Auf dem glo­ba­len Markt wer­den Her­stel­lungs­pro­zes­se immer kom­ple­xer – vor allem nach der Coro­na-Pan­de­mie. Die vie­len Ein­fluss­fak­to­ren machen es schwie­rig, Aktio­nen und Daten ent­lang der Lie­fer­ket­te zu ver­fol­gen. Block­chain-Smart-Ver­trä­ge sind dabei eine Lösung, die Trans­pa­renz bie­tet, wie die Exper­ten von Krip­to­mat wis­sen.

Smart-Verträge sind digitale Verträge, die auf der Blockchain-Technologie aufbauen. Abbildung: Launchpresso/Pexels

Smart-Ver­trä­ge sind digi­ta­le Ver­trä­ge, die auf der Block­chain-Tech­no­lo­gie basie­ren. Abbil­dung: Launchpresso/Pexels

Bei Block­chain-Smart-Ver­trä­gen nut­zen alle Betei­lig­ten der Lie­fer­ket­te die­sel­be Logik und die­sel­ben Daten. Her­stel­ler kön­nen zeit­kri­ti­sche, kom­ple­xe Pro­zes­se auto­ma­ti­sie­ren und kost­spie­li­ge Streit­bei­le­gun­gen ver­mei­den. Gart­ner hat pro­gnos­ti­ziert, dass 30 Pro­zent der Fer­ti­gungs­un­ter­neh­men mit mehr als fünf Mil­li­ar­den Dol­lar Umsatz bis 2023 in Block­chain-basier­te Pro­jek­te inves­tie­ren wer­den. Die Imple­men­tie­rung der Tech­nik und die Daten­in­fra­struk­tur zur Umwand­lung von Pro­zes­sen in intel­li­gen­te Ver­trä­ge kön­nen aller­dings ent­mu­ti­gend wir­ken. Unter­neh­men, die die Fünf-Mil­li­ar­den-Dol­lar-Mar­ke nicht errei­chen, wer­den lang­sa­mer auf­ho­len. Die Angst, nach der Inves­ti­ti­on zu schei­tern, kann aber abschre­ckend wir­ken. Durch intel­li­gen­te Ver­trä­ge kön­nen Her­stel­ler jedoch Zeit und Geld ein­spa­ren. Denn die Kos­ten für das War­ten sind mög­li­cher­wei­se höher als die für den Start erfor­der­li­chen Vor­ab­in­ves­ti­tio­nen.

Der Wert intelligenter Verträge

Die Kern­wer­te von Block­chain sind Trans­pa­renz und Ver­trau­en, so die Exper­ten von Krip­to­mat. Block­chain-Smart-Ver­trä­ge spie­len eine ent­schei­den­de Rol­le bei der Bereit­stel­lung die­ser Vor­tei­le. Im geschäft­li­chen Kon­text hel­fen sie, Strei­tig­kei­ten zu ver­mei­den. Ein intel­li­gen­ter Ver­trag ist eine Soft­ware, die eine ein­zel­ne ver­trau­ens­wür­di­ge Ver­si­on einer Ver­ein­ba­rung zwi­schen Par­tei­en auto­ma­ti­siert. Sie stützt sich auf Daten, die bele­gen, was gera­de pas­siert oder was bereits pas­siert ist. Die Soft­ware zeich­net die Ergeb­nis­se und Schrit­te des Ver­trags auf, wie zum Bei­spiel die Mit­tel, die im Aus­tausch gegen die Nut­zung eines Aus­rüs­tungs­ge­gen­stan­des trans­fe­riert wor­den sind.

Ohne intel­li­gen­te Ver­trä­ge müss­ten Unter­neh­men, die in der Fer­ti­gung zusam­men­ar­bei­ten, getrenn­te Sys­te­me unter­hal­ten, wel­che dann Geschäfts­re­geln mög­li­cher­wei­se mit leich­ten Unter­schie­den kodie­ren. Die von ihnen jeweils ver­wen­de­ten Daten könn­ten auch von denen ande­rer Unter­neh­men abwei­chen. Das wür­de es schwie­rig machen, alle Fra­gen in Ein­klang zu brin­gen.

Die Auto­ma­ti­sie­rungs- und Daten­stan­dards von intel­li­gen­ten Ver­trä­gen bie­ten den Her­stel­lern ent­lang ihrer Lie­fer­ket­te ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten der Zusam­men­ar­beit. Die­se Part­ner­schaf­ten sind von Leis­tung oder Qua­li­tät geprägt, die ohne den Ein­satz von Block­chain-Smart-Ver­trä­gen nicht oder nur mit viel weni­ger Ver­trau­en umzu­set­zen wären.

Wie funktionieren Blockchain-Smart-Verträge?

In einem Block­chain-Sys­tem hat das Wort „Ver­trä­ge“ nicht die­sel­be Bedeu­tung wie juris­ti­sche Ver­trä­ge. Statt­des­sen wird der Begriff Smart-Ver­trä­ge oder intel­li­gen­te Ver­trä­ge eher im wei­te­ren Sin­ne ver­wen­det, um eine Logik zu kodie­ren, die oft nicht expli­zit in einem Ver­trag fest­ge­schrie­ben ist. Das steht ganz im Gegen­satz zu tra­di­tio­nel­ler Soft­ware. Denn die­se wird genutzt, um eine Geschäfts­lo­gik zu schaf­fen, auf die sich meh­re­re Par­tei­en ver­las­sen und der sie ver­trau­en kön­nen.

Vie­le von uns sind mit den Geschäfts­re­geln in Soft­ware­sys­te­men sicher­lich ver­traut. In der Block­chain-Welt ent­spre­chen Smart-Ver­trä­ge den Geschäfts­re­geln, die die Nut­zer mit­ein­an­der tei­len. Ein Block­chain ist wie eine gemein­sam genutz­te Daten­bank, und intel­li­gen­te Ver­trä­ge sind die Regeln, die fest­le­gen, wie Daten in die­ser Daten­bank ein­ge­ge­ben oder geän­dert wer­den kön­nen. Inner­halb einer Lie­fer­ket­te ent­spre­chen intel­li­gen­te Ver­trä­ge somit typi­scher­wei­se den Regeln, die von meh­re­ren Unter­neh­men als gemein­sa­me Nut­zer des Block­chain-Sys­tems geteilt wer­den.

Für die meis­ten Anwen­dun­gen kön­nen Smart-Ver­trä­ge aus­führ­ba­re Ver­sio­nen tra­di­tio­nel­ler Geschäfts­ver­trä­ge sein. Sie kön­nen aber auch eine neue Logik sein, die lang lau­fen­de Pro­zes­se und Akti­vi­tä­ten über ver­schie­de­ne Unter­neh­men hin­weg koor­di­niert. So wird ihnen ver­traut, weil sie mit einem Block­chain-Sys­tem erstellt, doku­men­tiert und ver­ar­bei­tet wer­den, und das bedeu­tet, dass der Code in der Regel für Sys­tem­ent­wick­ler, Geschäfts­ana­lys­ten und Audi­to­ren sicht­bar ist.

Intel­li­gen­te Ver­trä­ge wer­den durch ein äuße­res Ereig­nis aus­ge­löst, wie zum Bei­spiel die Akti­on eines Benut­zers oder eine Ände­rung exter­ner Daten wie der Preis einer Ware. Dem genutz­ten Kodex stim­men nor­ma­ler­wei­se  alle betei­lig­ten Unter­neh­men im Vor­aus zu. So nut­zen Fir­men bereits Block­chain-gesi­cher­te intel­li­gen­te Ver­trä­ge für eine Rei­he von Lie­fer­ket­ten­pro­zes­sen.

Beispiele für Smart-Verträge

Eini­ge Unter­neh­men kom­bi­nie­ren intel­li­gen­te Ver­trä­ge mit Inter­net-of-Things-Sen­so­ren, um die Bewe­gung von Lie­fe­run­gen in eine Pro­duk­ti­ons­stät­te auf­zu­zeich­nen. Dann auto­ma­ti­sie­ren sie die Zah­lung für die­se Lie­fe­run­gen. Ande­re zeich­nen die Betriebs­be­din­gun­gen einer Maschi­ne auf, um fest­zu­stel­len, ob eine War­tung erfor­der­lich ist, oder mes­sen den Zustand der her­ge­stell­ten Pro­duk­te, um sicher­zu­stel­len, dass die Nor­men ein­ge­hal­ten wer­den.

Bei sol­chen Ver­trä­gen wer­den Auf­zeich­nun­gen über die Nut­zung der Aus­rüs­tung und Qua­li­täts­kon­troll­prü­fun­gen in Echt­zeit erstellt, und Par­tei­en auf allen Sei­ten des Ver­tra­ges kön­nen den Daten ver­trau­en. Wie wir alles hand­ha­ben – von der Siche­rung der Ver­sor­gung über Über­wa­chungs­ge­rä­te bis hin zur Her­stel­lung von Pro­duk­ten – kann durch den stra­te­gi­schen Ein­satz von Block­chain-basier­ten intel­li­gen­ten Ver­trä­gen ver­bes­sert wer­den.