Wer wis­sen möch­te, wie die Büro­ein­rich­tung in der Zukunft aus­se­hen wird, kann zum Wahr­sa­ger gehen. Oder die Zulie­fer­er­mes­se Interz­um besu­chen. OFFICE ROXX hat sich für die Interz­um ent­schie­den. Sebas­ti­an Klöß hat dort akku­be­trie­be­ne Arbeits­plät­ze gese­hen, app­ge­steu­er­te Tische und Stüh­le, die sich von allei­ne auf ihre Nut­zer ein­stel­len.

Dass selbst eine Steck­do­se wohn­lich-rund sein kann, bewies die NETBOX Pearl von A. & H. Mey­er.

Linaks neu­er Hand­schal­ter für Sitz-Steh-Tische aus der DPG-Fami­lie.

Mit der Ein­bau­lö­sung Flip­Top Push von EVO­li­ne sind Daten- und Strom­an­schlüs­se stets in Reich­wei­te.

Rund 69.000 Besu­cher aus 152 Län­dern kamen zur Interz­um. Foto: Koelnmesse/Thomas Klerx

Der Feind der Fle­xi­bi­li­sie­rung ist – das Kabel. So mobil Lap­tops und Smart­pho­nes, so fle­xi­bel die Team­ar­beit in Grup­pen sein mögen: Irgend­wann wird doch das Lade­ka­bel benö­tigt. Und in jeder fle­xi­bel gestal­te­ten Büro­land­schaft ist oft doch das Anschluss­ka­bel für den Schreib­tisch die Lei­ne, die der wah­ren Fle­xi­bi­li­tät ein Ende setzt. Ent­we­der der Schreib­tisch bleibt in der Nähe von Boden­tank und Wand­steck­do­se – oder Ver­län­ge­rungs­ka­bel lie­gen kreuz und quer. Oder aber, der gan­ze Schreib­tisch bekommt eine aut­ar­ke Strom­ver­sor­gung, sprich einen Akku. Gleich zwei Aus­stel­ler auf der Interz­um – Bach­mann und Veyhl – prä­sen­tier­ten solch eine Stu­die. Unter der Schreib­tisch­plat­te hängt ein Wech­selak­ku, der einen Acht-Stun­den-Arbeits­tag durch­hal­ten soll. Er lie­fert den Strom für die elek­tri­sche Höhen­ver­stel­lung des Tisches, für Lap­top, Moni­tor, Schreib­tisch­leuch­te und Smart­pho­ne. Über Nacht wird der Akku gela­den.

Sensoren für Bürotische und Bürostühle

Den kom­plet­ten Arbeits­platz umkrem­peln möch­te auch Kes­se­böh­mer mit sei­nem Smart Office. Das Mot­to lau­tet hier: eine App für alles. Per Smart­pho­ne wird der Sitz-Steh-Tisch in die gewünsch­te Höhe gefah­ren. Danach for­dert die App auf, den Stuhl in die ergo­no­misch rich­ti­ge Höhe ein­zu­stel­len. Das funk­tio­niert über einen Sen­sor, der unter der Sitz­flä­che eines belie­bi­gen Büro­stuhls mon­tiert wird. Wenn im Büro Desk-Sharing prak­ti­ziert wird, erfolgt über die App auch die Buchung eines Arbeits­plat­zes. Nicht zuletzt steu­ert sie die Beleuch­tung. Pas­send dazu hat Kes­se­böh­mer auf der Interz­um ers­te Pro­to­ty­pen einer neu­en ergo­no­mi­schen Leuch­te mit Human Centric Ligh­t­ing vor­ge­stellt.

Clevere Apps für Büromöbel auf der Interzum

Zum The­ma Smart Office wur­de der Mes­se­be­su­cher auch am Stand von Sta­bi­lus fün­dig. Dort war ein mit Sen­so­rik von Phy­sio­sen­se aus­ge­stat­te­ter Büro­stuhl IN von Wilk­hahn zu sehen, der Kör­per­grö­ße und Gewicht sei­nes Nut­zers erkann­te und sich dann über eine Gas­druck­fe­der von Sta­bi­lus auto­ma­tisch auf die kor­rek­te Sitz­hö­he ein­stell­te. Die Ver­schmel­zung von Smart­pho­ne und Büro­mö­beln gab es dar­über hin­aus bei Linak und Dewert Okin zu sehen. Bei­de Her­stel­ler führ­ten eine App vor, über die sich der Sitz-Steh-Tisch bedie­nen lässt und die sei­ne Nut­zung ver­bes­sern soll. Bei­spiels­wei­se, indem sie den Nut­zer ans Auf­ste­hen erin­nert.

Der Schreibtisch erinnert ans Aufstehen

Mit Erin­ne­rung, aber ganz ohne Smart­pho­ne, funk­tio­niert Linaks neu­er Hand­schal­ter für Sitz-Steh-Tische aus der DPG-Fami­lie. In ihm befin­det sich eine Licht­leis­te, die oran­ge leuch­tet, wenn es Zeit wird auf­zu­ste­hen. Leuch­tet sie grün, ist kein Posi­ti­ons­wech­sel nötig. Die sonst übli­chen Knöp­fe für das Hoch- bzw. Her­un­ter­fah­ren des Tisches hat der neue Hand­schal­ter übri­gens nicht mehr. Statt­des­sen zieht man den gan­zen Schal­ter nach oben bzw. drückt ihn nach unten.

Sensorenleiste statt Schalter für den Sitz-Steh-Tisch

Mit der Fra­ge, wie sich Sitz-Steh-Tische intui­ti­ver bedie­nen las­sen, hat sich auch Rehau beschäf­tigt. Auf der Interz­um zeig­te der Her­stel­ler den Pro­to­ty­pen einer Sen­sor­leis­te, die rund um den Tisch außen unter der Tisch­plat­te mon­tiert wird. Fasst man die­se für ein paar Sekun­den an und wischt mit der Hand dann nach links bzw. rechts, fährt der Tisch nach oben bzw. unten. Gro­ßer Vor­teil: Egal, wo man am Tisch sitzt oder steht, kann man ihn ver­stel­len.

Wohnliche Elektrifizierung

Eine Gemein­sam­keit haben alle Ent­wick­lun­gen hin zur Smar­ti­sie­rung des Büros: Sie benö­ti­gen Storm. Selbst wenn der aus einem Akku kommt, sind diver­se Anschlüs­se nötig, um ihn bis zum smar­ten Device zu brin­gen. Zahl­rei­che Aus­stel­ler (unter ande­rem A. & H. Mey­er, Bach­mann und EVO­li­ne) hat­ten dafür durch­dach­te Strom- und Daten­an­schluss­do­sen am Stand – zum Ein­bau­en, Fest­klem­men oder Fest­kle­ben. Mit­un­ter zeig­te sich hier auch der neben der Smar­ti­sie­rung zwei­te gro­ße Trend im Büro: die Wohn­lich­keit. Dass selbst eine Steck­do­se wohn­lich-rund-far­big sein kann, bewies die NETBOX Pearl von A. & H. Mey­er.

Die Interzum in Zahlen

Vom 16. bis 19. Mai 2017 kamen ins­ge­samt rund 69.000 Besu­cher aus 152 Län­dern zur Interz­um. Es betei­lig­ten sich auf einer Brut­to­aus­stel­lungs­flä­che von 187.400 m2 (2015: 163.000 m2) 1.732 Unter­neh­men aus 60 Län­dern (2015: 1.537 Unter­neh­men aus 58 Län­dern). Dar­un­ter befan­den sich 368 Aus­stel­ler aus Deutsch­land (2015: 372 Aus­stel­ler) sowie 1.364 Aus­stel­ler aus dem Aus­land (2015: 1.165 Aus­stel­ler. Der Aus­lands­an­teil lag bei 79 Pro­zent (2015: 76 Pro­zent).