Heu­te wäre eigent­lich der Tag gegen Lärm. Der Initia­tor – der DEGA e. V. – hat den Akti­ons­tag jedoch abge­sagt. Scha­de eigent­lich, denn sogar im Home-Office ist Lärm durch­aus ein Pro­blem.

Akustische Störungen sind zu einer großen Gefahr für Produktivität, Wohlbefinden und Gesundheit geworden. Abbildung: Jacob Lund/Fotolia

Akus­ti­sche Stö­run­gen sind zu einer gro­ßen Gefahr für Pro­duk­ti­vi­tät, Wohl­be­fin­den und Gesund­heit gewor­den. Abbil­dung: Jacob Lund/Fotolia

Die Aktion Quiet please! setzt sich seit 2018 für eine bessere Raumakustik in Büroumgebungen ein.

Die Akti­on Quiet plea­se! setzt sich seit 2018 für eine bes­se­re Raum­akus­tik in Büro­um­ge­bun­gen ein.

Der Tag gegen Lärm soll für mehr Ruhe im Alltag sensibilisieren. Abbildung: Deutsche Gesellschaft für Akustik e. V. (DEGA)

Der Tag gegen Lärm soll für mehr Ruhe im All­tag sen­si­bi­li­sie­ren. Abbil­dung: Deut­sche Gesell­schaft für Akus­tik e. V. (DEGA)

Am ursprüng­lich für heu­te geplan­ten Tag gegen Lärm wäre wie­der dar­um gebe­ten wor­den, um genau 14:15 Uhr 15 Sekun­den lang still zu sein. So soll­te für eine Pro­ble­ma­tik sen­si­bi­li­siert wer­den, die durch­aus ernst ist. Akus­ti­sche Stö­run­gen sind zu einer gro­ßen Gefahr für Pro­duk­ti­vi­tät, Wohl­be­fin­den und Gesund­heit gewor­den. Nun hat die Initia­to­rin des Akti­ons­ta­ges, die Deut­sche Gesell­schaft für Akus­tik DEGA, die­sen jedoch bis auf Wei­te­res ver­scho­ben. „Er wird jetzt nicht gebraucht“, heißt es auf der Web­site.

Natür­lich, vie­le Ange­stell­te arbei­ten gera­de nicht oder weni­ger an ihrem Arbeits­platz in der Indus­trie oder im Fir­men­bü­ro. Das The­ma bleibt jedoch hoch­ak­tu­ell. Schon, wer aktu­ell mit klei­nen Kin­der zu Hau­se arbei­ten muss, dürf­te sich nach Ruhe seh­nen. Und frü­her oder spä­ter wird die Arbeit wohl für die meis­ten wei­ter­ge­hen.

Der Tag gegen Lärm (Inter­na­tio­nal Noi­se Awa­reness Day) fin­det in Deutsch­land bereits seit 1998 statt. Die Sen­si­bi­li­sie­rung in Bezug auf die Lärm­pro­ble­ma­tik sowie die Ver­brei­tung des Wis­sens um Ursa­chen und Fol­gen des Lärms (sozi­al und gesund­heit­lich) sind zen­tra­le Anlie­gen des Akti­ons­ta­ges. Der Tag gegen Lärm rich­tet sich an alle am Lärm, sei­nen Ursa­chen, sei­ner Wir­kung und sei­ner Bekämp­fung Inter­es­sier­ten und vom Lärm Betrof­fe­nen ein­schließ­lich der fach­lich inter­es­sier­ten Krei­se und der poli­tisch Ver­ant­wort­li­chen. Initia­tor ist die Deut­sche Gesell­schaft für Akus­tik (DEGA).

Die Zahl der Akteu­re und Aktio­nen zu Belas­tun­gen durch Lärm, die rund um den Tag gegen Lärm statt­fin­den, ist jedes Jahr enorm groß. Um allen Aktio­nen ein ein­heit­li­ches Image zu geben, wer­den jedes Jahr anhand des aktu­ell gewähl­ten Mot­tos Pla­ka­te und Fly­er erstellt, die für eige­ne Aktio­nen kos­ten­los bestellt wer­den kön­nen.

Quiet please! Die Akustikaktion

Eine Akti­on, die sich seit 2018 auf­merk­sam­keits­stark für eine bes­se­re Raum­akus­tik in Büro­um­ge­bun­gen ein­setzt, ist Quiet plea­se! Die Grün­dung die­ser Initia­ti­ve, in der sich Her­stel­ler, Händ­ler, Exper­ten und Insti­tu­tio­nen gemein­sam enga­gie­ren, geht auf den Vor­marsch von Open-Space-Kon­zep­ten zurück. In des­sen Fol­ge tra­ten vie­ler­orts gra­vie­ren­de akus­ti­sche Stö­run­gen auf, die sowohl die Kon­zen­tra­ti­on als auch die Kom­mu­ni­ka­ti­on erschwer­ten. Das Her­aus­rei­ßen von Wän­den ent­pupp­te sich bei man­chem Unter­neh­men bald als Pro­duk­ti­vi­täts­kil­ler, wes­halb eiligst wie­der (akus­tisch wirk­sa­me Trenn-)Wände hin­ein­ge­tra­gen wur­den.

Die Aus­wir­kun­gen des Open-Space-Trends sind noch heu­te zu spü­ren, auch wenn längst ein Umbau zu Mul­tis­pace-Offices mit akti­ons­be­zo­ge­nen Tätig­keits­be­rei­chen statt­fin­det. Laut einer aktu­el­len For­sa-Stu­die im Auf­trag des Büro­ein­rich­tungs­ver­ban­des IBA emp­fin­den heu­te 95 Pro­zent der Office-Worker in Deutsch­land ein ruhi­ges Umfeld als idea­len Arbeits­platz. Aber 28 Pro­zent kla­gen häu­fig oder sehr häu­fig über Lärm im Büro, wei­te­re 31 Pro­zent gele­gent­lich. Zum Ver­gleich: In einer BSO-Stu­die (heu­te IBA) von 2015 fühl­ten sich „nur“ 21 Pro­zent durch schlech­te Akus­tik gestört.