Safety first: Tipps für den Infektionsschutz

Gera­de jetzt, mit dem Beginn der zwei­ten Coro­na-Wel­le, fra­gen sich vie­le Arbeit­ge­ber: Wie lässt sich die Arbeits­si­cher­heit für Mit­ar­bei­ter gewähr­leis­ten und im Regel­be­trieb wei­ter­ar­bei­ten. Die Gemein­schafts­ak­ti­on infektionsschutzhelfer.de gibt Tipps.

Im Bereich Infektionsschutz sollte nichts dem Zufall überlassen werden. Abbildung: Engin Akyurt, Unsplash

Im Bereich Infek­ti­ons­schutz soll­te nichts dem Zufall über­las­sen wer­den. Abbil­dung: Engin Aky­urt, Unsplash

#1: Gefährdungsbeurteilung

Arbeit­ge­ber sind ver­pflich­tet, eine Beur­tei­lung dar­über vor­zu­neh­men, wel­chen gesund­heit­li­chen Gefähr­dun­gen ihre Arbeit­neh­mer aus­ge­setzt sind. Mit dem Coro­na-Virus ent­stand eine neue „bio­lo­gi­sche Gefähr­dung“ im Sin­ne von § 5, Abs. 3, Arbeits­schutz­ge­setz (ASiG). Arbeit­ge­ber müs­sen des­halb eine neue Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung durch­füh­ren oder die bestehen­de ergänzen.

Die Initia­ti­ve infektionsschutzhelfer.de hat hier­zu eine kos­ten­lo­se Soft­ware zur Gefähr­dungs­be­ur­tei­lung ent­wi­ckelt. Arbeit­ge­ber beant­wor­ten auf der Web­site in zehn Minu­ten Fra­gen zur Arbeits­si­cher­heit und zum Infek­ti­ons­schutz in ihrem Unter­neh­men. Danach erhal­ten sie kos­ten­los eine Sofort­aus­wer­tung und einen indi­vi­du­el­len Maßnahmenplan.

#2: Infektionsschutzhelfer

Das erfor­der­li­che Infek­ti­ons­schutz­wis­sen soll­te im Unter­neh­men ver­brei­tet sein. Nur wenn vie­le Mit­ar­bei­ter die Grund­sät­ze der Arbeits­si­cher­heit und des Infek­ti­ons­schut­zes ver­in­ner­licht haben, kön­nen Maß­nah­men wirk­sam umge­setzt werden.

Auf der Web­sei­te der Initia­ti­ve kön­nen alle Mit­ar­bei­ter von Unter­neh­men und sons­ti­ge Inter­es­sier­te eine kos­ten­lo­se Schu­lung in 20 Minu­ten absol­vie­ren. Die Online-Aus­bil­dung endet mit einem Test. Bei erfolg­rei­chem Bestehen erhal­ten die Teil­neh­mer ein Zer­ti­fi­kat nach dem SARS-CoV-2-Arbeits­schutz­stan­dard des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozia­les (BAMS).

#3: Verbindliche Maßnahmen

Damit Schutz­maß­nah­men kon­se­quent umge­setzt wer­den, braucht es für alle Mit­ar­bei­ter ver­pflich­ten­de Betriebs­an­wei­sun­gen, die sicher­stel­len, dass im Bereich Infek­ti­ons­schutz nichts zufäl­lig geschieht. Die Maß­nah­men soll­ten fest in die Arbeits­ab­läu­fe und Rou­ti­ne­tä­tig­kei­ten der Mit­ar­bei­ter inte­griert werden.

Die Initia­ti­ve hat auf ihrer Web­sei­te für Pro­fit- und Non-Pro­fit-Orga­ni­sa­tio­nen ein Paket mit Doku­men­ten für Betriebs­an­wei­sun­gen und Hygie­ne­plä­ne bereit­ge­stellt. Mit den Vor­la­gen kön­nen Betriebs­an­wei­sun­gen schnell und ein­fach erlas­sen und die Umset­zung der Maß­nah­men wirk­sam kon­trol­liert werden.

#4: Regelmäßige Unterweisung

Maß­nah­men zum Infek­ti­ons­schutz sind wie Sicher­heits­un­ter­wei­sun­gen im Flug­zeug. Irgend­wann möch­te sie nie­mand mehr hören, denn jeder hat das Gefühl, alles bereits zu wis­sen und zu beach­ten. Doch das ist ein Trug­schluss. Bei der Arbeits­si­cher­heit gilt: Rou­ti­ne schafft Sicher­heit. Des­halb soll­ten Mit­ar­bei­ter regel­mä­ßig, min­des­tens ein­mal wöchent­lich, unter­wie­sen wer­den. Auch soll­te sicher­ge­stellt wer­den, dass alle die Anwei­sun­gen ver­ste­hen und befolgen.

#5: Konsequenzen aussprechen

Und was pas­siert, wenn Mit­ar­bei­ter die Betriebs­an­wei­sun­gen und Schutz­maß­nah­men nicht ernst neh­men oder aus Bequem­lich­keit ver­ges­sen? Kon­se­quen­zen soll­ten direkt und unmiss­ver­ständ­lich ange­spro­chen werden.

Die Pra­xis zeigt: Man muss nur einem Bruch­teil aller Arbeit­neh­mer recht­li­che Kon­se­quen­zen andro­hen. Durch die Coro­na-Kri­se sind die meis­ten Mit­ar­bei­ter für das rich­ti­ge Ver­hal­ten sen­si­bi­li­siert und wis­sen, dass sie bei einem Nicht­be­ach­ten der Regeln ihre Kol­le­gen gefährden.