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Coworking konkret #20: Tobias Kremkau zu Coworking braucht Zeit

Obwohl es sie schon recht lan­ge gibt, gel­ten Cowor­king Spaces noch immer als neue Idee für die Büro­ar­beits­welt. Die brei­te Mas­se der Office-Worker kennt sie nur in der Theo­rie, nicht in der Pra­xis. Unser Cowor­king-Exper­te Tobi­as Krem­kau rät, sich hier zu gedulden.

Tobias Kremkau denkt, schreibt, spricht und berät zu den Themen Coworking und Neue Arbeit. Coworking ist für ihn mehr Berufung als nur Beruf. Die Zeit zählte den „Coworking-Papst“, wie er schon bezeichnet wurde, 2019 zu den 100 wichtigsten jungen Ostdeutschen. blog.kremkau.io. Abbildung: Larissa Hägele

Tobi­as Krem­kau denkt, schreibt, spricht und berät zu den The­men Cowor­king und Neue Arbeit. Cowor­king ist für ihn mehr Beru­fung als nur Beruf. Die Zeit zähl­te den „Cowor­king-Papst“, wie er schon bezeich­net wur­de, 2019 zu den 100 wich­tigs­ten jun­gen Ost­deut­schen. blog.kremkau.io. Abbil­dung: Laris­sa Hägele

Mit­te März war ich als Gast­red­ner auf die dies­jäh­ri­ge Jah­res­haupt­ver­samm­lung von Cowor­king Switz­er­land nach Basel ein­ge­la­den. Das war eine beson­de­re Ehre für mich, denn seit nun­mehr zehn Jah­ren beob­ach­te ich auf­merk­sam die Ent­wick­lun­gen der schwei­ze­ri­schen Cowor­king-Sze­ne, von der ich in all den Jah­ren sehr viel gelernt habe. Dabei kam ich auch mit Cowor­king-Pio­nie­ren aus unse­rem Nach­bar­land ins Gespräch, die sich ent­täuscht dar­über zeig­ten, wie oft sie noch erklä­ren müs­sen, was ein Cowor­king Space ist, wor­um es beim Cowor­king geht und dass es auch in der Schweiz bereits Cowor­king Spaces gibt.

Die­ser Frust kam mir ver­traut vor. Auch ich habe ihn schon von Zeit zu Zeit gefühlt, aber ich konn­te mei­ne Gast­ge­ber beru­hi­gen. Ich erklär­te ihnen, dass vor fünf­zehn Jah­ren mit dem Ber­li­ner beta­haus der ers­te Cowor­king Space Deutsch­lands star­te­te und man heu­te, ein Jahr­zehnt und ein hal­bes spä­ter, mei­nen könn­te, Cowor­king sei in der Mit­te der Gesell­schaft ange­kom­men. Die Rea­li­tät zeigt jedoch: Cowor­king ist in Deutsch­land immer noch ein Nischen­the­ma – auch in Ber­lin, wo sämt­li­che Shared-Workspace-Kon­zep­te zusam­men gera­de ein­mal etwa acht Pro­zent der jähr­li­chen Büro­flä­chen­ver­mie­tun­gen ausmachen.

Fünf­zehn Jah­re sind, his­to­risch gese­hen, ein Wim­pern­schlag. Gro­ße Ver­än­de­run­gen in der Arbeits­kul­tur erfor­dern Zeit – viel Zeit. Die Ein­füh­rung des Cowor­king-Kon­zepts in Deutsch­land war zwei­fel­los ein Mei­len­stein, der die Art und Wei­se, wie wir über Arbeit und Arbeits­or­te den­ken, her­aus­ge­for­dert hat. Mit inzwi­schen mehr als 1.800 Cowor­king Spaces in Deutsch­land, davon weit mehr als hun­dert Stück allein in Ber­lin, aber auch hun­der­ten Cowor­king Spaces in Klein­städ­ten und im länd­li­chen Raum ist jedoch bereits bewie­sen, dass wir hier nicht nur einen vor­über­ge­hen­den Hype sehen, son­dern eine wirk­li­che Veränderung.

Doch die Idee, dass ver­schie­de­ne Men­schen in einem geteil­ten Raum arbei­ten, ver­net­zen und kol­la­bo­rie­ren, ist trotz ihres offen­sicht­li­chen Nut­zens und ihrer Attrak­ti­vi­tät für vie­le immer noch eine futu­ris­ti­sche Visi­on. Die Coro­na-Pan­de­mie hat als uner­war­te­ter Kata­ly­sa­tor für die Cowor­king-Bewe­gung gewirkt, denn plötz­lich waren fle­xi­ble Arbeits­mo­del­le und die Abkehr vom tra­di­tio­nel­len Büro­all­tag nicht nur wün­schens­wert, son­dern not­wen­dig. Die tem­po­rä­re Beschleu­ni­gung die­ser Ent­wick­lung hat gezeigt, was mög­lich ist, aber wir sind immer noch in einer Art von Aus­hand­lungs­pha­se, wie wir in Zukunft arbei­ten wollen.

So ein­drucks­voll die­se Beschleu­ni­gung auch war, sie soll­te nicht dar­über hin­weg­täu­schen, dass wir uns immer noch am Anfang einer tief­grei­fen­den Ver­än­de­rung befin­den. Die Rück­kehr zur ver­meint­li­chen „Nor­ma­li­tät“ in vie­len Berei­chen des Arbeits­le­bens deu­tet dar­auf hin, dass alte Gewohn­hei­ten und Struk­tu­ren zäh­le­bi­ger sind, als man anneh­men könn­te. Cowor­king als Kon­zept steht wei­ter­hin vor Her­aus­for­de­run­gen in Bezug auf Akzep­tanz und Inte­gra­ti­on in den Arbeits­all­tag der brei­ten Masse.

Was bedeu­tet das für die Zukunft von Cowor­king in Deutsch­land und so auch in der Schweiz? Es bedeu­tet, dass Geduld gefragt ist. Ver­än­de­run­gen in der Arbeits­welt sind kom­ple­xe Pro­zes­se, die sich über Jah­re, wenn nicht Jahr­zehn­te hin­zie­hen. Die Cowor­king-Bewe­gung hat zwei­fel­los das Poten­zi­al, die Art und Wei­se, wie wir arbei­ten, nach­hal­tig zu ver­än­dern – aber die­se Ver­än­de­rung wird nicht über Nacht gesche­hen. Erst rund 30 Jah­re nach der Ein­füh­rung des ers­ten Per­so­nal Com­pu­ters in einem Büro wur­de die letz­te Schreib­ma­schi­ne aus­sor­tiert. Man­ches braucht eben mehr Zeit als man denkt.

Wir ste­hen mög­li­cher­wei­se am Ran­de einer stil­len Revo­lu­ti­on in der Arbeits­welt, ange­trie­ben von der Sehn­sucht nach mehr Fle­xi­bi­li­tät, Auto­no­mie und Sinn­haf­tig­keit in der Arbeit. Cowor­king kann ein Schlüs­sel zu die­ser neu­en Welt sein, doch es wird Zeit brau­chen, bis sich die­se Ideen voll­stän­dig ent­fal­ten und von der Gesell­schaft ange­nom­men wer­den. Las­sen Sie uns daher gedul­dig sein und die klei­nen Schrit­te schät­zen, die wir auf dem Weg zu einer umfas­sen­de­ren Ver­än­de­rung der Arbeits­welt machen. Denn jede Revo­lu­ti­on beginnt mit einer Idee – und einem Raum, in dem die­se Idee wach­sen und gedei­hen kann.

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