Anfang Mai die­ses Jah­res ist das vega­ne Busi­ness­ma­ga­zin veg­co­no­mist online gegan­gen. Wir haben den Chef­re­dak­teur Peter Link gefragt, ob sich der Trend zum Vega­nen auch bald im Büro nie­der­schlägt.

Peter Link, Chef­re­dak­teur des vega­nen Busi­ness­ma­ga­zins veg­co­no­mist.

Das vega­ne Wirt­schafts­ma­ga­zin veg­co­no­mist ist seit Mai 2018 online.

Der ande­re Kon­fe­renz­keks: Die Keks­ma­nu­fak­tur Kveg­ks bie­tet bio­zer­ti­fi­zier­te, vega­ne, sozi­al­ver­ant­wort­lich her­ge­stell­te Lecke­rei­en.

Hat ähn­li­che Eigen­schaf­ten wie ech­tes Leder, ist aber kom­plett vegan: der Kork­be­zug des Loun­ge­ses­sels Kuan von SMV.

Herr Link, vegan ist in. Wird der Trend zum Veganismus auch in Büros Einzug halten?

Peter Link: Ganz sicher. Wir sehen das aktu­ell schon im angel­säch­si­schen Sprach­raum. Dort haben sich bereits etli­che Inte­ri­or Desi­gner auf die vega­ne Aus­stat­tung von Objek­ten fokus­siert. Die glo­bal ver­netz­te Grup­pe Vegan Lea­ders In Cor­po­ra­te Manage­ment treibt das The­ma „vega­ner Arbeits­platz“ mit pro­fes­sio­nel­len Kam­pa­gnen kon­se­quent vor­an. Vie­le der aktu­ell über 2.300 Mit­glie­der arbei­ten bei den For­tu­ne 500.

Aber ist das denn auch in Deutschland schon ein Thema?

Das The­ma wird in Deutsch­land immer häu­fi­ger dis­ku­tiert. Es gibt auch immer mehr – teils kräf­tig wach­sen­de – vega­ne Unter­neh­men hier. Die legen natür­lich auch Wert auf eine vega­ne Büro­aus­stat­tung. Außer­dem ent­schei­den sich vegan leben­de Frei­be­ruf­ler zuneh­mend für eine vega­ne Aus­stat­tung. Die Nach­fra­ge wird also stei­gen. Und der Druck auf Unter­neh­men wird wach­sen, für vegan leben­de Mit­ar­bei­ter eine ent­spre­chen­de Aus­stat­tung bereit­zu­stel­len.

Wo steckt denn überall Tier drin im Büro?

Leder wird häu­fig für Büro- und Kon­fe­renz­stüh­le ver­wen­det. Für Rot­tö­ne in Wand­far­ben wer­den ger­ne mal zer­mah­le­ne Läu­se genom­men. In Vor­hän­gen, Tep­pi­chen, Tep­pich­bö­den und Möbel­be­zü­gen fin­den sich tie­ri­sche Stof­fe. Tie­ri­sches steckt natür­lich auch in Spei­sen: in Kaf­fee­sah­ne, Kek­sen, Snacks und in Gerich­ten, die in Kan­ti­nen ser­viert wer­den.

Welche Alternativen gibt es?

Etli­che. Und es wer­den täg­lich mehr. Wir sehen eine span­nen­de Ent­wick­lung: Kork, Hanf, spe­zi­el­le Pil­ze, Pro­duk­te auf Erd­öl­ba­sis und Ana­nas­res­te kom­men als Alter­na­ti­ven für Bezü­ge in Betracht. Die Schuh­in­dus­trie hat längst ent­spre­chen­de Ange­bo­te. Erst jüngst hat Hugo Boss sei­nen ers­ten Ana­nas­le­der­schuh auf den Markt gebracht. Auch eini­ge gro­ße Auto­mar­ken – BMW, Mer­ce­des, Tes­la – bie­ten vegan leben­den Auto­fah­rern längst Leder­al­ter­na­ti­ven für die Sit­ze und Ver­klei­dun­gen.

Wie viele Veggies gibt es denn in Deutschland aktuell?

Die Zah­len­la­ge ist nicht ganz ein­heit­lich: Mehr als eine Mil­li­on Men­schen leben hier­zu­lan­de vegan, bis zu zehn Mil­lio­nen ins­ge­samt vege­ta­risch und vegan. Hin­zu kom­men noch 20 bis 30 Mil­lio­nen Fle­xi­ta­ri­er, die wenig Fleisch essen und für vega­ne Alter­na­ti­ven offen sind. Getrie­ben wird die vega­ne Bewe­gung übri­gens von jun­gen, exzel­lent aus­ge­bil­de­ten Mill­en­ni­al-Frau­en mit gutem Ein­kom­men. Wer als Arbeit­ge­ber die­se High Poten­ti­als für sein Unter­neh­men gewin­nen möch­te, soll­te in sei­nem Büro­um­feld kon­se­quent über vega­ne Alter­na­ti­ven nach­den­ken.

Vielen Dank für das Gespräch.