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Orgatec 2026: Die Zukunft von Arbeits- und Contract-Welten erleben. Abbildung Orgatec

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Inwerk: Starte das neue Jahr mit top ergonomischen Büromöbeln. Sonderaktion vom 08.01.–28.01.2024.

Räume, die wirken #4: Die Bedeutung der Umgebung

Der New-Work-Exper­te André Hund buch­sta­biert in sei­ner dies­jäh­ri­gen Kolum­ne den Begriff „Räu­me“ durch. Hier geht es um das U wie Umge­bung. Gezeigt wird, dass ästhe­tisch gestal­te­te Räu­me weit mehr sind als ein­fach nur schön.

André Hund ist Wirtschaftsjurist und kennt die Büromöbelbranche aus dem Effeff. In seiner Kolumne thematisiert der selbstständige Coach und Berater und New Work Facilitator bei der work different Training & Consulting GmbH Leadership-Themen vor dem Hintergrund des neuen Arbeitens.

André Hund ist Wirt­schafts­ju­rist und kennt die Büro­mö­bel­bran­che aus dem Eff­eff. In sei­ner Kolum­ne the­ma­ti­siert der selbst­stän­di­ge Coach und Bera­ter und New Work Faci­li­ta­tor bei der work dif­fe­rent Trai­ning & Con­sul­ting GmbH Lea­der­ship-The­men vor dem Hin­ter­grund des neu­en Arbeitens.

Das Muse­um für Ange­wand­te Kunst in Frank­furt zeig­te bis Juni 2026 die Aus­stel­lung „Design for Demo­cra­cy“. Die Stadt am Main ist World Design Capi­tal 2026. Die Aus­stel­lung zeigt, wie uns unse­re Umge­bung prägt und was städ­ti­sche Archi­tek­tur zu Begeg­nung, Kom­mu­ni­ka­ti­on und einem neu­en Mit­ein­an­der bei­tra­gen kann. Pate steht die Stadt Paris, deren Trans­for­ma­ti­on seit Jah­ren für posi­ti­ves Erstau­nen sorgt. Egal, ob „Paris-Pla­ges“ im Som­mer oder die Rad­weg­in­fra­struk­tur, die sich mitt­ler­wei­le durch das Zen­trum zieht.

Posi­ti­ve Bei­spie­le städ­ti­scher Trans­for­ma­ti­on wie das Pari­ser Fluss­ufer, die Wohn­ge­nos­sen­schaft „La Bor­da“ in Bar­ce­lo­na oder das beein­dru­ckend gestal­te­te mul­ti­funk­tio­na­le Gebäu­de „Forum Gro­nin­gen“ in den Nie­der­lan­den sind schon lan­ge über­re­gio­nal bekannt. Es gibt aber auch regio­na­le Bei­spie­le, wie etwa „Dienst­leis­tun­gen für Ein­fa­che Spra­che der Praun­hei­mer Werk­stät­ten“ oder den Ort „Space“ in Offenbach.

Wir leben oder arbei­ten nicht im luft­lee­ren Raum. Wir sind Teil unse­rer Umge­bung. Und die­se wirkt auf uns. Ob wir es bemer­ken oder nicht. Das heißt, dass die­ser unschein­ba­re, fast tech­ni­sche Begriff der Umge­bung beein­flusst, wie wir den­ken, füh­len, han­deln und arbei­ten. Und das gilt ins­be­son­de­re für Arbeits­räu­me. Räu­me, in denen wir viel Zeit ver­brin­gen und die wir – in der Regel – nicht nach unse­rem Gus­to ein­rich­ten kön­nen, wie die eige­nen vier Wände.

Viel hat sich da in den ver­gan­ge­nen Jah­ren getan. Wenn wir über Büros spre­chen, den­ken wir nicht immer zuerst an Qua­drat­me­ter, Möblie­rung oder Flä­chen­ef­fi­zi­enz. Uns scheint klar gewor­den zu sein, dass Räu­me nicht nur aus Wän­den, Tischen und Tech­nik bestehen. Sie bestehen aus Ein­drü­cken, Signa­len und Rei­zen. Und die­se wir­ken stän­dig auf uns zurück. Die Gestal­tung die­ser (Büro)-Umgebung ent­schei­det mit dar­über, ob wir kon­zen­triert arbei­ten kön­nen oder per­ma­nent abge­lenkt sind. Aus Semi­na­ren weiß ich, wie vie­le unter der Akus­tik­si­tua­ti­on und per­ma­nen­ten Ablen­kun­gen in ihren offe­nen Büro­struk­tu­ren lei­den. Die Ein­rich­tung unse­rer Büros ent­schei­det wesent­lich dar­über, ob wir uns will­kom­men füh­len oder austauschbar.

Das beginnt beim Sicht­ba­ren: Far­ben, Mate­ria­li­en, Licht und Möbel prä­gen die visu­el­le Umge­bung eines Raums. Graue Ober­flä­chen und iden­ti­sche Arbeits­plät­ze erzäh­len eine ande­re Geschich­te als ein Raum, der unter­schied­li­che Mate­ria­li­en bie­tet sowie natür­li­che Licht­quel­len und Far­ben bewusst nutzt.

Doch gute Umge­bun­gen ent­ste­hen nicht nur im Auge des Betrach­ters. Eben­so rele­vant ist die sen­so­ri­sche Umge­bung. Eine gute Raum­akus­tik gehört unbe­dingt dazu. Raum­tem­pe­ra­tur eben­so. Luft­qua­li­tät. Hin­ter­grund­ge­räu­sche. Jeder kennt den Unter­schied zwi­schen einem Raum, in dem kon­zen­trier­tes Arbei­ten fast mühe­los gelingt – und einem Raum, der uns nach kur­zer Zeit anstrengt. Beson­ders die Akus­tik wird häu­fig unter­schätzt. Eine schlech­te Akus­tik, unan­ge­neh­me Nach­hall­zei­ten oder eine unzu­rei­chen­de Hör­sam­keit erzeu­gen Stress. Wenn dies dau­er­haft der Fall ist, kann das krank machen.

Hin­zu kommt die sozia­le Umge­bung: Wie sind Räu­me orga­ni­siert? Wo begeg­nen sich Men­schen? Wohin kön­nen sie sich zurück­zie­hen? Wel­che Wege ent­ste­hen? Wel­che blei­ben ver­sperrt? Räu­me ent­schei­den mit dar­über, ob Zusam­men­ar­beit tat­säch­lich statt­fin­det oder ledig­lich auf Orga­ni­gram­men exis­tiert. Genau damit beschäf­tigt sich die noch rela­tiv jun­ge Dis­zi­plin des „Bio­phi­lic Design“. Die Idee dahin­ter ist ein­fach: „Men­schen haben sich über Jahr­tau­sen­de in natür­li­chen Umge­bun­gen ent­wi­ckelt und reagie­ren des­halb bis heu­te posi­tiv auf natür­li­che Ele­men­te. Pflan­zen, Tages­licht, natür­li­che Mate­ria­li­en oder Sicht­be­zie­hun­gen nach außen sind des­halb mehr als Deko­ra­ti­on. Sie kön­nen Stress redu­zie­ren, Wohl­be­fin­den stei­gern und Räu­me ange­neh­mer machen“, so die Bio­phi­lic-Design-Exper­tin And­res­sa Kuhl­mann da Luz.

Gute Arbeits­um­ge­bun­gen ori­en­tie­ren sich stär­ker an mensch­li­chen Bedürf­nis­sen als an rei­ner Flä­chen­lo­gik. Nicht die Funk­ti­on und Form des Raums steht am Anfang jeder Gestal­tung, son­dern sei­ne Wir­kung. Umge­bung ist kei­ne Kulis­se. Sie ist Infra­struk­tur für Verhalten.

Wer Arbeits­um­ge­bun­gen gestal­tet, ent­schei­det nicht nur dar­über, wie Räu­me aus­se­hen. Son­dern auch dar­über, wie Men­schen arbei­ten, kom­mu­ni­zie­ren, sich begeg­nen – und ob sie sich wohl­füh­len und wert­ge­schätzt fühlen.

Denn am Ende ist jeder Raum ein State­ment. Nicht dar­über, wie schön wir es haben wol­len. Son­dern dar­über, wie wir wahr­neh­men und arbei­ten wollen.

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