Seit Wochen arbei­ten vie­le Beschäf­tig­te im Home-Office. Eine reprä­sen­ta­ti­ve Umfra­ge des Indus­trie­ver­bands Büro und Arbeits­welt e. V. (IBA) zeigt nun auf, dass Arbeit­neh­mer neben dem per­sön­li­chen Kon­takt auch ihren gut aus­ge­stat­te­ten Büro­ar­beits­platz ver­mis­sen.

Ein Großteil der Befragten (41 Prozent) besitzt im Home-Office keinen festen Arbeitsplatz. Abbildung: IBA

Ein Groß­teil der Befrag­ten (41 Pro­zent) besitzt im Home-Office kei­nen fes­ten Arbeits­platz. Abbil­dung: IBA

Sitzkomfort, technische Ausstattung, Funktionalität und Ergonomie werden im Home-Office oftmals schlechter bewertet als im Büro. Abbildung: IBA

Sitz­kom­fort, tech­ni­sche Aus­stat­tung, Funk­tio­na­li­tät und Ergo­no­mie wer­den im Home-Office oft­mals schlech­ter bewer­tet als im Büro. Abbil­dung: IBA

Großteil der Arbeitszeit im Home-Office

Als Teil der Schutz­maß­nah­men zur Ein­däm­mung der Coro­na-Pan­de­mie sind Unter­neh­men seit dem 16. März dazu ange­hal­ten, ihren Mit­ar­bei­tern, soweit dies umsetz­bar ist, Heim­ar­beit zu ermög­li­chen. Vor die­sem Hin­ter­grund geben 43 Pro­zent der Beschäf­tig­ten an, in den letz­ten Wochen mehr als sonst von zu Hau­se gear­bei­tet zu haben. Mehr als die Hälf­te davon (51 Pro­zent) ist täg­lich, 80 Pro­zent min­des­tens drei­mal pro Woche am hei­mi­schen Arbeits­platz tätig. Fami­li­en mit Kin­dern unter fünf Jah­ren im Haus­halt nutz­ten das Home-Office am inten­sivs­ten. So arbei­ten rund 57 Pro­zent der Eltern mit klei­nen Kin­dern täg­lich zu Hau­se.

Heimarbeitsplatz oft unzureichend ausgestattet

Die Ergeb­nis­se der Befra­gung ver­deut­li­chen, dass vie­len Arbeit­neh­mern bei der Heim­ar­beit wich­ti­ge Aspek­te des Büro­all­tags feh­len. Am meis­ten ver­mis­sen Büro­be­schäf­tig­te im Home-Office die per­sön­li­che Zusam­men­ar­beit mit ihren Kol­le­gen (80 Pro­zent). Auch Team- und Pro­jekt­ar­beit vor Ort (40 Pro­zent) sowie der Kon­takt zu Kun­den (30 Pro­zent) kom­men bei vie­len der Befrag­ten im Home-Office zu kurz.

Dane­ben stellt beson­ders das Feh­len eines fes­ten, gut aus­ge­stat­te­ten Büro­ar­beits­plat­zes eine Her­aus­for­de­rung dar. Beson­ders bei jün­ge­ren Beschäf­tig­ten unter 30 Jah­ren kann die Aus­stat­tung des hei­mi­schen Arbeits­plat­zes nicht mit dem Büro mit­hal­ten. So hat rund ein Drit­tel der Befrag­ten aktu­ell kei­nen fes­ten Arbeits­platz, son­dern arbei­tet an behelfs­mä­ßi­gen, wech­seln­den Orten im Haus, zum Bei­spiel am Küchen­tisch, im Wohn­zim­mer oder auf dem Sofa. Aller­dings: Auch fest ein­ge­rich­te­te Heim­ar­beits­plät­ze wer­den hin­sicht­lich ihrer Aus­stat­tung und Ergo­no­mie häu­fig schlech­ter bewer­tet als ihr Äqui­va­lent im Büro.

Ergonomischer Bürostuhl fehlt meist im Home-Office

Bei der Bewer­tung der Home-Office-Aus­stat­tung gibt des­halb mehr als ein Drit­tel der Beschäf­tig­ten (36 Pro­zent) an, die ergo­no­mi­sche Aus­stat­tung des Büro­ar­beits­plat­zes zu ver­mis­sen. 48 Pro­zent bekla­gen das Feh­len eines guten Büro­stuhls im Home-Office, 49 Pro­zent fehlt der Platz, um sich rich­tig aus­brei­ten zu kön­nen und 43 Pro­zent bemän­geln die tech­ni­sche Aus­stat­tung ihres Heim­ar­beits­plat­zes.

Trotz­dem geben 74 Pro­zent der Befrag­ten an, dass sie in der nähe­ren Zukunft wei­ter­hin die Mög­lich­keit des fle­xi­blen Arbei­tens von zu Hau­se als Schutz­maß­nah­me nut­zen möch­ten. Auch nach wei­te­ren Locke­run­gen der Maß­nah­men zur Ein­däm­mung der Covi­d19-Epi­de­mie wol­len 60 Pro­zent der Befrag­ten häu­fi­ger im Home-Office arbei­ten als vor der not­ge­drun­ge­nen Ver­la­ge­rung des Arbeits­plat­zes in die eige­nen vier Wän­de.

Nicht zu unterschätzen: Persönlicher Kontakt zu Arbeitskollegen

Für Hen­drik Hund, den Vor­sit­zen­den des Indus­trie­ver­bands Büro und Arbeits­welt e. V. ist das Home-Office daher auch über Coro­na hin­aus eine fes­te Grö­ße im Mix mög­li­cher Arbeits­plät­ze. „Aller­dings braucht es dafür – jen­seits der Fra­ge­stel­lung nach einem mög­li­chen Rechts­an­spruch – vor allem eine pro­fes­sio­nel­le Aus­stat­tung der Home-Offices. Dar­über hin­aus bestä­ti­gen die Ergeb­nis­se der Befra­gung, wie wich­tig der per­sön­li­che Kon­takt zu den Kol­le­gen und somit der gemein­sa­me Arbeits­ort Büro ist. Hier wer­den wir künf­tig mehr gut gestal­te­te Berei­che für Kom­mu­ni­ka­ti­on und die krea­ti­ve Arbeit im Team brau­chen“, so Hund.

Im Auf­trag des Indus­trie­ver­bands Büro und Arbeits­welt e. V. (IBA) wur­den von For­sa Ende April ins­ge­samt 1.000 abhän­gig Beschäf­tig­te zwi­schen 18 und 65 Jah­ren in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land zu ihrer aktu­el­len Arbeits­platz­si­tua­ti­on befragt.