Prä­sen­ta­tio­nen gehö­ren bei vie­len Office-Workern zum Berufs­all­tag. Die­ser Teil der Arbeit sorgt aber häu­fig für Stress und Ner­vo­si­tät. Doch das muss nicht sein, denn mit etwas Übung und den rich­ti­gen Tipps und Tricks kön­nen auch unsi­che­re Men­schen sou­ve­rän Prä­sen­ta­tio­nen hal­ten.

Gelungene Präsentationen verhelfen zum Karriereschub. Abbildung: Pixabay

Gelun­ge­ne Prä­sen­ta­tio­nen ver­hel­fen zum Kar­rie­re­schub. Abbil­dung: Pixabay

Laut einer Stu­die des Markt­for­schungs­in­sti­tu­tes INNOFACT sind Büro­an­ge­stell­te und Frei­be­ruf­ler in Deutsch­land im Durch­schnitt rund 100 Stun­den pro Jahr mit dem Erstel­len und Hal­ten von Prä­sen­ta­tio­nen beschäf­tigt. 50 Pro­zent der 1.022 befrag­ten Per­so­nen gaben an, dass sie min­des­tens eine Prä­sen­ta­ti­on pro Woche vor ihren Kol­le­gen oder Kun­den hal­ten müs­sen. Gut vor­be­rei­tet und mit der rich­ti­gen Ein­stel­lung und den pas­sen­den Hilfs­mit­teln sind gelun­ge­ne Prä­sen­ta­tio­nen kein Pro­blem.

Rechtzeitiges Erscheinen sichert den „Heimvorteil“

Coa­ches, die von ner­vö­sen Ange­stell­ten kon­sul­tiert wer­den, emp­feh­len, vor der eigent­li­chen Prä­sen­ta­ti­on einen „Heim­vor­teil“ auf­zu­bau­en. Dies ist auch mög­lich, wenn man nicht im eige­nen Büro, son­dern beim Kun­den prä­sen­tie­ren muss. Der Heim­vor­teil erfolgt dadurch, dass man deut­lich vor Beginn des eigent­li­chen Ter­mins die dafür vor­ge­se­he­ne Räum­lich­keit abgeht. So ist es mög­lich, sich einen Ein­druck über den Klang, das Licht und die Sitz­ord­nung zu machen und sei­ne Foli­en noch ein­mal durch­zu­ge­hen. Außer­dem kann bereits der Bea­mer und das even­tu­ell vor­han­de­ne kabel­lo­se Prä­sen­ta­ti­ons­sys­tem aus­pro­biert wer­den, um so IT-Pro­ble­me und den dadurch ent­ste­hen­den Stress vor Publi­kum zu ver­mei­den.

Vie­le Vor­tra­gen­de berich­ten auch dar­über, dass ein klei­nes Ken­nen­ler­nen vor der Prä­sen­ta­ti­on ihnen die Ner­vo­si­tät nimmt. Schon ein bei­läu­fi­ges Gespräch im Pau­sen­raum auf dem Park­platz reicht oft aus, um einen Raum frem­der Men­schen in flüch­ti­ge Bekann­te zu ver­wan­deln.

Eine gepflegte Erscheinung sorgt beim Präsentieren für Vorteile

Neben der eigent­li­chen Prä­sen­ta­ti­on, bei der abge­se­hen von den Inhal­ten auch die Dar­stel­lung eine bedeu­ten­de Rol­le spielt, beach­ten die Zuschau­er vor allem die prä­sen­tie­ren­de Per­son. Albert Mehrabi­an, US-Wis­sen­schaft­ler aus dem Bereich der Attrak­ti­vi­täts­for­schung, hat bereits in den 1950er-Jah­ren belegt, dass der ers­te Ein­druck eines Men­schen zu 55 Pro­zent von des­sen Erschei­nungs­bild und zu 38 Pro­zent von sei­ner Stim­me abhängt. Nur sie­ben Pro­zent ent­fal­len beim ers­ten Ein­druck auf das Gesag­te. Beson­ders bei Prä­sen­ta­tio­nen vor neu­en Kol­le­gen und Kun­den, die bis­her noch nicht per­sön­lich bekannt sind, ist daher das Erschei­nungs­bild ein nicht zu ver­nach­läs­si­gen­der Erfolgs­fak­tor.

Wis­sen­schaft­ler der Colum­bia Uni­ver­si­ty konn­ten laut einer im Fach­ma­ga­zin Soci­al Psy­cho­lo­gi­cal and Per­so­na­li­ty Sci­ence publi­zier­ten Stu­die sogar bele­gen, dass hoch­wer­ti­ge Klei­dung und eine ordent­li­che Fri­sur dazu füh­ren kön­nen, dass ande­re Men­schen einer Per­son eine höhe­re Intel­li­genz und damit mehr Auto­ri­tät in sei­nem The­men­feld zuspre­chen. Auch das For­schungs­in­sti­tut zur Zukunft der Arbeit (IZA) hat belegt, dass die Klei­dung die Kar­rie­re­chan­cen erhöht und bei der Ein­stel­lung im Durch­schnitt sogar zu höhe­rem Gehalt führt. Dar­aus kann geschlos­sen wer­den, dass die­ses unbe­wuss­te Ver­hal­ten von der Mehr­zahl der Zuschau­er einer Prä­sen­ta­ti­on aus­ge­übt wird. Das bedeu­tet wie­der­um, dass der Prä­sen­tie­ren­de sich durch die Wahl sei­ner Klei­dung bereits vor dem eigent­li­chen Inhalt sei­ner Prä­sen­ta­ti­on einen deut­li­chen Vor­teil sichern kann.

Dabei soll­te jedoch stets beach­tet wer­den, nicht zu for­mell geklei­det auf­zu­tre­ten. Ein Anzug mit Kra­wat­te vor einer Run­de Pro­gram­mie­rer in T-Shirts kann das Gegen­teil bewir­ken und den Vor­tra­gen­den lächer­lich erschei­nen las­sen. Ein gepfleg­tes Hemd und sau­be­re Schu­he unter­strei­chen hin­ge­gen sei­ne Ernst­haf­tig­keit, ohne sich dabei zu stark von sei­nen Zuhö­rern abzu­he­ben.

Körpersprache und Augenkontakt

Wäh­rend der Prä­sen­ta­ti­on soll­ten neben einem gepfleg­ten Äuße­ren und der Klei­dung auch die Kör­per­spra­che und der Augen­kon­takt zum Publi­kum stim­men. So kön­nen mög­lichst vie­le Zuschau­er mit­ge­ris­sen und vom eige­nen Stand­punkt über­zeugt wer­den. Uner­fah­re­ne Red­ner kön­nen dazu Grund­tech­ni­ken zu Hau­se oder vor Freun­den ein­stu­die­ren und so bereits bei den ers­ten Prä­sen­ta­tio­nen im Berufs­le­ben über­zeu­gen.

Beob­ach­tun­gen erfah­re­ner Red­ner wie dem ver­stor­be­nen Apple-Mit­grün­der Ste­ven Paul Jobs zei­gen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tricks, die sich fast alle Pro­fis zunut­ze machen. Dazu gehört zum Bei­spiel ein dyna­mi­scher Auf­tritt, bei dem der Spre­cher, statt sich hin­ter dem Pult zu ver­ste­cken oder zu sit­zen, sich frei im Raum bewegt. Dabei soll­ten die Arme mög­lichst offen und ent­spannt gehal­ten wer­den. Das ver­mit­telt dem Publi­kum eine ein­la­den­de Stim­mung und erleich­tert es ihnen, den Inhal­ten zu fol­gen. Außer­dem sorgt eine auf­rech­te und locke­re Hal­tung dafür, dass sich die Atmung ent­spannt und die Stim­me deut­li­cher und lau­ter wirkt.

Der häu­fig von Uni­ver­si­täts­pro­fes­so­ren vor­ge­leb­te Vor­trags­stil, bei dem die Inhal­te vom Blatt abge­le­sen wer­den, ohne dabei nur im Gerings­ten mit den Zuhö­rern zu inter­agie­ren, soll­te hin­ge­gen kom­plett ver­mie­den wer­den. Augen­kon­takt hilft nicht nur bei der Ein­schät­zung, was das Publi­kum von einem Vor­trag hält, son­dern sorgt in Kom­bi­na­ti­on mit der bereits ange­spro­che­nen Kör­per­spra­che auch für eine „gefühl­te Inter­ak­ti­on.“ Hier­bei ist es wich­tig zu beach­ten, dass der Prä­sen­tie­ren­de sich nicht auf ein­zel­ne Per­so­nen fokus­siert, son­dern ver­sucht, den gesam­ten Raum mit ein­zu­be­zie­hen. Das klappt beson­ders gut, wenn der Inhalt der Prä­sen­ta­ti­on so ein­ge­übt ist, dass nur ein­zel­ne Stich­punk­te von Kar­tei­kar­ten abge­le­sen wer­den müs­sen.

Interaktion mit dem Publikum

Inter­ak­tio­nen mit dem Publi­kum gehö­ren zur Königs­klas­se der Prä­sen­ta­ti­ons­tech­ni­ken und kön­nen dafür sor­gen, dass selbst tro­cke­ne The­men in einen Vor­trag ver­wan­delt wer­den kön­nen, dem die Zuschau­er ger­ne fol­gen. Dies beginnt bereits damit, dass der Vor­tra­gen­de sei­ne Prä­sen­ta­ti­on an das jewei­li­ge Publi­kum anpasst, um so zu errei­chen, dass die Per­so­nen sich ange­spro­chen füh­len. Dabei kön­nen Berufs­ein­stei­ger sich oft Rat­schlä­ge von älte­ren Kol­le­gen holen, die das even­tu­ell noch neue Publi­kum des Vor­tra­gen­den schon von frü­he­ren Ver­an­stal­tun­gen ken­nen.

Am Ende der Prä­sen­ta­ti­on kann ein emo­tio­na­ler Schluss­ap­pell dabei hel­fen, lan­ge im Gedächt­nis des Publi­kums zu blei­ben. Das kann hel­fen, das Ziel des Vor­tra­gen­den sowohl inner­halb sei­nes Unter­neh­mens als auch beim Kun­den durch­zu­set­zen. Beson­ders bei sehr fach­li­chen Vor­trä­gen, die haupt­säch­lich aus Daten und Fak­ten bestehen, kann eine emo­tio­na­le Anspra­che der Zuhö­rer oft das letz­te biss­chen Über­zeu­gung leis­ten, das für den anschlie­ßen­den Ver­trags­ab­schluss nötig ist. Genutzt wer­den kön­nen hier Bei­spie­le oder per­sön­li­che Geschich­ten, die authen­tisch den Inhalt des Vor­trags unter­mau­ern.