Beim Geschäfts­es­sen lau­ert so man­ches Fett­näpf­chen, weiß Susan­ne Beck­mann, Trai­ne­rin für Stil und Eti­ket­te: Der rich­ti­ge Zeit­punkt für das Geschäft­li­che wird nicht beach­tet oder es wer­den ungüns­ti­ge The­men ange­spro­chen. Hier zeigt sie, wie Sie mit den rich­ti­gen Tafel­sit­ten Bla­ma­gen ver­mei­den.

Das vornehmste Restaurant ist nicht immer die beste Wahl. Vielmehr sollte es zum Firmenimage passen. Foto: Pixabay

Das vor­nehms­te Restau­rant ist nicht immer die bes­te Wahl. Viel­mehr soll­te es zum Fir­men­image pas­sen. Foto: Pixabay

Jetzt bloß nichts falsch machen: Viele haben Angst, sich bei Geschäftsessen zu blamieren. Foto: Pixabay

Jetzt bloß nichts falsch machen: Vie­le haben Angst, sich bei Geschäfts­es­sen zu bla­mie­ren. Foto: Pixabay

Korrekter Stil: Gläser mit Stiel am Stiel anfassen. Foto: Pixabay

Kor­rek­ter Stil: Glä­ser mit Stiel am Stiel anfas­sen. Foto: Pixabay

„Las­sen Sie uns das beim Essen bespre­chen …“ Wie oft wird die­ser Satz in Deutsch­land jeden Tag gesagt, wie oft sit­zen Geschäfts­leu­te mit ihren Kun­den zusam­men, essen gemein­sam und bespre­chen ein Pro­jekt oder einen Geschäfts­ab­schluss. Hier bie­tet sich in unge­zwun­ge­ner Atmo­sphä­re die Mög­lich­keit der Kon­takt­pfle­ge. Spre­chen Sie daher über all­ge­mei­ne und posi­ti­ve The­men, die nicht pola­ri­sie­ren. Prä­sen­tie­ren Sie sich und Ihr Unter­neh­men von der bes­ten Sei­te. Doch Vor­sicht! Bevor Sie das kon­kre­te Anlie­gen, wie zum Bei­spiel einen Abschluss zu einem Geschäft, anspre­chen, war­ten Sie bis nach dem Des­sert. Das ist eine der wich­tigs­ten Eti­ket­te­re­geln bei Tisch.

Die Regie führt beim Geschäftsessen der Einladende

Der Gast­ge­ber über­nimmt nicht nur die Rech­nung, son­dern auch die Ent­schei­dung über das rich­ti­ge Restau­rant. Dabei ist das teu­ers­te und schicks­te Restau­rant nicht immer die bes­te Wahl. Viel­mehr soll­te das Lokal zum Preis­ni­veau und zum Image Ihrer Fir­ma pas­sen. Um sich vor bösen Über­ra­schun­gen zu schüt­zen, wäh­len Sie ein Restau­rant, das Sie ken­nen und von des­sen Qua­li­tät und Ser­vice Sie über­zeugt sind.

So empfangen Sie Ihre Gäste

Falls Sie Ihre Gäs­te schon vor dem Restau­rant tref­fen, öff­nen Sie ihnen die Tür und las­sen Sie sie vor­an­ge­hen, bevor Sie das Restau­rant betre­ten. Im Lokal gehen Sie vor und mel­den sich beim Ser­vice an. Die ele­gan­te­re Vari­an­te ist die­se: Sie war­ten im Restau­rant auf Ihre Gäs­te und kön­nen schon den reser­vier­ten Tisch begut­ach­ten. Wenn die Gäs­te ein­tref­fen, erhe­ben Sie sich, schlie­ßen Ihr Sak­ko und begrü­ßen die rang­höchs­te Per­son zuerst. Dabei spielt es heu­te kei­ne Rol­le mehr, ob die rang­höchs­te Per­son eine Dame oder ein Herr ist. Erschei­nen meh­re­re Gleich­ran­gi­ge, ent­schei­det das Alter bei der Begrü­ßung.

Die Platz- und Speisenwahl

Sie signa­li­sie­ren stil­si­che­res Ver­hal­ten, indem Sie als Gast­ge­ber den Platz am Kopf oder die Mit­te des Tisches wäh­len. Anschlie­ßend war­ten Sie, bis sich alle Gäs­te gesetzt haben. Sie sind sich nicht sicher, wel­cher Wein zum Menü passt? Kein Pro­blem, Sie sind ver­mut­lich auch kein Som­me­lier. Bit­ten Sie den Kell­ner um eine Wein­emp­feh­lung. Ein guter Gast­ge­ber bestellt als Letz­ter. Damit Sie Ihren Gäs­ten Unsi­cher­heit neh­men, spre­chen Sie Emp­feh­lun­gen aus. „Als Vor­spei­se emp­feh­le ich Ihnen den Mee­res­früch­te­sa­lat.“ „Bei der Haupt­spei­se habe ich gute Erfah­run­gen mit dem Rin­der­ge­schnet­zel­ten gemacht.“ Dann wis­sen Ihre Gäs­te, ob sie eine Vor- und Haupt­spei­se bestel­len kön­nen und in wel­chem Preis­rah­men sie sich bewe­gen dür­fen. So steu­ern Sie als Gast­ge­ber im Übri­gen auch Ihr Bud­get.

Small-Talk bei Tisch

Lockern Sie die Atmo­sphä­re am Tisch mit zwang­lo­sen Small-Talk-The­men wie Rei­sen, Hob­bys, Kul­tur, dem Nach­wuchs etc. auf. Poli­ti­sche und reli­giö­se The­men sind eben­so unge­eig­net wie Kri­tik an Drit­ten. Ach­ten Sie dar­auf, dass alle Teil­neh­mer des Essens in das Gespräch ein­be­zo­gen sind.

Gute Umgangsformen

Benut­zen Sie Ihre Ser­vi­et­te und legen Sie sich die­se auf Ihren Schoß. Nie­mals gehört sie vor die Brust gehängt! Hal­ten Sie Glä­ser, die einen Stiel haben, auch am Stiel. Sto­ßen Sie nur mit den Glä­sern an, wenn sich nicht mehr als sechs Per­so­nen am Tisch befin­den. Andern­falls wäre es ein wil­des Durch­ein­an­der quer über den Tisch. Stil­voll ist ein „Zum Wohl“. „Prost“ gehört eher in die Bier­run­de. Haben Sie Ihr Essen been­det, legen Sie Ihr Besteck par­al­lel auf die Zwan­zig-nach-vier-Stel­lung auf dem Tel­ler ab. Dabei liegt die Gabel links und das Mes­ser rechts von der Gabel. So weiß der Ser­vice, dass Sie fer­tig sind und nicht wei­ter essen möch­ten.

Zum Schluss die Rechnung

Das Essen ist been­det, alle Gäs­te sind zufrie­den, die Geschäf­te sind bespro­chen, und nun möch­ten Sie bezah­len. Jetzt heißt es, die letz­te Hür­de Ihres erfolg­rei­chen und sou­ve­rä­nen Auf­tritts zu meis­tern. Ein abso­lu­ter Fehl­tritt und pein­li­ches Ver­hal­ten wäre es, wenn Ihre Gäs­te von der Groß­zü­gig­keit Ihrer Ein­la­dung etwas mit­be­kä­men. Ste­hen Sie dar­um auf und beglei­chen Sie die Rech­nung dezent am Tre­sen oder – wenn mög­lich – las­sen Sie sich die Rech­nung zuschi­cken.

Susanne BeckmannSusan­ne Beck­mann,
Trai­ne­rin für Stil & Eti­ket­te.