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Coworking konkret: Tobias Kremkau zu den Anfängen (#1)

Sogar Coro­na scheint den Trend zum Cowor­king nicht brem­sen zu kön­nen. In der hier star­ten­den Bei­trags­rei­he erläu­tert „Cowor­king-Papst“ Tobi­as Krem­kau Hin­ter­grün­de zu die­ser Form der Zusam­men­ar­beit. Los geht es mit den Anfän­gen der Coworking-Bewegung.

Tobias Kremkau denkt, schreibt, spricht und berät zu den Themen Coworking und Neue Arbeit. Coworking ist für ihn mehr Berufung als nur Beruf. Die Zeit zählte den „Coworking-Papst“, wie er schon bezeichnet wurde, 2019 zu den 100 wichtigsten jungen Ostdeutschen. blog.kremkau.io. Abbildung: Larissa Hägele

Tobi­as Krem­kau denkt, schreibt, spricht und berät zu den The­men Cowor­king und Neue Arbeit. Cowor­king ist für ihn mehr Beru­fung als nur Beruf. Die Zeit zähl­te den „Cowor­king-Papst“, wie er schon bezeich­net wur­de, 2019 zu den 100 wich­tigs­ten jun­gen Ost­deut­schen. blog.kremkau.io. Abbil­dung: Laris­sa Hägele

Wo lie­gen die Ursprün­ge des Cowor­king? Ein guter His­to­ri­ker fin­det Vor­läu­fer für alles. Aber ein bes­se­rer His­to­ri­ker weiß, wann es sich bei die­sen Vor­läu­fern um blo­ße Kurio­si­tä­ten han­delt. Es gibt vie­le selbst­er­nann­te Müt­ter aller Cowor­king Spaces, doch wah­re Vor­läu­fer sind mei­nes Erach­tens nur die Orte, an denen die Cowor­king-Prin­zi­pi­en Zusam­men­ar­beit, Offen­heit, Gemein­schaft, Zugäng­lich­keit und Nach­hal­tig­keit bereits vor dem Begriff Cowor­king auch gelebt wur­den. Und davon kennt die Geschich­te vor allem zwei Orte.

In der Renais­sance arbei­te­ten auf Ein­la­dung eines Meis­ters Hand­wer­ker, Inge­nieu­re und Künst­ler in den Werk­stät­ten von Flo­renz, den Bote­gas, zusam­men an ihren Pro­jek­ten. Zwar für sich allein, jedoch teil­ten sie unter­ein­an­der ihr Wis­sen über Pro­zes­se und Tech­ni­ken. So wie es heu­te noch, mit Lap­top statt Mei­ßel und Pin­sel, in Cowor­king Spaces vor­kommt. In den Bote­gas ent­stand ein Unter­neh­mer­tum, das durch inter­dis­zi­pli­nä­re Zusam­men­ar­beit revo­lu­tio­nä­re Wege des Arbei­tens und des Desi­gnens erfand. Die Ver­bin­dung zu Offen­heit und Gemein­schaft wur­de erst spä­ter in den Kaf­fee­häu­sern ent­wi­ckelt, die ab dem 16. Jahr­hun­dert ihren Weg über Kon­stan­ti­no­pel und Vene­dig nach Wien fanden.


„Cowor­king lässt sich nicht in dem Sin­ne stu­die­ren, dass man an einer Hoch­schu­le Wis­sen oder Kennt­nis­se dazu erwirbt. Viel­mehr bedarf es prak­ti­scher Erfah­rung und Gesprä­che mit ande­ren Betrei­bern, um sich das The­ma zu erschlie­ßen. Eine Aus­nah­me ist die 2018 von Johan­na Voll mit­in­iti­ier­te Cowor­king Libra­ry, die For­schungs­ar­bei­ten zum The­ma Cowor­king aus der gan­zen Welt sam­melt und damit die größ­te Cowor­king-Wis­sens­samm­lung welt­weit dar­stellt. Ein Blick hin­ein führt stets zu mehr Verständnis.“

Tipp von Tobi­as Kremkau


Zu Beginn ein Ort für Händ­ler aus aller Welt, die bei einer Tas­se Kaf­fee gemein­sam phi­lo­so­phier­ten und dis­ku­tier­ten, wur­den sie zu Orten des krea­ti­ven Aus­tauschs unter Gleich­ge­sinn­ten. Die­ses ein­zig­ar­ti­ge Mit­ein­an­der des Wie­ner Kaf­fee­hau­ses wur­de 2011 als imma­te­ri­el­les Welt­kul­tur­er­be aner­kannt. Cowor­king ent­stammt die­ser Kaffeehauskultur.

Das Dis­tink­ti­ons­merk­mal der Cowor­king Spaces zu ande­ren Orten der (Zusammen-)Arbeit stellt aber gar kein Ort dar, son­dern eine Zugang ermög­li­chen­de Tech­no­lo­gie: das WiFi. 2004 lös­te der WLAN-Sicher­heits­stan­dard WPA sei­nen unsi­che­ren Vor­gän­ger WEP ab. Dadurch wur­den draht­lo­se Ver­bin­dun­gen all­tags­taug­lich, WiFi-Modu­le stan­dard­mä­ßig in Lap­tops ver­baut und die­se preis­wer­ter. Jetzt war es mög­lich, von über­all zu arbei­ten. Brad Neu­berg lud des­halb in einem Blog­post vom 9. August 2005 ande­re Ent­wick­ler in sein „San Fran­cis­co Cowor­king Space“ ein, um gemein­sam statt ein­sam zu arbei­ten. Es han­del­te sich dabei zwar nur um einen Raum im femi­nis­ti­schen Gemein­de­zen­trum „Spi­ral Muse“, der an zwei Tagen die Woche genutzt wer­den konn­te, aber die Idee war in die Welt gesetzt.

Neu­berg gilt durch die­sen Blog­post als Begrün­der der Cowor­king-Bewe­gung. Jedoch ist er nur der Mensch, der als ers­ter über Cowor­king gebloggt hat. Die glei­che Idee hat­ten im Som­mer 2005 auch ande­re. Bereits im Juli eröff­ne­te in Ber­lin das St. Ober­holz als ein Café mit WiFi, von wo aus Men­schen arbei­te­ten. Genau wie im Kopen­ha­ge­ner Repu­blik­ken, das im Sep­tem­ber eröff­ne­te. Cowor­king wur­de nicht von einem Men­schen an einem Ort erfun­den. Als es tech­nisch mög­lich war, sei­nen Arbeits­ort frei zu wäh­len, pas­sier­te das welt­weit. Hier­zu­lan­de nann­te man das noch nicht Cowor­king. Eini­ge Visio­nä­re träum­ten damals noch von gro­ßen Hal­len, in denen Free­lan­cer zusam­men arbeiteten.

Erst mit dem Ber­li­ner Beta­haus, dem ers­ten Cowor­king Space Deutsch­lands, wur­de das Kon­zept und der Begriff ab 2009 auch in Deutsch­land bekannt. Inzwi­schen gibt es mehr als 800 Cowor­king Spaces in Deutsch­land. Der Cowor­king-Boom hat Kurio­si­tä­ten wie Wework her­vor­ge­bracht, aber die Idee auch in den länd­li­chen Raum vor­drin­gen las­sen. Dann jedoch brach Covid-19 aus und alles scheint sich zu ändern. Doch dar­über schrei­be ich in mei­ner nächs­ten Kolumne.

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