Bis sich revo­lu­tio­nä­re Tech­nik wie Vir­tu­al Rea­li­ty als ech­te Alter­na­ti­ve eta­bliert, gehö­ren klas­si­sche Moni­to­re wei­ter­hin in jedes Büro. Doch auch bei den Bild­schir­men bleibt die Ent­wick­lung nicht ste­hen.

Monitore: Curved - ein signifikanter Mehrwehrt abseits des Designs? Besonders schick ist der fast rahmenlose C27F591FDU von Samsung.

Cur­ved: ein signi­fi­kan­ter Mehr­wehrt abseits des Designs? Beson­ders schick ist der fast rah­men­lo­se C27F591FDU von Sam­sung.

Monitore: Blaues Licht - Das schädliche Spektrum liegt vor allem zwischen 410 und 450 nm. Monitore mit reduziertem Blaulichtspektrum vermeiden es weitgehend. Grafik: AOC

Blau­es Licht: Das schäd­li­che Spek­trum liegt vor allem zwi­schen 410 und 450 nm. Moni­to­re mit redu­zier­tem Blau­licht­spek­trum ver­mei­den es weit­ge­hend. Gra­fik: AOC

Monitore: Größe - Bildschirmdiagonalen von einem Meter wie beim X4071UHSU-B1 von iiyama stellen längst nicht das Ende der Fahnenstange dar.

Grö­ße: Bild­schirm­dia­go­na­len von einem Meter wie beim X4071UHSU-B1 von iiya­ma stel­len längst nicht das Ende der Fah­nen­stan­ge dar.

Monitore: UHD - Die deutlich höhere Auflösung – wie etwa beim VG2860mhl-4k von Viewsonic – sorgt für ein klareres und schärferes Bild.

UHD: Die deut­lich höhe­re Auf­lö­sung – wie etwa beim VG2860mhl-4k von View­so­nic – sorgt für ein kla­re­res und schär­fe­res Bild.

Wer täg­lich meh­re­re Stun­den am Moni­tor arbei­tet, weiß die Ver­bes­se­rung der letz­ten Jah­re zu schät­zen. Oder möch­te jemand noch fla­ckern­de Text­zei­len auf einem mono­chro­men Zehn-Zoll-Röh­ren­mo­ni­tor ent­zif­fern? Das sind gera­de ein­mal 25 Zen­ti­me­ter Bild­dia­go­na­le. Die neu­es­ten Ent­wick­lun­gen ver­spre­chen noch ange­neh­me­res und effi­zi­en­te­res Arbei­ten. Dabei spielt vor allem das bes­se­re Aus­nut­zen der mensch­li­chen Seh­fä­hig­keit eine Rol­le.

Monitortrend #1: Bilddiagonale – size matters?

Ein Trend, der seit Jah­ren anhält, aber nichts an Aktua­li­tät ein­ge­büßt hat, ist der zu immer grö­ße­ren Bild­schir­men. Im Büro­um­feld sind 24- bis 28-Zoll-Dia­go­na­len mit einem Sei­ten­län­gen­ver­hält­nis von 16:9 der momen­ta­ne Stan­dard. Die­se Grö­ßen erlau­ben es, zwei DIN-A4-Sei­ten neben­ein­an­der in Ori­gi­nal­grö­ße zu plat­zie­ren. Doch es geht auch noch deut­lich grö­ßer: iiya­ma etwa bie­tet einen bürotaug­li­chen Moni­tor mit einem Meter (40 Zoll) Bild­schirm­dia­go­na­le an. Für bestimm­te Anwen­dun­gen im Büro macht solch ein Dis­play durch­aus Sinn, etwa wenn mit gro­ßen Tabel­len, Gra­fi­ken oder meh­re­ren Pro­gramm­fens­tern gleich­zei­tig gear­bei­tet wer­den muss. Zudem kann durch Fea­tures wie Bild-in-Bild die immense Arbeits­flä­che bes­ser struk­tu­riert und für Mul­ti­tas­king­auf­ga­ben effi­zi­en­ter genutzt wer­den.

Anders als bei Fern­se­hern sitzt der Büro­an­wen­der jedoch sehr nah vor dem Bild­schirm, wodurch weni­ger Dis­play­flä­che im Blick behal­ten wer­den kann. Ein gro­ßer Moni­tor bedeu­tet daher auch, dass sich ergo­no­mi­sche Anfor­de­run­gen schwe­rer erfül­len las­sen. Denn die Bild­schirm­ober­kan­te zum Bei­spiel soll­te sich bei auf­rech­ter Sitz­hal­tung maxi­mal in Augen­hö­he befin­den, damit etwa Ver­span­nun­gen der Hals- und Schul­termus­ku­la­tur ver­hin­dert wer­den.

Monitortrend #2: Curved-Monitore – tolle Kurven?

Fast jeder Her­stel­ler hat mitt­ler­wei­le nach innen gewölb­te Moni­to­re im Port­fo­lio. Durch die­se Cur­ved-Tech­nik sol­len die Augen  ent­las­tet wer­den, da sie sich weni­ger an ver­än­der­te Sicht­ab­stän­de anpas­sen müs­sen als bei fla­chen Moni­to­ren. Ein wei­te­rer posi­ti­ver Effekt laut Her­stel­ler: Der räum­li­che­re Ein­druck, der durch die Krüm­mung erzeugt wird – ähn­lich einem leich­ten 3-D-Effekt. Ins­ge­samt wird gebo­ge­nen Moni­to­ren attes­tiert, ein ent­spann­te­res und augen­scho­nen­de­res Arbei­ten zu ermög­li­chen.

Mar­ke­ting oder ech­ter Mehr­wehrt? Die Ent­schei­dung fällt schwer, da die Wir­kung der Cur­ved-Tech­nik indi­vi­du­ell als unter­schied­lich stark emp­fun­den wird – von „ich mer­ke fast gar nichts“ bis „Wow“ ist alles dabei. Immer­hin: Etwas Schi­cke­res als einen geschwun­ge­nen Bild­schirm kann man sich momen­tan kaum auf den Büro­tisch stel­len. Ob die Cur­ved-Moni­to­re neben dem Designs noch einen signi­fi­kan­ten Mehr­wert bie­ten? Da hilft nur selbst aus­pro­bie­ren.

Monitortrend #3: Auflösung Ultra-HD – noch schärfer!

Am wei­tes­ten ver­brei­tet ist der­zeit die HD-Auf­lö­sung von 1.920 x 1.080 Pixeln. Ultra-HD-Moni­to­re (UHD) besit­zen mit 3.840 x 2.160 Pixeln eine vier­mal so hohe Auf­lö­sung. Anders als bei TV-Gerä­ten, deren Sen­der noch nicht ein­mal ein Full-HD-Voll­pro­gramm anbie­ten, stellt UHD am PC einen ech­ten Mehr­wert dar, denn mehr Auf­lö­sung bedeu­tet auch mehr Details im Bild. Um die Detail­fül­le zu erken­nen, muss ein gerin­ger Abstand zum Moni­tor vor­han­den sein, was aber bei der Büro­ar­beit ohne­hin der Fall ist. Durch die grö­ßer wer­den­den Moni­to­re fal­len gerin­ge Auf­lö­sun­gen noch deut­lich nega­ti­ver auf. Vor allem bei der Arbeit mit Text- und Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­men lernt man jeden Bild­punkt zu schät­zen, da das Schrift­bild dann deut­lich schär­fer und kla­rer ist und die Bild­punk­te auch bei gro­ßen Moni­to­ren nicht mehr ein­zeln wahr­ge­nom­men wer­den kön­nen.

Monitortrend #4: Blaulichtspektrum – no blue is the clou!

TFT-Bild­schir­me arbei­ten mit einer akti­ven Hin­ter­grund­be­leuch­tung durch wei­ße LED. Deren Licht­spek­trum hat jedoch einen sehr hohen Blau­licht­an­teil. Blau­licht besitzt eine ähn­lich kur­ze, ener­gie­rei­che Wel­len­län­ge wie UV-Licht, ist aber Teil des sicht­ba­ren Spek­trums. Es kann die Augen ähn­lich dem UV-Licht stö­ren. Typi­sche Beschwer­den sind etwa bren­nen­de, gerö­te­te Augen, mus­ku­lä­re Ver­span­nun­gen oder Kopf­schmer­zen. Ver­schie­de­ne Unter­su­chun­gen legen sogar die Ver­mu­tung nahe, dass das Blau­licht nach­hal­tig schäd­li­che Aus­wir­kun­gen haben kann, etwa auf die Maku­la. Da es zudem akti­vie­rend auf den mensch­li­chen Orga­nis­mus wirkt, stört es auch den Schlaf-Wach-Rhyth­mus.

Vie­le Her­stel­ler stat­ten des­halb ihre Moni­to­re mit Tech­ni­ken aus, die blaue Licht­an­tei­le bezie­hungs­wei­se das Blau­licht­spek­trum redu­zie­ren. So wer­den schäd­li­che Aus­wir­kun­gen wei­test­ge­hend ver­mie­den und gleich­zei­tig Farb­wie­der­ga­be und Hel­lig­keit nur gering­fü­gig beein­träch­tigt. Ein Trend, der zwar nicht so spek­ta­ku­lär daher­kommt, aber den­noch zu jedem Moni­tor im Büro gehö­ren soll­te.

Monitortrend #5: High Dynamic Range (HDR) – das nächste große Ding?

Einer der nächs­ten Dis­playt­rends könn­te mit High Dyna­mic Ran­ge (HDR) schon in den Start­lö­chern ste­hen. Gemeint sind damit nicht die bereits bekann­ten For­men aus der Ren­der- oder Foto­tech­nik. Viel­mehr soll die­ses HDR einen sehr hohen Kon­trast­um­fang sowie einen deut­lich höhe­ren Farb­raum ermög­li­chen. So las­sen sich etwa auch bei Bil­dern mit star­ken Hel­lig­keits­un­ter­schie­den alle Details beson­ders leben­dig dar­stel­len. Unter dem Strich soll sich mit HDR die Wahr­neh­mungs­fä­hig­keit des Auges viel umfas­sen­der aus­nut­zen las­sen als bis­her.

Dis­plays mit pas­sen­den Hel­lig­keits­wer­ten und hoher Farb­tie­fe könn­ten schon ab Mit­te des Jah­res auf den Markt kom­men. Den­noch bleibt wie bei allen neu­en Trends abzu­war­ten, ob sich HDR als Stan­dard eta­bliert, zumal die ers­ten Dis­plays ver­mut­lich sehr teu­er sein wer­den. Die Her­stel­ler gehen jedoch davon aus, dass sich HDR viel schnel­ler im Markt durch­set­zen wird als etwa UHD. Denn die signi­fi­kant höhe­ren Kon­tras­te und der grö­ße­re Farb­raum haben einen deut­lich grö­ße­ren Effekt auf die Bild­qua­li­tät als die gestei­ger­te Auf­lö­sung. Das lässt sich aller­dings ohne die pas­sen­den Moni­to­re bis­lang noch nicht wirk­lich prü­fen. Glas­ku­gel Ende.