Fle­xi­ble Workspaces haben das Poten­zi­al, die Büro­märk­te grund­le­gend zu ver­än­dern. Zu die­sem Ergeb­nis kommt das Immo­bi­li­en­dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men Savills in sei­ner Ana­ly­se „Fle­xi­ble Workspaces in Deutsch­land: Quo vadis?“ Eine Zusam­men­fas­sung in fünf The­sen.

Coworking gilt heute als cool. Doch dieser Coolness-Faktor könnte abnehmen.  Abbildung: Pixabay

Cowor­king gilt heu­te als cool. Doch die­ser Cool­ness-Fak­tor könn­te abneh­men. Abbil­dung: Pixabay

#1 Gekommen, um zu bleiben

Der tech­no­lo­gi­sche Wan­del spielt für das Ent­ste­hen von fle­xi­blen Arbeits­plät­zen wie Cowor­king-Spaces eine zen­tra­le Rol­le. Er hat es ermög­licht, dass immer mehr Men­schen ihrer Arbeit an jedem belie­bi­gen Ort nach­ge­hen kön­nen. Damit hat das klas­si­sche Unter­neh­mens­bü­ro sei­ne Mono­pol­stel­lung ver­lo­ren. Die Dis­kre­panz zwi­schen dem, was am tra­di­tio­nel­len Büro­markt ange­bo­ten, und dem, was nach­ge­fragt wird, ist grö­ßer gewor­den und wird abseh­bar noch grö­ßer. Die Anbie­ter von Fle­xi­ble Workspaces sto­ßen in die­se Lücke und wer­den sich des­halb einen fes­ten Platz am Büro­markt erobern.

#2 Wachstum geht noch weiter

Es ist ers­tens ver­gleichs­wei­se leicht und wenig kapi­tal­in­ten­siv, einen Fle­xi­ble Workspace zu eröff­nen. Zwei­tens begrei­fen sich die neu­en Anbie­ter am Büro­markt auch als sozia­le Netz­wer­ke, deren Wert mit jedem wei­te­ren Mit­glied steigt. Durch die­se Kom­bi­na­ti­on aus nied­ri­gen Markt­ein­tritts­bar­rie­ren einer­seits und Netz­werk­ef­fek­ten ande­rer­seits ist wei­te­res Ange­bots­wachs­tum vor­pro­gram­miert – und eine dar­auf fol­gen­de Markt­be­rei­ni­gung eben­so. Hin­zu kom­men tem­po­rä­re Trieb­kräf­te auf der Nach­fra­ge­sei­te. So gilt Cowor­king heu­te als cool, aber die­ser Cool­ness-Fak­tor wird ver­schwin­den – und mit ihm ein Teil der Nach­fra­ge.

#3 Ideal bei kleinen Flächen

Wegen der recht hohen Trans­ak­ti­ons­kos­ten am Büro­flä­chen­markt ist es in den meis­ten Fäl­len unwirt­schaft­lich, sehr kur­ze Miet­ver­trä­ge für bei­spiels­wei­se nur ein Jahr abzu­schlie­ßen. Bei Fle­xi­ble Workspaces ist das anders, denn hier fal­len ein­zel­ne Bestand­tei­le der Trans­ak­ti­ons­kos­ten (zum Bei­spiel Möblie­rungs­kos­ten) kom­plett weg oder sind zumin­dest gerin­ger. Der Effekt ist umso grö­ßer, je klei­ner der Flä­chen­be­darf ist. Des­halb wer­den Fle­xi­ble Workspaces im klein­tei­li­gen Büro­flä­chen­seg­ment einen gro­ßen Teil der Nach­fra­ge absor­bie­ren.

#4 Passend für Unternehmen

Bestimm­te Flä­chen­be­dar­fe gro­ßer Unter­neh­men, zum Bei­spiel, wenn sie zeit­lich begrenzt sind, las­sen sich mit Fle­xi­ble Workspaces bes­ser abbil­den als am klas­si­schen Büro­ver­mie­tungs­markt. Genau dafür wer­den die Cor­po­ra­tes sie auch in Anspruch neh­men. Fle­xi­ble Workspaces sind aber weit mehr. Sie wer­den für die Unter­neh­men zum stra­te­gi­schen Instru­ment, zum Bei­spiel im Recrui­t­ing oder um Zugang zu bestimm­ten Netz­wer­ken zu bekom­men.

#5 Bürofläche wird Massenware

Die Anbie­ter von Fle­xi­ble Workspaces befrie­di­gen viel mehr Bedürf­nis­se als nack­te Büro­flä­che das kann. Die blo­ße Büro­flä­che nut­zen sie nur als Vehi­kel. In Ana­lo­gie zur Com­pu­ter­in­dus­trie könn­te man sagen, dass die Anbie­ter von Fle­xi­ble Workspaces die pas­sen­de Soft­ware zur Hard­ware Büro­flä­che bereit­stel­len. Das ver­län­gert die Wert­schöp­fungs­ket­te – und weil die Büro­flä­che dann nur noch ein Teil des Wert­schöp­fungs­pro­zes­ses ist, wird sie aus­tausch­ba­rer, und die Mar­gen, die sich mit ihrem Ver­kauf bzw. ihrer Ver­mie­tung erzie­len las­sen, sin­ken.