Die gro­ße Büro­ein­rich­tungs­mes­se Orga­tec ist vor­über. Die Stim­mung war groß­ar­tig, und es gab viel Inter­es­san­tes zu sehen. Ein Blick zurück auf Trends und High­lights. Von Dr. Robert Nehring.

Studie K+N Balance.Office

Die Stu­die K+N Balance.Office (Design: Cor­ne­li­us Mül­ler-Schell­horn) von König + Neurath war ein ech­ter Mes­seh­in­gu­cker. Ein orga­nisch design­ter, über­aus ergo­no­mi­scher Sitz-Steh-Tisch mit einem Stuhl, der durch Umdre­hen der Rücken­leh­ne zur Steh­hil­fe wird, und gro­ßen grü­nen „Blat­tern“ zur Abschir­mung vor akus­ti­schen und visu­el­len Rei­zen.

 Das modulare Tischsystem CDS von Antonio Citterio

Sitz-Steh-Tische wer­den zum Stan­dard. Das modu­la­re Tisch­sys­tem CDS von Anto­nio Cit­te­rio für Vitra sorgt mit einem raf­fi­nier­ten Rol­lo­sys­tem für Abschir­mung.

Keypiece Communication Desk von Walter Knoll

Chef­schreib­tisch und Bespre­chungs­tisch in einem ist der Key­pie­ce Com­mu­ni­ca­ti­on Desk von Wal­ter Knoll. Jetzt auch in einer elek­tro­mo­to­ri­schen Sitz-Steh-Vari­an­te.

Mickey von Markus Berenwinkel

Sind Steh­hil­fen die neu­en Stüh­le? Mickey von Mar­kus Beren­win­kel (ITO Design) für den pol­ni­schen Her­stel­ler Pro­fim ist zum Bei­spiel ein beson­ders kom­for­ta­bler, attrak­ti­ver und bewe­gungs­för­dern­der Hocker, der im Nu auf eine Sitz­hö­he von 85 cm gebracht und so zur Steh­hil­fe gemacht wer­den kann.

Fern von Haworth

Beim Sit­zen bewe­gen: Dank eines ein­ge­ar­bei­te­ten Endo­ske­letts agiert der Fern von Haworth stets im Ein­klang mit den Bewe­gun­gen des Nut­zers. Das führt zu einem gesün­de­ren Sitz­er­leb­nis.

Ongos Sensor Move/On und die Active App

Gemein­sam erfas­sen Ongos Sen­sor Move/On und die Acti­ve App neben Bewe­gun­gen im Sit­zen nun auch, ob der Sitz-Steh-Tisch ver­stellt wird. Inklu­si­ve Erin­ne­rungs­funk­ti­on und Daten zu Kalo­rien­ver­brauch, Sitz­dau­er und -akti­vi­tät.

Tapa von Nowy Styl

Tapa von Nowy Styl ist eine modu­la­re Sitz­lö­sung, die nicht nur in Sachen Far­be und Form etwas her­macht. Sehr ori­gi­nell ist auch der Fixier­me­cha­nis­mus.

Boccaporto von Koleksiyon

Abge­schirmt und doch offen: Boc­ca­por­to von Kolek­si­yon gibt es als Ein- und Zwei­sit­zer, jeweils mit inte­grier­ter Innen­be­leuch­tung und Lade­sta­ti­on. Die gepols­ter­te Innen­ver­klei­dung ist akus­tisch wirk­sam.

Der Bosse Telefon Cube

So wird man nicht gestört und stört nie­man­den: Der Bos­se Tele­fon Cube schafft Pri­vat­sphä­re für das ver­trau­li­che Tele­fo­nat.

Akustikstellwand Canor von Thonet

Die Akus­tik­stell­wand Canor von Tho­net ist ein wah­res Mul­ti­ta­lent. Sie dient als Schall­schutz, Raum­tei­ler, Pinn­wand und Abla­ge­flä­che.

Schreibtisch Orb von Senator

Orga­nisch rund statt kan­tig eckig: der Schreib­tisch Orb von Sena­tor. Durch den mit­ti­gen Fuß lau­fen die Kabel zum Kabel­port, Trenn­wän­de und Ein­zel- oder Dop­pel­leuch­ten von Artem­ide kön­nen hin­zu­ge­fügt wer­den.

Vom 25. bis 29. Okto­ber fand in Köln die Orga­tec statt. Die „Inter­na­tio­na­le Leit­mes­se für moder­ne Arbeits­wel­ten“ stand unter dem Mot­to „Crea­ti­vi­ty works. Arbeit neu den­ken“. Wir waren vor Ort und haben 160 Aus­stel­ler besucht. Wir mach­ten ins­ge­samt ca. 100.000 Schrit­te und leg­ten etwa 100 km zurück.

Großartige Stimmung

Die gute Stim­mung in der deut­schen Büro­mö­bel­bran­che über­trug sich auf die Mes­se. Über­all zufrie­de­ne Gesich­ter. Das war auf den letz­ten Orga­tecs nicht der Fall. Die Büro­mö­bel­in­dus­trie hat der­zeit auch allen Grund zur Freu­de: Laut Han­dels­ver­band HBS stei­ger­ten die deut­schen Büro- und Objekt­ein­rich­ter ihren Umsatz im ers­ten Halb­jahr 2016 gegen­über dem Vor­jah­res­zeit­raum um 15,5 Pro­zent. Die Erwar­tun­gen für das gesam­te Jahr 2016 sind ent­spre­chend. Das Jahr 2015 schlos­sen die Büro- und Objekt­ein­rich­ter bereits mit einem Rekord­um­satz­plus von zwölf Pro­zent ab. Ins­ge­samt wur­den knapp 2,5 Mil­li­ar­den Euro umge­setzt (2014 2,2 Mil­li­ar­den Euro). Der aktu­el­le „Bran­chen­fo­kus Büro­mö­bel“ des IFH Köln und der BBE Han­dels­be­ra­tung errech­ne­te für 2015 sogar ein Umsatz­vo­lu­men von 2,85 Mil­li­ar­den Euro.

Zur guten Mes­se­stim­mung tru­gen auch das Rah­men­pro­gramm mit ver­schie­de­nen Son­der­schau­en und inter­es­san­ten Kon­fe­ren­zen sowie die Besu­cher­zah­len bei. Mit mehr als 56.000 Besu­chern aus 118 Län­dern kamen cir­ca zehn Pro­zent mehr Per­so­nen auf die Mes­se als bei der vor­an­ge­gan­ge­nen Orga­tec 2014. Besu­cher, die in kur­zer Zeit meh­re­re exem­pla­ri­sche Mes­se­high­lights sehen woll­ten, konn­ten die Füh­run­gen nut­zen, wel­che die Mensch&Büro-Akademie zusam­men mit unse­rem Ver­lag orga­ni­siert hat­ten.

Auch in Bezug auf Flä­che und Aus­stel­ler war die Orga­tec 2016 ein Erfolg: Auf einer Brut­to­aus­stel­lungs­flä­che von rund 130.000 m2 (2014: 105.000 m2) stell­ten 671 Unter­neh­men aus 40 Län­dern aus (2014: 627 aus 40 Län­dern). Dar­un­ter befan­den sich 178 Aus­stel­ler und vier zusätz­lich ver­tre­te­ne Fir­men aus Deutsch­land (2014: 206+5). Her­stel­ler mit gro­ßen Namen wie Steel­ca­se, Her­man Mil­ler, Bene oder USM über­le­gen es sich ange­sichts des­sen viel­leicht, 2018 wie­der mit dabei zu sein.

Für uns jeden­falls bleibt die Orga­tec die Groß­mes­se, auf der das Büro von sei­ner schöns­ten Sei­te gezeigt wird. Nichts gegen schö­ne Schreib­ge­rä­te und Orga­ni­sa­ti­ons­mit­tel (Paper­world), smar­te Soft- und Hard­ware (Cebit) oder gar bun­te Con­su­mer Elec­tro­nics (IFA), unser Favo­rit bleibt die Orga­tec.

Die Orgatec-Trends 2016

2014 kon­sta­tier­ten wir als die gro­ßen Trends, die sich auf der Mes­se abzeich­ne­ten: 1) mehr Bewe­gungs­för­de­rung, 2) zuneh­men­de Digi­ta­li­sie­rung, 3) Vor­marsch loun­gi­ger Mit­tel­zo­nen­mö­bel und 4) Akus­tik als gro­ßes, end­lich ernst genom­me­nes The­ma. Die­se Trends blei­ben auch zwei Jah­re spä­ter hoch aktu­ell.

Mehr Bewegungsförderung

Dass sich im Büro viel mehr bewegt wer­den soll­te, um die Gesund­heit nicht zu gefähr­den, ist nicht nur bei den Büro­möb­lern, son­dern auch bei den Nut­zern weit­ge­hend ange­kom­men. End­lich schlägt sich die­se Erkennt­nis aber auch in den Ver­käu­fen nie­der. Laut dem deut­schen Büro­ein­rich­tungs­ver­band, der auf der Orga­tec sei­ne Umbe­nen­nung von bso in IBA Indus­trie­ver­band Büro und Arbeits­welt bekannt gege­ben hat, ist mitt­ler­wei­le jeder zwei­te in Deutsch­land aus­ge­lie­fer­te Schreib­tisch eine Sitz-Steh-Lösung. Bewe­gungs­för­dern­de Sitz-Steh-Tische wer­den also auch hier­zu­lan­de end­lich zum Stan­dard.

Die Pro­du­zen­ten sind aber bereits einen Schritt wei­ter. So zeig­te gefühlt jeder Büro­stuhl­her­stel­ler auf der Orga­tec nun auch eine Steh­hil­fe – eine Sitz­mög­lich­keit für die Arbeit im Ste­hen. Von den Neu­hei­ten in die­ser Gat­tung gefie­len uns am bes­ten: Mickey von Pro­fim, W3 von Wag­ner mit Turn­schuh­soh­le, Solo von Rovo, Free von Ongo, repi­roue von Oka­mu­ra. Vor­rei­ter Wilk­hahn, der mit sei­nem Stitz das The­ma hof­fä­hig gemacht und zuletzt mit sei­nem Stand-up für Furo­re gesorgt hat­te, zeig­te auf der Orga­tec erneut eine weg­wei­sen­de Inter­pre­ta­ti­on des The­mas: Sein PrintS­tool One ist ein dyna­mi­scher und kom­plett bio­lo­gisch abbau­ba­rer Sitz­ho­cker, des­sen Bestand­tei­le sich voll­stän­dig und nach eige­nen Vor­stel­lun­gen hin­sicht­lich Form, Far­be und Grö­ße von einem 3-D-Dru­cker aus­ge­ben las­sen.

Die Tisch­pro­du­zen­ten wie­der­um befeu­ern den Trend zur Büro­ar­beit im Ste­hen nun auch mit Kon­fe­renz­ti­schen, die sich im Nu auf Steh­hö­he brin­gen las­sen. Auf Nach­fra­ge schon seit Län­ge­rem lie­fer­bar, wur­den sol­che nun auch ins Stan­dard­pro­gramm auf­ge­nom­men. Beson­ders gelun­ge­ne Model­le, mit denen Sit­zun­gen zu Ste­hun­gen wer­den kön­nen, waren für uns: Table.T von König + Neurath, die neue Sitz-Steh-Vari­an­te des Key­pi­ce Com­mu­ni­ca­ti­on Desk von Wal­ter Knoll, der Kon­fe­renz­tisch aus der Serie String Works von String und M1 desk von Bos­se.

Es gab auch wie­der vie­le bewe­gungs­för­dern­de Arbeits­stüh­le auf der Orga­tec zu sehen. High­lights waren der bereits 2015 gelaunch­te IN von Wilk­hahn mit der von sei­nem gro­ßen Bru­der ON bekann­ten 3-D-Mecha­nik namens Tri­men­si­on, der Connex2 von Klöb­er mit 3-D-Sitz­flä­che, der Fern von Haworth, des­sen Struk­tur einem Endo­ske­lett nach­ge­bil­det ist, sowie Manio­la von SitEmo­ti­on, der ein Zurück­leh­nen bis 47° ermög­licht.

Eine neue­re und nicht weni­ger posi­ti­ve Ent­wick­lung ist, dass auch immer mehr Kon­fe­renz­stüh­le beweg­lich wer­den. Denn in Mee­tings ist die Gefahr lan­gen star­ren Sit­zens beson­ders groß. Sehr gut gefal­len haben uns die schwin­gen­den Neu­hei­ten Metrik und Occo von Wilk­hahn, S 95 von Tho­net, Arti­so von Köhl, Elip­sis von Via­sit und Ray von Brun­ner.

Das The­ma Bewe­gung ist dem­nach im Büro ange­kom­men. Davon zeu­gen übri­gens auch Steh­bret­ter, -boards und -mat­ten, die zum Aus­ta­rie­ren des Gleich­ge­wichts zwin­gen, wenn man auf ihnen steht, zum Bei­spiel das Buz­zi­Ba­lan­ce von Buz­ziSpace oder das Balan­ce Board von Ongo.

Die Losung der Stun­de lau­tet: Use it or lose it. Denn mit den neu­en bewe­gungs­för­dern­den Möbeln kann die tief­lie­gen­de gefie­der­te Kern­mus­ku­la­tur rund um die Wir­bel­säu­le ange­regt und gestärkt wer­den. Ihr Ver­küm­mern zählt zu den größ­ten Gesund­heits­ri­si­ken für Büro­men­schen.

Zunehmende Digitalisierung

Mit Span­nung haben wir Lösun­gen für das soge­nann­te Büro 4.0 erwar­tet. Denn 2014 deu­te­te sich bereits an, dass auch die Büro­mö­bel­pro­du­zen­ten ver­stärkt auf den Smart-Office-Zug auf­sprin­gen und etwa pas­sen­de Apps zu ihren Möbel anbie­ten wür­den. Tat­säch­lich prä­sen­tier­ten König + Neurath mit K+N Smart.Office und Sedus mit se:connect umfas­send kon­zi­pier­te Apps, mit denen Arbeits­platz, Arbeits­um­ge­bung und Gebäu­de­ma­nage­ment ver­netzt wer­den kön­nen.

Nicht weni­ger span­nend waren vie­le Apps, die rein zur Bewe­gungs­för­de­rung bei­tra­gen sol­len, etwa moti­on by Mau­ser, ISent von Inter­stuhl, Ongos Acti­ve App oder OfficeIQ von Humans­ca­le.

Eng ver­wandt mit der vor­an­schrei­ten­den Digi­ta­li­sie­rung ist das The­ma Elek­tri­fi­zie­rung. Vie­le Tisch­pro­du­zen­ten prä­sen­tier­ten soge­nann­te Wire­less-Char­ging-Ober­flä­chen, also Tisch­be­rei­che, an denen dank induk­ti­ver Qi-Tech­nik das draht­lo­se Auf­la­den von Smart­pho­nes und teil­wei­se sogar Note­books mög­lich ist – sofern die Gerä­te dafür geeig­net sind. Was sogar schon bei IKEA erhält­lich ist und die Fir­ma C+P seit Lan­gem zeigt, bie­ten nun zum Bei­spiel auch Sedus, VS und Nurus.

Tech­nik­in­te­gra­ti­on war ein zwei­ter augen­fäl­li­ger Elek­tri­fi­zie­rungs­trend. Es gelingt zuneh­mend, Arbeits- und Kon­fe­renz­ti­sche von frei­lie­gen­den Kabeln zu befrei­en, etwa durch Ver­stau­en im Elek­tri­fi­zie­rungs­mo­dul Ener­con von Hund Büro­mö­bel. Sowohl das Fraun­ho­fer-IAO als auch VS in Zusam­men­ar­beit mit Bach­mann Sys­tems prä­sen­tier­ten sogar gänz­lich kabel­lo­se Schreib­ti­sche.

Mittige Komfortzonen

Drit­ter gro­ßer Trend bleibt die Mit­tel­zo­nen­mö­blie­rung. Wo einst Wän­de waren, tei­len in moder­nen Büro­land­schaf­ten heu­te Mit­tel­zo­nen die Arbeits­be­rei­che von­ein­an­der ab. In die­sen Area­len sehen Pla­ner gern loun­gi­ge Wohl­fühl­mö­bel: Soft-Sea­ting-Ses­sel und -Sofas, Pau­sen­mö­bel zum ent­spann­ten War­ten, Plau­schen, Arbei­ten. Beson­ders gefal­len haben uns das so far­ben­fro­he wie mobi­le und ver­kett­ba­re Sitz­ensem­ble Tea­m­UP von ITO Design für BASF und Inter­stuhl, die spie­le­risch ver­än­der­ba­re Sofa­lö­sung Tapa von Nowy Styl, das Sofa ohne Ein­sink­ef­fekt Tas­so 2.0 von Klöb­er, der Lounge Chair Cap­tain Hea­ven mit inte­grier­ten Laut­spre­chern von Sine­ti­ca, m.zone von Wies­ner-Hager, Ophe­lis sum und die neue Ver­si­on von Bru­nes Ses­sel Lou mit Ohren­ba­cken.

Auch für die Mit­tel­zo­ne ist der Schutz vor visu­el­len und akus­ti­schen Ablen­kun­gen ein gro­ßes The­ma. Dies gewähr­leis­ten Sepa­ree-Lösun­gen. Bemer­kens­wert fan­den wir neben dem bekann­ten Ope­nest von Haworth unter ande­rem Boc­ca­por­to von Kolek­si­yon, Haven Pods von Aller­muir und The Hut von Götes­sons.

Activity Based Working

Boxen wie die­se Mit­tel­zo­nen-Sepa­rees stel­len heu­te im Sin­ne des Acti­vi­ty Based Working bereits eige­ne Arbeits­be­rei­che dar. Denn die Idee hin­ter die­sem Kon­zept ist, dass für jede Arbeits­auf­ga­be spe­zi­el­le Räu­me oder Zonen zur Ver­fü­gung ste­hen. Dazu gehö­ren zum Bei­spiel auch Kabi­nen, in denen sowohl unge­stört als auch nicht stö­rend tele­fo­niert wer­den kann, wie die Quiet Box von König + Neurath, der Tele­fon Cube von Bos­se oder die Pho­ne Box von AOS.

Acti­vi­ty Based Working liegt gene­rell im Trend, vor allem im Sili­con Val­ley und über­all da, wo man vom Val­ley träumt. Du willst tele­fo­nie­ren? Geh in eine Tele­fon­zel­le. Video­kon­fe­renz? Buche den Kon­fi mit der Kame­ra. Bespre­chung zu zweit? Mit­tel­zo­nen­box. Bespre­chung zu zwölft? Gro­ßer Kon­fi. Abtei­lungs­über­grei­fen­der Aus­tausch? Cafe­te­ria. Kon­zen­triert arbei­ten? Ein­zel­bü­ro. Brain­stor­ming? Im Krea­tiv­raum. Schöp­fe­ri­sche Pau­se? Tisch­ki­cker­zo­ne mit Goog­le­scher Kin­der­rut­sche. – Bei die­sem Kon­zept kann man mit­un­ter schon viel unter­wegs sein. Und viel Bewe­gung ist groß­ar­tig für die Gesund­heit. Aller­dings sind hier auch Pro­duk­ti­vi­täts­ein­bu­ßen vor­pro­gram­miert.

Achtung: Akustik!

Ein gro­ßes Orga­tec-The­ma stell­te erneut auch die Akus­tik dar. Popu­lär gewor­den war die­ses im Büro­um­feld erst durch den Trend zur Open-Space-Land­schaft. Das Feh­len schall­dich­ter Wän­de führ­te zu vie­len unge­woll­ten Arbeits­un­ter­bre­chun­gen durch stö­ren­de Geräu­sche. Dage­gen zog man dann mit por­ta­blen Akus­tik­wän­den und akus­tisch wirk­sa­men Möbel­ober­flä­chen ins Feld. Als prak­ti­ka­ble Akus­tik­lö­sun­gen emp­fan­den wir auf der Orga­tec: Umbrel­la von Palm­berg (eine run­de, geschlos­se­ne Abschir­mung, die man bei Bedarf um sei­nen Schreib­tisch zie­hen kann), die gro­ßen grü­nen Blät­ter der Stu­die K+N Balance.Office von König + Neurath, die Akus­tik­de­cke Fiber Cei­ling mit inte­grier­ter Beleuch­tung von Acousticpearls, die Ste­len und Krei­se Bau­dot von Aller­muir, den Akus­tik­schirm mit Moni­tor­hal­te­rung Totem von Data­flex, die mit Magnet befes­tig­ten Akus­ti­k­ele­men­te 5° GO-D von Oka­mu­ra, die Akus­tik­stell­wand Canor von Tho­net sowie die schall­ab­sor­bie­ren­den Stof­fe Pri­ma­coustic und Ter­za­coustic von Créa­ti­on Bau­mann.

Verwohnzimmerung des Büros

Auch das soge­nann­te Well­being im Büro ist der­zeit ein belieb­tes The­ma in der Büro­ein­rich­tungs­bran­che. Für Wohl­be­fin­den sol­len neben den loun­gi­gen Mit­tel­zo­nen­mö­beln auch war­me Pas­tell­tö­ne sor­gen. Zum Bei­spiel ist Lachs gera­de sehr beliebt. Beab­sich­tigt ist ein Ver­wi­schen der Gren­zen zwi­schen Büro, Home-Office und Wohn­zim­mer, wie man es etwa bei Dau­phin, Sedus, Actiu und Buz­ziSpace sehen konn­te. Denn wo man sich wohl­fühlt, da ver­weilt man gern auch län­ger.

Messesplitter

Was gab es noch zu sehen? Im All­ge­mei­nen wei­ter­hin das Bestre­ben der Büro­mö­bel­her­stel­ler, nicht ein­zel­ne Pro­duk­te, son­dern ganz­heit­li­che Lösun­gen, kom­plet­te Büro­wel­ten anzu­bie­ten. Im Spe­zi­el­len zum Bei­spiel: vie­le Stuhl­bei­ne aus wohn­lich-war­mem Holz bei den „schö­nen“ Mar­ken wie Vitra, Arper, Brun­ner und Gärsnäs. Viel bun­ter Filz als Bezugs­stoff. Mehr run­de, orga­ni­sche For­men wie beim Sofa Orga­nic Link von Via­sit und dem Schreib­tisch Orb von Sena­tor. Mut zu fri­schen Far­ben wie bei Dau­phin, König + Neurath und Enea. Pfif­fi­ge Stau­raum­lö­sun­gen wie Apo­the­ker­schrän­ke mit mehr Raum für Pri­va­tes (Kon­to­ro von Mau­ser, Winea Maxx von Wini) und Orga­ni­sa­ti­ons­ein­la­gen für Schrank­schub­la­den (etwa Brick von Palm­berg und Winea Toolz MyBox von Wini). Dün­ne­re Tisch­plat­ten wie bei Paper von Renz. Ein Büro­stuhl aus Car­bon (W5 von Wag­ner). Ein Kli­ma­stuhl von Klöb­er, der heizt und kühlt. Bemoos­te Wand­ap­pli­ka­tio­nen. Öko­lo­gisch nach­hal­ti­ge Boden­be­lä­ge als Flie­sen­wa­re. Eine anti­bak­te­ri­el­le Tisch­ober­flä­che (Reiss Smart­Clean) und sogar vega­ne Möbel (Kuan von SMV).

Unser Fazit: Auch wenn die gro­ßen Trends in der Büro­ein­rich­tungs­sze­ne bestehen blei­ben, gab es im Wes­ten durch­aus Neu­es zu sehen. Die Mes­se war inspi­rie­rend. Sie hat Spaß und Lust auf mehr gemacht. Die nächs­te Orga­tec fin­det vom 23. bis 27. Okto­ber 2018 statt.