Das Dik­tier­ge­rät wur­de im Grun­de bereits 1877 erfun­den. Von den ers­ten mecha­ni­schen Model­len bis zu den Digi­tal­ge­rä­ten hat sich viel ver­än­dert. Heu­te sind die meis­ten Funk­tio­nen eines Dik­tier­ge­räts als App erhält­lich.

1954 brachte Grundig mit der Stenorette A sein erstes Diktiergerät auf den Markt. Wegen seiner grünen Farbe wurde es auch Laubfrosch genannt und avancierte zum weltweit erfolgreichsten Diktiergerät. Abbildung: Grundig

1954 brach­te Grun­dig mit der Steno­ret­te A sein ers­tes Dik­tier­ge­rät auf den Markt. Wegen sei­ner grü­nen Far­be wur­de es auch Laub­frosch genannt und avan­cier­te zum welt­weit erfolg­reichs­ten Dik­tier­ge­rät. Abbil­dung: Grun­dig

Thomas Edison mit dem ersten Aufnahmegerät der Welt – seinem Phonographen. Abbildung: Wikimedia Commons/Levin C. Handy

Tho­mas Edi­son mit dem ers­ten Auf­nah­me­ge­rät der Welt – sei­nem Pho­no­gra­phen. Abbil­dung: Wiki­me­dia Commons/Levin C. Han­dy

Für professionelle Anwender. Das Business-Diktiergerät DM-720 von Olympus. Abblidung: Olympus

Für pro­fes­sio­nel­le Anwen­der. Das Busi­ness-Dik­tier­ge­rät DM-720 von Olym­pus. Abb­li­dung: Olym­pus

Der ers­te Mensch, der sei­ne eige­ne Stim­me auf­zeich­nen und wie­der­ge­ben konn­te, war Tho­mas Edi­son. Als der berühm­te Erfin­der der Glüh­bir­ne am 18. Juli 1877 auch den Pho­no­gra­phen erfand, nahm er als Ers­tes das Wort „Hel­lo“ auf. Sei­ne noch rein mecha­ni­sche Dik­tier­ma­schi­ne wur­de in ver­schie­de­nen Vari­an­ten, unter ande­rem auch als „Par­lo­graph“ und „Edi­pho­ne“, bis Ende der 1920er Jah­re ver­trie­ben. Das aus heu­ti­ger Sicht volu­mi­nö­se Modell revo­lu­tio­nier­te die Nota­te in den Chef­bü­ros. Zum ers­ten Mal war es mög­lich, unab­hän­gig vom gera­de anwe­sen­den Per­so­nal zu dik­tie­ren.

Siegeszug der Tonbandgeräte

In den 1950er Jah­ren zeig­te sich das Magnet­ton­band nach Jahr­zehn­ten der kon­ti­nu­ier­li­chen Wei­ter­ent­wick­lung in Halt­bar­keit, Schneid­fä­hig­keit, Fre­quenz­um­fang und Auf­nah­me­ka­pa­zi­tät allen ande­ren Ton­trä­gern über­le­gen und ver­dräng­te die­se weit­ge­hend. Damit begann der Sie­ges­zug der Ton­band­ge­rä­te. Neben einer Rei­he ande­rer Fir­men wie AEG/Telefunken, Phil­ips und Uher war es vor allem die Fir­ma Grun­dig, wel­che Ton­band­ge­rä­te popu­lär mach­te. 1954 brach­te Grun­dig mit der Steno­ret­te A sein ers­tes Dik­tier­ge­rät auf den Markt. Wegen sei­ner grü­nen Far­be wur­de es fir­men­in­tern auch Laub­frosch genannt. Es avan­cier­te damals zum welt­weit erfolg­reichs­ten Dik­tier­ge­rät. Nicht zuletzt durch die­sen Erfolg bau­te Max Grun­dig 1957 in Bay­reuth die damals größ­te Ton­band­ge­rä­te-Fabrik der Welt. Durch die Erfin­dung der Mikro­kas­set­te durch Olym­pus kamen dann ab 1969 ers­te kom­pak­te Dik­tier­ge­rä­te auf den Markt. Heu­te wer­den ana­lo­ge Ton­band­ge­rä­te noch hier und da ver­wen­det, jedoch kaum mehr gekauft und pro­du­ziert.

Digitale Überlegenheit

Zu Beginn der 1990er Jah­re brach­te die Fir­ma Grun­dig mit dem PC-Dik­tat 2000 das welt­weit ers­te digi­ta­le Dik­tier­sys­tem auf den Markt. Die Sprach­da­ten wer­den bei ihm durch ein Kom­pres­si­ons­ver­fah­ren auf einem digi­ta­len Daten­spei­cher auf­ge­zeich­net. Damit konn­ten Sprach­in­for­ma­tio­nen zum ers­ten Mal digi­ta­li­siert auf der PC-Fest­plat­te abge­spei­chert wer­den. Im Lau­fe des Jahr­zehnts wur­de der DSS-Stan­dard (Digi­tal Speech Stan­dard) als Gemein­schafts­pro­jekt der Inter­na­tio­nal Voice Asso­cia­ti­on, bestehend aus Grun­dig, Olym­pus und Phil­ips, ent­wi­ckelt und ein­ge­führt. Als ein­heit­li­ches Sprach­ver­ar­bei­tungs­for­mat ermög­licht es eine sehr hohe Kom­pri­mie­rungs­ra­te. Damit war das digi­ta­le Dik­tier­ge­rät sei­nen ana­lo­gen Vor­läu­fern weit über­le­gen.

Das Diktiergerät und die Zukunft

Das Dik­tier­ge­rät teilt heu­te das Schick­sal vie­ler nütz­li­cher Gerä­te der 1990er und frü­hen 2000er: Apps für Smart­pho­nes und Tablets machen sie nahe­zu über­flüs­sig. Mit den ent­spre­chen­den Appli­ka­tio­nen las­sen sich Gesprä­che auf­neh­men, schnei­den, mit Effek­ten bele­gen, spei­chern und direkt ver­sen­den. War­um also ein zusätz­li­ches Gerät trans­por­tie­ren? Aller­dings besit­zen digi­ta­le Dik­tier­ge­rä­te in Sachen Mikro­fon­tech­nik, Audio­qua­li­tät und Zube­hör nach wie vor eini­ge Vor­tei­le gegen­über Apps und sind für pro­fes­sio­nel­le Anwen­der defi­ni­tiv die bes­se­re Wahl.