Orts­un­ab­hän­gi­ge Arbeit ist ein wich­ti­ger Fak­tor bei der Neu­ge­stal­tung der Arbeits­welt: Die Anwe­sen­heit im Büro wür­de sich bei allen Mit­ar­bei­tern um 22 Pro­zent ver­rin­gern, bestün­de die Mög­lich­keit, den Arbeits­ort frei zu wäh­len. So ein zen­tra­les Ergeb­nis des Opti­ma­ze Work­place Review 2018 von Rapal.

Rapal hat unter anderem den Einfluss des Bürokonzepts auf die Mitarbeiterzufriedenheit analysiert. Abbildung: Pexels

Rapal hat unter ande­rem den Ein­fluss des Büro­kon­zepts auf die Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit ana­ly­siert. Abbil­dung: Pexels

Der obere Balken zeigt die tatsächlichen Arbeitsorte, der untere die gewünschte Verteilung zwischen mehreren Arbeitsorten. Es ist ein starker Wunsch erkennbar, im Home-Office zu arbeiten.

Der obe­re Bal­ken zeigt die tat­säch­li­chen Arbeits­or­te, der unte­re die gewünsch­te Ver­tei­lung zwi­schen meh­re­ren Arbeits­or­ten. Es ist ein star­ker Wunsch erkenn­bar, im Home-Office zu arbei­ten. Abbil­dung: Rapal Oy 2018

Kein Bürokonzept fördert signifikant zufriedenere Mitarbeiter. Die Unterschiede zwischen Activity-Based-Working-, Kombibüro-, Zellenbüro- und Open-Space-Konzepten sind kaum relevant.

Kein Büro­kon­zept för­dert signi­fi­kant zufrie­de­ne­re Mit­ar­bei­ter. Die Unter­schie­de zwi­schen Activi­ty-Based-Working-, Kom­bi­bü­ro-, Zel­len­bü­ro- und Open-Space-Kon­zep­ten sind kaum rele­vant. Abbil­dung: Rapal Oy 2018

Konzentrierte Arbeit macht fast zwei Drittel der gesamten Office-Arbeit aus, gefolgt von kollaborativer Arbeit mit 30 Prozent.

Kon­zen­trier­te Arbeit macht fast zwei Drit­tel der gesam­ten Office-Arbeit aus, gefolgt von kol­la­bo­ra­ti­ver Arbeit mit 30 Pro­zent. Abbil­dung: Rapal Oy 2018

Zum vier­ten Mal hat das fin­ni­sche Unter­neh­men für Gebäu­de- und Arbeits­platz­ma­nage­ment Rapal sei­nen Bench­mark zur Nut­zung von Büro­ar­beits­flä­chen ver­öf­fent­licht. Die Stu­die von 2018 ver­sucht, unter ande­rem Büro­kon­zep­te (Open Space, Zel­len­bü­ro etc.) und Büro­aus­stat­tung mit der Zufrie­den­heit der Mit­ar­bei­ter in Ver­bin­dung zu set­zen. Denn aus die­ser Per­spek­ti­ve las­se sich am bes­ten ermit­teln, ob orts­un­ab­hän­gi­ges, agi­les Arbei­ten und Desk-Sharing wirk­lich zu glück­li­che­ren Wis­sens­ar­bei­tern füh­ren kann. Und falls ver­bes­ser­te Kol­la­bo­ra­ti­on für höhe­re Pro­duk­ti­vi­tät und mehr Inno­va­ti­on sorgt, wel­che Fak­to­ren beein­flus­sen dann Kol­la­bo­ra­ti­on? Zur Beant­wor­tung die­ser und ähn­li­cher Fra­gen wur­den die Ergeb­nis­se von 846 Unter­su­chun­gen aus den Jah­ren 2016 und 2017 aus­ge­wer­tet. Dar­in wur­den 229 Büro­ge­bäu­de mit cir­ca 70.700 Arbeits­plät­zen ana­ly­siert. Ins­ge­samt flos­sen cir­ca 860.000 m2 Arbeits­flä­che und die Akti­vi­tä­ten von 42.200 Mit­ar­bei­tern in die Unter­su­chung ein.

Mobilität und Home-Office

Unab­hän­gig von der Art des Büros wer­den von allen Mit­ar­bei­tern rund 86 Pro­zent der Auf­ga­ben am eigent­li­chen Haupt­ar­beits­platz erle­digt und sechs Pro­zent im Home-Office. 39 Pro­zent aller Befrag­ten haben zeit­wei­se Tei­le ihre Auf­ga­ben außer­halb ihres eigent­li­chen Fir­men­sit­zes abge­ar­bei­tet. Könn­ten die Mit­ar­bei­ter ihren Arbeits­ort frei wäh­len – in Über­ein­stim­mung mit Fir­men­richt­li­ni­en und ent­spre­chen­der Aus­stat­tung –, wür­den nur noch 64 Pro­zent der Arbeits­auf­ga­ben am Haupt­ar­beits­platz erle­digt. Rund 21 Pro­zent der Mit­ar­bei­ter wür­den statt­des­sen das Home-Office wäh­len, knapp fünf Pro­zent ihre Arbeit direkt beim Kun­den erle­di­gen.

63 Pro­zent der Befrag­ten gaben an, dass sie kei­ne Mög­lich­keit haben, im Home-Office zu arbei­ten. Von den­je­ni­gen, die im Home-Office arbei­ten dür­fen, haben 83 Pro­zent an einem Arbeits­tag pro Woche zu Hau­se gear­bei­tet. Knapp 12 Pro­zent haben mehr als einen Tag pro Woche im Home-Office ver­bracht. Wenn es fir­men­in­tern mög­lich wäre, wür­den mehr als 25 Pro­zent aller Befrag­ten weni­ger als 50 Pro­zent ihrer Arbeits­zeit im ange­stamm­ten Büro ver­brin­gen.

Unterschiedliche Aktivitäten

Zwei Drit­tel der Büro­ar­beit (65 Pro­zent) besteht bei allen Befrag­ten aus kon­zen­trier­ter Ein­zel­ar­beit. Dabei spielt es kei­ne Rol­le, ob allei­ne in einem Raum gear­bei­tet wird oder zusam­men mit ande­ren Mit­ar­bei­tern (Open Space). Rund 30 Pro­zent der Arbeit ent­fal­len auf Kol­la­bo­ra­ti­on, also auf die Zusam­men­ar­beit von zwei oder mehr Per­so­nen. Jeweils zwei Pro­zent wer­den für Pau­sen und Tele­fo­nie­ren auf­ge­wen­det.

Mess­ba­re Kol­la­bo­ra­ti­on ist am häu­figs­ten in Zel­len­bü­ros beob­ach­tet wor­den: 37 Pro­zent aller Akti­vi­tä­ten kön­nen dort so bezeich­net wer­den. Wohin­ge­gen jeweils nur 28 bzw. 27 Pro­zent kol­la­bo­ra­ti­ve Arbeit in Activi­ty-Based-Working- bzw. Open-Space-Land­schaf­ten gemes­sen wur­den. Grün­de dafür könn­ten in der höhe­ren Wahr­schein­lich­keit von zufäl­li­gen Begeg­nun­gen im Open Space lie­gen und in der Mög­lich­keit, sich über Schreib­ti­sche hin­weg aus­zu­tau­schen. Die­se Art der Kol­la­bo­ra­ti­on ist im Gegen­satz zu der in Zel­len­bü­ros nicht exakt mess­bar.

Zufriedenheit vs. Bürokonzept

Die Daten zur Zufrie­den­heit der Ange­stell­ten wur­den aus­schließ­lich von den knapp 6.500 fin­ni­schen Teil­neh­mern der Stu­die erho­ben. Es hat sich gezeigt, dass, auf einer Ska­la von eins bis sechs (sechs stellt die größ­te Zufrie­den­heit dar), alle Büro­kon­zep­te zufrie­den­stel­lend für die jewei­li­gen Ange­stell­ten waren. In einer Zeit, in der agi­les Arbei­ten und Activi­ty Based Working einen extre­men Hype erle­ben, ist es aller­dings auf­schluss­reich, dass in Zel­len­bü­ros bei Zufrie­den­ar­beit, Wohl­füh­len und Effek­ti­vi­tät jeweils der Spit­zen­wert unter den vier Büro­kon­zep­ten Activi­ty Based Working, Kom­bi­bü­ro, Zel­len­bü­ro und Open Space erreicht wor­den ist.