E-Mail schrei­ben, tele­fo­nie­ren, ins Nach­bar­bü­ro gehen. Das ist für Cowor­ker, Pro­gram­mie­rer, Krea­tiv­ab­tei­lun­gen und vie­le ande­re sowas von frü­he 2000er. Sie nut­zen heu­te wie selbst­ver­ständ­lich den Mes­sen­ger Slack. Wir nicht. Des­halb haben wir ihn aus­pro­biert. Sebas­ti­an Klöß berich­tet.

Im Redaktionstest: Slack. Basisversion kostenlos. Mehr Speicher und Funktionen bieten die Standard- (monatlich 6,25 € pro aktivem Nutzer) und die Plusversion (monatlich 11,75 € pro aktivem Nutzer).

Im Redak­ti­ons­test: Slack. Basis­ver­si­on kos­ten­los. Mehr Spei­cher und Funk­tio­nen bie­ten die Stan­dard- (monat­lich 6,25 € pro akti­vem Nut­zer) und die Plus­ver­si­on (monat­lich 11,75 € pro akti­vem Nut­zer).

Natürlich gibt es auch Apps für Mobilgeräte.

Natür­lich gibt es auch Apps für Mobil­ge­rä­te.

Erin­nert sich noch jemand an ICQ? Das war die­ser Mes­sen­ger mit dem Blu­men-Icon. Mit­te der Nul­ler­jah­re mach­te ich mit ihm mei­ne ers­ten Mes­sen­ger­er­fah­run­gen. In den Chats ging es um Ver­ab­re­dun­gen, Neu­ig­kei­ten und viel Belang­lo­ses. Nach Arbeits­le­ben fühl­te sich das nicht an. Gut zehn Jah­re sind seit­dem ver­gan­gen – und inzwi­schen nutzt gefühlt jedes Start-up und jedes eta­blier­te Unter­neh­men, das inno­va­tiv ist oder sich hip dar­stel­len will, einen Team­mes­sen­ger. Allen vor­an Slack.

Kommunikation in Kanälen

Slack kann mehr als ICQ, ist dafür aber kom­ple­xer. Zunächst das Fir­men­kon­to – den Workspace – anle­gen. Das geht pro­blem­los. Anschlie­ßend konn­te ich fix mei­ne Kol­le­gen in ihn ein­la­den. Haupt­be­stand­teil inner­halb des Workspaces sind Chan­nels, in denen sich die (Text-)Unterhaltungen abspie­len. Sie las­sen sich belie­big anle­gen und benen­nen, wor­in zugleich die Haupt­ge­fahr von Slack liegt. Wird zu jedem Pipi­fax ein eige­ner Kanal eröff­net, geht die Über­sicht schnell ver­lo­ren. Neue Chan­nels klug zu erstel­len und zu benen­nen (etwa nach einem Pro­jekt oder einem Kun­den), will gelernt sein. Genau­so wie das rich­ti­ge Nach­rich­ten­schrei­ben. Wann ist vor den Namen eines Kol­le­gen ein @ zu set­zen, wenn man ihn erwähnt, damit er infor­miert wird? Wann ist inner­halb eines Chan­nels ein wei­te­rer Thread zu eröff­nen als unmit­tel­ba­re Ant­wort auf die Nach­richt eines Kol­le­gen? Und was ist bes­ser per Direkt­nach­richt zu klä­ren? Bis wir da den rich­ti­gen Dreh raus­hat­ten, dau­er­te es ein wenig.

Fokus auf Wichtiges

Slack kann ner­ven. Eine neue Nach­richt wur­de erstellt? Schon kommt die Benach­rich­ti­gung. Noch eine Nach­richt? Noch eine Benach­rich­ti­gung. Slack kann aber so ein­ge­stellt wer­den, dass man damit arbei­ten kann. Jeder kann fest­le­gen, ob er über alle Nach­rich­ten infor­miert wer­den möch­te oder nur dann, wenn er per @-Zeichen in einer Unter­hal­tung erwähnt wird bzw. in ihr eines der selbst bestimm­ten Key­wor­ds vor­kommt. Vor allem Letz­te­res ist pri­ma: Damit lässt sich der Spa­gat meis­tern zwi­schen „Hil­fe, ich ersti­cke in Nach­rich­ten“ und „Hil­fe, ich ver­pas­se etwas Wich­ti­ges“. Hier­in sehen wir den größ­ten Vor­teil gegen­über inter­nen E-Mails: Die Stär­ke von Slack ist nicht ein Mehr an Mit­tei­lun­gen (Nach­rich­ten zu schrei­ben, das geht auch per E-Mail), son­dern ein Weni­ger an unnö­ti­gen Infor­ma­tio­nen. In Slack kann jeder selbst ent­schei­den, wor­über er infor­miert wer­den möch­te. Bei der E-Mail ent­schei­det dar­über der Sen­den­de, indem er den Emp­fän­ger fest­legt – oder ein­fach alle ins CC nimmt.

Neben dem rei­nen Text-Messa­ging hat Slack diver­se Zusatz­funk­tio­nen. Video­an­ru­fe zum Bei­spiel oder die Mög­lich­keit, gemein­sam ein­fa­che Text­do­ku­men­te zu erstel­len und zu bear­bei­ten. Außer­dem las­sen sich ande­re Apps inte­grie­ren, Goog­le Dri­ve etwa oder Twit­ter, Sales­force oder die Video­kol­la­bo­ra­ti­ons­soft­ware Blue Jeans.

Unser Fazit zu Slack

Nein, das Ende der E-Mail ist Slack nicht. Aber die Kom­mu­ni­ka­ti­on inner­halb von Teams kann es ver­ein­fa­chen, vor allem wenn nicht alle Mit­glie­der an einem Ort arbei­ten. Dafür ist jedoch ein dis­zi­pli­nier­ter Umgang mit dem Pro­gramm nötig. Die indi­vi­du­ell ein­stell­ba­ren Benach­rich­ti­gun­gen sind top.

Ob unse­re Redak­ti­on jetzt noch zusätz­lich Slack nut­zen wird? Vor­erst nicht, aber viel­leicht spä­ter ein­mal.