Ein Juwel des Spät­ba­rock in ein zeit­ge­mä­ßes Tagungs­zen­trum umzu­wan­deln, erfor­dert viel Fin­ger­spit­zen­ge­fühl. Beim Klos­ter Rai­ten­has­lach in Bay­ern ist dies dank einer frucht­ba­ren Koope­ra­ti­on zwi­schen der Eigen­tü­me­rin, der Stadt Burg­hau­sen, und der Betrei­be­rin, der TU Mün­chen, gelun­gen.

Prachtvoll: barocke Deckenbemalung im Festsaal. Foto: Andreas Anetseder

Pracht­voll: baro­cke Decken­be­ma­lung im Fest­saal. Foto: Andre­as Anet­se­der

Oben Deckenfresken, unten Wilkhahns Stuhl Ceno. Foto: Andreas Anetseder

Oben Decken­fres­ken, unten Wilk­hahns Stuhl Ceno. Foto: Andre­as Anet­se­der

Einladend: das Sofa Asienta im hellen Kreuzgewölbe. Foto: Astrid Eckert

Ein­la­dend: das Sofa Asi­en­ta im hel­len Kreuz­ge­wöl­be. Foto: Astrid Eckert

Die alten Kachelöfen bleiben dem Tagungszentrum erhalten. Foto: Astrid Eckert

Die alten Kachel­öfen blei­ben dem Tagungs­zen­trum erhal­ten. Foto: Astrid Eckert

Die Geschich­te der meis­ten Uni­ver­si­tä­ten ist kurz im Ver­gleich zu den frü­hen Zen­tren der Wis­sen­schaft – den Klös­tern. In ihrer Abge­schie­den­heit waren sie nicht nur Orte der Geist­lich­keit sowie hand­werk­li­cher und land­wirt­schaft­li­cher Ent­wick­lung, son­dern auch Hor­te von Bil­dung und Kul­tur. Im baye­ri­schen Burg­hau­sen wird die­se Tra­di­ti­on nun auf zeit­ge­nös­si­sche Wei­se wie­der­be­lebt. Seit Juni 2016 steht das 1762 errich­te­te spät­ba­ro­cke Klos­ter Rai­ten­has­lach für die Tech­ni­sche Uni­ver­si­tät Mün­chen TUM als Tagungs­zen­trum zur Ver­fü­gung.

Tagungszentrum mit Vielfalt an Räumen

Vom 190 Per­so­nen fas­sen­den Fest­saal – der Aula major – mit far­ben­präch­ti­ger Decken­be­ma­lung über elf Semi­nar­räu­me bis zum 16 m2 klei­nen Stu­dier­zim­mer gibt es eine Fül­le an Räum­lich­kei­ten unter­schied­li­cher Grö­ße und Atmo­sphä­re. Ins­ge­samt ste­hen den Wis­sen­schaft­lern auf vier Stock­wer­ken rund 1.000 m2 Flä­che zur Ver­fü­gung. In den Semi­nar­räu­men sind unter­schied­li­che Set­tings und Anord­nun­gen mög­lich, für die der Innen­ar­chi­tekt ein modu­la­res Tisch­pro­gramm ent­wi­ckelt hat, das sowohl die gesam­te Medi­en­tech­nik auf­nimmt als auch den akus­ti­schen Anfor­de­run­gen der denk­mal­ge­schütz­ten Räu­me gerecht wird.

Bestuhlung mit akustisch wirksamen Stoffbezügen

Die pas­sen­de Bestuh­lung bie­tet der uni­ver­sell ein­setz­ba­re Ceno von Wilk­hahn. Des­sen leich­ter Bogen unter­halb der Rücken­leh­ne har­mo­niert unauf­dring­lich mit den Bögen des Decken­ge­wöl­bes des Barock­baus. Für die Aula major wur­de ein akus­tisch wirk­sa­mer Stoff­be­zug für Ceno gewählt, der dem denk­mal­ge­schütz­ten Saal sei­ne schall­be­zo­ge­ne Här­te nimmt, ohne dass in die wert­vol­le Bau­sub­stanz ein­ge­grif­fen wer­den muss­te. Die klei­ne­ren Räu­me wei­sen dank Holz­bö­den und ihrer Pro­por­ti­on eine tro­cke­ne­re Akus­tik auf, sodass sie mit der leder­be­zo­ge­nen Vari­an­te des Ceno aus­ge­stat­tet wer­den konn­ten. Im Foy­er laden drei leder­be­zo­ge­ne Sofas aus Wilk­hahns Pols­ter­mö­bel­pro­gramm Asi­en­ta unter einem hel­len Kreuz­ge­wöl­be zum infor­mel­len Gespräch und zur Pau­se ein.