Die Coro­na-Pan­de­mie macht das Home-Office zur täg­li­chen Arbeits­stät­te. Doch wie gut sind Deutsch­lands Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer auf die Heim­ar­beit ein­ge­stellt? Das woll­te das Ber­li­ner Umfra­ge­insti­tut Civey wis­sen.

Knapp 60 Prozent der Männer bewerten das Arbeiten im Home-Office als positiv, bei den Frauen sind es nur knapp 45 Prozent. Abbildung: Anrita1705 von Pixabay.

Knapp 60 Pro­zent der Män­ner bewer­ten das Arbei­ten im Home-Office als posi­tiv, bei den Frau­en sind es nur knapp 45 Pro­zent. Abbil­dung: Anrita1705 von Pixabay.

Die gute Nach­richt vor­weg: Die Mehr­heit der Arbeit­neh­mer, die der­zeit im Rah­men der Coro­na­kri­se im Home-Office arbei­ten dür­fen, geben an, dass ihr Arbeit­ge­ber gut dar­auf vor­be­rei­tet ist. In einer aktu­el­len Civey-Umfra­ge gaben 52,5 Pro­zent der Befrag­ten an, dass ihr Unter­neh­men ent­we­der eher gut oder sehr gut auf die Heim­ar­beit ein­ge­stellt ist. 33,1 Pro­zent ant­wor­te­ten, dass ihr Unter­neh­men schlecht oder sehr schlecht auf die Home-Office-Situa­ti­on ein­ge­stellt ist.

Unterschiedliche Auffassungen bei Frauen und Männern

Inter­es­san­te Unter­schie­de erge­ben sich bei den Geschlech­tern: Wäh­rend Män­ner die Situa­ti­on mit 59,2 Pro­zent über­wie­gend als gut oder sehr gut beur­tei­len, sind das nur 44,8 Pro­zent der Frau­en. 39,7 Pro­zent der Frau­en emp­fan­den ihren Arbeit­ge­ber als schlecht oder sehr schlecht vor­be­rei­tet – der Rest in bei­den Grup­pen war jeweils unent­schie­den. Eine mög­li­che Erklä­rung ist, dass Frau­en häu­fi­ger in sozia­len Beru­fen arbei­ten, die durch eine Home-Office-Situa­ti­on vor beson­ders hohe Her­aus­for­de­run­gen gestellt sind.

Bei den größ­ten Hin­der­nis­sen für das Home-Office ergibt sich ein dif­fe­ren­zier­tes Bild. Das meist­ge­nann­te Pro­blem ist mit 23,4 Pro­zent die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Kol­le­gen oder Kun­den. 19,2 Pro­zent gaben eine leich­te­re Ablen­kung an, 18,2 Pro­zent Stö­run­gen durch Fami­lie und Kin­der. Pro­ble­me mit dem Inter­net hat­ten nur 17,9 Pro­zent – auch man­geln­de tech­ni­sche Aus­stat­tung (16,9 Pro­zent) oder ein feh­len­der Arbeits­platz (14,5 Pro­zent) wur­den nur sel­ten genannt. 37,3 Pro­zent gaben an, kei­nes der genann­ten Pro­ble­me im Home-Office zu haben.

Besseres Arbeiten zu Hause möglich?

Doch arbei­ten die Men­schen in Deutsch­land im Home-Office nun kon­zen­trier­ter oder weni­ger kon­zen­triert als zuvor? Auch hier ist das Bild sehr dif­fe­ren­ziert – die befrag­ten Arbeit­neh­mer tei­len sich grob in drei fast gleich gro­ße Grup­pen auf. 33,5 Pro­zent gaben an, dass sie kon­zen­trier­ter arbei­ten, etwas mehr – näm­lich 36,8 Pro­zent – unkon­zen­trier­ter. 27,7 Pro­zent bemerk­ten kei­nen Unter­schied oder waren sich nicht sicher. Män­ner neig­ten hier eher zu den bei­den Extre­men, Frau­en gaben häu­fi­ger an, unent­schie­den zu sein (30,8 Pro­zent).

Das Ber­li­ner Umfra­ge­insti­tuts Civey hat rund 2.500 Men­schen in Deutsch­land von Anfang bis Mit­te April reprä­sen­ta­tiv befragt – aller­dings nur jene, die der­zeit Home-Office machen dür­fen. Die Ergeb­nis­se lie­gen t3n exklu­siv vor.