Ist älte­ren Ange­stell­ten die Gesund­heit wich­ti­ger als jün­ge­ren Mit­ar­bei­tern? Ganz im Gegen­teil. Karen Wal­ken­horst von der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se erklärt, wel­che Auf­fas­sun­gen vor­herr­schen.

Viele unterschiedliche Ansichten: Ein gesundes Generationenmanagement erfordert vor allem Kommunikation. Abbildung: Pixabay

Vie­le unter­schied­li­che Ansich­ten: Ein gesun­des Genera­tio­nen­ma­nage­ment erfor­dert vor allem Kom­mu­ni­ka­ti­on. Abbil­dung: Pixabay

Kom­ple­xe­re Anfor­de­run­gen an die Beschäf­tig­ten brin­gen auch neue Fra­ge­stel­lun­gen für das Gesund­heits­ma­nage­ment mit sich. Wich­tig ist vor allem ein gesun­des Genera­tio­nen­ma­nage­ment, das den Lebens­ent­wür­fen der bis zu vier ver­schie­de­nen Mit­ar­bei­ter­ge­nera­tio­nen gerecht wird, die der­zeit die Betrie­be am Lau­fen hal­ten. Ins­be­son­de­re die jüngs­te Beschäf­tig­ten­ge­nera­ti­on legt wie­der mehr Wert auf Struk­tu­ren und eine Tren­nung von Arbeit und Pri­va­tem.

Generation im Überblick

Die größ­te Beschäf­tig­ten­grup­pe ist heu­te zugleich die Ältes­te: die bis Mit­te der 1960er Jah­re Gebo­re­nen, die soge­nann­ten Baby­boo­mer. Der Beruf hat – nicht nur aus Sta­tus­grün­den – einen hohen Stel­len­wert, Hier­ar­chi­en spie­len eine gro­ße Rol­le. Gear­bei­tet wird Nine-to-Five. Gesund­heit und Lebens­stil sind für sie Pri­vat­sa­che.

Die fol­gen­de Genera­ti­on, die Jahr­gän­ge bis Ende der 70er, von Arbeits­wis­sen­schaft­lern auch als Genera­ti­on X oder Genera­ti­on Prak­ti­kum bezeich­net, wuchs in dem Bewusst­sein auf, dass sich die Arbeits­welt nicht um sie reißt, ihnen mit Beginn der Digi­ta­li­sie­rung aber immer mehr abver­langt. Um ihre Gesund­heit küm­mert sich die Genera­ti­on X wenig, Krank­sein gilt eher als Schwä­che.

Die nächs­te Genera­ti­on, Genera­ti­on Y, ist mit der Digi­ta­li­sie­rung auf­ge­wach­sen. Arbeit ist bei den Jahr­gän­gen 1980 bis 1994 zeit- und orts­un­ab­hän­gig. Arbeit und Pri­va­tes ver­schmel­zen bei ihnen immer mehr, das Pri­va­te ist hier jedoch nicht mehr gleich­be­deu­tend mit Fami­lie. Der Beruf hat wie­der einen höhe­ren Stel­len­wert, aber eine sinn­stif­ten­de Auf­ga­be ist wich­ti­ger als Kar­rie­re. Work-Life-Balan­ce wird zur Her­aus­for­de­rung. In der Stress­stu­die der Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se (TK) gaben drei von zehn Beschäf­tig­ten an, für ihren Job stän­dig erreich­bar sein zu müs­sen. Wenn 30 Pro­zent der Arbeits­plät­ze das erfor­dern, soll­te die Unter­neh­mens­kul­tur hin­ter­fragt wer­den.

Forderung nach Struktur

Die heu­ti­gen Berufs­ein­stei­ger schei­nen das auch schon erkannt zu haben. Die Genera­ti­on Z, die ab 1995 Gebo­re­nen, unter­schei­det sich in Selbst­ver­ständ­nis und Hal­tung zur Arbeit zum Teil deut­lich von den Vor­gän­ger­ge­nera­tio­nen. Sie hält Pri­va­tes und Beruf­li­ches aus­ein­an­der und wenig von Groß­raum­bü­ros. Durch den Bolo­gna-Pro­zess haben sie im Gegen­satz zu ihren Kol­le­gen frü­he­rer Genera­tio­nen ein viel struk­tu­rier­te­res Stu­di­um absol­viert. Struk­tur und Orga­ni­sa­ti­on sind es auch, die sie jetzt von ihrem Arbeits­platz erwar­ten.

Gesundheitsbewusste Generation

Die Genera­ti­on Z ist selbst­fo­kus­sier­ter und daher auch gesund­heits­be­wuss­ter: Ihre Mit­glie­der ernäh­ren sich gesund und wenn sie krank sind, blei­ben sie zu Hau­se. Das führt dazu, dass jun­ge Beschäf­tig­te sta­tis­tisch gese­hen dop­pelt so häu­fig feh­len. Kran­ken­stands­da­ten der TK zei­gen, dass die jun­gen Beschäf­tig­ten häu­fi­ger, aber kür­zer krank­ge­schrie­ben sind. Und Prä­sen­tis­mus hilft nie­man­dem: Das Risi­ko für Feh­ler oder Unfäl­le steigt, man kann ande­re anste­cken oder Krank­hei­ten ver­schlep­pen.

Karen Walkenhorst

 

Karen Wal­ken­horst,
Per­so­nal­vor­stand,
Tech­ni­ker Kran­ken­kas­se.