Die Gefahren durch Cyberkriminalität für deutsche Unternehmen nehmen weiter zu. Das geht aus der „Cybersecurity-Studie 2025“ des TÜV-Verbands hervor. Attacken werden immer komplexer und künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine zentrale Rolle.

Der Datendiebstahl per E-Mail – also Phishing – ist mit Abstand die häufigste Angriffsmethode. Abbildung: Markus Winkler, Pexels
Innerhalb eines Jahres verzeichneten 15 Prozent der befragten Unternehmen einen IT-Sicherheitsvorfall. Dabei handelte es sich um erfolgreiche Cyberattacken, auf die die Unternehmen aktiv reagieren mussten. Dies geht aus einer Ipsos-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands hervor. Für die Umfrage wurden 506 Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitenden befragt. Im Vergleich zu einer TÜV-Studie von vor zwei Jahren ist der Anteil erfolgreich gehackter Unternehmen um vier Prozent angestiegen.
Licht und Schatten
Die Umfrageergebnisse legen nahe, dass viele Unternehmen die Risiken unterschätzen. So sehen sich 91 Prozent gegen Cyberangriffe gut oder sehr gut gerüstet. Doch jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) gibt an, dass IT-Sicherheit für sie nur eine untergeordnete oder gar keine Rolle spielt. Ungeachtet dessen spricht sich eine Mehrheit für gesetzliche Vorgaben beim Thema Cybersicherheit aus. Mehr als die Hälfte (56 Prozent) sind der Meinung, dass alle Unternehmen verpflichtet sein sollten, angemessene Maßnahmen für ihre Cybersicherheit zu ergreifen. Besonders kritisch ist laut TÜV-Verband, dass nur die Hälfte der befragten Unternehmen die NIS-2-Richtlinie kennt. Diese legt Mindeststandards für die Cybersicherheit in kritischen Branchen fest.
Hauptbedrohung Phishing
Laut der Umfrageergebnisse ist Phishing – der Datendiebstahl per E-Mail – mit Abstand die häufigste Angriffsmethode. 84 Prozent der betroffenen Unternehmen berichten von solchen Attacken, was einem Anstieg von zwölf Prozent gegenüber der Studie aus dem Jahr 2023 entspricht. Ein Grund hierfür ist laut TÜV-Verband der Einsatz von KI, mit deren Hilfe Phishing-Mails personalisiert, Texte perfekt formuliert oder Sprachnachrichten gefälscht werden. An zweiter Stelle stehen mit 26 Prozent „sonstige Schadsoftware-Angriffe“. Dabei handelt es sich um Malware, die beispielsweise dazu dient, sensible Daten abzugreifen. Ransomware-sowie Passwort-Angriffe sind mit jeweils zwölf Prozent rückläufig.
KI als Risiko und Chance
Künstliche Intelligenz spielt sowohl bei Angriffen als auch bei ihrer Abwehr eine wichtige Rolle. So hat jeder zweite IT-Sicherheitsverantwortliche (51 Prozent) bereits KI-basierte Cyberattacken beobachtet. 82 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass KI es den Angreifern ermöglicht, gezielt Schwachstellen in den IT-Systemen ihres Unternehmens auszunutzen. 89 Prozent stimmen zudem der Aussage zu, dass KI dazu beiträgt, Angriffe effizienter und zielgerichteter durchzuführen.
Auf der anderen Seite nutzen nur zehn Prozent der Unternehmen KI zur Abwehr von Cyberangriffen, weitere zehn Prozent planen den Einsatz – vor allem, um Bedrohungen besser zu erkennen (70 Prozent), Anomalien in Datenbeständen und -strömen zu identifizieren (59 Prozent), Schwachstellen zu analysieren (58 Prozent) oder automatisiert auf Angriffe zu reagieren (51 Prozent).





























































