Bei ört­lich fle­xi­bler Arbeit kön­nen Mit­ar­bei­ter und Unter­neh­men von der gro­ßen Fle­xi­bi­li­tät der Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on pro­fi­tie­ren. Ralf Biese­mei­er vom Tech­no­lo­gie-Unter­neh­men read­box über die Umset­zung und die Vor­tei­le von Home-Office in sei­nem Unter­neh­men.

Das Büro von readbox hat nur wenige Räume für Meetings, regulär arbeiten alle Mitarbeiter im Home-Office. Foto: readbox/Christina Geis

Das Büro von read­box hat nur weni­ge Räu­me für Mee­tings, regu­lär arbei­ten alle Mit­ar­bei­ter im Home-Office. Foto: readbox/Christina Geis

Digitale Kollaboration bei readbox von zu Hause aus. Foto: readbox

Digi­ta­le Kol­la­bo­ra­ti­on bei read­box von zu Hau­se aus. Foto: read­box

Wer um 7 Uhr aus dem Haus geht und um 19 Uhr zurück­kommt, hat wenig Gele­gen­heit, am All­tag sei­ner Kin­der teil­zu­neh­men. Digi­ta­li­sie­rung und mobi­le Kom­mu­ni­ka­ti­on ermög­li­chen es aber mitt­ler­wei­le, Fami­li­en­le­ben und Arbei­ten auch anders zu orga­ni­sie­ren. Denn die fürs Arbei­ten benö­tig­ten Res­sour­cen ste­hen auch zu Hau­se zur Ver­fü­gung.

Home-Office: Vorteile für das Unternehmen

Read­box setzt kon­se­quent auf die Vor­tei­le des Home-Office. Zunächst ein­mal wegen der Kos­ten: Das Dort­mun­der Unter­neh­men hat trotz sei­ner 30 Mit­ar­bei­ter nur einen Stand­ort mit gera­de ein­mal 200 m². Vor allem han­delt es sich dabei um Räu­me für Mee­tings mit Exter­nen. Intern wird zumeist über Video­kon­fe­ren­zen kom­mu­ni­ziert. Dar­über hin­aus gibt es nur fünf Arbeits­plät­ze, die tem­po­rär genutzt wer­den kön­nen.

Wich­ti­ger als die Kos­ten ist jedoch ein ande­rer Aspekt: Obwohl Fach­kräf­te knapp sind, fällt es dem Unter­neh­men leicht, neue Mit­ar­bei­ter zu fin­den, weil sein Ein­zugs­ge­biet prak­tisch unbe­grenzt ist. Kein Mit­ar­bei­ter muss von Mün­chen, Frei­burg oder Rot­ter­dam nach Dort­mund umzie­hen – der Pool der Kan­di­da­ten ist damit wesent­lich grö­ßer, als wenn man sich auf die Regi­on Dort­mund beschrän­ken müss­te.

Home-Office: Vorteile für die Mitarbeiter

Für die Mit­ar­bei­ter liegt der wesent­li­che Vor­teil dar­in, dass sie beruf­li­ches und pri­va­tes Leben bes­ser auf­ein­an­der abstim­men kön­nen. Das reicht von Hand­wer­ker­ter­mi­nen bis zum gemein­sa­men Mit­tag­essen mit den Kin­dern. Gera­de jün­ge­re Gene­ra­tio­nen wol­len sich nicht mehr in fes­te Zeit- und Ort­struk­tu­ren ein­span­nen las­sen. Und – auch das ist nicht zu ver­nach­läs­si­gen – die Mit­ar­bei­ter sind kei­nem zusätz­li­chen Stress aus­ge­setzt, weil sie nicht im Stau ste­hen oder auf die ver­spä­te­te Bahn war­ten, noch bevor sie ihren Arbeits­tag über­haupt begon­nen haben.

Motivation und Identifikation

Ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um für den Erfolg einer sol­chen Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on ist, ob es Unter­neh­men schaf­fen, trotz räum­li­cher Distanz die nöti­ge Moti­va­ti­on und Iden­ti­fi­ka­ti­on her­zu­stel­len. Kein Pro­blem bei read­box: Der Team-Spi­rit ist groß, was zum einen an den Auf­ga­ben liegt – die Digi­ta­li­sie­rung der Buch­bran­che mit­zu­ge­stal­ten, ist span­nend. Zum ande­ren liegt es dar­an, wie das Unter­neh­men geführt wird: offen in der Kom­mu­ni­ka­ti­on, mit viel Empa­thie, for­dernd, aber för­dernd, mit einem kla­ren Wer­te­ko­dex. Alles Aspek­te, die aller­dings nicht nur bei der Home-Office-Orga­ni­sa­ti­on wich­tig sein soll­ten.

Umge­kehrt sind sei­tens der Mit­ar­bei­ter hohe Moti­va­ti­on und Iden­ti­fi­ka­ti­on mit Unter­neh­mens­wer­ten und -zie­len, Selb­stän­dig­keit und die Bereit­schaft, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, Grund­vor­aus­set­zun­gen. Die­se Eigen­schaf­ten bei neu­en Mit­ar­bei­tern schon im Vor­feld her­aus­zu­fin­den, ist die Her­aus­for­de­rung bei der Per­so­nal­aus­wahl. Denn nach wie vor sind Mit­ar­bei­ter das Wich­tigs­te in einem Unter­neh­men.

Ralf BiesemeierRalf Biese­mei­er,
Geschäfts­füh­rer,
read­box.