Auf­ga­ben abzu­ar­bei­ten.