Die dies­jäh­ri­ge Inte­gra­ted Sys­tems Euro­pe (ISE) war ein Trend­ba­ro­me­ter für die inter­na­tio­na­le Medi­en­tech­nik­bran­che. Mar­tin C. Wag­ner vom Bera­tungs­un­ter­neh­men macom beschreibt aktu­el­le Trends.

Die Leitmesse ISE in Amsterdam – internationale Leistungsschau der Präsentations- und Digitalisierungstechnologien für Workspaces. Abbildung: macom GmbH

Die Leit­mes­se ISE in Ams­ter­dam – inter­na­tio­na­le Leis­tungs­schau der Prä­sen­ta­ti­ons- und Digi­ta­li­sie­rungs­tech­no­lo­gi­en für Workspaces. Abbil­dung: macom GmbH

Im Bereich Uni­fied Com­mu­ni­ca­ti­on & Col­la­bo­ra­ti­on (UCC) sind die prä­sen­tier­ten Sys­te­me offe­ner und user­be­zo­ge­ner gewor­den. Es ist mitt­ler­wei­le fast schon Stan­dard, dass die Hard­ware-Her­stel­ler ihre Sys­te­me über Schnitt­stel­len für UCC-Anwen­dun­gen und Apps ande­rer Her­stel­ler öff­nen. UCC-Platt­for­men wie Cis­co-Web­ex-Teams oder Sys­tem­her­stel­ler wie Cres­tron mit sei­ner Flex-Serie inves­tie­ren in eine ein­heit­li­che User Expe­ri­ence vom Arbeits­platz bis hin zu grö­ße­ren Mee­tin­g­räu­men. Die Lizen­sie­rung läuft immer öfter pro User und nicht mehr pro Gerät. Das ver­ein­facht die Kos­ten­struk­tur. Zudem kön­nen User ihre UCC-Cli­ents ohne Zusatz­kos­ten auf meh­re­ren End­ge­rä­ten instal­lie­ren. Aller­dings ist die stei­gen­de Anzahl von Cli­ents durch die vie­len klei­nen Hudd­le-Spaces, die in Unter­neh­men ent­ste­hen, eine Her­aus­for­de­rung für Betrieb und Roll­out. Noch nicht jeder Her­stel­ler konn­te hier sinn­vol­le Lösun­gen prä­sen­tie­ren.

Interaktive Touchdisplays

Inter­es­san­te Wei­ter­ent­wick­lun­gen gab es bei den inter­ak­ti­ven Touch-Dis­plays. Für Prä­sen­ta­ti­on und Kol­la­bo­ra­ti­on sind die Dis­plays aus moder­nen Mee­tin­g­räu­men und Hudd­le-Spaces nicht mehr weg­zu­den­ken. In der Zwi­schen­zeit sind die Touch-Tech­no­lo­gi­en so weit, dass die meis­ten zwi­schen Fin­ger- und Stift­ein­ga­be unter­schei­den kön­nen. Beson­ders bei Kol­la­bo­ra­ti­ons­platt­for­men ist das von immer grö­ße­rer Bedeu­tung.

Gleich­zei­tig ist das The­ma inter­ak­ti­ve Lösun­gen sehr kom­plex gewor­den. Beson­ders auf Kol­la­bo­ra­ti­ons­an­wen­dun­gen in Unter­neh­men kann das gro­ße Aus­wir­kun­gen haben. So ist Touch nicht gleich Touch. Die Unter­schie­de lie­gen in den Bedien­kon­zep­ten und in der Qua­li­tät der Ver­ar­bei­tung. Das alles kann die Usa­bi­li­ty stark beein­flus­sen und sich auf die Nut­zer­ak­zep­tanz aus­wir­ken. Hier ist eine genaue Eva­lu­ie­rung der Hard­ware- und Soft­ware-Kom­bi­na­ti­on unab­ding­bar, beson­ders, wenn User in ihren Arbeits­wel­ten ein­heit­li­che Nut­zer­kon­zep­te und User Inter­faces erwar­ten.

Kabellose Präsentation

Die kabel­lo­se Prä­sen­ta­ti­on ist eben­falls ein Trend in vie­len Mee­tin­g­räu­men. Klei­ne Sys­te­me erset­zen dabei ein­fach die HDMI-Stre­cke zwi­schen Lap­top und Dis­play oder Bea­mer. Grö­ße­re Lösun­gen kön­nen in Raum­sys­te­me ein­ge­bun­den sein, mit Schnitt­stel­len zur Raum­bu­chung, zur Raum­tech­nik und zu AV-Manage­ment-Sys­te­men.

Wäh­rend in den ver­gan­ge­nen Jah­ren vie­le Her­stel­ler ver­sucht haben, ihre Sys­te­me mit mög­lichst vie­len Fea­tures aus­zu­stat­ten, setz­ten sie die­ses Jahr eher auf Dif­fe­ren­zie­rung. Statt auf­ge­bläh­ten Sys­te­men, mit Fea­tures, die wenig genutzt wur­den und deren Bedie­nung eine Her­aus­for­de­rung war, gab es ver­mehrt klei­ne­re Sys­te­me für spe­zi­el­le Use Cases zu sehen. Das kommt einer optisch anspre­chen­den und intui­ti­ven Bedie­nung zugu­te. Aller­dings besteht bei vie­len die­ser klei­ne­ren Sys­te­me noch Ver­bes­se­rungs­be­darf in Sachen Roll­out-Fähig­keit und Mana­ge­bar­keit von grö­ße­ren Stück­zah­len.

Martin C. Wagner

Mar­tin C. Wag­ner,
Mar­ke­ting­lei­ter,
macom Grup­pe.