Wie recht­schreib­si­cher sind Sie? Das haben sich OFFICE ROXX und das Maga­zin Das Büro gefragt. Sehr, lau­tet die kur­ze Ant­wort. Vie­le Leser wuss­ten die kor­rek­te Schrei­bung der zehn am häu­figs­ten auf duden.de nach­ge­schla­ge­nen Wör­ter. Hier die Auf­lö­sung samt Kür des Duden-Cham­pions 2017.

Glückwunsch! Susanne Bergmann ist unser Duden-Champion 2017.

Glück­wunsch! Susan­ne Berg­mann ist unser Duden-Cham­pion 2017.

Nein, wir ver­ra­ten nicht im Vor­aus, wel­ches Wort unse­ren Lesern die größ­ten Schwie­rig­kei­ten berei­te­te, im Vor­aus – mit einem r und groß­ge­schrie­ben – war es jeden­falls nicht. Weil es sich aus vor und aus zusam­men­setzt, ist nur die Schrei­bung mit einem r kor­rekt. Beim zwei­ten Wort, kon­so­li­die­ren, hilft ein Blick auf sei­ne Wort­ge­schich­te. Es geht zurück auf latei­nisch con­so­li­da­re (fest­ma­chen), aus dem im Fran­zö­si­schen con­so­li­der wur­de. Über die Kauf­manns­spra­che gelang­te es von dort im 18. Jahr­hun­dert ins Deut­sche. Bei einem l blieb es, eben­so beim ein­fa­chen i dahin­ter. Hin­ten dran kam die im Deut­schen übli­che Ver­ben­dung -ieren.

Hilfreiche Wortgeschichte

Ety­mo­lo­gisch neu­er ist die E-Mail. Da es sich bei ihr um ein Sub­stan­tiv han­delt, wird sie mit gro­ßem Anfangs­buch­sta­ben geschrie­ben. Der Bestand­teil Mail ist eben­falls ein Sub­stan­tiv, wird also eben­falls groß­ge­schrie­ben. Und da im Deut­schen Ein­zel­buch­sta­ben gene­rell mit einem Bin­de­strich an ande­re Wor­te ange­kop­pelt wer­den, ergibt sich die Schrei­bung E-Mail. Ana­log zu U-Bahn oder T-Shirt. Bei potenziell/potentiell gab es vor der mit rund 20 Jah­ren gar nicht mehr so neu­en neu­en Recht­schrei­bung nur eine Schreib­wei­se: ti. Seit­dem mit der Recht­schreib­re­form das Laut-Buch­sta­ben-Prin­zip gestärkt wur­de, ist auch zi zuläs­sig.

Akqui­rie­ren ist kein ganz leich­tes Wort. Sein ak- kommt vom latei­ni­schen Prä­fix ad-, das vor qu zu ac- und bei der Ein­deut­schung zu ak- wird. Das q stammt von latei­nisch qua­e­re­re (suchen, erwer­ben). Enga­ge­ment schaff­te es im 17. Jahr­hun­dert aus dem Fran­zö­si­schen ins Deut­sche. Anfangs ging es dabei um die Ver­wick­lung in Kampf­hand­lun­gen, im 19. Jahr­hun­dert um ein Arbeits­ver­hält­nis im Thea­ter. Mit­te des 20. Jahr­hun­derts kam die Bedeu­tung inne­re Anteil­nah­me, vol­ler Ein­satz hin­zu.

Das war am schwersten

Dann folg­te im Quiz das Wort, das die größ­ten Pro­ble­me berei­te­te: kor­re­lie­ren. Zwei­mal r, ein­mal l. Das eine l lässt sich noch über die Her­lei­tung von Rela­ti­on mer­ken. Dass kor– (zusam­men) mit bedeu­tet, kann man sich auch den­ken. Da es vom latei­ni­schen Prä­fix con- stammt, das im Deut­schen oft ein­fach zu ko- wird, könn­te es aber eigent­lich genau­so gut nur kore­lie­ren hei­ßen. Tut es aber nicht. Hier hilft wohl wirk­lich nur: mer­ken. Bei der nächs­ten Fra­ge war wider die rich­ti­ge Ant­wort. Seit dem 17./18. Jahr­hun­dert wird ortho­gra­phisch zwi­schen wider (gegen) und wie­der (erneut) unter­schie­den. Aus dem räum­lich ver­stan­de­nen (ent-)gegen/zurück wur­de im zeit­li­chen Sin­ne aber­mals, wie­der­um. Der Par­cours stammt aus dem Fran­zö­si­schen – das sieht man ihm bis heu­te in der deut­schen Schrei­bung mit c in der Mit­te und s am Schluss an. Und der Stopp erhielt mit der Recht­schreib­re­form – anders als im Eng­li­schen – sein zwei­tes p, weil das o davor kurz gespro­chen wird.

Unser Duden-Champion

Alle zehn Wör­ter rich­tig geschrie­ben und das nöti­ge Los­glück hat­te Susan­ne Berg­mann. Sie ist Duden-Cham­pion Sprach­wis­sen 2017. Herz­li­chen Glück­wunsch! Neben ihr los­ten wir gemein­sam mit der Redak­ti­on von Das Büro Ste­fa­nie Kel­ler und Ramo­na Rat­ter als wei­te­re Gewin­ner aus. Alle erhal­ten Buch­prei­se vom Duden­ver­lag und Frei­abos von Zeit­schrif­ten aus dem Nehring­ver­lag.