Pau­sen und Aus­zei­ten von der Arbeit sind wich­tig, um zur Ruhe zu kom­men. 50 Pro­zent der Teil­neh­mer einer Stu­die haben aller­dings ange­ge­ben, wäh­rend der Pau­sen am Arbeits­platz zu blei­ben, was der Erho­lung scha­det.

Sich mit Kollegen zu unterhalten, am besten fern des Arbeitsplatzes, fördert die Erholung in Pausen.  Abbildung: Pexels

Sich mit Kol­le­gen zu unter­hal­ten, am bes­ten fern des Arbeits­plat­zes, för­dert die Erho­lung in Pau­sen. Abbil­dung: Pexels

Aber es gibt auch Posi­ti­ves zu berich­ten: Die rest­li­chen 50 Pro­zent der Stu­di­en­teil­neh­mer ver­las­sen in ihrer Pau­se den Arbeits­platz und gehen essen oder an der fri­schen Luft spa­zie­ren. So ein zen­tra­les Ergeb­nis des iga.Reports 34 der Initia­ti­ve Arbeit und Gesund­heit, für den das Pau­sen­ver­hal­ten von Beschäf­tig­ten in Deutsch­land unter­sucht wor­den ist. Der über­wie­gen­de Teil der 323 befrag­ten Per­so­nen war Wis­sens­ar­bei­ter mit Bild­schirm­tä­tig­keit (96 Pro­zent). Der Groß­teil (cir­ca 79 Pro­zent) macht pro Tag eine Pau­se mit einer Län­ge von durch­schnitt­lich 32,6 Minu­ten. Damit wird die gesetz­li­che Vor­ga­be für Pau­sen­zei­ten bei einer Arbeits­dau­er von sechs bis neun Stun­den (min­des­tens 30 Minu­ten) weit­ge­hend ein­ge­hal­ten.

Spazieren gehen

Die häu­figs­ten Pau­sen­ak­ti­vi­tä­ten sind die Nah­rungs­auf­nah­me und Unter­hal­tun­gen mit Kol­le­gen. Auf einer Ska­la von 0 (nie) bis 4 (immer) errei­chen die­se bei­den Akti­vi­tä­ten Wer­te von 3,4 bzw. 2,6. Im Anschluss fol­gen Spa­zie­ren­ge­hen und die Nut­zung von elek­tro­ni­schen Medi­en mit einem Mit­tel­wert von jeweils 1,4. Rela­tiv abge­schla­gen sind Aus­gleichs­übun­gen (0,4) und Rau­chen (0,3).

In einer zwei­ten Fra­ge soll­te geklärt wer­den, wie gut sich die Teil­neh­mer bei den ein­zel­nen Akti­vi­tä­ten erho­len kön­nen. Spa­zie­ren­ge­hen erreich­te hier den Spit­zen­wert mit einer Durch­schnitts­no­te von 1,9 (auf einer Schul­no­ten­ska­la). Befrie­di­gen­de Noten wur­den für Essen und Trin­ken (2,6) sowie Aus­gleichs­übun­gen (2,8) ver­ge­ben. Die Erho­lung bei der Nut­zung elek­tro­ni­scher Medi­en erziel­te nur eine aus­rei­chen­de Bewer­tung (3,9).

Rau­chen erhielt mit einer Note von 5,4 die mit Abstand schlech­tes­te Bewer­tung bei der Erho­lung. Dies lie­ge dar­an, dass nur noch weni­ge Leu­te rau­chen wür­den. Neh­me man nur die Rau­cher, lie­ge der Wert bei 2,3. Rau­cher kön­nen sich also gut beim Rau­chen ent­span­nen. Abge­se­hen von die­ser Aus­nah­me blieb die Bewer­tung der Erho­lung bei allen Tätig­kei­ten gleich, unab­hän­gig davon, ob die Befrag­ten sie aus­führ­ten oder nicht.

Wenig Erholung

Es hat sich gezeigt, dass knapp die Hälf­te der Befrag­ten sich nie, sel­ten oder nur manch­mal in der Pau­se erho­len kann und dass nur 3,8 Pro­zent der Befrag­ten immer eine Erho­lung gelingt. Das Aus­maß der Erho­lung kor­re­liert mit den ver­schie­de­nen Tätig­kei­ten. Die Erho­lung der Befrag­ten war bes­ser, je öfter sie spa­zie­ren gin­gen, sich mit Kol­le­gen unter­hiel­ten oder Aus­gleichs­übun­gen trie­ben.

Problem Cyberloafing

Die Nut­zung des Fir­men­in­ter­net­zu­gangs für pri­va­te Zwe­cke wäh­rend der Pau­sen- und Arbeits­zeit wird als Cyber­lo­afing (deutsch: Online­fau­len­zen) bezeich­net. Wäh­rend der Pau­se wird dabei nicht Abstand vom Bild­schirm genom­men, son­dern nur die Akti­vi­tät ver­la­gert, um bei­spiels­wei­se Arzt­ter­mi­ne zu orga­ni­sie­ren. 97 Pro­zent der Män­ner und 85 Pro­zent der Frau­en hal­ten Cyber­lo­afing für legi­tim. Beson­ders Beschäf­tig­te unter 30 Jah­ren nut­zen elek­tro­ni­sche Medi­en in der Pau­se inten­siv und erle­ben dies als erhol­sam, da sie nicht an Arbeits­in­hal­te den­ken und posi­ti­ve sozia­le Kon­tak­te haben. Die Wer­te für die Erho­lung bei der Nut­zung digi­ta­ler Medi­en wur­den schlech­ter, je älter die Befrag­ten waren.