Out now: Die neue Ausgabe des OFFICE ROXX Mag ist da! Das Special widmet sich diesmal dem Thema „Smart Office”. Chefredakteur Robert Nehring stimmt auf die 219. Ausgabe ein.
Künstlich
Daheim zu zweien. Was tun gegen den Bevölkerungsschwund? Mehr Homeoffice! Das legt zumindest eine Ifo-Studie nahe: Die Geburtenziffer liege in Haushalten mit Heimbüro im Schnitt 14 Prozent höher als in solchen ohne. Als hätte es noch eines Beweises dafür bedurft, dass im Homeoffice auch wirklich fleißig gearbeitet wird. Da wird die Vereinbarkeit großgeschrieben und gutes Teamwork an den Tag gelegt.
Vielleicht muss man fürs Schäferstündchen aber bald gar nicht mehr ins Homeoffice, sondern kann das auch easy im Büro erledigen. Also, sogar mit Erlaubnis. In Schweden wird das derzeit wieder diskutiert. Dort dürfen viele Angestellte eine Stunde ihrer Wochenarbeitszeit für die Gesundheitsförderung aufwenden. Sie können dann Sport machen, sich massieren lassen usw. In der schwedischen Kommune Älvdalen wurde nun gefordert, diese Zeit auch für „Intimitäten“ nutzen zu dürfen. Nicht ganz uneigennützig übrigens: Die 7.000-Seelen-Gemeinde schrumpft kontinuierlich.
Künstliche Intelligenz. Ach die Liebe – welch eine wunderbare Erfindung der Romantik. Heute spielt dagegen in vielen Liebesbeziehungen KI eine große Rolle. Eine aktuelle Bitkom-Studie hat gezeigt, dass bereits 37 Prozent der unter 30-Jährigen Chatbots für Beziehungsfragen nutzen. Für 32 Prozent von ihnen ist KI manchmal eine digitale Bezugsperson. 15 Prozent fühlen mitunter eine persönliche, emotionale Verbundenheit zu ihr. 16 Prozent der U30er machen sich Sorgen, emotional abhängig von KI zu werden. Fünf Prozent aller befragten Männer und vier Prozent der Frauen nutzen übrigens bereits einen KI-Avatar als virtuellen Partner. 18 Prozent können sich vorstellen, einen solchen „AI Companion“ künftig zu nutzen.
Smart Office. Ihm ist das Special dieser Ausgabe gewidmet. Und natürlich geht es auch dort wesentlich um künstliche Intelligenz. Dass sie riesiges Potenzial hat, aber auch eine große Schattenseite, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Kürzlich musste Anthropic sein stärkstes Modell „Claude Mythos“ stoppen, weil es Sicherheitslücken nutzte, Schutzmechanismen umging und eigenständig Nachrichten verschickte. KI-Pannen im Unternehmensumfeld sind längst keine Seltenheit mehr. Daten gehen verloren. Vertrauliche Daten werden sichtbar.
AI-Slop. Ein weiteres großes Problem stellt der KI-generierte Content-Müll dar, der das Internet flutet. Man nennt das AI-Slop. Inhaltsloser, redundanter Text- und Bilderbrei – so weit wie der Ozean, so tief wie eine Pfütze. Die Hälfte des Internet-Contents soll bereits aus KI-Systemen stammen. Der viele Content-Müll führt zu Vertrauensverlust und Desinteresse. KI-Vorschläge einfach ins Netz zu ballern oder in die Runde zu schicken ist einfach. Um aus ihnen gute, faktengeprüfte, brauchbare Inhalte zu machen, bedarf es oft mehr Zeit, als Letztere gleich selbst zu produzieren.
Was ebenfalls auf der Strecke bleibt, ist die Fähigkeit zum kritischen Denken. Es bildet sich keine Urteilskraft mehr, wo zum Beispiel die Textproduktion der Maschine überlassen wird. Wer etwas schreibt, muss nachdenken – darüber, was, wie und warum er es festhält. So lernen und begreifen wir. Oft kann man nur beurteilen, was man auch ohne KI schreiben könnte.
Die übermäßige Nutzung von KI-Tools legt ganze Hirnregionen lahm. Eine MIT-Studie hat gezeigt, dass sich Studierende, die einen Essay mithilfe von ChatGPT geschrieben hatten, im Nachgang an nahezu nichts von ihrem Text erinnern konnten. Die Gruppe, die ohne KI geschrieben hatte, konnte ihre Essays fast wörtlich rezitieren. Vielleicht ist auch das ein Grund dafür, weshalb die KI-Nutzung in den USA derzeit rückläufig sein soll.
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