Als „Ein­stieg in die Ober­klas­se“ bezeich­net JURA den Kaf­fee­voll­au­to­ma­ten GIGA X3 Pro­fes­sio­nal. Kaf­fee­ku­li­na­ri­sche Ober­klas­se klingt gut, fan­den wir. OFFICE ROXX hat getes­tet, wie sich die Maschi­ne im Büro­all­tag schlägt.

Im Test: GIGA X3 Pro­fes­sio­nal von JURA. Preis laut Her­stel­ler: 3.790 Euro (zuzüg­lich Mehr­wert­steu­er).

Acht auf dem Dis­play gespei­cher­te Kaf­fee­spe­zia­li­tä­ten kön­nen mit einem Knopf­druck zube­rei­tet wer­den.

Rie­sig: der fünf Liter fas­sen­de Was­ser­be­häl­ter.

Höhen­ver­stell­bar: der Kom­bi­aus­lauf für Kaf­fee und Milch.

Mit dem Dreh­schal­ter kann durch wei­te­re Pro­duk­te gescrollt wer­den.

Mor­gens ins Büro zu kom­men und vom Duft fri­schen Kaf­fees begrüßt zu wer­den … – klingt traum­haft und ist mit der GIGA X3 Pro­fes­sio­nal von JURA gar nicht all­zu weit von der Rea­li­tät ent­fernt. Die Maschi­ne emp­fing mor­gens den ers­ten Mit­ar­bei­ter betriebs­be­reit mit einem freund­li­chen „Bit­te wäh­len Sie Ihr Pro­dukt“. Für den Kol­le­gen Früh­auf­ste­her bedeu­te­te das, vor dem ersehn­ten Kaf­fee nicht zunächst die Maschi­ne anschal­ten zu müs­sen, zu war­ten, bis sie auf­ge­heizt ist, und erst dann ans gewünsch­te Getränk zu kom­men. Mög­lich macht‘s der Timer der GIGA X3 Pro­fes­sio­nal, mit dem sich für jeden Wochen­tag fest­le­gen lässt, wann sie sich mor­gens ein­schal­ten soll.

Zuerst muss das Tas­sen­vo­lu­men ein­ge­stellt wer­den

Auch sonst mach­te es uns der Voll­au­to­mat ein­fach, ans Gewünsch­te zu kom­men. Das Farb­dis­play zeigt acht ver­schie­de­ne Geträn­ke an, die sich – ob mit Milch oder ohne – mit einem ein­zi­gen Knopf­druck abru­fen las­sen. Damit nichts über­läuft, muss der Auto­mat am Anfang ein­mal auf die jewei­li­gen Tas­sen­vo­lu­mi­na ein­ge­stellt wer­den. Bei uns erle­dig­te das ein JURA-Tech­ni­ker, es ist aber auch selbst mög­lich: Die klar ver­ständ­li­che Bedie­nungs­an­lei­tung hilft, für jede Spe­zia­li­tät die rich­ti­ge Was­ser-, Milch- und Milch­schaum­men­ge zu pro­gram­mie­ren. Apro­pos Geträn­ke­men­gen: Bei den Kol­le­gen, die aus­ge­fal­le­ne­re Tas­sen ver­wen­den, kam sehr gut an, dass sich der Kaf­fee- und Milch­aus­lauf in der Höhe ver­schie­ben lässt und sie die abge­spei­cher­ten Flüs­sig­keits­men­gen jeder­zeit indi­vi­du­ell anpas­sen konn­ten. Dazu wird wäh­rend der Zube­rei­tung der Dreh­knopf an der Ober­sei­te – JURA nennt ihn Rota­ry Switch – ver­wen­det.

Die GIGA X3 kann abwech­seln Milch und Milch­schaum erzeu­gen

Pas­send und schnell kam der Kaf­fee also in unse­re Tas­sen. Schmeck­te er auch? Defi­ni­tiv. Der Espres­so hat­te genau die rich­ti­ge Stär­ke und war sehr aro­ma­tisch. Dies ist auch eine wich­ti­ge Grund­la­ge für die wei­te­ren Kaf­fee­spe­zia­li­tä­ten der GIGA X3 Pro­fes­sio­nal. Schließ­lich bau­en die­se auf dem Espres­so als Basis auf. Er wird dann mit Milch und/oder Milch­schaum gemischt. Dabei zeig­te sich die Maschi­ne beson­ders stark: Durch ihre elek­trisch ver­stell­ba­re Luft­zu­fuhr kann sie bei der Zube­rei­tung eines Getränks abwech­selnd Milch und Milch­schaum erzeu­gen. Und letz­te­rer war ein Traum: schön luf­tig-locker. Das tech­ni­sche Geheim­nis dahin­ter sind zwei sepa­ra­te Kam­mern in den Milch­dü­sen, in denen die Milch dop­pelt auf­ge­schäumt wird. Wie gut uns gera­de die Kaf­fee­va­ri­an­ten mit Milch schmeck­ten, zeig­te sich am Milch­ver­brauch. Nicht nur der Kaf­fee­ver­brauch im Ver­lag stieg, Milch muss­te sogar mehr­fach nach­ge­or­dert wer­den.

Täg­li­che Milch­sys­tem­rei­ni­gung not­wen­dig

Milchmix­ge­trän­ke sind lecker – ber­gen aber hygie­ni­sche Risi­ken, wenn die Kaf­fee­ma­schi­ne nicht regel­mä­ßig gründ­lich gerei­nigt wird. Gera­de im Büro darf das nicht kom­pli­ziert und zeit­auf­wen­dig sein. Der GIGA X3 Pro­fes­sio­nal gelingt hier ein guter Mit­tel­weg. Nach der Zube­rei­tung einer Kaf­fee­spe­zia­li­tät mit Milch spült sie auto­ma­tisch ihr Milch­sys­tem kurz durch (ange­kün­digt durch ein kur­zes Sound­si­gnal, das klingt, als wäre es einer älte­ren Win­dows-Ver­si­on ent­sprun­gen). Abends ist täg­lich eine Milch­sys­tem­rei­ni­gung fäl­lig, die etwa zwei Minu­ten dau­ert. Dafür wird zunächst in 250 ml Was­ser etwas Rei­ni­ger gege­ben, der die Milch­fet­te und -eiwei­ße ent­fernt. Die Maschi­ne saugt die­sen Flüs­sig­keits­mix durch den Milch­schlauch an und spült damit ihre Milch­lei­tun­gen. Danach muss die Pro­ze­dur mit 250 ml rei­nem Was­ser wie­der­holt wer­den. Zusätz­lich wird emp­foh­len, täg­lich das Milch­sys­tem im Kom­bi­aus­lauf in sei­ne Ein­zel­tei­le zu zer­le­gen und unter flie­ßen­dem Was­ser aus­zu­spü­len. Selbst bei einem Voll­au­to­ma­ten sind also ab und an ein Mensch und etwas Zeit nötig – zumin­dest, wenn man Milch ver­wen­det. Aber kei­ne Milch wäre auch kei­ne Lösung.

Gro­ßer Was­ser­tank, gro­ßer Boh­nen­be­häl­ter

Ins­ge­samt erwies sich die GIGA X3 Pro­fes­sio­nal als sehr pfle­ge­freund­lich. Was sie von manch ande­ren Kaf­fee­voll­au­to­ma­ten unter­schied, die in vie­len Büros nur halb lie­be­voll „Tama­got­chi“ genannt wer­den, weil sie – wie das elek­tro­ni­sche Kult­we­sen aus den 90ern – stän­dig Auf­merk­sam­keit ein­for­dern: „Boh­nen fül­len“, „Was­ser­tank fül­len“, „Auf­fang­scha­le lee­ren“ etc. Die GIGA X3 Pro­fes­sio­nal hin­ge­gen mel­de­te sich nur äußerst sel­ten mit einem Wunsch. In ihren Was­ser­tank pas­sen fünf Liter, in den Boh­nen­be­häl­ter eine kom­plet­te Ein-Kilo-Boh­nen­pa­ckung, ent­spre­chend groß sind Auf­fang­scha­le und Tres­ter­be­häl­ter. Klei­ner Wer­muts­trop­fen: Wäh­rend die Maschi­ne über Kon­tak­te genau erkennt, wann die Auf­fang­scha­le voll ist, und sie den Füll­stand des Boh­nen­be­häl­ters sogar optisch über­wacht, funk­tio­niert die Über­wa­chung des Tres­ter­be­häl­ters über ein ein­fa­ches Zahl­werk. Sprich: Nach einer defi­nier­ten Anzahl zube­rei­te­ter Kaf­fee­spe­zia­li­tä­ten mel­det die Maschi­ne, dass die­ser geleert wer­den muss. In der Pra­xis mach­te sich das nega­tiv bemerk­bar, wenn abends der Letz­te die Maschi­ne aus­ge­schal­tet hat­te, bevor er alle Auf­fang­be­häl­ter leer­te und aus­wusch. Aus­ge­schal­tet regis­triert die GIGA X3 näm­lich nicht, dass der Tres­ter­be­häl­ter geleert wird. Am nächs­ten Tag for­der­te sie daher zum Lee­ren auf, obwohl sich noch kaum Tres­ter im Behäl­ter befand.

Rotie­ren­de Aus­wahl über einen Dreh­schal­ter

Nach ein paar Tagen mit der Maschi­ne und zahl­rei­chen Espres­si, Lat­te mac­chia­to und Cap­puc­ci­no gin­gen die ers­ten Kol­le­gen auf die Suche nach ihrem Lieb­lings­kaf­fee. Zusätz­lich zu den acht auf dem Start­bild­schirm abge­spei­cher­ten Spe­zia­li­tä­ten kön­nen über den Dreh­schal­ter 23 wei­te­re abge­ru­fen wer­den. Das funk­tio­niert ein biss­chen wie frü­her beim iPod, als man mit einer Kreis­be­we­gung des Fin­gers durch ver­schie­de­ne Musi­kal­ben scroll­te. Etwas irri­tie­rend ist ledig­lich, dass nicht mit jedem spür­ba­ren Ein­ras­ten des Dreh­knop­fes ein Getränk wei­ter­ge­scrollt wird. Nach etwas Gewöh­nung stand dem neu­ent­deck­ten Lieb­lings­ge­tränk aber nichts mehr im Wege.

Lecke­re Kaf­fee­ent­de­ckun­gen

Vor allem der kräf­ti­ge Ris­t­ret­to (ein noch mal ver­kürz­ter Espres­so) und der fluffi­ge Flat White (ein biss­chen wie ein Cap­puc­ci­no, nur mit weni­ger stark auf­ge­schäum­ter Milch) taten es uns an. Sie ersetz­ten daher zwei weni­ger gefrag­te Pro­duk­te auf dem frei pro­gram­mier­ba­ren Start­bild­schirm. Eher ein net­tes Gim­mick sind im Büro die zahl­rei­chen Baris­ta-Rezep­te, die in der Maschi­ne hin­ter­legt sind. Sie erläu­tern, wie man bei­spiels­wei­se einen Pepres­so oder Irish Cof­fee zube­rei­tet, wofür man ergän­zen­de Zuta­ten benö­tigt. Einen Behäl­ter für Rohr­zu­cker, Whis­key und Scho­ko­la­den­sauce hat die GIGA X3 Pro­fes­sio­nal dann doch nicht. Dafür aber einen im Büro durch­aus nütz­li­chen Ein­füll­schacht für Kaf­fee­pul­ver. Auch Kol­le­gen, die lie­ber kof­fe­in­frei­en Kaf­fee trin­ken, kamen so auf ihre Kos­ten. Kurz­um: Die GIGA X3 Pro­fes­sio­nal wur­de uns allen ein guter Freund im Büro.

 

Jura_Giga_OfficeHITBegrün­dung:
Der GIGA X3 Pro­fes­sio­nal von JURA rockt defi­ni­tiv und erhält den Office­HIT. Ihr Bedien­kon­zept mit Farb­dis­play, Soft­keys und Dreh­schal­ter ist durch­dacht, ihr Hand­ling dank gro­ßer Was­ser-, Boh­nen- und Tres­ter­be­häl­ter zeit­spa­rend, ihre Pfle­ge unkom­pli­ziert. Vor allem aber berei­tet sie eine gro­ße Viel­zahl köst­li­cher Kaf­fee­spe­zia­li­tä­ten zu.